Patentkrieg: Apple will auch Motorolas Xoom stoppen

Im Kampf um Tablet-Patente lässt Apple nicht locker: Nachdem Samsung bereits erfolgreich ausgebremst wurde, soll nun auch Motorola der Flachrechner-Verkauf untersagt werden. Trotz des Streits bittet Apple Samsung um Hilfe bei der Tablet-Produktion.

Motorolas Xoom: Schnelles Tablet mit großem Display Fotos
SPIEGEL ONLINE

Köln - Der Patentkrieg der großen Elektronikkonzerne geht in die nächste Runde. Gerade erst ließ Apple seinem Konkurrenten und gleichzeitig Zulieferer Samsung per einstweiliger Verfügung den Verkauf des Flachrechners Galaxy Tab 10.1 in den meisten EU-Staaten verbieten. Nun greifen die Anwälte des iPad-Herstellers Motorola wegen dessen Tablet-PC Xoom an.

In der beim Düsseldorfer Landgericht am 4. August eingereichten Klageschrift gegen Samsung findet sich ein Passus, aus dem hervorgeht, dass außer gegen den koreanischen Hersteller auch ein Verfahren gegen das amerikanische Unternehmen eingeleitet wurde. Dabei stehe dessen Android-Tablet Xoom im Fokus, weil dessen Design dem des iPad von Apple gar zu ähnlich sei. Außerdem habe man bereits eine einstweilige Verfügung gegen das Vertriebsunternehmen Jay-Tech GmbH erwirkt, "welche ebenfalls das iPad kopiert hatte".

Anwalt Florian Müller zitiert aus den Gerichtsakten: Die einstweilige Verfügung wurde nach mündlicher Verhandlung in vollem Umfang aufrecht erhalten. Welche Geräte Apple bei Jay Tech konkret moniert hatte, geht aus dem Schreiben nicht hervor. Bisher hatte das Unternehmen unter anderem billige Windows-basierte Tablets und vor allem extrem billige Android-Tablets im Preisbereich um 100 Euro im Angebot.

Durch die einstweilige Verfügung ist Jay-Tech der Verkauf von iPad-ähnlichen Tablets nun EU-weit untersagt.

Anders als im Falle von Samsungs Plattrechner Galaxy Tab kommt die juristische Offensive gegen Motorola reichlich spät. In Deutschland ist das Xoom bereits seit dem Frühjahr erhältlich. Es ist dennoch wahrscheinlich, dass Apple auch hier einen europaweiten Verkaufsstopp erzielen will. Die rechtzeitige Einleitung der entsprechenden juristischen Auseinandersetzung könnte Motorola tatsächlich das Weihnachtsgeschäft verderben.

Wie skurril die Auseinandersetzungen im Streit um Patente und Design iPad-ähnlicher Tablets sind, illustriert gleichzeitig eine Meldung des Technik-Blogs Boy Genius Report. Der zufolge hat Apple Probleme, weil der Zulieferer LG nicht ausreichend viele iPad-2-Displays liefern kann, um die Nachfrage zu befriedigen. Nun soll angeblich Samsung einspringen - und Apple mit mehreren Millionen Bildschirmen aushelfen.

