21. Dezember 2012, 15:50 Uhr

Streit ums Geld mit Erben

Philippe Starck hält Steve-Jobs-Yacht zurück

Die Yacht ist fertig, aber sie darf nicht auslaufen: Das über hundert Millionen Euro teure Luxusschiff, das Philippe Starck für Steve Jobs gestaltet hat, wird in Amsterdam festgehalten. Der Designer will mehr Geld von Jobs' Erben.

Amsterdam - Die Super-Yacht des verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs liegt im Amsterdamer Hafen wegen eines Millionenstreits an der Kette. Im Auftrag des französischen Designers Philippe Starck beschlagnahmte ein Gerichtsvollzieher die "Venus", erklärte der Rotterdamer Anwalt von Starck, Roelant Klaassen. Der Designer fordert noch drei Millionen Euro von den Erben von Jobs, der im vergangenen Jahr verstorben ist. "Sie haben seine Rechnung noch nicht vollständig bezahlt", sagte der Anwalt.

Starck hatte jahrelang gemeinsam mit Jobs den Bau der fast 80 Meter langen Yacht geplant. Sie hätten ein Honorar von neun Millionen Euro, sechs Prozent des geschätzten Baupreises von 150 Millionen Euro vereinbart, sagte der Anwalt. "Es gab aber nie einen schriftlichen Vertrag." Nach Ansicht der Erben sollte der Designer demnach sechs Prozent der tatsächlichen Gesamtkosten erhalten und die "Venus" war mit 105 Millionen Euro billiger als geschätzt.

Die "Venus", die mit Hilfe von sieben iMacs gesteuert werden soll, war vor zwei Monaten vom Stapel gelassen und der Witwe von Jobs übergeben worden. Der Starck-Anwalt rechnet nicht mit einem langen Rechtsstreit. "Sobald eine Bankgarantie der amerikanischen Anwälte vorliegt, kann sie auslaufen."

In der Biografie von Steve Jobs schrieb Walter Isaacson als erster über die Entwürfe einer Yacht, an der Steve Jobs zusammen mit Philippe Starck gearbeitet hatte. Starck selbst hatte im April gegenüber dem "Wall Street Journal" bestätigt, dass es ein entsprechendes Projekt gebe und er es nach dem Tod des Apple-Gründers zusammen mit dessen Witwe Laurene zu Ende bringen werde - eine Yacht für den Privatbesitz. "Ich weiß, es ist möglich, dass ich sterbe und Laurene mit einem halbfertigen Boot zurücklasse", wird der Apple-Gründer in seiner Biografie zitiert, "aber ich muss damit weitermachen. Aufzuhören, wäre ein Eingeständnis, dass ich am Sterben bin." Fertigstellen konnte er es dann tatsächlich nicht mehr. Erst ein Jahr nach dem Tod des Apple-Gründers wurde das Schiff fertig.

cis/juh/dpa


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