Olympus E-PL5: Diese kleine Kamera schwingt das Display

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Handliche Kamera mit klappbarem Touchscreen: Die Olympus E-PL5 bringt den hoch gelobten Bildsensor ihrer großen Schwester in einem kompakten Gehäuse unter - und kostet etwas mehr als die Hälfte. Was die Sensortechnik bringt, verrät der Test.

Digitalkamera: So fotografiert die Olympus E-PL5 Fotos
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Die Olympus-Kamera OM-D E-M5 bekam im Frühjahr großes Lob von Fotografen: Die Bildqualität des neuen Sensors sei außerordentlich für einen Fotoapparat dieser Größe. Die OM-D ist eine der vergleichsweise kompakten, spiegellosen Kameras, der Bildsensor ist etwas kleiner als der vieler Spiegelreflexapparate. Dennoch speichert die OM-D Aufnahmen mit beeindruckendem Detailreichtum und geringem Bildrauschen, auch bei hoher ISO-Empfindlichkeit.

Die Bildqualität ist für eine Kamera dieses Formats außerordentlich, allerdings kostet die E-M5 im Handel nach wie vor mehr als 1200 Euro mit einem Kit-Objektiv. Nun gibt es günstige Konkurrenz aus dem eigenen Haus: Die neue Olympus-Kamera E-PL5 kostet mit Objektiv etwas mehr als die Hälfte, es ist derselbe Bildsensor wie bei der E-M5 eingebaut.

Das gefällt: Bildqualität, Geschwindigkeit, Bedienung

Die Bildqualität beeindruckt wie die der wesentlich teureren E-M5. Auch bei Aufnahmen in schlecht beleuchteten Räumen, mit entsprechend hoher ISO-Empfindlichkeit ist zwischen den Fotos der Olympus-Kamera und denen einer Fujifilm X100 mit größerem Bildsensor kein überragender Qualitätsunterschied auszumachen. Die kleine E-PL5 erfasst feine Details in Oberflächen wie Rost oder rauem Putz, da dürften bessere Objektive als das im Bündel enthaltene Dreifach-Zoom noch höhere Qualität erzielen. Bei den meisten Motiven in mäßiger Beleuchtung dürfte die Bildqualität der E-PL5 den Kameras mit größeren Sensoren in dieser Preisklasse nicht nachstehen. Vorausgesetzt natürlich, man nutzt vergleichbare Objektive.

Das Gehäuse der E-PL5 ist angenehmen klein. Mit einem flachen Objektiv passt die Kamera sogar in die Jackentasche, mit einem Zoomobjektiv eher nicht. Trotz des kompakten Gehäuses fällt die Bedienung leicht: Es gibt ein Moduswahlrad mit verschiedenen Halb- und Vollautomatikprogrammen. Blendenöffnung, Verschlusszeit und Belichtungskorrektur kann man auch bequem manuell einstellen, über einen Vier-Wege-Schalter mit Drehrad an der Rückseite des Gehäuses.

Sehr gut gelungen ist die Auswahl von Fokuspunkten über den Touchscreen der E-PL5. Das ist schnell und intuitiv, vorausgesetzt man steht nicht im gleißenden Sonnenlicht, dann ist das Display schwer abzulesen. Bei knallendem Licht kann es helfen, den Bildschirm zu kippen. Man kann ihn vor- und zurückklappen und so Reflexionen vermindern - oder auch bei Aufnahmen über Kopf oder mit der Kamera am Boden den Bildausschnitt mit Hilfe des Display wählen. Auslösen lässt sich die Kamera auch per Fingerdruck auf dem Touchscreen.

Die E-PL5 fokussiert außerordentlich schnell und zuverlässig, zumindest mit dem mitgelieferten Objektiv. Es ist keine Verzögerung bemerkbar, auch nicht bei schwieriger Beleuchtung in der Dämmerung und geschlossenen Räumen.

Nicht so gut: Autofokus objektivabhängig, selektive Touchsteuerung

Die Bedienung der E-PL5 ist nicht perfekt. Im manuellen Modus zum Beispiel kann man zwischen der Einstellung der Blendenöffnung und der Verschlusszeit nur per Tastendruck wechseln. Man sieht die Anzeige der Blendenöffnung und Verschlusszeit zwar auf dem Bildschirm, kann sie dort aber nicht auswählen. Dafür ist die Touchscreen-Steuerung nicht freigeschaltet.

