Patentstreit Nokia verklagt Apple

Wer hat's erfunden? Handy-Weltmarktführer Nokia geht gerichtlich gegen Apple vor. Dessen iPhone verletze mehrere Nokia-Patente, so die Finnen, dafür müsse jetzt bezahlt werden. Es geht offenbar um Mobilfunk-Übertragungsstandards wie UMTS.

Apple iPhone: Das kalifornische Smartphone verletzt angeblich Nokia-Patente
AFP

Apple iPhone: Das kalifornische Smartphone verletzt angeblich Nokia-Patente


Helsinki - Handy-Weltmarktführer Nokia zieht gegen Apple vor Gericht: Das kalifornische Unternehmen soll mit seinem erfolgreichen iPhone Patente von Nokia verletzt haben. Der finnische Konzern erhob am Donnerstag bei einem Gericht im US-Bundesstaat Delaware Klage gegen Apple.

Nokia erklärte in Helsinki, das Unternehmen habe 40 Milliarden Euro in die Entwicklung von mobilen Kommunikationsstandards investiert. Apple habe mit der Einführung des iPhone 2007 zehn Nokia-Patente widerrechtlich verwendet. Es gehe dabei um die Anwendung von Übertragungsstandards für GSM, UMTS (3G WCDMA) und W-Lan-Standards.

Der zuständige Konzernsprecher Ilkka Rahnasto sagte: "Das Grundprinzip bei der Mobilfunkindustrie besteht darin, dass diejenigen, die Grundstandards entwickeln, dafür auch bezahlt werden müssen."

Nokia hat im dritten Quartal 2009 erstmals seit 16 Jahren Verluste eingefahren. Als einer der wichtigsten Gründe gilt der fehlende Erfolg der Finnen beim Geschäft mit den besonders ertragreichen und wachstumsträchtigen Smartphones. Hier liegt Apple mit dem iPhone vorn.

Das kalifornische Unternehmen und Firmenmitgründer Steve Jobs konnten, ganz anders als Nokia, vor wenigen Tagen das profitabelste Quartal der Firmengeschichte melden. Das iPhone zeigte sich dabei als immer wichtigerer Stützpfeiler des Apple-Umsatzes. Rund 7,4 Millionen Exemplare des Kult-Handys konnte Apple im vergangenen Quartal absetzen. Bei einem Umsatz von 9,87 Milliarden US-Dollar blieb dem Unternehmen ein Nettogewinn von 1,67 Milliarden Dollar.

Zudem dient das Mobiltelefon als Geldbringer durch den Verkauf von Handy-Software in Apples Onlineshop App Store. Seit dessen Einführung vor etwas mehr als einem Jahr sind bereits mehr als zwei Milliarden Programme heruntergeladen worden. An den Umsätzen kostenpflichtiger Downloads ist Apple prozentual beteiligt.

mak/dpa

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