Book One Hier steckt ein Porsche im Notebook

Wenn Gigabyte statt Hubraum zählen: Mit dem Book One bringt Porsche Design seinen ersten Mobilcomputer heraus. Schnell und teuer ist er. Aber auch gut? Wir haben ihn getestet.

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Endlich ein Porsche! Wollte ich schon immer haben! Dass es jetzt das Porsche und nicht der Porsche geworden ist, sei's drum. Statt eines schnellen Motors hat es einen schnellen Prozessor unter der Haube. Das ist doch auch schon was. Schick ist das Notebook, teuer auch: Das Book One von Porsche Design kostet, so wie es hier vor mir steht, im Webshop des Herstellers 2795 Euro. Den Preis muss man erst mal rechtfertigen.

Dazu dient zuallererst der Name auf dem Rücken des Mobilcomputers: Porsche Design. Also nicht Porsche, der Autohersteller, der früher mal nur Sportwagen gebaut hat. Sondern der Ableger, der die berühmte Marke zu Geld macht, indem er Armbanduhren, T-Shirts, Kulturbeutel und jetzt eben auch ein Notebook mit dem legendären Namen vermarktet.

Die technische Ausstattung löst das Oberklasse-Versprechen der Marke lässig ein. Einem Intel-Core-i7-Prozessor der aktuellen Generation stehen 16 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und eine 512 GB SSD zu Seite.

Der Bildschirm kann mit seinen 3200 x 1800 Pixeln auch sehr feine Details anzeigen; die Farbigkeit macht dabei einen durchweg guten Eindruck. Über das gesamte Spektrum werden Farben sauber, aber nicht aufdringlich wiedergegeben. Etwas heller dürfte er aber gerne leuchten.

Neben zwei schnellen USB-C-Buchsen für moderne Peripheriegeräte sind zwei klassische USB-3.0-Buchsen eingebaut. Es gibt auch einen Steckplatz für microSD-Speicherkarten. Das ist praktisch, wenn man Daten vom oder zum Handy kopieren will.

Bauart: solide

Bodenteil und Bildschirmteil sind massiv aus Metall gebaut und machen einen sehr robusten Eindruck. Die gesamte Konstruktion vermittelt die Wertigkeit der Fahrertür eines Mercedes Benz, die nicht einfach zuklappt, sondern mit einem satten "Wump" ins Schloss fällt. Aber genau wie bei der Tür der Limousine wird dieses Gefühl mit Gewicht erkauft: Knapp 1,6 Kilogramm wiegt das Book One. Ein Federgewicht ist es damit nicht.

Die Tastatur fühlt sich angenehm an, sie hat einen schön weichen Anschlag, ist allerdings ein bisschen schwammig. Die Tastenbeleuchtung ist leider misslungen, leuchtet die Tasten nur ungleichmäßig aus. So ist deren Beschriftung vor allem bei Licht nur schwer zu entziffern, wenn man leicht schräg darauf schaut. Immerhin: Die Helligkeit der Tastatur ist in vier Stufen regelbar.

Reichlich Speed

Nicht vom Anwender, sondern von der Software wird dagegen die Leistung des Prozessors geregelt. Seine Norm-Taktfrequenz von 2,7 GHz kann für kurzzeitige Leistungsspitzen auf bis zu 3,5 GHz erhöht werden. Im Test kam er selbst mit 3D-Animationssoftware gut klar. Grafisch aufwendige Spiele können die integrierte Grafikkarte aber durchaus überfordern. Zudem kann das Rauschen des Lüfters nerven, der sich damit abrackert, die unter Last entstehende Abwärme nach außen zu transportieren.

Eine solche Doppelbelastung mindert natürlich auch die Ausdauer der Akkus. Bei normaler Beanspruchung - Surfen im Netz, E-Mails checken und ähnliches - liefern sie aber genug Energie für einen Arbeitstag.

Wohin mit dem Stift?