Trotz der großen Auswahl an Objektiven für das Micro-Four-Thirds-Bajonett fehlt eine schlanke, helle, hochwertige Festbrennweite. Das Panasonic-Objektiv 20 mm f/1,7 wäre eine ideale Ergänzung der E-PL5, mit diesem hervorragenden Objektiv würde die Kamera auch gut in die Jackentasche passen. Allerdings ist der Autofokus der E-PL5 nicht mit allen Objektiven so schnell.

Die Kombination mit dem 20-mm-Panasonic ist eine der langsameren, berichtet der malaysische Fotograf Robin Wong. Vielleicht ist das nur eine Frage der Objektiv-Software, vielleicht beschleunigt Panasonic mit einer Software-Aktualisierung die Zusammenarbeit des Objektivs mit dem Olympus-Autofokus - das wäre eine Traumkombination aus kompaktem Objektiv und Gehäuse.

Fazit: sehr gute Kamera, große Objektivauswahl

Die E-PL5 ist eine der besten kompakten spiegellosen Kameras. Die E-PL5 macht spiegellosen Kameras mit Wechselobjektiven starke Konkurrenz, zum Beispiel Sonys Nex-Kameras. Der Bildsensor in der Olympus-Kamera ist etwas kleiner, dafür fallen auch die Objektive kompakter aus. Die Objektiv-Auswahl für das Micro-Four-Thirds-Bajonett ist groß, es gibt einen Gebrauchtmarkt, und Drittanbieter wie Tokina und Tamron werden wohl in naher Zukunft Objektive für diesen Standard fertigen. Die E-PL5 ist eine interessante Alternative für Fotografen, die ihre Kompaktkamera um einen kompakten Fotoapparat mit höherer Bildqualität und großer Objektivauswahl ergänzen wollen.

Digitalkameras: Olympus E-PL5 und Konkurrenz
Kamera Olympus E-PL5 Panasonic GF5 Fujifilm XF1 Canon S100 Panasonic LX7
günstigster Preis * (mit / ohne Objektiv) 699 548 / 359 449 335 434
Maße (Gehäuse) 11,1 x 6,4 x 3,8 10,8 x 6,7 x 3,7 10,79 × 6,15 × 3,3 9,9 x 6 x 2,8 11,1 x 6,7 x 4,6
Volumen (Gehäusemaße), cm³ 269,94 238,788 218,97 166,32 342,1
Gewicht (mit / ohne Objektiv, Gramm) 391 / 279 320 / 225 204 198 269
Objektiv M.Zuiko digital 14-42mm 3.5-5.6 II Lumix G X Vario PZ 14-42mm 3.5-5.6 OIS 25 - 100 mm, f/1,8 - f/4,9 24 - 120 mm, f/2-f/5,9) 24 - 90 mm, f/1,4 - f/2,3
Objektiv (Brennweite kb.-äquivalent) 28 - 84 / f/3,5-5,6 28 - 84 / f/3,5-5,6 25 - 100 mm, f/1,8 - f/4,9 24 - 120 mm, f/2-f/5,9) 24 - 90 mm, f/1,4 - f/2,3
günstigster Preis Objekitv 139 Euro 279,99 - - -
Naheinstellgrenze (cm) 25 20 3 3 1
Auflösung (Megapixel) 17,2 12,1 12 12,1 10,1
Sensorgröße (cm²) 2,25 2,25 0,58 0,45 0,45
Megapixel pro cm² 7,64 5,38 20,69 26,89 22,44
Display (Diagonale Zoll / cm) 3 / 7,6 3 / 7,6 3 / 7,6 3 / 7,6 3 / 7,6
Display Auflösung (Pixel / Subpixel) 153.333 / 460.000 306.666 / 920.000 153.333 / 460.000 153.333 / 460.000 306.666 / 920.000
Dateiformat RAW/JPG RAW/JPG RAW/JPG RAW/JPG RAW/JPG
Besonderheiten Touchscreen, Display neigbar Touchscreen, integrierter Blitz RAW/JPG RAW/JPG RAW/JPG
* laut geizhals.at am 17.10.2012

