Mobilcomputer Worauf Sie beim Notebook-Kauf achten sollten

Für ein neues Notebook kann man 300 Euro ausgeben - oder 3000. Der Überblick über die Unterschiede der verschiedenen Typen und Tipps, worauf man achten sollte.

Matthias Kremp

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Beim Kauf eines neuen Notebooks ist die zentrale Frage: Wofür wird das Gerät gebraucht? Soll es eine mobile Reiseschreibmaschine sein, ein Heimarbeitsplatz oder ein Spielecomputer? Reicht es aus, wenn man damit Urlaubsfotos sortieren kann oder soll es auch für Videoschnitt und Bildbearbeitung taugen? Braucht es womöglich einen Touchscreen? Und dann stellt sich die Frage nach dem Budget. Man kann Notebooks für weniger als 300 Euro bekommen, problemlos aber auch mehrere Tausend Euro ausgeben.

Billige Notebooks

Lenovo

Wenn der Rechner nur für gelegentliche Schreibarbeiten, die Steuererklärung und das Sortieren der Urlaubsfotos benutzt wird, muss man nicht mehr als 300 Euro ausgeben. Fast alle PC-Hersteller bieten solche Geräte an. Dabei hat man trotz der niedrigen Preise reichlich Auswahl. Die Bildschirmdiagonalen reichen von zehn bis 17 Zoll. Sogar sogenannte Convertibles, bei denen sich der Touchscreen abnehmen und als Tablet nutzen lässt, gibt es in dieser Preisklasse.

Allzu viel darf man von solchen Geräten nicht erwarten. Bei zwei bis vier Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und Festplattenkapazitäten bis 500 GB sind meist niedrig getaktete Zweikern-Prozessoren verbaut. Ist statt einer Festplatte eine schnelle SSD eingebaut, ist oft schon bei 64 GB Schluss. Der Monitor bietet in dieser Preisklasse oft nicht mal Full-HD-Auflösung.

Große Unterschiede gibt es bei der Akkuleistung, die zwischen vier und zehn Stunden betragen kann. Die beste Akkulaufzeit bieten meist die Geräte mit kleineren Bildschirmdiagonalen um 13 Zoll.

Mittelklasse-Notebooks

Acer

Neben einfachen Aufgaben wie Büroanwendungen kann man mit Mittelklasse-Notebooks auch schon Urlaubsvideos schneiden, Fotobücher erstellen und anspruchsvollere Spiele laufen lassen. Die Preise liegen zwischen 300 und 1500 Euro. Hersteller wie beispielsweise Asus, Acer, Lenovo oder HP haben entsprechende Geräte im Programm. Apple mischt in diesem Segment mit MacBook und MacBook Air mit.

Wenn man häufig Filme guckt oder aufwendige Spiele spielt, den Rechner nicht oft mitnehmen muss, kommt möglicherweise ein 17-Zoll-Modell in Frage. Wird der Rechner öfter mobil genutzt und kann der Nutzer auf Videoschnittprogramme und ähnliches verzichten, genügt ein 13-Zoll-Modell. Eine Kompromiss aus Mobilität und Komfort sind 15-Zoll-Notebooks. Einige Geräte haben Touch-Screen-Displays, andere sind als Convertibles erhältlich.

Die Prozessoren reichen von Zwei- bis Vierkern-Chips mit Taktfrequenzen von 1,1 bis drei Gigahertz. Der Arbeitsspeicher ist mit acht bis 16 Gigabyte meist gut bestückt.

Wer viele Filme guckt, häufig Videos schneidet und aufwendige Spiele spielt, sollte eine Festplatte mit einem Terabyte und mehr in Betracht ziehen. Am besten in Kombination mit einer kleinen SSD, auf der das Betriebssystem installiert ist.

Ansonsten sind generell SSD-Laufwerke empfehlenswert, die in dieser Preisklasse meist 256 bis 512 Gigabyte Speicherplatz haben. Solcher Speicher ist zwar teurer, aber auch viel schneller als Festplatten.

Spiele-Notebooks

MSI

Wer ein Notebook für Computerspiele sucht, muss mindestens 1200 Euro investierten. Hier kommt es auf Leistung an. Highend-Modelle kosten 3000 Euro und mehr. MSI und Asus sind hier Spezialisten, aber auch Dells Alienware und einige Spezialanbieter mischen in diesem Bereich mit.

Ein wichtiges Kriterium ist die Grafikkarte. Empfehlenswert sind hier vor allem die Nvidia-Modelle der Serien GTX 1060 und 1070, aber auch mit einer GTX 950M lassen sich schon viele Spiele spielen, dann allerdings in geringerer Auflösung. Spieletaugliche Grafikkarten vom AMD, wie etwa die RX 490M, findet man derzeit nur in wenigen Notebooks. Das Display sollte Full-HD-Auflösung bieten.

