Ohne Smartphone und Kabel Facebook präsentiert günstige Virtual-Reality-Brille

Kabellos und unabhängig vom Smartphone: Mit einem neuen Headset namens Oculus Go will Facebook den Einstieg in die virtuelle Realität erleichtern. Wunderdinge sollte man nicht erwarten.

Oculus Go
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Wer die mobile Virtual-Reality-Brille Gear VR nutzen will, braucht ein leistungsstarkes Samsung-Smartphone. Für viele Menschen ist das von Samsung und Oculus gemeinsam entwickelte Gerät daher uninteressant. Mit ihrem Handy - und somit auch ihrem Alltag - ist die Einsteigerbrille schlicht nicht kompatibel.

Mit einer Neuheit seiner Firmentochter Oculus will Facebook nun auch diejenigen für die virtuelle Realität (VR) begeistern, denen sie bisher beispielsweise aus Technik- oder Preisgründen verschlossen blieb. Am Mittwoch wurde auf der Entwicklerkonferenz Oculus Connect 4 dafür die Oculus Go enthüllt.

Dabei handelt es sich um eine mit der Gear VR grundsätzlich vergleichbare Brille, die sich jedoch ganz ohne Smartphone benutzen lässt. Reichen einem die in das Headset integrierten Kopfhörer, kann man die Oculus Go zudem vollkommen kabellos nutzen. Man kann sich damit also im Raum drehen und bewegen, wie man will, muss keine Angst habe, dabei über Strippen zu stolpern.

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Knapp 200 Dollar

Das neue Produkt soll laut der Oculus-Website zu Preisen ab 199 Dollar auf den Markt kommen. Die deutschen Preise sind noch nicht bekannt. Anfang 2018 soll die Oculus Go in den Handel kommen. In den nächsten Monaten dürften daher auch die technischen Details der Brille bekannt werden, zu denen Facebook bislang kaum etwas verriet.

Auf einer Infoseite zur Go finden sich bislang nur allgemeine Informationen. Etwa, dass ergänzend zum Headset ein kleiner Controller erscheint, und dass man das Headset auch mit einer normalen Brille darunter benutzen können soll. Angeblich soll die Go die "bisher besten Linsen" bieten.

Von den Anwendungen her soll auf der Oculus Go alles laufen, was die Gear VR abspielt. Ausgelegt ist sie also auf eher simple Spiele, auf Social Apps für Online-Interaktionen und vor allem auf 360-Grad-Videos- und Liveübertragungen.

Schwächer als die Oculus Rift

Mit dem Vorzeigemodell der Firma, der Oculus Rift, die mit einem PC verkabelt wird und die sich für 449 Euro im Set mit zwei Handcontrollern kaufen lässt, kann die Go leistungstechnisch sicher nicht mithalten. Fehlen dürfte hier zum Beispiel das sogenannte Positional Tracking, sprich: Die Brille merkt zwar, ob sich der Kopf dreht, beispielsweise aber nicht, ob sich der Spieler dabei nach vorn beugt.

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Für Gamer und Tech-Enthusiasten, für die die Rift bislang das spannendste Oculus-Produkt ist, steht wohl erst längerfristig eine interessante Neuheit an: Unter den Namen "Santa Cruz" werkelt Facebook schon seit längerem an einem neuen High-End-Headset, das ebenfalls ohne Kabel oder Extragerät arbeitet. Wann "Santa Cruz", das bislang zusammen mit zwei neuen Handcontrollern gezeigt wurde, marktreif sein wird, ist allerdings unklar.

Das Geschäft mit virtueller Realität, bei der man mit Spezialbrillen in künstliche Welten eintauchen kann, hatte sich bisher nicht so dynamisch entwickelt wie von manchen Experten prophezeit. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte sich 2014 entschieden, groß darauf zu setzen und für über zwei Milliarden Dollar den Branchenpionier Oculus gekauft.