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1. Sensor immer noch zu klein
wolfbär 19.10.2012
Eine digitale Vollformatkamera wie z.B. Canon 5D MkII hat einen Sensor in der Größe von 8,64 qcm. Das entspricht dem Filmformat der alten Kleinbild-Kameras. Die hier genannten Olympus- und Panasonic-Kameras haben lediglich einen Sensor von 2,25 qcm. Das ist zuwenig für Vergrößerungen über DIN A 4 hinaus. Diese relativ teuren Kameras entsprechen in der Formatrelation zum alten KB-Format den Pocket-Kameras von früher. Sie machen allerdings bessere Bilder als die alten Pocket-Kameras, weil sie bessere Objektive haben und viel Software zur Bildverbesserung. Trotzdem sind das keine Kameras für ambitionierte Fotografen, sondern eher etwas für Gelegenheitsknipser. Im Zeitalter der Handy-Kameras und Hemdentaschen-Apparate kann man sie dennoch gut finden, wenn man noch nie die Poster-Vergrößerung einer Vollformat-Kamera gesehen hat.
2.
qvoice 19.10.2012
Zitat von wolfbärEine digitale Vollformatkamera wie z.B. Canon 5D MkII hat einen Sensor in der Größe von 8,64 qcm. Das entspricht dem Filmformat der alten Kleinbild-Kameras. Die hier genannten Olympus- und Panasonic-Kameras haben lediglich einen Sensor von 2,25 qcm. Das ist zuwenig für Vergrößerungen über DIN A 4 hinaus. Diese relativ teuren Kameras entsprechen in der Formatrelation zum alten KB-Format den Pocket-Kameras von früher. Sie machen allerdings bessere Bilder als die alten Pocket-Kameras, weil sie bessere Objektive haben und viel Software zur Bildverbesserung. Trotzdem sind das keine Kameras für ambitionierte Fotografen, sondern eher etwas für Gelegenheitsknipser. Im Zeitalter der Handy-Kameras und Hemdentaschen-Apparate kann man sie dennoch gut finden, wenn man noch nie die Poster-Vergrößerung einer Vollformat-Kamera gesehen hat.
Für einen Fotografen, der grossformatige Bilder erstellt, ist auch das Kleinbildformat zu klein. Aber wer hat schon Lust, mit einem kopfgrossen Klopper durch die Gegend zu laufen? Die Riesenkameras bleiben doch meistens zu Hause im Schrank.
3.
papierloser 19.10.2012
Zitat von wolfbärEine digitale Vollformatkamera wie z.B. Canon 5D MkII hat einen Sensor in der Größe von 8,64 qcm. Das entspricht dem Filmformat der alten Kleinbild-Kameras. Die hier genannten Olympus- und Panasonic-Kameras haben lediglich einen Sensor von 2,25 qcm. Das ist zuwenig für Vergrößerungen über DIN A 4 hinaus. Diese relativ teuren Kameras entsprechen in der Formatrelation zum alten KB-Format den Pocket-Kameras von früher. Sie machen allerdings bessere Bilder als die alten Pocket-Kameras, weil sie bessere Objektive haben und viel Software zur Bildverbesserung. Trotzdem sind das keine Kameras für ambitionierte Fotografen, sondern eher etwas für Gelegenheitsknipser. Im Zeitalter der Handy-Kameras und Hemdentaschen-Apparate kann man sie dennoch gut finden, wenn man noch nie die Poster-Vergrößerung einer Vollformat-Kamera gesehen hat.
Ein S-Klasse ist 5 m lang. Das entspricht früheren Lastwagen. Der hier genannte Golf ist lediglich 4,3 m lang. Das entspricht einem früheren VW-Bus. Der Golf fährt sich aber besser als ein alter Bus und hat ein cooles Radio. Trotzdem nix für ernsthafte Autofahrer. Aber im Zeitalter der Fahrradfahrer und Segway-Fahrer kann man einen Golf dennoch gut finden. Ernsthaft, die Olympus finde ich eine sehr gute Entwicklung. Nur mit einer Kamera, die man auch dabei hat, weil sie klein genug ist, kann man gute Fotos mit nach Hause nehmen.
4. Äpfel mit Birnen
medwediza 19.10.2012
Zitat von wolfbärEine digitale Vollformatkamera wie z.B. Canon 5D MkII hat einen Sensor in der Größe von 8,64 qcm. Das entspricht dem Filmformat der alten Kleinbild-Kameras. Die hier genannten Olympus- und Panasonic-Kameras haben lediglich einen Sensor von 2,25 qcm. Das ist zuwenig für Vergrößerungen über DIN A 4 hinaus. Diese relativ teuren Kameras entsprechen in der Formatrelation zum alten KB-Format den Pocket-Kameras von früher. Sie machen allerdings bessere Bilder als die alten Pocket-Kameras, weil sie bessere Objektive haben und viel Software zur Bildverbesserung. Trotzdem sind das keine Kameras für ambitionierte Fotografen, sondern eher etwas für Gelegenheitsknipser. Im Zeitalter der Handy-Kameras und Hemdentaschen-Apparate kann man sie dennoch gut finden, wenn man noch nie die Poster-Vergrößerung einer Vollformat-Kamera gesehen hat.
Die von Ihnen genannte Canon ist etwa drei Mal so groß und fünf Mal so teuer wie die hier vorgestellte Olympus. Oder anders gesagt: Sie vergleichen Äpfel mit Birnen. Zusatzfrage: wie oft haben Sie mit der neuen Olympus schon fotografiert, Vergrößerungen über das Format A4 hinaus erstellt und mit Ihren Canon-Ergebnissen verglichen? Eben. Sie würden staunen.
5. @ Wolfbär
spon-sor 19.10.2012
Bevor man redet sollte man erst mal testen. Ich habe die omd hier und kann sie gegen die 5d von canon testen. da sieht man bis zu einer größe von 60 mal 80 in der ausbelichtung keinen unterschied. von wegen max din a4 :-)
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Fototechnik-Fachbegriffe
Konrad Lischka
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Brennweite
Konrad Lischka
Die Brennweite gibt eine Entfernung innerhalb des Objektivs einer Kamera an. Genauer: Die Brennweite ist der in Millimetern angegebene Abstand zwischen der Mittelachse der Linse und der Stelle, wo das einfallende Licht auf Sensor oder Film trifft. Relevant ist das für die Bildgestaltung so: Je höher die Brennweite, desto näher wird das abgebildete Objekt herangezoomt.

