Olympus Pen E-P5: Kamerabrocken glänzt mit Retro-Charme

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Kameratest: So fotografiert die Olympus Pen E-P5 Fotos
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Wuchtiges Gehäuse, viel glänzendes Metall: Die Olympus E-P5 erinnert an Fotoapparate aus den Siebzigern. Das Retro-Design hat seinen Preis - die Bildqualität gibt es auch günstiger.

Große Kamerahersteller bemühen sich, ihre neuesten Kameras möglichst alt aussehen zu lassen. Die teuren Modelle mit den raffinierten Bildsensoren wirken auf den ersten Blick wie Geräte aus den Siebzigern: Messinggehäuse mit einer langsam abzureibenden Farbschicht, viel helles Metall, oft in Kombination mit schwarzem Kunstleder. Dieser Mode folgt auch die neue Olympus-Systemkamera: Das Gehäuse besteht zu einem großen Teil aus Metall, auf dem silbernen Material prangt in Versalien der Schriftzug "Olympus Pen" - wie bei den alten Analogmodellen.

Sensor, Bedienung, Display - was bietet die Olympus Pen E-P5 außer Retro-Design?

Gut: Bildqualität, Bildschirm

Sensor: In der E-P5 arbeitet derselbe Bildsensor wie in anderen aktuellen Olympus-Modellen (OM-D, E-PL5). Die Bildqualität ist beeindruckend: Auch bei höherer ISO-Empfindlichkeit (800) sind feine Details auf den Aufnahmen zu erkennen, Bildrauschen tritt kaum auf. Ab ISO 1600 sind Störungen sichtbar. Der Labortest von digitalkamera.de bestätigt den Seheindruck: Der Signal-Rauschabstand des Sensors ist bei ISO 100 hervorragend und bei ISO 800 noch immer akzeptabel.

Signal-Rauschabstand der E-P5: Je größer der Wert, desto deutlicher ist das Signal und desto geringer ist das störende Rauschen Zur Großansicht
Digitalkamera.de

Signal-Rauschabstand der E-P5: Je größer der Wert, desto deutlicher ist das Signal und desto geringer ist das störende Rauschen

Bedienelemente: Das Gehäuse der E-PL5 ist mit einer Überfülle an Tasten, Drehrädchen und anderen mechanischen Bedienelementen überzogen. Fast alle davon lassen sich individuell mit Funktionen belegen. Wer sich einarbeitet und Routine entwickelt, kann die die E-PL5 schnell und präzise bedienen, ohne große Umwege über Menüs.

Ausstattung: Die E-PL5 hat einige technische Neuerungen gegenüber älteren Olympus-Systemkameras. Die hohe Auflösung des Bildschirms hilft, die Schärfe von Aufnahmen zu beurteilen. Das eingebaute W-Lan-Modul nutzt Olympus derzeit nicht konsequent - Fotos werden auf Smartphones nur in kleiner Auflösung geladen, eine automatische Übertragung neuer Aufnahmen auf den Heimcomputer (wenn Kamera und Rechner im selben W-Lan sind) ist derzeit nicht eingebaut.

Auslöseverzögerung der E-P5: Werte unter 0,3 Sekunden sind gut bis sehr gut, bis etwa 0,6 Sekunden sind sie befriedigend Zur Großansicht
Digitalkamera.de

Auslöseverzögerung der E-P5: Werte unter 0,3 Sekunden sind gut bis sehr gut, bis etwa 0,6 Sekunden sind sie befriedigend

Nicht so gut: schwer, kein Sucher

Gewicht: 380 Gramm wiegt das Gehäuse der EP-5 ohne Objektiv, das ist eine ganze Menge. Ob man das als störend empfindet, ist eine Geschmacksfrage. Mancher Fotograf mag etwas wuchtigere Gehäuse, weil es besser in der Hand liegt. Das Design des massiv wirkenden Metallgehäuses wird sicher einige Käufer beeindrucken. Aber das Verhältnis von Gewicht und Volumen zur Ausstattung ist bei anderen Kameras doch besser. Die Fujifilm X-E1 bringt beispielsweise bei 80 Gramm weniger Gewicht in einem etwas größeren Gehäuse einen digitalen Sucher unter.