Der Prozessor eines solchen Notebooks sollte vier Rechenkerne haben und mit 2,5 Gigahertz (GHz) getaktet sein. Da Spiele oft viel Speicherplatz brauchen, sollte die Festplatte ein Terabyte (TB) groß sein und mit einer SSD kombiniert werden, auf der das Betriebssystem läuft. 16 GB Arbeitsspeicher sind ideal.

Da Spiele-Notebooks nur eingeschränkt mobil sein müssen, sind deren meist hohes Gewicht und geringe Akkulaufzeit verzeihlich. Typische Geräte wiegen um drei Kilo, manche aber auch mehr als fünf. Kopfhörer sind unverzichtbar, weil die Lüfter solcher Notebooks beim Spielen oft voll aufdrehen.

Profi-Notebooks

Microsoft

Beim professionellen Einsatz muss die Grafikkarte nicht ganz so stark sein wie bei einem Spiele-Notebook. Prozessor und Festplatte sollten aber hohen Anforderungen genügen. Dazu sind Vierkernprozessoren mit 2,5 GHz und mehr geeignet. Die Festplatte muss oft nicht so groß sein wie bei Spiele-Notebooks. Die meisten Business-Rechner haben ein SSD-Laufwerk mit 256 oder 512 GB, gegen Aufpreis sind bis zu 2 TB möglich.

Viele Profi-Anwender legen zudem Wert auf gutes Design. Apples MacBook-Pro-Serie ist hier der Gradmesser, an dem sich viele Hersteller messen. Zuletzt hat aber auch die Konkurrenz, beispielsweise Microsoft mit dem Surface-Book, Lösungen vorgelegt, die Apple den Thron streitig machen wollen.

Anders als Apple mit seinen MacBook Pro setzen Hersteller von Windows-Notebooks meist auf Touchscreens. Neben einigen Vorteilen hat das auch einen Nachteil: Der Bildschirm verschmiert schnell.

Die Bildschirmdiagonalen liegen in diesem Segment bei 12 bis 15 Zoll, die Auflösung sollte mindestens Full-HD, also 1920 x 1080 Bildpunkte, betragen. Für ein Profi-Notebook werden mindestens 1200 Euro fällig. Mit viel Speicher und einer großen SSD können aber auch 5000 Euro und mehr auf der Rechnung stehen.



insgesamt 90 Beiträge
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Seite 1
Nebhrid 12.12.2016
1. Wer
spielt ernsthaft auf einem Notebook?
bernie_witzbold 12.12.2016
2. Eine schöne Frage
Zitat von Nebhridspielt ernsthaft auf einem Notebook?
Die hätte auch Friedrich Schiller gefallen: "Wer spielt ernsthaft?"
Ringmodulation 12.12.2016
3. Wer
Zitat von Nebhridspielt ernsthaft auf einem Notebook?
Wer spielt ernsthaft mit Kopfhörer? Doch nur, wer keine Familie hat. Statt des Kopfhörers hätte ich ein Notebook mit leisem Lüfter empfohlen. Und zwar nicht nur für Spieler, sondern gerade auch für die Arbeit. Auch das Filme schauen wurde leider nicht angesprochen. Da hätte man dann die Vor- und Nachteile verschiedener Bildseitenverhältnisse und Bilderzeugungstechniken (etwa Twisted Nematic versus In Plane Switching) nennen können.
jkbremen 12.12.2016
4. Schleichwerbung
Der Artikel verfolgt ganz offensichtlich nur einen Zweck: Vertuschung von Werbung für ein Apple-Produkt.
edelkastanie 12.12.2016
5. Hmmm, naja
Die Anzahl der Prozessorkerne ist längst kein Maßstab mehr. Das Netbook, auf dem ich gerade schreibe, hat vier Prozessorkerne. Es ist aber mit seinem Atom-Prozessor deutlich weniger leistungsfähig als mein "Arbeitstier" mit nur zwei Kernen (Core i3). Mein Raspberry Pi 2 hat auch vier Kerne, wäre aber nicht einmal wirklich sinnvoll für einfache Office-Anwendungen zu gebrauchen. Viel wichtiger als die Anzahl der Kerne ist die Prozessorarchitektur. Rechner, die in Prospekten als "AMD Quad Core" oder "Intel Quad Core" beworben werden, sind i.d.R. leistungsschwache AMD-, Celeron- oder Pentium-Prozessoren mit einfacher Prozessorgrafik, die schon bei der Darstellung von komplexen Webseiten ins Straucheln kommen.
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