Die Brennweite verändert auch die Bildwinkel der Aufnahme. Hier spielen aber auch die verschiedenen Aufnahmeformate (sprich: Wie groß ist das auf den Sensor der Kamera einfallende Bild?) eine Rolle. Deshalb geben Hersteller meistens die sogenannte kleinbildäquivalente Brennweite (Equiv.135) an.

Kleinbildbrennweiten werden mit Werten wie zum Beispiel 24-60 mm bei digitalen Kompaktkameras angeben. Wenn ein solches Objekt den Bereich zwischen 17 und 35 mm umfasst (siehe Foto: links 35 mm, rechts 28 mm), sind Weitwinkelaufnahmen möglich (hilfreich, um zum Beispiel Menschengruppen oder Bauwerke aus nicht allzu großer Entfernung aufzunehmen), ab 50 mm ist man schon im leichten Telebereich.
Blendenöffnung
Für eine Kamera ist die Blende, was die Iris für das Auge ist: Diese Öffnung hat eine veränderbare Größe, und je größer sie ist, desto mehr Licht fällt ein. Bei kompakten Digitalkameras kann die Blende manchmal, bei Spiegelreflexkameras meistens auf Wunsch manuell eingestellt werden. Angegeben wird sie dabei mit der sogenannten Blendenzahl (wie um Beispiel 8, 5,6 oder 2,8).

Je größer die Blendenzahl (oft angegeben mit f/Blendenzahl), umso kleiner ist die Blendenöffnung. Konkret: Bei der Blendenzahl 4 ist die Blendenöffnung doppelt so groß wie bei der nächst höheren Blendenzahl 5,6. Die Blendenzahlen beruhen auf einer mathematischen Formel, nach der sich die sogenannte Blendenreihe berechnet. Hier verkleinert sich von Stufe zu Stufe die Blendenöffnung (0,5 / 0,7 / 1 / 1,4 / 2,8 / 4 usw.

