OnePlus 6T im Test Hier erkennt der Bildschirm den Fingerabdruck

OnePlus zieht das durch: Alle sechs Monate bringt das chinesische Unternehmen ein neues Smartphone auf den Markt. Diesmal heißt es 6T. Die Veränderungen halten sich allerdings in Grenzen, wie unser Test zeigt.

SPIEGEL ONLINE

Von


OnePlus ist bisher der einzige Smartphone-Hersteller, der wirklich alle sechs Monate einen Nachfolger für sein bisheriges Topmodell herausbringt. Anders geht es auch nicht, die Firma hat immer nur ein Modell im Angebot. Sobald ein neues in den Regalen liegt, verschwindet das alte. Das Design bleibt dabei unverändert - meistens.

Denn tatsächlich sieht das OnePlus 6T in Details anders aus als das OnePlus 6. Konkret fällt auf, dass der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite fehlt, vorn aber auch keiner zu sehen ist. Möglich wird das, weil der neue Sensor unter dem Bildschirm liegt.

Das ist zum einen praktisch, weil man nun nicht mehr versehentlich auf die Objektive der Kamera tippt, wenn man versucht, den Sensor auf der Rückseite zu ertasten. Zum anderen lässt OnePlus eine kleine Animation um den neuen Sensor herum ablaufen, während man seinen Finger auf den Sensor drückt. Das ist nett anzusehen (siehe Fotostrecke).

Fotostrecke

7  Bilder
Fingerabdrucksensor im Display: Das OnePlus 6T im Test

Die zweite auffallende Veränderung ist, dass der sogenannte Notch, die Aussparung im oberen Bildbereich, in der Kameras und Sensoren für die Gesichtserkennung verborgen sind, sehr klein ausfällt. Die Gesichtserkennung selbst funktioniert trotzdem schnell und zuverlässig. Sie ist auch etwas praktischer als das Entsperren per Fingerabdruck.

Kamera

Die Kamera im Rücken ist dieselbe wie beim OnePlus 6, sie hat einen 16- und einen 20-Megapixel-Sensor. Hier soll verbesserte Software neue Möglichkeiten bringen. Bemerkenswert ist der Nachtmodus, der ähnlich funktioniert wie beim Mate 20 Pro von Huawei. Die Kamera macht hier eine Langzeitbelichtung, die Software bemüht sich, das Wackeln der Hand herauszurechnen. Perfekt gelingt das nicht. So kommen zwar recht helle, leider aber auch etwas verwaschene Aufnahmen zustande, die nicht mit der Qualität von Nachtaufnahmen des Mate 20 Pro mithalten können.

Fotostrecke

26  Bilder
Huaweis neues Vorzeige-Smartphone: Das ist das Mate 20 Pro

Leistung

In OnePlus 6T steckt derselbe Achtkern-Prozessor wie im Vorgängermodell. Trotzdem sei es schneller, verspricht der Hersteller. Software-Optimierungen sollen es ermöglichen. In Testprogrammen erzielt es damit tatsächlich unterschiedliche Ergebnisse. Programme, die die reine Rechenleistung messen, attestieren ihm in etwa dieselbe Leistung wie dem Vorgänger. In Apps, die das Gesamtsystem inklusive Grafikeinheiten testen, schneidet es besser ab.

Eine spürbaren Unterschied macht das freilich nicht aus. Das 6T ist schnell genug für alles, was man derzeit mit einem Smartphone machen könnte, es platziert sich mit Grafik- und Prozessorleistung in der Oberklasse.

Ausdauer

Den Akku hat OnePlus gegenüber dem OnePlus 6 etwas größer dimensioniert. Im Alltag kann man es damit locker mehr als nur einen Tag laufen lassen, ohne es aufladen zu müssen. Wenn ich es mal übers Wochenende in der Schreibtischschublade vergessen hatte, zeigte es danach immer noch mehr als 50 Prozent Restkapazität an. Damit liegt es klar im oberen Bereich.

Was fehlt?

Zu einem echten Premium-Smartphone gehört mittlerweile auch die Möglichkeit, das Gerät kabellos aufzuladen. Etliche Hersteller haben das verinnerlicht, OnePlus nicht. Klar, die von OnePlus verwendete Schnelladetechnik ist wirklich schnell, aber das mitgelieferte Netzteil ist auch so klobig , dass man es lieber nicht immer mit sich herumtragen möchte.

Ebenso fehlt eine IP-Zertifizierung, die dem Gerät Staub- und Wasserdichtigkeit attestieren würde. Auch das ist anderswo längst Standard. Zwar soll es gegen Staub und Spritzwasser geschützt sein, doch riskieren würde ich es nicht, das Gerät beispielsweise einem Regenschauer auszusetzen.

Was mich nicht stört, aber andere ärgern kann: Auf eine analoge Kopfhörerbuchse hat OnePlus beim 6T verzichtet. Stattdessen liegt ein Kopfhöreradapter für den USB-C-Anschluss bei - aber kein Kopfhörer.

Fazit

Vorteile und Nachteile

Hohe Leistung

Gute Kameras

Sehr gute Ausdauer

Relativ günstig

Keine IP-Zertifizierung

Keine kabelloses Laden

Speicher nicht erweiterbar

Das wichtigste Argument für das OnePlus 6T: Mit 128 GB Speicher und 6 GB Arbeitsspeicher kostet es 549 Euro. Damit ist es preislich attraktiv. Ansonsten ist es ein technisch eher maßvolles Upgrade gegenüber dem Vorgängermodell, wobei der in den Bildschirm integrierte Fingerabdrucksensor schon ein Hingucker ist. Ein Preisbrecher ist OnePlus aber mit dem 6T nicht mehr.

