OnePlus 3T im Test Oberklasse-Handy zum Mittelklasse-Preis

Mit seinem neuen Smartphone greift das Start-up OnePlus wieder Samsung und Apple in der Oberklasse an. Im Test kann es in vielen Kategorien mit der Konkurrenz mithalten, ist aber günstiger.

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OnePlus erhöht das Tempo: Bisher veröffentlichte das chinesische Start-up im gängigen Jahrestakt neue Hardware. Doch mit dem Modell 3T kommt ein neues Smartphone nun früher als üblich auf den Markt.

Die Veröffentlichung des Geräts dürfte ein Versuch von OnePlus sein, mit möglichst geringem Aufwand wieder zur Spitzengruppe aufzuschließen. Ein ganz neues Smartphone ist das 3T nämlich nicht, sondern nur eine verbesserte Version des OnePlus 3. Letzteres hatte uns beim Test im Juni sehr gut gefallen, weil es Oberklasse-Hardware zu einem Mittelklasse-Preis bietet.

Beim 3T ist das nicht anders, nur ist der Preis um 40 Euro gestiegen. Dafür bekommt man aber einen neuen, etwas schnelleren Prozessor und einen etwas leistungsfähigeren Akku. Außerdem wurde die Selfie-Kamera von 8 auf 16 Megapixel aufgerüstet.

Leistung
Wundersame Performance-Sprünge sollte man vom neuen Prozessor im 3T nicht erwarten. Unsere Testprogramme attestieren ihm durchschnittlich rund zehn Prozent mehr Leistung als dem Vorgänger. Das ist ganz nett, aber im Alltag nicht bemerkbar.

Muss es aber auch nicht, denn schon das OnePlus 3 war sehr schnell. Das 3T ist jetzt noch ein bisschen schneller. Möglicherweise trägt die zusätzliche Leistung aber in ein, zwei Jahren dazu bei, dass das 3T etwas besser mit dem dann aktuellen Android und neuen Apps klarkommt als das OnePlus 3.

Akkulaufzeit
Hier hat sich nur wenig getan. Das, was der neue Akku an zusätzlicher Kapazität bietet, frisst der schnellere Prozessor wieder auf. Einen Tag hält das OnePlus 3T ebenso problemlos durch wie sein Vorgänger, viel mehr ist aber nicht drin.

Auch das 3T verfügt über eine Schnellladefunktion, die den Akku innerhalb von wenig mehr als einer Stunde voll auflädt. Schon nach rund 20 Minuten werden 50 Prozent Kapazität gemeldet.

Das Ladegerät des OnePlus 3T (rechts) und ein iPhone-Ladegerät
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Das Ladegerät des OnePlus 3T (rechts) und ein iPhone-Ladegerät

Interessant ist dabei, dass OnePlus die Ladeelektronik in das Steckernetzteil ausgelagert hat. Dadurch wird das Handy, anders als bei der Konkurrenz, auch bei schnellem Aufladen nicht warm. Leider ist der Ladestecker dadurch auch größer als sonst üblich.

Kamera
Bei der Hauptkamera hat sich nichts geändert. Mit 16 Megapixeln und einem optischen Bildstabilisator macht sie auch im neuen Modell gute bis sehr gute Aufnahmen. Qualitativ kommt sie in einigen Bereichen den Kameras von Samsung Galaxy S7 und iPhone 7 nahe.

Neu ist die Selfie-Kamera, die jetzt ebenfalls 16-Megapixel-Fotos schießt. Das eröffnet insgesamt mehr Möglichkeiten, vor allem wenn man Selfies nachbearbeiten und beschneiden will. Qualitativ ist es kein großer Sprung.

Sonstiges
Wie schon das OnePlus 3 wird auch das 3T mit einer Sim-Karten-Schublade geliefert, in die zwei Sim-Karten passen.

Vorteile und Nachteile

Hohe Leistung

Gute Kamera

Gute Akkulaufzeit

Viel Speicher

Speicher nicht erweiterbar

Fazit
Seit seinem ersten Smartphone greift das chinesische Start-up die Konkurrenz in der Oberklasse an. Für vergleichbare Leistung, Verarbeitungs- und Kameraqualität verlangen andere Hersteller deutlich mehr. Billig ist das OnePlus 3T mit einem Preis von 440 Euro zwar nicht, aber es ist immer noch günstig.

Da der Speicher nicht erweiterbar ist sollte man am Besten gleich das Topmodell kaufen, das für nur 40 Euro Aufpreis mit 128 statt 64 Gigabyte Speicher bestückt ist. Ein Update auf Android 7 hat der Hersteller bereits angekündigt.

Das ist der Vorgänger: Das OnePlus 3

Betriebssystem: Android 6
Arbeitsspeicher: 6 GB
Massenspeicher: 64/128 GB
Preis: 439/479 Euro

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort
Über welche Produkte wird im Ressort Netzwelt berichtet?
Über welche Produkte wir in der Netzwelt berichten und welche wir testen oder nicht, entscheiden wir selbst. Für keinen der Testberichte bekommen wir Geld oder andere Gegenleistungen vom Hersteller. Es kann aus verschiedenen Gründen vorkommen, dass wir über Produkte nicht berichten, obwohl uns entsprechende Testprodukte vorliegen.
Woher kommen die Testprodukte?
Testgeräte und Rezensionsexemplare von Spielen bekommen wir in der Regel kostenlos für einen bestimmten Zeitraum vom Hersteller zur Verfügung gestellt, zum Teil auch vor der offiziellen Veröffentlichung. So können unsere Testberichte rechtzeitig oder zeitnah zur Veröffentlichung des Produkts erscheinen.

