Panasonic GF6 Guter Sensor, günstige Kamera, komischer Hebel

Ein halbes Jahr abwarten, schon fällt der Preis neuer Digitalkameras um ein Fünftel oder mehr. Die Panasonic GF6 ist mittlerweile ein preiswertes Angebot - der Test zeigt, wie gut die Systemkamera im Vergleich mit ganz neuer Konkurrenz abschneidet.

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Die Digitalkamera Panasonic GF6 gehört zu den besseren Modellen: Der Bildsensor ist vergleichsweise groß, der Autofokus schnell, und doch kostet die Kamera derzeit weniger als manche Edelkompaktkamera. Knapp 440 Euro werden für die GF6 im Paket mit einem Standardzoom momentan verlangt. Der Preis ist seit der Vorstellung im Frühsommer um ein Fünftel gefallen.

Aber ist das wirklich preiswert? Sind neuere Modelle der GF6 nicht deutlich überlegen? Der Test zeigt, ob diese günstige Systemkamera ein Schnäppchen ist.

Gut: Geschwindigkeit, Handhabung, Bildqualität

Schneller Autofokus: Die GF6 stellt schnell und zuverlässig scharf. Bei Dämmerung arbeitet das Autofokussystem langsamer als bei Tageslicht, aber es ist gut nutzbar. Die Fokussiergeschwindigkeit hebt die GF6 von anderen günstigen Systemkameras ab. Die Canon EOS M beispielsweise kostet inzwischen im Handel weniger als 370 Euro, allerdings ist der Autofokus unangenehm langsam. Da ist die GF6 wirklich preiswert - spürbar schneller und präziser stellen auch teurere, neuere Systemkameras nicht scharf.

Auslöseverzögerung der GF6: Werte unter 0,3 Sekunden sind gut bis sehr gut, bis etwa 0,6 Sekunden sind sie befriedigend
digitalkamera.de

Auslöseverzögerung der GF6: Werte unter 0,3 Sekunden sind gut bis sehr gut, bis etwa 0,6 Sekunden sind sie befriedigend

Bedienung: Bei günstigen Digitalkameras lässt sich in der Regel wenig über spezielle Schalter oder Drehrädchen am Gehäuse einstellen, man muss viele Optionen in Bildschirmmenüs suchen. Die GF6 ist für eine günstige Kamera gut ausgestattet, Aufnahmeprogramme wie Vollautomatik oder Blendenpriorität wählt man über das Moduswahlrad an der Gehäuseoberseite aus. Hinzu kommen zwei programmierbare Funktionstasten und ein Drehrad neben dem Display.

Je nach Aufnahmeprogramm verändert man mit dem Wipphebel an der Oberseite Optionen wie Belichtungskorrektur oder Blendenöffnung. Dieser Multifunktionshebel wirkt zunächst etwas merkwürdig. Ein solcher Mechanismus dient sonst bei Kameras zum Zoomen oder zum Einschalten. Mit einem Drehrad könnte man schneller arbeiten. Auch wenn der Hebel ganz brauchbar ist - diese Veränderung leuchtet nicht ein.

Bildqualität: Der Sensor der GF6 ist mit 2,25 Quadratzentimetern weit größer als die der meisten Kompaktkameras. Verglichen mit diesen Kameras ist die Bildqualität der GF6 besser. Auf Fotos, die bei schlechten Lichtverhältnissen gemacht wurden, fällt das Bildrauschen nicht gravierend auf - solange man die Aufnahmen nicht in voller Größe betrachtet. Teurere Systemkameras mit besseren und größeren Sensoren würden bei denselben Bedingungen Aufnahmen mit mehr Details und weniger Rauschen liefern. Aber für den aktuellen Preis ist die Bildqualität der GF6 gut.

Signal-Rauschabstand der GF6: Je größer der Wert, desto deutlicher ist das Signal und desto geringer das störende Rauschen
digitalkamera.de

Signal-Rauschabstand der GF6: Je größer der Wert, desto deutlicher ist das Signal und desto geringer das störende Rauschen

Nicht so gut: Laufzeit, W-Lan

Akku: Der Ladestatus sinkt bei der GF6 schneller als bei vielen vergleichbaren Kameras. Das ist ärgerlich, aber mit einem geladenen Ersatzakku im Gepäck muss man sich keine Sorgen machen. Und anders als einige Konkurrenzkameras wird die GF6 mit einem Ladegerät für den Akku geliefert. Man muss nicht die Kamera anstöpseln wie bei vielen Sony-Kameras.

Funkverbindung: Die GF6 hat ein W-Lan-Modul eingebaut. Man kann mit der passenden Gratis-App für iOS und Android-Smartphones die Kamera fernsteuern, Fotos von der Speicherkarte laden und per Smartphone bei Online-Diensten hochladen. Die Konfiguration ist langwierig, der Funktionsumfang könnte größer sein. Aber: Wenn man unterwegs unbedingt ein Foto hochladen will, hat man eine weitere Möglichkeit dafür.

