Neue Kameras auf der Photokina Vollformat liegt voll im Trend

Auf der Fotomesse Photokina 2018 sind handliche Systemkameras mit Vollformatsensoren die Highlights. Für die kompakten Knipsen lassen selbst Profis ihre klobigen Spiegelreflexapparate links liegen.

Ein Messebesucher testet eine spiegellose Digitalkamera
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Ein Messebesucher testet eine spiegellose Digitalkamera


Smartphones haben den Fotomarkt längst umgekrempelt. Die Verkäufe von Digitalkameras haben sich seit 2014 ungefähr halbiert. Der Photo-Industrieverband (PIV) prognostiziert 2,35 Millionen verkaufte Apparate in diesem Jahr. 2014 waren laut PIV noch insgesamt 4,46 Millionen

Wer sich heute noch eine Kamera kauft, will keine günstige Knipse, die kaum bessere Bilder als sein Handy liefert. So stehen auf der Photokina, die vom 26. bis zum 29. September für Besucher ihre Tore öffnet, insbesondere Systemkameras (das sind Wechselobjektivkameras ohne Spiegel) sowie Kompaktkameras mit großen Sensoren im Mittelpunkt.

Dass Nikon und Canon ihre ersten Systemkameras mit Vollformatsensoren, auch Kleinbildformat genannt, mit nach Köln bringen, war schon bekannt. Vollformat-Systemkamera-Pionier Sony hatte mit der Alpha 9 und der Alpha 7 Mark III schon früher im Jahr entsprechende Neuheiten präsentiert. Überraschend hat nun Panasonic mit der S-Serie ebenfalls Vollformat-Systemkameras angekündigt.

Panasonics S-Klasse

Panasonic Lumix S1R
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Panasonic Lumix S1R

Bislang war der Hersteller für Systemkameras mit Sensoren im Micro-Four-Thirds-Format (G-Serie) bekannt, die nun parallel weiterentwickelt werden sollen. Die S-Modelle sind mit einem neuen Objektivanschluss (Bajonett) namens L-Mount ausgestattet, den auch Leica und Sigma als Kooperationspartner von Panasonic einführen. Er ist so dimensioniert, dass er sich nicht nur für Vollformat-, sondern auch für APS-C-Sensoren eignet.

Panasonic will die neue Kamerafamilie mit zwei Modellen starten, der 47-Megapixeln-Kamera Lumix S1R und der Lumix S1 mit 24 Megapixeln (MP). Abgesehen von der Auflösung sind Gehäuse, Bedienung und Features der beiden Geräte ansonsten identisch.

Die Panasonic Lumix S1 (im Bild das Vorserienmodell) unterscheidet sich von der S1R nur in der Anzahl der Pixel
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Die Panasonic Lumix S1 (im Bild das Vorserienmodell) unterscheidet sich von der S1R nur in der Anzahl der Pixel

Beide Kameras können 4K-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen, haben ein auf drei Achsen klappbares Display und bieten eine duale Bildstabilisierung im Gehäuse und in den Objektiven. Darüber hinaus sollen die S-Kameras mit einer kompletten Gehäuseabdichtung - Bedienrädchen und Knöpfe eingeschlossen - und einem extrem robusten Verschluss überzeugen. Die Einführung der Kameras der S-Serie plant Panasonic für 2019 ein, in Köln sind nur Vorserienmodelle zu sehen. Preise stehen auch noch nicht fest.

Nikon mit Z-Bajonett

Nikon Z7 (links) und Z6
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Nikon Z7 (links) und Z6

Nikons erste Vollformat-Systemkameras, die Z6 (25 Megapixel) und die Z7 (46 Megapixel), können Messebesucher hingegen schon ausprobieren. Auch sie unterscheiden sich im Wesentlichen nur durch die Auflösung der Fotosensoren voneinander. Und auch mit ihnen wird ein neuer Objektivanschluss, das Z-Bajonettsystem, als Basis für eine neue Objektivserie eingeführt.

