Testflug mit Käse: Lieferservice bringt Pizza per Drohne

Testflug: Pizzalieferung aus der Luft Fotos
YouTube

Kommt 'ne Pizza geflogen: In Großbritannien hat ein ferngesteuerter Hubschrauber die erste Pizza einer großen Kette ausgeliefert - testweise. Echte Kunden werden auf solche Angebote noch warten müssen.

Eine internationale Schnellrestaurantkette hat mit einem Testflug in Großbritannien ihre erste Pizza per Drohne ausgeliefert. Das Gericht kam per Octocopter geflogen, also mit einem ferngesteuerten Hubschrauber mit acht Rotoren.

Laut Fox News hat Domino's Pizza eine Agentur engagiert, um die Machbarkeit des Projekts zu prüfen. Jetzt kann man in einem Video auf YouTube einen der ersten offiziellen Pizza-Flüge des Prototypen verfolgen. Verschiedene Kameras haben die Reise eingefangen, vom Piloten, der das Gericht auf den Weg bringt und die Drohne vom Boden aus steuert, über Wiesen, Flüsse und Felder bis in eine Wohngegend. Dort wird die Lieferung vor einer Haustür in Empfang genommen. Das Video findet viel Publikum, ist also eine gelungene PR-Aktion. Selbst wenn sie vorerst nur ein Spaß ist.

Es ist nicht das erste Mal, dass mit unbemannten Fluggeräten als Essens-Lieferant herumexperimentiert wird - meist eher als Gag, wie etwa beim TacoCopter, der angeblich mexikanisches Fast Food bringen soll, oder dem spaßigen Open-Source-Projekt eines Burrito-Bombers, der einen mexikanischen Wrap per Fallschirm abwerfen könnte. Und auch hierzulande sorgte schon im vergangenen Sommer der sogenannte DönerCopter für Schlagzeilen, das Bastelprojekt eines Start-up-Unternehmens.

Es scheitert eher an rechtlichen Problemen als an technischen

Kein Wunder: Eine Drohne steht nicht im Stau und kann das Essen schnell an seinen Zielort bringen - und zwar selbst dann, wenn das ein Hochsitz mitten im Wald sein sollte, oder ein Boot auf einem See. Theoretisch. Praktisch nämlich scheitert die Fast-Food-Lieferung der Zukunft eher an rechtlichen Problemen als an technischen.

Bis jetzt darf nicht jeder mit Döner- oder Pizzadrohnen einfach durch den Luftraum in bewohnten Gebieten schwirren, weder in Deutschland noch in den USA oder in Großbritannien, wie unter anderem CNN Money anlässlich des aktuellen Pizzafluges noch einmal erklärt. Ein Sprecher der in Amerika beheimateten Firma wird zitiert, die fliegende Pizza sei eine Projekt des britischen Firmenablegers, in den USA sei nichts dergleichen geplant.

Fast-Food-Freunde brauchen also bei ihren nächsten Bestellungen wohl noch nicht nach einem Hubschrauber Ausschau zu halten; aber diskutiert wird über die Futterdrohnen längst - und mancherorts auch schon davon geträumt.