Vorteile, Nachteile, Fazit

sehr gute Bildqualität

schwenkbares Display mit hoher Auflösung

viele manuelle Bedienelemente

große Auswahl an Objektiven, auch auf dem Gebrauchtmarkt

vergleichsweise schwer

mit 1000 Euro vergleichsweise teuer - vergleichbare Bildqualität gibt es günstiger

Die neueren Olympus-Systemkameras zählen mit der Panasonic GH3 zu den Modellen mit der besten Bildqualität bei mittelgroßen Sensoren auf dem Markt. Da ist die E-P5 gleichauf mit den teureren (OM-D) und billigeren (E-PL5) Olympus-Modellen. Die neue E-P5 setzt sich von den älteren Schwestermodellen nur in Details ab: der Bildschirm hat eine höhere Auflösung, die Verschlusszeit ist noch kürzer (1/8000 Sekunden), ein W-Lan-Modul und ein kleiner Blitz sind eingebaut, das Gehäuse hat ein ungewöhnliches Retro-Design.

Angesicht dieser marginalen Fortschritte kann man die E-P5 zum Preis von derzeit 1000 Euro nicht empfehlen. Wer auf größere Modelle mit enormer Ausstattung und vielen manuellen Einstellmöglichkeiten Wert legt, erhält derzeit zum selben Preis die Olympus OM-D (derselbe Sensor, aber wetterfestes Gehäuse und Digitalsucher) oder die Fujifilm X-E1 (größerer Sensor, Digitalsucher, lichtstärkeres Kit-Objektiv).

Wer häufig mit Automatik- und Halbautomatik fotografiert, kann sparen. Die kleinere Schwester E-PL5 kostet im Handel derzeit 600 Euro und liefert ähnliche Bildqualität, wenn auch ohne das schicke Retro-Design der E-P5.

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Spiegellose Systemkameras im Überblick
Kamera Olympus E-P5 Olympus E-PL5 Fujifilm X-E1
günstigster Preis * (Gehäuse / mit Objektiv) 999 / 1099 nur mit Objektiv / 599 799 / 1099
Maße (Gehäuse) 12,2x 6,9 x 3,7 11,1 x 6,4 x 3,8 12,9 x 7,5 x 3,8
Volumen (Gehäuse-maße), cm³ 311,466 269,94 367,65
Gewicht (Gehäuse / mit Objektiv) 378 / 490 279 / 391 300 / 610
Objektiv M.Zuiko digital 14-42mm 3.5-5.6 II M.Zuiko digital 14-42mm 3.5-5.6 II Objektiv XF 18-55mm 2.8-4.0 LM OIS
Objektiv (Brennweite kb.-äquivalent, mm) 24 - 84 24 - 84 27 - 84
Auflösung (Megapixel) 16,1 17,2 16,3
Sensorgröße (cm²) 2,25 2,25 3,68
Megapixel pro cm² 7,15 7,64 4,43
Display (Diagonale Zoll / cm) 3 / 7,6 3 / 7,6 2,8 / 7,1
Display Auflösung (Pixel / Subpixel) 345.666 / 1.037.000 153.333 / 460.000 153.333 / 460.000
Besonderheiten Touchscreen, Display neigbar, sensorbasierter Bildstabilisator , W-Lan Touchscreen, Display neigbar, sensorbasierter Bildstabilisator kein Tiefpassfilter, elektronischer Sucher, Mikrofonanschluss, Blitz
* günstigster Preis im deutschen Online-Handel (laut geizhals.at, Stand 31.7.2013

