Virtuelle Konsolen-Realität Sonys VR-Brille kostet 400 Euro

Unter den vollwertigen Virtual-Reality-Brillen ist Sonys die günstigste. 400 Euro will der japanische Konzern für das Gerät, das ab Oktober erhältlich sein soll. Doch es gibt ein paar Haken.

Spielentwickler mit Sonys VR-Brille für die Playstation 4
REUTERS

Spielentwickler mit Sonys VR-Brille für die Playstation 4


Nach Oculus und HTC hat nun auch der japanische Konzern Sony den Preis seiner Virtual-Reality-Brille, die schlicht Playstation VR heißen soll, bekanntgegeben. Das Gerät zum Anschluss an eine Playstation-4-Spielkonsole wird dem Konzern zufolge 399 Euro kosten. In Europa wird es ab Oktober 2016 erhältlich sein. Zum Vergleich: HTCs Vive-Brille kostet 900, eine Oculus Rift 700 Euro.

Die Preise für die Brillen selbst sind aber nur die halbe Wahrheit. Sonys Kamera wird mit der Playstation 4 betrieben, und natürlich geht der Konzern davon aus, dass die Käufer in der Regel bereits eine solche Konsole besitzen werden. Für PS4-Besitzer, die eine Playstation-VR-Brille nutzen wollen, ist allerdings noch mehr erforderlich: Mindestens die Playstation Kamera, die mit derzeit etwa 45 Euro zu Buche schlägt, sowie eventuell einer oder mehrere Move-Controller, mit denen dann auch räumlich mit virtuellen Spielwelten interagiert werden kann (siehe Fotostrecke).

Fotostrecke

8  Bilder
Virtuelle Realität: Diese VR-Brillen gibt es
Bis Jahresende werde es 50 Spiele für die VR-Brille geben, versprach Sony, 230 Entwickler weltweit arbeiteten derzeit an Titeln für das Gerät. Insgesamt seien 160 Titel in der Entwicklung, darunter eine exklusive VR-Version von "Star Wars: Battlefront".

Rechnet man alle Komponenten, die man für ein komplettes VR-Erlebnis mit der Sony-Brille braucht, kommt man - ohne TV-Gerät - auf einen Gesamtpreis von etwa 815 Euro. Fast ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass Oculus Rift und HTC Vive zum Betrieb High-End-PC benötigen, die wohl etwa 1000 Euro kosten werden.

Andererseits hat die PS4, die mittlerweile über zwei Jahre alt ist, eben auch nicht so viel Rechenleistung wie diese Gaming-PC sie haben werden. Sony verspricht für seine Brille ein Sichtfeld von 100 Grad, was in etwa dem entspricht, was vermutlich auch Oculus und Vive zu bieten haben werden. Entscheidend ist bei einer VR-Brille aber auch die Bildwiederholungsrate, alles unter 60 frames per second (FPS) gilt als hochriskant weil potenziell Übelkeits-induzierend. Sony spricht von einer Bildwiederholrate von 120 oder 90 Hertz. Diese Angaben muss man vermutlich durch zwei teilen, weil ja Anzeigen für jedes Auge bedient werden müssen. Pro Auge verspricht das Unternehmen zudem eine RGB-Auflösung von 960 x 1080 Pixeln.

Wie sich diese Daten mit der Leistungsfähigkeit der PS4 vertragen, werden erst Tests zeigen können. Im April präsentiert Sony sein fertiges Produkt in Deutschland, SPIEGEL ONLINE wird für Sie vor Ort sein.

Lesetipp aus dem Archiv

cis



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
torpedo-of-truth 16.03.2016
1.
VR, da ist sie also, die nächste Totgeburt nach 3D TV. Naja, wers braucht. Justmy2cents
GrinderFX 16.03.2016
2.
Bei der Vive kommen noch mal 60 Euro Versandkosten und bei der OR 42 Euro Versandkosten hinzu.
gott777 16.03.2016
3. Der Preis macht das Rennen
Im Text wird es zwar unvollständig aber dennoch angedeutet. Für das Komplettpaket PS-VR darf man rund 750€ zahlen (PS4 kostet keine 300€ mehr, da hat der Autor noch alte Zahlen), eine Ocultus oder Hive kostet 700€ + 1000€ Rechner (circa), ist also mit 1700€ mehr als doppelt so teuer wie die PS-VR. Die meisten sind sich einig, dass die PS-VR den Weg für VR ins Mainstream-Wohnzimmer ebnen wird, sofern sie erfolgreich sein sollte.
GrinderFX 16.03.2016
4.
Zitat von gott777Im Text wird es zwar unvollständig aber dennoch angedeutet. Für das Komplettpaket PS-VR darf man rund 750€ zahlen (PS4 kostet keine 300€ mehr, da hat der Autor noch alte Zahlen), eine Ocultus oder Hive kostet 700€ + 1000€ Rechner (circa), ist also mit 1700€ mehr als doppelt so teuer wie die PS-VR. Die meisten sind sich einig, dass die PS-VR den Weg für VR ins Mainstream-Wohnzimmer ebnen wird, sofern sie erfolgreich sein sollte.
Wobei die 1000 Euro auch eher der Anfang beim PC ist und wohl nicht alles vernünftig laufen wird. Auch fehlt da noch der Versand und dann ist man beim Basispaket bei 1742 Euro, was den 750 Euro gegenüber steht.
bissig 16.03.2016
5. Da war wieder ein Fachmann am Werk
RGB-Auflösung? Wird die nicht in Bits angegeben? Es handelt sich wohl um die Pixel-Auflösung. Die FPS des Displays ist nicht das primäre Kriterium. Schlecht wird es einem eher, wenn die wahrgenommene Verzögerung zwischen Bewegung und korrigiertem Blickfeld zu gross wird. Das ist aber eher unabhängig von der Leistung der Brille, sondern eher von der 'veralteten' Grafikkarte und der Genauigkeit der Bewegungssensoren. Die ältere Technik und damit das Bottleneck dürfte nicht in der Brille, sondern in der PS4 stecken. Sollte die PS4 nicht hinterherkommen, dann ist es durchaus möglich, dass die Szenenkomplexität seitens der Spielehersteller runtergeschraubt wird, damit's wieder passt. Wer mehr will, muss mehr ausgeben - nicht nur für die Brille.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.