Am Mittwoch erklärte Zuckerberg nun zum Ziel, eine Milliarde Nutzer für VR-Anwendungen zu gewinnen. "Ich widme mich mehr denn je der Zukunft von Virtual Reality", sagte er im kalifornischen San Jose. Die Oculus Go halte er für das "am besten zugängliche VR-Erlebnis überhaupt".

mbö/AP/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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jojack 12.10.2017
1. Für einige Anwendungen ausreichend
Das Oculus Go reicht für viele Anwendungen sicherlich aus - dazu zählen neben bestimmten Spielen und VR-Filmen vor allem professionelle Anwendungen wie Videokonferenzen, Simulationen und dergleichen. Damit besetzt das Go eine interessante Nische. Und selbst bei VR-Spielen könnte das Go mehr bieten als man bei dem Preis vermutet. Auch beim Oculus Rift waren die ersten Games eher Experimente. Zuletzt gab es jedoch immer mehr technisch wie spielerisch sensationelle VR-Games. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Entwickler Erfahrungen sammeln und dass die darunter liegenden Software-Plattformen stetig besser werden.
swnf 12.10.2017
2. ???
Wie funktioniert diese Brille? Irgendwie habe ich diese Information komplett überlesen! Ohne Smartphone? Also hat sie einen eigenen Bildschirm!? Ohne PC? Also steckt der Rechner in der Brille!? Und das alles für ca. $200.-? Hört sich ziemlich revolutionär an! Kann aber eigentlich auch gar nicht stimmen, oder?
chk23 12.10.2017
3.
Zitat von swnfWie funktioniert diese Brille? Irgendwie habe ich diese Information komplett überlesen! Ohne Smartphone? Also hat sie einen eigenen Bildschirm!? Ohne PC? Also steckt der Rechner in der Brille!? Und das alles für ca. $200.-? Hört sich ziemlich revolutionär an! Kann aber eigentlich auch gar nicht stimmen, oder?
Sie hat einen eigenen Bildschirm, und auch eine eigen CPU&GPU (vermutlich ein Smartphone-SoC). Und man kann so etwas durchaus für einen Endpreis von $200 bauen, ist aber dann eben ein Einsteigergerät, und nicht mit den teuren Systemen für PC oder auch PS4 Pro, die deutlich mehr Rechenleistung verlangen (dafür aber auch nicht kabellos funktionieren) zu vergleichen. Aber für Spiele, die graphisch nicht all zu anspruchsvoll sind und "virtuelles Kino" oder ähnliche Anwendungen dürfte die Leistung locker ausreichen.
swnf 12.10.2017
4. Wenn das so ist...
Zitat von chk23Sie hat einen eigenen Bildschirm, und auch eine eigen CPU&GPU (vermutlich ein Smartphone-SoC). Und man kann so etwas durchaus für einen Endpreis von $200 bauen, ist aber dann eben ein Einsteigergerät, und nicht mit den teuren Systemen für PC oder auch PS4 Pro, die deutlich mehr Rechenleistung verlangen (dafür aber auch nicht kabellos funktionieren) zu vergleichen. Aber für Spiele, die graphisch nicht all zu anspruchsvoll sind und "virtuelles Kino" oder ähnliche Anwendungen dürfte die Leistung locker ausreichen.
...dann finde ich das keine so schlechte Idee! PS4 Pro und PSVR habe ich. Ist spitze! Eine billige China-Brille für's Smartphone habe ich auch (inkl. Bluetooth Controller). Ist ziemlicher Murks! Der Bluetooth Controller kann nichts, außer sich mit dem iPhone zu koppeln und wenn man sich länger als 30Min irgendwelche VR-Inhalte ansieht, wird es dem Smartphone ziemlich warm in der Plastikschale. Wenn das alles auch mit $200 Hardware geht, die dann auch noch komfortabler zu bedienen sein wird (+ bessere Linsen), dann bin ich dabei!
bausa 13.10.2017
5. Vr
was kann ich dann damit machen.Worin liegt der Sinn dieser Brille. Ich spiele nichts am PC und habe beruflich auch keine Videokonferenzen.
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