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insgesamt 12 Beiträge
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1. Panasonic GX7
yaba 01.08.2013
Zu dem Preis wird die Panasonic GX7 deutlich attraktiver sein und ebenfalls Micro 4/3.
2. schwer??!!
whifferdill 01.08.2013
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEWuchtiges Gehäuse, viel glänzendes Metall: Die Olympus E-P5 erinnert an Fotoapparate aus den Siebzigern. Das Retrodesign hat seinen Preis - die Bildqualität gibt es auch günstiger. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/olympus-pen-e-p5-systemkamera-im-test-a-914055.html
Eine schwere Kamera hat deutliche Vorteile: sie liegt ruhiger in der Hand und erlaubt eine bessere Bildgestaltung, da das Sucherbild "ruhiger" liegt. Noch vor wenigen Jahren waren solche Eigenschaften bei der Beurteilung von Kameras gang und gäbe , aber da gabs ja auch noch echte Fotografen.
3. E-pm2
dioskure 01.08.2013
Über das Modell E-PL5 wird permanent das Modell E-PM2 vergessen das zwar kein (vertikales) Schwenkdisplay hat, dafür aber noch kompakter ist und über den gleichen Sensor wie die OM-D verfügt. Diese Kamera bekommt man bereits für EUR 400,-.
4. Aber, Herr Lischka…
chrome_koran 01.08.2013
Ein Preisvergleich zwischen einem derzeit auf deutschem Markt noch kaum erhältlichen, nagelneuen Modell und zwei (bei der Langlebigkeit der Branche) veritablen Markt-Oldies ist nun wirklich alles andere als fair. Die OM-D war bei der Markteinführung auch nicht gerade ein Schnäppchen. Ist halt der Early-Adopter-pain. Ich bin ja der erklärte "Fan" der Fuji-X-Reihe – ohne eine dieser Kameras zu besitzen – und sehe durchaus deren Vorteile gegenüber Olympus-MFT-kameras (von welchen ich eine besitze). Aber: -> das Fuji-Zubehörsystem muss sich erst auf dem markt etablieren. Im Moment gibt es da nicht so viel zur Wahl. -> das MFT-System hat sich zum kompatibelsten Kamerasystem aller Zeiten gemausert: so gut wie alle Foto- und viele Filmkamera-Objektive aus der letzten 100 Jahre lassen sich dran verwenden, egal von welchem Hersteller, von Angenieux bis Zeiss. Das mache mal einer mit einer SLR vor.
5. Brennweite
option@l 01.08.2013
In der Tabelle oben wird 14-42 mit 24-84 KB-äquivalent berechnet. 28-84 wäre wohl richtig.
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Fototechnik-Fachbegriffe
Klicken Sie auf die einzelnen Begriffe, um die Definitionen zu lesen
Brennweite
Konrad Lischka
Die Brennweite gibt eine Entfernung innerhalb des Objektivs einer Kamera an. Genauer: Die Brennweite ist der in Millimetern angegebene Abstand zwischen der Mittelachse der Linse und der Stelle, wo das einfallende Licht auf Sensor oder Film trifft. Relevant ist das für die Bildgestaltung so: Je höher die Brennweite, desto näher wird das abgebildete Objekt herangezoomt.

Die Brennweite verändert auch die Bildwinkel der Aufnahme. Hier spielen aber auch die verschiedenen Aufnahmeformate (sprich: Wie groß ist das auf den Sensor der Kamera einfallende Bild?) eine Rolle. Deshalb geben Hersteller meistens die sogenannte kleinbildäquivalente Brennweite (Equiv.135) an.

Kleinbildbrennweiten werden mit Werten wie zum Beispiel 24-60 mm bei digitalen Kompaktkameras angeben. Wenn ein solches Objekt den Bereich zwischen 17 und 35 mm umfasst (siehe Foto: links 35 mm, rechts 28 mm), sind Weitwinkelaufnahmen möglich (hilfreich, um zum Beispiel Menschengruppen oder Bauwerke aus nicht allzu großer Entfernung aufzunehmen), ab 50 mm ist man schon im leichten Telebereich.
Blendenöffnung
Für eine Kamera ist die Blende, was die Iris für das Auge ist: Diese Öffnung hat eine veränderbare Größe, und je größer sie ist, desto mehr Licht fällt ein. Bei kompakten Digitalkameras kann die Blende manchmal, bei Spiegelreflexkameras meistens auf Wunsch manuell eingestellt werden. Angegeben wird sie dabei mit der sogenannten Blendenzahl (wie um Beispiel 8, 5,6 oder 2,8).

Je größer die Blendenzahl (oft angegeben mit f/Blendenzahl), umso kleiner ist die Blendenöffnung. Konkret: Bei der Blendenzahl 4 ist die Blendenöffnung doppelt so groß wie bei der nächst höheren Blendenzahl 5,6. Die Blendenzahlen beruhen auf einer mathematischen Formel, nach der sich die sogenannte Blendenreihe berechnet. Hier verkleinert sich von Stufe zu Stufe die Blendenöffnung (0,5 / 0,7 / 1 / 1,4 / 2,8 / 4 usw.