4K-Videos liefern die Z-Kameras mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde, Full-HD-Videos mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde. Es wird einen Adapter (FTZ) geben, damit Kunden Objektive mit F-Bajonettanschluss von Vollformat-Spiegelreflexkameras des Herstellers weiternutzen können - bei voraussichtlich 3700 Euro Gehäusepreis für die ab Ende September erhältliche Z7 lässt sich so etwas sparen. Die für November angekündigte Z6 schlägt mit rund 2500 Euro zu Buche.

Canon setzt auf Touch-Technologie

Canon EOS R
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Canon EOS R

Als Dritter im Bunde hat auch Canon seine erste spiegellose Systemkamera im Vollformat präsentiert: die EOS R mit 30-Megapixel-Sensor. Auch sie kommt mit neuem Bajonett (RF). Aber wer bereits andere Canon-Optiken besitzt, kann diese über einen Adapter (EF-EOS R) weiternutzen.

Die neue Kamera ist primär für die Bedienung per Touchscreen ausgelegt. Es gibt aber auch praktische Bedienelemente wie einen Objektivring, über den etwa Belichtungszeit oder Blende geregelt werden können, sowie einen frei belegbaren Touch-Taster rechts oberhalb des Displays. Der elektronische Sucher ist wie bei Canons Z-Kameras mit 3,69 Megapixeln extrem hochauflösend. Die EOS R kommt Anfang Oktober zum Body-Preis von 2500 Euro in den Handel.

Bis zu 30 Fotos pro Sekunde

Fujifilm X-T3
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Fujifilm X-T3

Es gibt aber auch Systemkamera-Neuheiten mit kleineren Sensoren: Im gewohnten Retrodesign hat Fujifilm die X-T3 (Bodypreis 1500 Euro) mit neu entwickeltem APS-C-Sensor (26 Megapixel) ins Portfolio aufgenommen. Alle, die filmen, wird die Möglichkeit freuen, damit 4K-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde aufzuzeichnen.

Beim Fotografieren können dank des elektronischen Verschlusses bis zu 30 Bilder pro Sekunde mit 16 Megapixeln aufgezeichnet werden, so dass die Grenzen zum Video verschwimmen.

Spiegellose auf dem Vormarsch

Die Neuvorstellungen unterstreichen, wie sich die Nachfrage entwickelt: Die Zahl der verkauften Spiegelreflexkameras (DSLR) sinkt seit Jahren - zugunsten spiegelloser Systemkameras. Wahrscheinlich überholen Systemkameras die DSLRs schon im kommenden Jahr - und das kommt nicht von ungefähr: Kameragehäuse ohne Spiegelkasten lassen sich leichter und kompakter gestalten, können mit elektronischem Verschluss bei Bedarf meist auch lautlos auslösen. Und weil der Abstand zwischen Bajonett und Sensorfläche kleiner ist als bei den DSLRs, kann man für Systemkameras auch leichtere und sogar optisch bessere Objektive bauen.

Nikon D3500
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Nikon D3500

Eine einsame Spiegelreflex-Neuvorstellung auf der Photokina kommt von Nikon: Das überarbeitete Einsteigermodell D3500 mit DX-Sensor (24 Megapixel), der etwas größer als APS-C-Sensoren ist. Im Set mit 18-55-Millimeter-Objektiv kostet sie 540 Euro.

Makrofotos auf sechs Millimeter Entfernung

Ricoh GR III
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Ricoh GR III

Wer es noch handlicher möchte, gar keine Wechselobjektive braucht, aber dennoch Wert auf große Sensoren legt, kann zu den sogenannten Edelkompakten greifen, die entweder gar keinen oder nur einen sehr überschaubaren Zoom bieten. Ricoh hat in Köln eine neue Kamera der GR-Reihe mit tiefpassfilterlosem APS-C-Sensor (24 Megapixel), der zur Bildstabilisierung auf drei Achsen beweglich gelagert ist, angekündigt.

Auf der Messe ist ein Prototyp der GR III genannten Kamera zu sehen, deren neu berechnetes Festbrennweiten-Objektiv (f2,8) eine digitale Brennweite von 35 oder 50 mm aufweist und die im Makromodus ab sechs Millimeter Entfernung zum Objekt scharfstellen kann. Damit sind Full-HD-Videos mit bis zu 60 Bildern pro Minute möglich. In den Verkauf geht die GR III erst 2019 - für unter 1000 Euro.

