Bekannteste Datenbrille Oculus Rift kostet 700 Euro

Die wohl meisterwartete Virtual-Reality-Brille kommt auf den Markt: Ab jetzt kann die Oculus Rift vorbestellt werden. Mit 699 Euro plus Versandkosten ist sie aber alles andere als günstig. Antworten auf die Fragen zum Gadget der Stunde.

Spieler mit Oculus Rift: Die Controller, die er in seinen Händen hält, kommen zunächst noch nicht auf den Markt
TMN/ Oculus

Spieler mit Oculus Rift: Die Controller, die er in seinen Händen hält, kommen zunächst noch nicht auf den Markt

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1. Was ist die Oculus Rift?

Die Oculus Rift ist eine Virtual-Reality-Brille (VR-Brille), die an den Computer angeschlossen wird. Mit ihr und den passenden Apps kann man in virtuelle Welten abtauchen und so zum Beispiel virtuell in einem Kinosaal Platz nehmen, Achterbahn fahren oder in Chat-Umgebungen mit anderen Nutzern in Kontakt treten.

Anders als bei gewöhnlichen Computerspielen hat man in VR-Welten ein viel stärkeres Gefühl von Präsenz. Das liegt daran, dass Nutzer die meisten Spiele aus der Egoperspektive in 3D erleben. Durch Sensoren und eine Kamera erkennt die Oculus-Technik Kopf- und Körperbewegungen und überträgt sie ohne spürbare Verzögerung ins Spiel. Im Idealfall wähnt sich der Nutzer so tatsächlich in der Spielwelt.

Hier sind einige Beispiele für Rift-Software zum Durchklicken:

2. Welche anderen VR-Brillen gibt es?

Die Oculus Rift ist nicht die einzige VR-Brille, aber zumindest die, um die es in den letzten Jahren den größten Hype gab. Sie gilt als das Gadget, das Virtual Reality ein Comeback beschert hat, nachdem in den Neunzigerjahren schon einmal eine ganze Generation von VR-Gadgets gefloppt war.

Hier finden Sie eine Übersicht aktueller VR-Brillen zum Durchklicken:

Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas ist gerade vor allem die HTC Vive ein Thema, da dort eine neue Entwicklerversion der Brille präsentiert wurde, die Vive Pre. Der 7000 Mal angebotene Prototyp bietet unter anderem überarbeitete Controller und eine neue Frontkamera, die es Nutzern ermöglichen soll, einen Stuhl oder ein Glas zu finden, ohne die Brille abzusetzen. Für Normalkunden soll die Vive im April auf den Markt kommen. Noch ist aber schwer absehbar, ob der Hersteller den Termin einhalten kann. Ein Preis ist bislang nicht bekannt.

3. Was wird die Oculus Rift kosten?

Der Preis der Oculus Rift für Deutschland beträgt laut des Oculus-Onlineshops 699 Euro plus 42 Euro Versandkosten, für die USA sind es 599 Dollar, zuzüglich Steuern. Eine Anfrage, ob für deutsche Käufer noch weitere Kosten hinzukommen, etwa in Form der Einfuhrumsatzsteuer, hat Oculus bislang nicht beantwortet.

Äußerungen von Oculus-Gründer Palmer Luckey hatten bereits darauf hingedeutet, dass die Verbrauchervariante teurer angeboten wird als die vorherigen Versionen. Das letzte Entwickler-Set kostete noch 350 Dollar plus Versandkosten und Einfuhrumsatzsteuer. Trotz des hohen Preises soll die Brille angeblich immer noch vom Hersteller subventioniert werden. Oculus ist seit 2014 eine Tochterfirma von Facebook.

Ausgeliefert werden soll die Oculus Rift zunächst in 20 Länder, darunter auch Deutschland. Vorbesteller erhalten neben der Brille ein Xbox-One-Gamepad sowie zwei exklusiv für die virtuelle Realität entwickelte Spiele: die Weltraumsimulation "EVE: Valkyrie" und das 3D-Jump'n'Run-Spiel "Lucky's Tale". Abgebucht werden soll der Brillenpreis erst, wenn das Gadget wirklich ausgeliefert wird. So weit soll es für Deutschland im Frühjahr sein, ein genaues Datum nennt Oculus nicht. Bei unserem Besuch des Online-Shops wurde der April als Auslieferungsmonat angegeben.