Mehr Licht durch eine große Blendenöffnung ermöglicht eine kürzere Verschlusszeit. Eine möglichst kurze Verschlusszeit ist nötig, um sich schnell bewegende Objekte möglichst scharf aufzunehmen. Wer zum Beispiel einzelne Szenen eines Basketballspiels einer nicht allzu hell beleuchteten Sporthalle aufnehmen will, kann eine kleinere Blendenzahl (also eine größere Blendenöffnung) wählen und dafür die Verschlusszeit verkürzen. Als Richtwert gilt dabei: Ein Stufe abwärts in der Blendenreihe erlaubt eine gleichzeitige Halbierung der Belichtungszeit.

Gleichzeitig beeinflusst die Größe der Blendenöffnung die sogenannte Schärfentiefe. Grundregel: Je kleiner die Blendenzahl (und je größer somit die Blendenöffnung), desto geringer die Schärfentiefe. Geringe Schärfentiefe bedeutet: Das Motiv im Vordergrund ist scharf, der Hintergrund ist unscharf. Große Schärfentiefe bedeutet, dass die Partien im Vorder- und Hintergrund scharf auf dem Bild erscheinen.
Verschluss-/ Belichtungszeit
Wie lange die Blende geöffnet ist, wie lange also Licht auf den Sensor der Kamera fällt, gibt die Belichtungszeit an. Je länger diese Verschlusszeit ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor.

Diese Verschlusszeit wird meistens in Sekundenbruchteilen angegeben. 1/1000 ist zum Beispiel eine tausendstel Sekunde. Bei Kompaktkameras kann die Verschlusszeit manchmal, bei Spiegelreflexkameras immer auch manuell eingestellt werden. Angeben wird sie in Zeitstufen (wie 0,5"; 1/4; 1/8; 1/15; 1/30; 1/60; 1/125 usw.). Je größer die Zeitstufe, umso länger ist der Verschluss geöffnet.

Bei einer kurzen Verschlusszeit erscheinen auf dem Bild sich schnell bewegende Objekte scharf, bei längeren Verschlusszeiten wirken sie verwischt, das ist die sogenannte Bewegungsunschärfe. Verwendet man bei solchen Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten kein Stativ oder zumindest eine feste Unterlage für die Kamera, verwackeln die Aufnahmen oft durch die Bewegung der Hand. Ruht die Kamera auf einer festen Unterlage, kann man mit längeren Belichtungszeiten zum Beispiel Autos auf Fotos verwischt erscheinen lassen, während alle statischen Objekte in der Umgebung scharf erscheinen.

Bei sehr kurzen Belichtungszeiten ist eine starke Beleuchtung oder eine entsprechend große Blendenöffnung nötig, um ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Grundregel: Stellt man eine Zeitstufe größer ein, kann man eine Blendenzahl weniger einstellen.
Schärfentiefe
Konrad Lischka
Schärfentiefe meint den Bereich in einer bestimmten Entfernung der Kamera, der auf dem Foto als scharf erscheint - je größten dieser Entfernungsbereich ist, umso größer ist die Schärfentiefe.

Konkret: Geringe Schärfentiefe bedeutet, dass das Motiv im Vordergrund scharf, der Hintergrund aber unscharf ist. Große Schärfentiefe bedeutet: Die Partien im Vorder- und Hintergrund erscheinen auf dem Bild scharf. Die Schärfentiefe eines Bildes hängt unter anderem von der Größe der Blendenöffnung ab, aber auch von der Brennweite des Objektivs und dem Bildformat beziehungsweise der Sensorgröße.
Sensorgröße
Die Größe des Fotosensors einer Digitalkamera beeinflusst neben anderen Faktoren die Qualität der Fotos. Angegeben wird die Größe oft in Standardgrößen wie 1/2,3 Zoll oder 1/1,7 Zoll. Diese Größen sind von einem Format für TV-Kameras aus den fünfziger Jahren übernommen, haben keinen direkten Zusammenhang mit der Oberfläche des Sensors.