Touch-Displays in der kleinen Klasse

Fujifilm XF10
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Fujifilm XF10

Knappe 500 Euro verlangt Fujifilm für die ähnlich schnörkellose XF10, die ebenfalls mit APS-C-Sensor (24 Megapixel) ausgestattet ist und ein Weitwinkelobjektiv mit Festbrennweite (28 Millimeter/f1,8) mitbringt. Die Motivkontrolle erfolgt über einen Drei Zoll großen Touchscreen, das Bedienkonzept richtet sich eher an Einsteiger. Die XF10 ist nur vier Zentimeter dick und rund 250 Gramm leicht.

Panasonic Lumix LX100 II
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Panasonic Lumix LX100 II

Mit gut sechs Zentimetern Tiefe und einem Gewicht von 350 Gramm fällt die neue Panasonic Lumix LX100 II mit Micro-Four-Thirds-Sensor (17 Megapixel effektiv) etwas größer aus. Dafür verfügt das lichtstarke Leica-Summilux-Objektiv (f1,8-2,4) über einen Bildstabilisator und einen vierfachen optischen Zoom. Neben einem drei Zoll großen Touchdisplay hat sie einen elektronischen LCD-Sucher. 4K-Auflösung unterstützt die Lumix bei Videos, aber auch für diverse Fotofunktionen. Sie ist ab Oktober für 950 Euro zu haben.

Fototechnik-Fachbegriffe
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Brennweite
Konrad Lischka
Die Brennweite gibt eine Entfernung innerhalb des Objektivs einer Kamera an. Genauer: Die Brennweite ist der in Millimetern angegebene Abstand zwischen der Mittelachse der Linse und der Stelle, wo das einfallende Licht auf Sensor oder Film trifft. Relevant ist das für die Bildgestaltung so: Je höher die Brennweite, desto näher wird das abgebildete Objekt herangezoomt.

Die Brennweite verändert auch die Bildwinkel der Aufnahme. Hier spielen aber auch die verschiedenen Aufnahmeformate (sprich: Wie groß ist das auf den Sensor der Kamera einfallende Bild?) eine Rolle. Deshalb geben Hersteller meistens die sogenannte kleinbildäquivalente Brennweite (Equiv.135) an.

Kleinbildbrennweiten werden mit Werten wie zum Beispiel 24-60 mm bei digitalen Kompaktkameras angeben. Wenn ein solches Objekt den Bereich zwischen 17 und 35 mm umfasst (siehe Foto: links 35 mm, rechts 28 mm), sind Weitwinkelaufnahmen möglich (hilfreich, um zum Beispiel Menschengruppen oder Bauwerke aus nicht allzu großer Entfernung aufzunehmen), ab 50 mm ist man schon im leichten Telebereich.
Blendenöffnung
Für eine Kamera ist die Blende, was die Iris für das Auge ist: Diese Öffnung hat eine veränderbare Größe, und je größer sie ist, desto mehr Licht fällt ein. Bei kompakten Digitalkameras kann die Blende manchmal, bei Spiegelreflexkameras meistens auf Wunsch manuell eingestellt werden. Angegeben wird sie dabei mit der sogenannten Blendenzahl (wie um Beispiel 8, 5,6 oder 2,8).

Je größer die Blendenzahl (oft angegeben mit f/Blendenzahl), umso kleiner ist die Blendenöffnung. Konkret: Bei der Blendenzahl 4 ist die Blendenöffnung doppelt so groß wie bei der nächst höheren Blendenzahl 5,6. Die Blendenzahlen beruhen auf einer mathematischen Formel, nach der sich die sogenannte Blendenreihe berechnet. Hier verkleinert sich von Stufe zu Stufe die Blendenöffnung (0,5 / 0,7 / 1 / 1,4 / 2,8 / 4 usw.