Weltraumspiel "EVE: Valkyrie": Kostenlos für alle Rift-Vorbesteller
TMN/ CCP Games

Weltraumspiel "EVE: Valkyrie": Kostenlos für alle Rift-Vorbesteller

4. Ist die Brille einen Kauf wert?

Die Oculus Rift ist zumindest für Spielefans das wohl spannendste neue Gadget seit Langem. Wer die Brille vorbestellt, sollte sich aber bewusst sein, dass er zur ersten Käufergeneration gehört. Gerade mit Blick auf die bisherigen Entwicklerversionen muss man davon ausgehen, dass an der Brille noch lange nicht alles perfekt sein wird. Das fängt bei der Verkabelung an, die zum Beispiel ein Umdrehen beim Spielen erschwert, und hört damit auf, dass wohl nicht alle bisherigen Rift-Spiele fehlerfrei spielbar sein werden.

Man ist also bei einem Tech-Trend vorn dabei, wird aber auch die Schwächen des Systems hautnah miterleben müssen. Ähnlich geht es aktuell Käufern von Samsungs Gear VR, einem VR-Headset, das mit dem Smartphone verbunden wird. Die Gear VR funktioniert und bietet viele neue Erlebnisse, noch aber ist das App-Angebot überschaubar und der Bedienkomfort könnte sicher noch höher sein.

Bedenken sollte man auch, dass die Oculus Rift einen sehr leistungsfähigen und damit in der Anschaffung teuren Computer braucht. Auf der Oculus-Website heißt es bislang, für "die volle Rift-Erfahrung" würden mindestens acht GB Arbeitsspeicher benötigt. Dazu braucht man eine Grafikkarte auf oder über dem Niveau der rund 300 Euro teuren GeForce GTX 970 beziehungsweise der AMD Radeon R9 290. Beim Prozessor sollte es nichts unter einem i5-4590 sein.

Überhaupt sollte man mit dem Kauf einer VR-Brille vorsichtig sein, sollte man noch nie eine ausprobiert haben: Im ärgerlichsten Fall wird einem beim Spielen schlecht, was das Gadget praktisch unbenutzbar macht. Mancher Spieler könnte es auch grundsätzlich zu anstrengend finden, eine Brillen-Kopfhörer-Kombination zu tragen, mit der man das reale Geschehen um sich herum kaum noch wahrnimmt.

5. Wie kann man die Brille vorbestellen?

Auf der Oculus-Website lief ein Countdown, der Mittwoch um 17 Uhr deutscher Zeit endete. Seit dessen Ablauf kann man die Brille unter Shop.Oculus.com bestellen.

6. Was sollte man noch vor dem Vorbestellen wissen?

Langzeitunterstützern des Projekts lieferte Palmer Luckey per Twitter eine gute Nachricht: Enthusiasten, die sich 2012 über die Oculus-Kampagne auf Kickstarter einen Brillenprototypen gesichert haben, bekommen das neue Exemplar kostenlos, schrieb der Oculus-Chef.

Eine andere Nachricht dürfte manchen VR-Fan enttäuschen: Oculus' Touch-Controller, mit denen sich auch die eigenen Hände in der virtuellen Welt simulieren lassen, werden zunächst nicht angeboten. Sie soll man erst in der zweiten Jahreshälfte kaufen können. Vorbesteller der Rift sollen aber bevorzugt werden, sobald die Touch-Controller online angeboten werden.

Update, 17.30 Uhr: Wir haben den Artikel mit Angaben zum endgültigen Brillenpreis aktualisiert.
Update, 7. Januar: Wir haben den Artikel mit dem Hinweis aktualisiert, dass die Oculus-Website nicht eindeutig klarmacht, ob deutschen Kunden weitere Kosten drohen.

Mit Material von dpa und AP



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insgesamt 44 Beiträge
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cor 06.01.2016
1. Katze im Sack?
Bevor keine Berichte vorliegen, die die Rift mit HTC Vive vergleichen, kommt mir so ein Ding nicht ins Haus. Ausserdem würde ich gerne erst mal live testen.
peterbrockmann 06.01.2016
2. Brille
Lass die anderen erst mal machen. Wenn dann ein Apfel draufklebt schaue ich mir das eventuell noch mal an. Im Zusammenspiel mit dem AppleTV könnte das was werden.
MADmanOne 06.01.2016
3. Elite Dangerous ?
Mir fehlt in der Beispielliste eindeutig das Spiel Elite Dangerous. Es ist zwar nicht kostenlos, aber im Moment wohl eines der eindrucksvollsten bereits verfügbaren Spiele mit VR Support.
MartinB. 06.01.2016
4. Elite: Dangerous.
Nicht nur eine App, sondern ein vollständiges Spiel, das seit einem Jahr verfügbar ist.
markus_boehm 06.01.2016
5. @Hinweise auf Elite:Dangerous
Danke für das Feedback. Habe einen Hinweis auf Elite: Dangerous in der Fotostrecke eingefügt, bei EVE: Valkyrie.
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