Einige Beispiele für Sensorgrößen:

- 1/2,3", z.B. Pentax Q: 0,28 cm²
- 1/1,7", z.B. Canon G12, Canon S100: 0,43 cm²
- 2/3", z.B. Fujifilm X10:0,58 cm²
- 1", z.B. Nikon J1, Sony RX100: 1,16 cm²
- 4/3", z.B. Panasonic GF3: 2,25 cm²
- Canon G1X: 2,62 cm²
- Canon APS-C, z.B. 7D: 3,32 cm²
- Nikon DX, z.B. Nikon D90: 3,72 cm²
- Sony APS-C, z.B. Nex-5n: 3,81 cm²
- Kleinbild-Vollformat, z.B. Canon 5D Mark II, Nikon D700, Sony A900: 8,64 cm²
- Mittelformat, z.B. Pentax 645D: 17,28 cm²

Ein Problem bei der Sensorgröße entsteht, wenn auf der gleichen Fläche immer mehr Fotodioden untergebracht werden. Sprich: Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung (gemessen in Megapixel) wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Fotodioden auf einer kleineren Oberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jede einzelne der Fotodioden, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen, das sogenannte Bildrauschen, mit sich bringt.
Lichtempfindlichkeit / ISO-Wert
Konrad Lischka
Wie lichtempfindlich Filmmaterial ist, wird unter anderem mit den sogenannten ISO-Werten angegeben. Ein Film mit ISO 200 ist doppelt so lichtempfindlich wie ein ISO-100-Film, bei ISO 400 verdoppelt sich die Lichtempfindlichkeit gegenüber ISO 200 und so weiter.

Bei Digitalkameras haben die Hersteller diese Skala übernommen, um die Empfindlichkeit anzugeben. Wenn in einem dämmrigen Umfeld die Verschlusszeit wegen Verwacklungsgefahr nicht stark genug erhöht werden kann und eine allzu große Blendenöffnung wegen des Verlusts an Schärfentiefe nicht erwünscht ist, kann die Empfindlichkeit erhöht werden, um eine ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Hebt man die ISO-Stufe um einen Schritt an, kann die Verschlusszeit zum Beispiel um einen Schritt vermindert werden.

Bei Digitalkameras verstärkt die Software das auf dem Sensor eingehende Signal. Dabei verstärkt die auch die Störungen, das sogenannte Bildrauschen nimmt zu.
Megapixel
Der Megapixel-Wert gibt die Auflösung einer Digitalkamera an, also wie viele Bildpunkte der Sensor erfasst. Ein Megapixel entspricht einer Million Bildpunkte. Aus der Pixelmenge resultiert die Rasterung beim Druck der Fotos - je höher die Auflösung, desto größer können die Fotos gedruckt werden, ohne dass die Pixel sichtbar werden.

Laut Kodak genügt für einen Ausdruck in A4-Format (20x30 cm) in guter Qualität eine Auflösung von 1920 x 1280 Pixeln (2,4 Megapixel), für optimale Qualität ist eine Auflösung von 2160 x 1440 Pixeln (3,1 Megapixel) nötig.

Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Bildpunkten auf einer kleineren Sensoroberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jeden einzelnen der Bildpunkte, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen durch das sogenannte Bildrauschen mit sich bringt.
Bildrauschen
Konrad Lischka
Die Ursache für das Bildrauschen sind physikalische Effekte auf dem Bildsensor und den dort untergebrachten Fotodioden, vor allem den sogenannten Dunkelstrom. Wie stark diese Effekte im Foto sichtbar (siehe Foto mit 1600 ISO) sind, hängt von mehren Faktoren ab:

- Bei gleicher Auflösung rauschen Sensoren mit kleinerer Oberfläche stärker als größere.

- Je stärker die Lichtempfindlichkeit der Kamera eingestellt ist, umso stärker ist das Rauschen, da das vom Sensor eingehende Signal verstärkt wird - einschließlich der Störungen.

- Je wärmer der Sensor ist, umso stärker ist das Bildrauschen.

Digitalkameras nutzen diverse Software-Routinen, um das Bildrauschen schon beim Abspeichern einer Aufnahme herauszurechnen. Die Hersteller nutzen verschiedene Verfahren mit unterschiedlichen Ergebnissen. Manchmal beeinträchtigt die Rauschunterdrückung wiederum die Schärfe eines Bildes sichtbar.

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