Mehr Licht durch eine große Blendenöffnung ermöglicht eine kürzere Verschlusszeit. Eine möglichst kurze Verschlusszeit ist nötig, um sich schnell bewegende Objekte möglichst scharf aufzunehmen. Wer zum Beispiel einzelne Szenen eines Basketballspiels einer nicht allzu hell beleuchteten Sporthalle aufnehmen will, kann eine kleinere Blendenzahl (also eine größere Blendenöffnung) wählen und dafür die Verschlusszeit verkürzen. Als Richtwert gilt dabei: Ein Stufe abwärts in der Blendenreihe erlaubt eine gleichzeitige Halbierung der Belichtungszeit.

Gleichzeitig beeinflusst die Größe der Blendenöffnung die sogenannte Schärfentiefe. Grundregel: Je kleiner die Blendenzahl (und je größer somit die Blendenöffnung), desto geringer die Schärfentiefe. Geringe Schärfentiefe bedeutet: Das Motiv im Vordergrund ist scharf, der Hintergrund ist unscharf. Große Schärfentiefe bedeutet, dass die Partien im Vorder- und Hintergrund scharf auf dem Bild erscheinen.
Verschluss-/ Belichtungszeit
Wie lange die Blende geöffnet ist, wie lange also Licht auf den Sensor der Kamera fällt, gibt die Belichtungszeit an. Je länger diese Verschlusszeit ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor.

Diese Verschlusszeit wird meistens in Sekundenbruchteilen angegeben. 1/1000 ist zum Beispiel eine tausendstel Sekunde. Bei Kompaktkameras kann die Verschlusszeit manchmal, bei Spiegelreflexkameras immer auch manuell eingestellt werden. Angeben wird sie in Zeitstufen (wie 0,5"; 1/4; 1/8; 1/15; 1/30; 1/60; 1/125 usw.). Je größer die Zeitstufe, umso länger ist der Verschluss geöffnet.

Bei einer kurzen Verschlusszeit erscheinen auf dem Bild sich schnell bewegende Objekte scharf, bei längeren Verschlusszeiten wirken sie verwischt, das ist die sogenannte Bewegungsunschärfe. Verwendet man bei solchen Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten kein Stativ oder zumindest eine feste Unterlage für die Kamera, verwackeln die Aufnahmen oft durch die Bewegung der Hand. Ruht die Kamera auf einer festen Unterlage, kann man mit längeren Belichtungszeiten zum Beispiel Autos auf Fotos verwischt erscheinen lassen, während alle statischen Objekte in der Umgebung scharf erscheinen.

Bei sehr kurzen Belichtungszeiten ist eine starke Beleuchtung oder eine entsprechend große Blendenöffnung nötig, um ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Grundregel: Stellt man eine Zeitstufe größer ein, kann man eine Blendenzahl weniger einstellen.
Schärfentiefe
Konrad Lischka
Schärfentiefe meint den Bereich in einer bestimmten Entfernung der Kamera, der auf dem Foto als scharf erscheint - je größten dieser Entfernungsbereich ist, umso größer ist die Schärfentiefe.

Konkret: Geringe Schärfentiefe bedeutet, dass das Motiv im Vordergrund scharf, der Hintergrund aber unscharf ist. Große Schärfentiefe bedeutet: Die Partien im Vorder- und Hintergrund erscheinen auf dem Bild scharf. Die Schärfentiefe eines Bildes hängt unter anderem von der Größe der Blendenöffnung ab, aber auch von der Brennweite des Objektivs und dem Bildformat beziehungsweise der Sensorgröße.
Sensorgröße
Die Größe des Fotosensors einer Digitalkamera beeinflusst neben anderen Faktoren die Qualität der Fotos. Angegeben wird die Größe oft in Standardgrößen wie 1/2,3 Zoll oder 1/1,7 Zoll. Diese Größen sind von einem Format für TV-Kameras aus den fünfziger Jahren übernommen, haben keinen direkten Zusammenhang mit der Oberfläche des Sensors.