Vorteile, Nachteile, Fazit

günstig

gute Bildqualtität

gute Handhabung

große Auswahl an Objektiven, auch gebraucht

schneller Autofokus

klappbarer Bildschirm

Akku-Laufzeit kurz

W-Lan-Funktion hakelig

Fazit: Die Panasonic GF6 ist zum aktuellen Preis ein gutes Angebot. Es gibt spiegellose Systemkameras mit besserer Bildqualität (wie die Fujifilm X-M1), die sind aber teurer und mit vergleichbaren Objektiven schwerer (je größer der Sensor, desto schwerer die Objektive). Der ebenfalls älteren und sehr günstigen Canon EOS M ist die GF6 wegen des schnellen Autofokus und der Objektivauswahl vorzuziehen. Im Vergleich mit der mittlerweile ebenfalls sehr günstigen Systemkamera Nikon 1 J3 hat die GF6 die bessere Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen.

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Spiegellose Kameras: Panasonic GF6, Fujifilm X-A1, EOS M

Kamera Panasonic GF6 Fujifilm X-A1 Canon EOS M
günstigster Preis * (mit / ohne Objektiv) 439 / - 599 / - 369 / -
Maße (Gehäuse) 9,85 x 5,49 x 3,04 11,7 x 6,7 x 3,9 10,9 x 6,7 x 3,2
Volumen (Gehäusell-
maße), cm³
164,39256 305,721 233,69
Gewicht (mit / ohne Objektiv, Gramm) 344 / 274 475 / 280 508 / 298
Objektiv LUMIX G Vario 3,5-5,6/12-32mm Objektiv XC 16-50mm 3.5-5.6 OIS EF-M 18-55mm 3.5-5,6
Objektiv (Brennweite kb.-äquivalent) 24 - 64mm 24-75 mm 29 - 88 mm
Preis Objektiv (Euro) 349 307,92 129,99
Naheinstell-
grenze (cm)
20 cm 30 25
Auflösung (Megapixel) 16 16,3 18
Sensorgröße (cm²) 2,25 3,68 3,31
Megapixel pro cm² 7,11 4,43 5,43
Display (Diagonale Zoll / cm) 3 / 7,6 3 / 7,6 3 / 7,6
Display Auflösung (Pixel / Subpixel) 345.333 / 1036000 306.666 / 920.000 346.666 / 1.040.000
Dateiformat RAW/JPG RAW / JPG RAW / JPG
Besonderheiten Touchscreen Display neigbar, kein Tiefpassfilter Touchscreen

* Preise laut geizhals.at, Stand: 23.10.2013

insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
f36md2 30.10.2013
1. Lumix GF6
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEEin halbes Jahr abwarten, schon fällt der Preis neuer Digitalkamera um ein Fünftel oder mehr. Die Panasonic GF6 ist mittlerweile ein preiswertes Angebot - der Test zeigt, wie gut die Systemkamera im Vergleich mit ganz neuer Konkurrenz abschneidet. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/panasonic-gf6-a-927883.html
Preiswert? Das trifft vielleicht für die Testkamera zu, aber es kann nicht lange dauern, dann erscheint für das Weihnachtsgeschäft diese Panasonic (bewährtes Marketing-Muster) als Leica-Version. Kamera und Objektiv (einschließlich Entwicklung) komplett aus Japan, aber durch die "Umwandlung" als Leica deutlich teurer. Einige Kunden werden das nicht wissen und kaufen. So läuft es eben: Globalisierung überall!
spatenheimer 30.10.2013
2.
Zitat von f36md2Preiswert? Das trifft vielleicht für die Testkamera zu, aber es kann nicht lange dauern, dann erscheint für das Weihnachtsgeschäft diese Panasonic (bewährtes Marketing-Muster) als Leica-Version. Kamera und Objektiv (einschließlich Entwicklung) komplett aus Japan, aber durch die "Umwandlung" als Leica deutlich teurer. Einige Kunden werden das nicht wissen und kaufen. So läuft es eben: Globalisierung überall!
Welche Micro-Four-Thirds-Panasonic gibt es bisher als Leica-Modell?
exilostfriese 30.10.2013
3. optional
Irgendwas vergessen? Die Sony NEX-Modelle haben einen größeren Sensor mit 3,75qcm und auch die Samsung NX-100 und die NEX-3 und NX-100 kosten ähnlich wenig. 2,25qcm ist nichts besonderes. Haben viele Micro-Four-Thirds-Cameras (Olympus PEN-Modelle, Panasonic GF3).
markus_wienken 30.10.2013
4. .
Zitat von spatenheimerWelche Micro-Four-Thirds-Panasonic gibt es bisher als Leica-Modell?
Keine. Und ich kann mir nicht vorstellen dass Leica hier seine Produktpolitik ändern wird.
f36md2 30.10.2013
5. Panasonic-Leica
Zitat von spatenheimerWelche Micro-Four-Thirds-Panasonic gibt es bisher als Leica-Modell?
Es dauert ein wenig, aber wenn Sie möchten, zähle ich gerne einige Kameras auf, von Fuji bis Panasonic, die als Leica in den Handel gingen und eigentlich "echte Japaner" sind. Auf Wunsch auch noch die Spiegelreflexlieferung von Minolta plus der Minolta-Rokkor-Objektive mit Leica-Objektivgravur. Ein Sigma gehörte auch dazu.
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