Statt auf halbjährliche Produktzyklen setzen Konkurrenten wie Huawei auf Preissenkungen wenige Monate nach der Markteinführung. Huaweis P20 beispielsweise bekommt man mit 128 GB Speicher und hervorragenden Kameras mittlerweile schon für 400 Euro.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort
Über welche Produkte wird im Ressort Netzwelt berichtet?
Über welche Produkte wir in der Netzwelt berichten und welche wir testen oder nicht, entscheiden wir selbst. Für keinen der Testberichte bekommen wir Geld oder andere Gegenleistungen vom Hersteller. Es kann aus verschiedenen Gründen vorkommen, dass wir über Produkte nicht berichten, obwohl uns entsprechende Testprodukte vorliegen.
Woher kommen die Testprodukte?
Testgeräte und Rezensionsexemplare von Spielen bekommen wir in der Regel kostenlos für einen bestimmten Zeitraum vom Hersteller zur Verfügung gestellt, zum Teil auch vor der offiziellen Veröffentlichung. So können unsere Testberichte rechtzeitig oder zeitnah zur Veröffentlichung des Produkts erscheinen.

Vorabversionen oder Geräte aus Vorserienproduktionen testen wir nur in Sonderfällen. In der Regel warten wir ab, bis wir Testgeräte oder Spielversionen bekommen können, die mit den Verkaufsversionen identisch sind. In einigen Fällen kaufen wir Produkte auch auf eigene Kosten selbst, wenn sie bereits im Handel oder online verfügbar sind.
Dürfen die Netzwelt-Redakteure die Produkte behalten?
In der Regel werden Testgeräte nach dem Ende des Tests an die Hersteller zurückgeschickt. Die Ausnahme sind Rezensionsexemplare von Spielen und sogenannte Dauerleihgaben: So haben wir zum Beispiel Spielekonsolen und Smartphones in der Redaktion, die wir über längere Zeit nutzen dürfen. So können wir beispielsweise über Softwareupdates, neues Zubehör und neue Spiele berichten oder Langzeiturteile fällen.
Lassen sich die Netzwelt-Redakteure von Firmen auf Reisen einladen?
Die Kosten für Reisen zu Veranstaltungen, egal ob sie in Deutschland oder im Ausland stattfinden, trägt SPIEGEL ONLINE stets selbst. Das gilt auch dann, wenn beispielsweise aufgrund kurzfristiger Termine ein Unternehmen die Reiseplanung übernimmt.

Veranstaltungen, zu denen wir auf eigene Kosten reisen, sind unter anderem die Messen Ifa, CES, E3 und Gamescom sowie Events von Firmen wie Apple, Google, Microsoft oder Nintendo. Auf Konferenzen wie dem Chaos Communication Congress oder der re:publica bekommen wir in der Regel, wie auch andere Pressevertreter, kostenlose Pressetickets, da wir über die Konferenz berichten und keine klassischen Teilnehmer sind.
Was hat es mit den Amazon-Anzeigen in manchen Artikeln auf sich?
Seit Dezember 2016 finden sich in einigen Netzwelt-Artikeln Amazon-Anzeigen, die sogenannte Partner-Links enthalten. Besucht ein Nutzer über einen solchen Link Amazon und kauft dort online ein, wird SPIEGEL ONLINE in Form einer Provision an den Umsätzen beteiligt. Die Anzeigen tauchen in Artikeln unabhängig davon auf, ob ein Produkttest positiv oder negativ ausfällt.


insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
susuki 05.12.2018
1.
Ob das Teil LineageOS - Support bekommt? Die 6 Monats-Politik ist suboptimal für alternative ROMs
timo0105 05.12.2018
2. Respekt!
Herr Kremp, obwohl ich Ihre Artikel meistens eher kritisch sehe, muss ich Sie hier einmal loben: Sie haben es geschafft einen Smartphone Artikel zu schreiben, ohne Apple oder das IPhone zu erwähnen. Dafür Respekt und Anerkennung. Weiter so!
Bolligru 05.12.2018
3. Ich habe noch
das 5er, aber ich würde die Schnellladefunktion als klares Plus bewerten, man hat wirklich rasend schnell wieder ein voll geladenes Teil. #timo... stimmt, aber im Vergleich zu seinen IPhone-Beiträgen ist noch viel Luft nach oben, was Ausführlichkeit und Begeisterungsfähigkeit angeht. :-) Das überall die Kopfhörerbuchsen verschwinden ist bedauerlich, viele Fitnesstrainer zum Beispiel spielen ihre Musik per Handy über die Klinke auf der Anlage ab... wird bald nicht mehr möglich sein...
Danko.Danko 05.12.2018
4. Preis des Huawei P20 pro
Ich glaube, im Text hat sich ein Fehler eingeschlichen. Das Huawei P20 pro bekommt man nicht für 400 €. Das Huawei P20 (ohne pro) kann man für 400 € kaufen.
arnd 05.12.2018
5. P20 Pro
Wo soll man denn das Huawei P20 Pro für 400 Euro bekommen?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.