Einige Beispiele für Sensorgrößen:

- 1/2,3", z.B. Pentax Q: 0,28 cm²
- 1/1,7", z.B. Canon G12, Canon S100: 0,43 cm²
- 2/3", z.B. Fujifilm X10:0,58 cm²
- 1", z.B. Nikon J1, Sony RX100: 1,16 cm²
- 4/3", z.B. Panasonic GF3: 2,25 cm²
- Canon G1X: 2,62 cm²
- Canon APS-C, z.B. 7D: 3,32 cm²
- Nikon DX, z.B. Nikon D90: 3,72 cm²
- Sony APS-C, z.B. Nex-5n: 3,81 cm²
- Kleinbild-Vollformat, z.B. Canon 5D Mark II, Nikon D700, Sony A900: 8,64 cm²
- Mittelformat, z.B. Pentax 645D: 17,28 cm²

Ein Problem bei der Sensorgröße entsteht, wenn auf der gleichen Fläche immer mehr Fotodioden untergebracht werden. Sprich: Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung (gemessen in Megapixel) wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Fotodioden auf einer kleineren Oberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jede einzelne der Fotodioden, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen, das sogenannte Bildrauschen, mit sich bringt.
Lichtempfindlichkeit / ISO-Wert
Konrad Lischka
Wie lichtempfindlich Filmmaterial ist, wird unter anderem mit den sogenannten ISO-Werten angegeben. Ein Film mit ISO 200 ist doppelt so lichtempfindlich wie ein ISO-100-Film, bei ISO 400 verdoppelt sich die Lichtempfindlichkeit gegenüber ISO 200 und so weiter.

Bei Digitalkameras haben die Hersteller diese Skala übernommen, um die Empfindlichkeit anzugeben. Wenn in einem dämmrigen Umfeld die Verschlusszeit wegen Verwacklungsgefahr nicht stark genug erhöht werden kann und eine allzu große Blendenöffnung wegen des Verlusts an Schärfentiefe nicht erwünscht ist, kann die Empfindlichkeit erhöht werden, um eine ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Hebt man die ISO-Stufe um einen Schritt an, kann die Verschlusszeit zum Beispiel um einen Schritt vermindert werden.

Bei Digitalkameras verstärkt die Software das auf dem Sensor eingehende Signal. Dabei verstärkt die auch die Störungen, das sogenannte Bildrauschen nimmt zu.
Megapixel
Der Megapixel-Wert gibt die Auflösung einer Digitalkamera an, also wie viele Bildpunkte der Sensor erfasst. Ein Megapixel entspricht einer Million Bildpunkte. Aus der Pixelmenge resultiert die Rasterung beim Druck der Fotos - je höher die Auflösung, desto größer können die Fotos gedruckt werden, ohne dass die Pixel sichtbar werden.

Laut Kodak genügt für einen Ausdruck in A4-Format (20x30 cm) in guter Qualität eine Auflösung von 1920 x 1280 Pixeln (2,4 Megapixel), für optimale Qualität ist eine Auflösung von 2160 x 1440 Pixeln (3,1 Megapixel) nötig.

Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Bildpunkten auf einer kleineren Sensoroberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jeden einzelnen der Bildpunkte, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen durch das sogenannte Bildrauschen mit sich bringt.
Bildrauschen
Konrad Lischka
Die Ursache für das Bildrauschen sind physikalische Effekte auf dem Bildsensor und den dort untergebrachten Fotodioden, vor allem den sogenannten Dunkelstrom. Wie stark diese Effekte im Foto sichtbar (siehe Foto mit 1600 ISO) sind, hängt von mehren Faktoren ab:

- Bei gleicher Auflösung rauschen Sensoren mit kleinerer Oberfläche stärker als größere.

- Je stärker die Lichtempfindlichkeit der Kamera eingestellt ist, umso stärker ist das Rauschen, da das vom Sensor eingehende Signal verstärkt wird - einschließlich der Störungen.

- Je wärmer der Sensor ist, umso stärker ist das Bildrauschen.

Digitalkameras nutzen diverse Software-Routinen, um das Bildrauschen schon beim Abspeichern einer Aufnahme herauszurechnen. Die Hersteller nutzen verschiedene Verfahren mit unterschiedlichen Ergebnissen. Manchmal beeinträchtigt die Rauschunterdrückung wiederum die Schärfe eines Bildes sichtbar.

Von Dirk Averesch, dpa



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