meu

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1. imho
chinataxi 11.08.2011
das wirkt sich negativ auf apple aus. die produkte sind wie im pc sektor technisch veraltet und dank konkurrenz kann steve jobs nun nicht mehr grandiose features wie "runde ecken" verkaufen. ich will damit sagen: er kann nicht mehr das timing bestimmen wann die welt aufmerksamkeit auf die iprodukte zu haben hat. die asiaten sind traditionell schneller. im übrigen gibt es keine bessere werbung für motorola und samsumg. apple beschäftigt mehr anwälte und werber als techniker. das sagt doch schon alles.
2. imho
chinataxi 11.08.2011
das wirkt sich negativ auf apple aus. die produkte sind wie im pc sektor technisch veraltet und dank konkurrenz kann steve jobs nun nicht mehr grandiose features wie "runde ecken" verkaufen. ich will damit sagen: er kann nicht mehr das timing bestimmen wann die welt aufmerksamkeit auf die iprodukte zu haben hat. die asiaten sind traditionell schneller. im übrigen gibt es keine bessere werbung für motorola und samsumg. apple beschäftigt mehr anwälte und werber als techniker. das sagt doch schon alles.
3. Dreister gehts ja wohl nicht mehr...
Max7654 11.08.2011
...erst bei anderen Firmen sämtliche Ideeen, auch die zum iPad, klauen, von Google Android Systemfunkionen fürs neue iOS 5.0 abkupfern und als neu anpriesen, dann den Vertrieb des Samsung Galaxy Tab 10.1 und Motorola Tab unterbinden und dann Samsung für die Herstellung von millionen Displays für die iPads bitten.. gehts noch? Das Galaxy Tab 10.1 von Samsung weist nicht im geringsten ähnlichkeit zum iPad auf, es hat einen anderen Formfaktor (Display-Seitenverhältnis), es besteht aus anderen Material auf der Rückseite (Plastik) sowie Vorderseite (besseres Gourilla-glas), das Display hat eine andere Auflösung, es gibt keinen Home-Button, es ist leichter und dünner als das iPad, das Betriebssystem ist ein völlig anderes, welches nicht nur Icons sondern auch ganze Widgets erlaubt (wird nie gezeigt auf Apples Klageschrift)... Klar ist das Gerät mit abgerundeten Ecken versehen und klar befindet sich das Display mittig, das hat nun mal jedes Gerät sowie Bilderrahmen und TV so ansich. Oder sollen nun dreieckige Displays verbaut werden? Das ganze ist einfach nur ein großer Witz. Dass soetwas zum Patent angemeldet werden kann ist einfach nur lächerlich, genauso wie es lächerlich wäre, das Auto zu patentieren mit den Merkmalen: es hat 4 Räder, Fenster zum durchschauen und es kann fahren. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Richter in Düsseldorf mit Apple-Hardware bestochen wurde, alles ein abgekartertes Spiel, um alle Konkurrenten (die mittlerweile teils besser als Apple sind) zu vernichten (siehe diverse Artikel im Internet, dass Apple einfach nur vernichten will). Ich hoffe das Blatt wendet sich und Apple muss Milliarden an Schadensersatz an Samsung, Motorola und HTC zahlen. Selbst in Apple-Foren halten diverse Leute dieses Vorgehen für einfach nur krank.
4. bin froh
Nonvaio01 11.08.2011
das ich noch ein Galaxy 2 gekauft habe bevor diese vom Markt genommen wurden.
5. Quelle?
BadTicket 11.08.2011
Zitat von chinataxidas wirkt sich negativ auf apple aus. die produkte sind wie im pc sektor technisch veraltet und dank konkurrenz kann steve jobs nun nicht mehr grandiose features wie "runde ecken" verkaufen. ich will damit sagen: er kann nicht mehr das timing bestimmen wann die welt aufmerksamkeit auf die iprodukte zu haben hat. die asiaten sind traditionell schneller. im übrigen gibt es keine bessere werbung für motorola und samsumg. apple beschäftigt mehr anwälte und werber als techniker. das sagt doch schon alles.
Quelle? Ich denke eher dass das eine Bejauptung ist. Also her mit der Quelle!
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Zum Autor
Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.

Motorola Xoom
Prozessor nVidia Tegra 2 (2 x 1 GHz)
Betriebssystem Android 3.01
Arbeitsspeicher 1 GB
Festspeicher 32 GB
Displaygröße 10,1 Zoll
Displayauflösung 1280 x 800
3G Ja
W-Lan 802.11 b/g/n
Bluetooth 2.1
GPS Ja
USB-Standardbuchse Ja
HDMI Ja
Docking-Anschluss Nein
Speicherkartensteckplatz Nein
Kopfhörer Ja
Mikrofon Ja
Webcam 2 Megapixel
Digitalkamera 5 Megapixel
Besonderheiten
Gewicht 730 Gramm
Abmessungen 249 x 167 x 12,9 mm
Preis* 699 Euro

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