juh

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insgesamt 37 Beiträge
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1. naja,
laxness 05.06.2013
Zitat von sysopYouTube Kommt 'ne Pizza geflogen: In Großbritannien hat ein ferngesteuerter Hubschrauber die erste Pizza einer großen Kette ausgeliefert - testweise. Echte Kunden werden auf solche Angebote noch warten müssen. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/pizza-drohne-lieferservice-zeigt-testflug-mit-octocopter-a-903987.html
wenn das UAV in Bodennähe (
2. Warum diese Firma...
effisworld 05.06.2013
...fliegenden Pizzaservice hier im staugeplagten Los Angeles nicht einsetzt, ist mir ein Rätsel. Wäre mit Sicherheit ein durchschlagender Erfolg...
3. Geschichtsfälschung !!
Tyrone 05.06.2013
"Die erste Pizza der Welt ist mit einer Drohne ausgeliefert worden" Ich bezweifle, dass die erste Pizza der Welt ausgeliefert wurde. Ich denke eher, der glückliche Erfinder hat sie selber gegessen. Im Übrigen bezweifle ich, dass es damals schon Drohnen gab. Vielen Dank für die Blüte:-)
4. Was für ein Video ist denn hier verlinkt??
divStar 05.06.2013
Es geht hier um Quadrokopter oder so - und verlinkt ist ein Video einer Kampfdrohne? Entweder es ist ein Fehler - oder Dummheit.
5.
Oberleerer 05.06.2013
So bekloppt dieses Medienecho für diesen Unfug auch klingt, es ist in mehrererlei Hinsicht ein großer Schritt. Häuser werden in einer weiteren Dimension angeschlossen. Nach unterirdischer Anbindung für Strom/Wasser und ebenerdig (Personen,Autos) ist nun wieder die Luft dran, wo es vor 30 Jahren mal Antennen gab. In "Das 5. Element" kommt der Asia-Imbis auch vors Fenster geschippert. Nachdem die Versorgung durch unterirdische unbemannte Transportkapseln in Hamburg scheiterte, ist das ein weiterer Versuch, Kleintransporte zu vereinfachen und zu verbilligen. Es mag zwar gewöhnungsbedürftig sein, wenn die Post per Luftpost geliefert wird, aber ich glaube nicht, dass dies überhand nimmt. Frachtfangnetz am Fenster ausklappen und los gehts. Super Sache.
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Drohnen im Einsatz: Krieg per Mausklick

Die wichtigsten Drohnentypen
"MQ-1 Predator"
Die "MQ-1 Predator" war im Jahr 1995 die erste Drohne, die bei der US-Luftwaffe zum Einsatz kam.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: rund 4.5 Millionen Dollar
Bewaffnung: zwei Luft-Boden-Raketen "AGM-114 Hellfire"
Maße: 8,23 m lang, 14,84 m Flügelspannweite
Reichweite: 3704 km
Flughöhe: max. 7620 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"MQ-9 Reaper"
Die "MQ-9 Reaper"(früher "Predator B") basiert technisch gesehen auf der "MQ-1 Predator". Sie ist aber für den Angriff optimiert, da sie die zehnfache Waffenlast im Vergleich zum Ursprungsmodell befördern kann. Eingesetzt wird sie von der US-Marine und Luftwaffe.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: 10,5 Millionen Dollar
Bewaffnung: bis zu 1361 kg
(z.B. Raketen der Typen "AGM-114 Hellfire" und "AIM-9 Sidewinder" oder Bomben der Typen "GBU-12 Paveway II" und "GBU-38 DAM")
Maße: 10,97 m lang, 20,12 m Flügelspannweite
Reichweite: 5926 km
Flughöhe: max. 15.400 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"RQ-7 Shadow 200"
Die "RQ-7 Shadow 200" dient bei der US Army und dem US Marine Corps zur Aufklärung. Sie ist seit 2003 im Einsatz und kann keine Ziele angreifen.

Hersteller: AAI Corporation
Stückpreis: 275.000 Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 3,4 m lang, 3,9 m Flügelspannweite
Reichweite: 125 km
Flughöhe: max. 4600 m
Steuerung: autonom, mit GPS
"RQ-4 Global Hawk" / "Euro Hawk"
Die "RQ-7 Global Hawk" wird als Langstrecken-Aufklärungsdrohne eingesetzt. Sie existiert in zwei Versionen. Die spätere (RQ-4B) wurde auch von der Bundeswehr als "Euro Hawk" eingeführt, ausgestattet mit Sensoren der deutschen EADS. Die Drohne ist wesentlich größer als "Predator", "Reaper" und "Shadow" und mit einem Strahltriebwerk ausgestattet.

Hersteller: Northrop Grumman
Stückpreis: 35 Millionen Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 13,53 m lang, 35,42 m Flügelspannweite (RQ-4A) bzw. 14,50 m lang, 39,89 m Flügelspannweite (RQ-4B)
Reichweite: 25.000 km (RQ-4A) bzw. 22.780 km (RQ-4B)
Flughöhe: max. 19.800 m
Steuerung: autonom, mit GPS

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