Mehr Licht durch eine große Blendenöffnung ermöglicht eine kürzere Verschlusszeit. Eine möglichst kurze Verschlusszeit ist nötig, um sich schnell bewegende Objekte möglichst scharf aufzunehmen. Wer zum Beispiel einzelne Szenen eines Basketballspiels einer nicht allzu hell beleuchteten Sporthalle aufnehmen will, kann eine kleinere Blendenzahl (also eine größere Blendenöffnung) wählen und dafür die Verschlusszeit verkürzen. Als Richtwert gilt dabei: Ein Stufe abwärts in der Blendenreihe erlaubt eine gleichzeitige Halbierung der Belichtungszeit.

Gleichzeitig beeinflusst die Größe der Blendenöffnung die sogenannte Schärfentiefe. Grundregel: Je kleiner die Blendenzahl (und je größer somit die Blendenöffnung), desto geringer die Schärfentiefe. Geringe Schärfentiefe bedeutet: Das Motiv im Vordergrund ist scharf, der Hintergrund ist unscharf. Große Schärfentiefe bedeutet, dass die Partien im Vorder- und Hintergrund scharf auf dem Bild erscheinen.
Verschluss-/ Belichtungszeit
Wie lange die Blende geöffnet ist, wie lange also Licht auf den Sensor der Kamera fällt, gibt die Belichtungszeit an. Je länger diese Verschlusszeit ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor.

Diese Verschlusszeit wird meistens in Sekundenbruchteilen angegeben. 1/1000 ist zum Beispiel eine tausendstel Sekunde. Bei Kompaktkameras kann die Verschlusszeit manchmal, bei Spiegelreflexkameras immer auch manuell eingestellt werden. Angeben wird sie in Zeitstufen (wie 0,5"; 1/4; 1/8; 1/15; 1/30; 1/60; 1/125 usw.). Je größer die Zeitstufe, umso länger ist der Verschluss geöffnet.

Bei einer kurzen Verschlusszeit erscheinen auf dem Bild sich schnell bewegende Objekte scharf, bei längeren Verschlusszeiten wirken sie verwischt, das ist die sogenannte Bewegungsunschärfe. Verwendet man bei solchen Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten kein Stativ oder zumindest eine feste Unterlage für die Kamera, verwackeln die Aufnahmen oft durch die Bewegung der Hand. Ruht die Kamera auf einer festen Unterlage, kann man mit längeren Belichtungszeiten zum Beispiel Autos auf Fotos verwischt erscheinen lassen, während alle statischen Objekte in der Umgebung scharf erscheinen.

Bei sehr kurzen Belichtungszeiten ist eine starke Beleuchtung oder eine entsprechend große Blendenöffnung nötig, um ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Grundregel: Stellt man eine Zeitstufe größer ein, kann man eine Blendenzahl weniger einstellen.
Schärfentiefe
Konrad Lischka
Schärfentiefe meint den Bereich in einer bestimmten Entfernung der Kamera, der auf dem Foto als scharf erscheint - je größten dieser Entfernungsbereich ist, umso größer ist die Schärfentiefe.

Konkret: Geringe Schärfentiefe bedeutet, dass das Motiv im Vordergrund scharf, der Hintergrund aber unscharf ist. Große Schärfentiefe bedeutet: Die Partien im Vorder- und Hintergrund erscheinen auf dem Bild scharf. Die Schärfentiefe eines Bildes hängt unter anderem von der Größe der Blendenöffnung ab, aber auch von der Brennweite des Objektivs und dem Bildformat beziehungsweise der Sensorgröße.
Sensorgröße
Die Größe des Fotosensors einer Digitalkamera beeinflusst neben anderen Faktoren die Qualität der Fotos. Angegeben wird die Größe oft in Standardgrößen wie 1/2,3 Zoll oder 1/1,7 Zoll. Diese Größen sind von einem Format für TV-Kameras aus den fünfziger Jahren übernommen, haben keinen direkten Zusammenhang mit der Oberfläche des Sensors.