Vorabversionen oder Geräte aus Vorserienproduktionen testen wir nur in Sonderfällen. In der Regel warten wir ab, bis wir Testgeräte oder Spielversionen bekommen können, die mit den Verkaufsversionen identisch sind. In einigen Fällen kaufen wir Produkte auch auf eigene Kosten selbst, wenn sie bereits im Handel oder online verfügbar sind.
Dürfen die Netzwelt-Redakteure die Produkte behalten?
In der Regel werden Testgeräte nach dem Ende des Tests an die Hersteller zurückgeschickt. Die Ausnahme sind Rezensionsexemplare von Spielen und sogenannte Dauerleihgaben: So haben wir zum Beispiel Spielekonsolen und Smartphones in der Redaktion, die wir über längere Zeit nutzen dürfen. So können wir beispielsweise über Software-Updates, neues Zubehör und neue Spiele berichten oder Langzeiturteile fällen.
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Was hat es mit den Amazon-Anzeigen in manchen Artikeln auf sich?
Seit Dezember 2016 finden sich in einigen Netzwelt-Artikeln Amazon-Anzeigen, die sogenannte Partner-Links enthalten. Besucht ein Nutzer über einen solchen Link Amazon und kauft dort online ein, wird SPIEGEL ONLINE in Form einer Provision an den Umsätzen beteiligt. Die Anzeigen tauchen in Artikeln unabhängig davon auf, ob ein Produkttest positiv oder negativ ausfällt.


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Seite 1
dbeck90 09.12.2016
1. Ladeelektronik in Steckernetzteil?
Also entweder hat One+ keine Ahnung von Elektrotechnik oder der Autor. Wäre im Netzteil die Ladeelektronik drin, wäre der akku durch die Leitungsverluste in ca. 10 Tagen aufgeladen. Die Elektronik muss immer wenige Millimeter vorm Akku hängen, sonst vermindert es den Ladestrom. Das dickere Netzteil ist eher für die Schnellladefunktion da, denn dafür braucht es 2-3 Ampere. Das Iphone Netzteil ist so schlank, da es neben vergossener Technik nur mit 1 Ampere laden kann, da kann man auch einen Bughatti gegen einen Smart vergleichen und sagen: Der Bughatti hat ein neuen Einspritzverfahren, und ist daher größer als der Smart. Ohne die 950PS Mehr zu erwähnen.
fatherted98 09.12.2016
2. Wichtigse Frage?
...ist der Akku tauschbar?...oder kann man das Gerät wegwerfen wenn der Akku mal defekt ist?
alex300 09.12.2016
3. Leider, hat das gute kein B20 LTE-Band
Somit ist es in D kaum nutzbar. Außerdem, kostet es einfach viel zu viel. Die €400 sind unwesentlich billiger als ein vollwertige Galaxy S7 Duos. Ein China-Handy soll im Preissegment €200 bleiben.
cosmose 09.12.2016
4.
Zitat von fatherted98...ist der Akku tauschbar?...oder kann man das Gerät wegwerfen wenn der Akku mal defekt ist?
Um ihre Frage direkt zu beantworten: Der Akku ist nicht (ohne weiteres) wechselbar. Gegenfrage: Was machen Sie denn mit ihren Telefonen, dass dort so oft der Akku kaputt geht? Ich nutze nun seit fast 20 Jahren Handys und bin noch nie in die Verlegenheit gekommen, einen Akku wechseln zu müssen. Ich wechsel zwar regelmäßíg meine Handys, allerdings leben meine Altgeräte bei diversen Bekannten weiter. Mein altes HTC One M7 zum Beispiel tut seit nun mehr knapp 4 Jahren seine Dienste mit dem ersten Akku.
Premiumbernd 09.12.2016
5. Ofensichtlich
Zitat von dbeck90Also entweder hat One+ keine Ahnung von Elektrotechnik oder der Autor. Wäre im Netzteil die Ladeelektronik drin, wäre der akku durch die Leitungsverluste in ca. 10 Tagen aufgeladen. Die Elektronik muss immer wenige Millimeter vorm Akku hängen, sonst vermindert es den Ladestrom. Das dickere Netzteil ist eher für die Schnellladefunktion da, denn dafür braucht es 2-3 Ampere. Das Iphone Netzteil ist so schlank, da es neben vergossener Technik nur mit 1 Ampere laden kann, da kann man auch einen Bughatti gegen einen Smart vergleichen und sagen: Der Bughatti hat ein neuen Einspritzverfahren, und ist daher größer als der Smart. Ohne die 950PS Mehr zu erwähnen.
Haben sie keine Ahnung von Technik. Mein Netzteil QuickCharge 3 mit 3 Ampere ist auch schlank. Die Maße des One Netzteils sind tatsächlich der Ladeelektronik geschuldet. Und von welchen Ladungsverlusten fabulieren sie da? Aber Hauptsache alle anderen für doof erklären.
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