Einige Beispiele für Sensorgrößen:

- 1/2,3", z.B. Pentax Q: 0,28 cm²
- 1/1,7", z.B. Canon G12, Canon S100: 0,43 cm²
- 2/3", z.B. Fujifilm X10:0,58 cm²
- 1", z.B. Nikon J1, Sony RX100: 1,16 cm²
- 4/3", z.B. Panasonic GF3: 2,25 cm²
- Canon G1X: 2,62 cm²
- Canon APS-C, z.B. 7D: 3,32 cm²
- Nikon DX, z.B. Nikon D90: 3,72 cm²
- Sony APS-C, z.B. Nex-5n: 3,81 cm²
- Kleinbild-Vollformat, z.B. Canon 5D Mark II, Nikon D700, Sony A900: 8,64 cm²
- Mittelformat, z.B. Pentax 645D: 17,28 cm²

Ein Problem bei der Sensorgröße entsteht, wenn auf der gleichen Fläche immer mehr Fotodioden untergebracht werden. Sprich: Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung (gemessen in Megapixel) wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Fotodioden auf einer kleineren Oberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jede einzelne der Fotodioden, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen, das sogenannte Bildrauschen, mit sich bringt.
Lichtempfindlichkeit / ISO-Wert
Konrad Lischka
Wie lichtempfindlich Filmmaterial ist, wird unter anderem mit den sogenannten ISO-Werten angegeben. Ein Film mit ISO 200 ist doppelt so lichtempfindlich wie ein ISO-100-Film, bei ISO 400 verdoppelt sich die Lichtempfindlichkeit gegenüber ISO 200 und so weiter.

Bei Digitalkameras haben die Hersteller diese Skala übernommen, um die Empfindlichkeit anzugeben. Wenn in einem dämmrigen Umfeld die Verschlusszeit wegen Verwacklungsgefahr nicht stark genug erhöht werden kann und eine allzu große Blendenöffnung wegen des Verlusts an Schärfentiefe nicht erwünscht ist, kann die Empfindlichkeit erhöht werden, um eine ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Hebt man die ISO-Stufe um einen Schritt an, kann die Verschlusszeit zum Beispiel um einen Schritt vermindert werden.

Bei Digitalkameras verstärkt die Software das auf dem Sensor eingehende Signal. Dabei verstärkt die auch die Störungen, das sogenannte Bildrauschen nimmt zu.
Megapixel
Der Megapixel-Wert gibt die Auflösung einer Digitalkamera an, also wie viele Bildpunkte der Sensor erfasst. Ein Megapixel entspricht einer Million Bildpunkte. Aus der Pixelmenge resultiert die Rasterung beim Druck der Fotos - je höher die Auflösung, desto größer können die Fotos gedruckt werden, ohne dass die Pixel sichtbar werden.

Laut Kodak genügt für einen Ausdruck in A4-Format (20x30 cm) in guter Qualität eine Auflösung von 1920 x 1280 Pixeln (2,4 Megapixel), für optimale Qualität ist eine Auflösung von 2160 x 1440 Pixeln (3,1 Megapixel) nötig.

Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Bildpunkten auf einer kleineren Sensoroberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jeden einzelnen der Bildpunkte, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen durch das sogenannte Bildrauschen mit sich bringt.
Bildrauschen
Konrad Lischka
Die Ursache für das Bildrauschen sind physikalische Effekte auf dem Bildsensor und den dort untergebrachten Fotodioden, vor allem den sogenannten Dunkelstrom. Wie stark diese Effekte im Foto sichtbar (siehe Foto mit 1600 ISO) sind, hängt von mehren Faktoren ab:

- Bei gleicher Auflösung rauschen Sensoren mit kleinerer Oberfläche stärker als größere.

- Je stärker die Lichtempfindlichkeit der Kamera eingestellt ist, umso stärker ist das Rauschen, da das vom Sensor eingehende Signal verstärkt wird - einschließlich der Störungen.

- Je wärmer der Sensor ist, umso stärker ist das Bildrauschen.

Digitalkameras nutzen diverse Software-Routinen, um das Bildrauschen schon beim Abspeichern einer Aufnahme herauszurechnen. Die Hersteller nutzen verschiedene Verfahren mit unterschiedlichen Ergebnissen. Manchmal beeinträchtigt die Rauschunterdrückung wiederum die Schärfe eines Bildes sichtbar.

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