Von Akkus im Plural muss man beim Book One sprechen, weil es tatsächlich zwei Akkus hat, da es aus zwei trennbaren Einheiten besteht, die jeweils mit einem eigenen Stromspeicher bestückt sind: Unten die Haupteinheit mit der Tastatur, oben das abnehmbare Display, das man auch als Tablet benutzen kann.

Zum Schreiben und Zeichnen auf dem Touchscreen wird ein Stift mitgeliefert, der sich magnetisch am Gehäuse andocken lässt. Links unten am Gehäuse blockiert er aber den Speicherkarten-Steckplatz, an der Bildschirmeinheit hängt er schief und verdeckt einen der Lüftungsschlitze. Ich zweifle daran, dass das so gewollt ist.

Genau wie bei Microsofts Surface Book muss man einen Entriegelungsschalter am Gehäuse drücken, um den Bildschirm abnehmen zu können. Aus Versehen löst sich da sicher nichts. Und wenn die Akkus leer sind, ist es vorbei mit der Trennbarkeit. Ohne Strom funktioniert der Mechanismus nicht.

Aber auch fest mit dem Bodenteil verbunden lässt sich die Neigung des Bildschirms fast stufenlos von 0 bis 360 Grad verstellen. Bei etwa 170 Grad Öffnungswinkel fängt der Mobilrechner allerdings langsam an zu wackeln.

Fazit

Vorteile und Nachteile

Hohe Rechenleistung

Sehr hochauflösender Bildschirm

Sehr gut verarbeitet

Edles, robustes Design

Hoher Preis

Tastaturbeleuchtung ungleichmäßig

Das Book One von Porsche Design ist ein Hingucker. Wer damit auftritt, hat zumindest PC-seitig keine Leistungsprobleme und kann sich neidischer Blicke sicher sein. Allerdings nur, solange das Gerät nicht hart arbeiten muss, denn dann springt der Lüfter an und lässt den schönen Schein verblassen.

In vielerlei Hinsicht erinnert Porsches Notebook-Einstand an das Surface Book von Microsoft. Technik und Bildschirm haben ein hohes Niveau, hoch ist allerdings auch das Gewicht und der Preis. Wer sich den leisten kann, bekommt mit dem Porsche ein edles Arbeitsgerät mit ein paar kleineren Schwächen.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort
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insgesamt 42 Beiträge
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Seite 1
hman2 03.07.2017
1. Sehr hohe Auflösung?
"Der Bildschirm kann mit seinen 3200 x 1800 Pixeln auch sehr feine Details anzeigen;" 3200 x 1800 ist okay, aber eine "sehr hohe Auflösung" würde ich das nicht nennen. In dieser Klasse ist es Standard... Und über den "schnellen Prozessor" kein Wort. Wieviele Kerne bietet er, hat er HT? Auch Angaben zur Geschwindigkeit des Massenspeichers fehlen...
upalatus 03.07.2017
2.
Wenn ich mir denn einen Porsche kaufen tät, würd ich das Ding als Dreingabe natürlich nehmen.
Frank Zi. 03.07.2017
3.
Zitat von hman2"Der Bildschirm kann mit seinen 3200 x 1800 Pixeln auch sehr feine Details anzeigen;" 3200 x 1800 ist okay, aber eine "sehr hohe Auflösung" würde ich das nicht nennen. In dieser Klasse ist es Standard... Und über den "schnellen Prozessor" kein Wort. Wieviele Kerne bietet er, hat er HT? Auch Angaben zur Geschwindigkeit des Massenspeichers fehlen...
Welche Klasse meinen sie? Ist immerhin eine höhere Auflösung als ein MacBook Pro mit maximal 2560 x 1600. Standard dürften immer noch 1920x1080 sein. Prozessor ist eine Intel i7 HQ Laptop cpu, also 4 Kerne + HT.
dg300 03.07.2017
4. tolles Gerät
Ein tolles Gerät, das wirklich alles vereint was es aktuell gibt. Flexibel wie man es von den Yoga geräten kennt und trotzdem eine abnehmbare Tablet Einheit. In anderen Berichten habe ich von einer Bildschirmhelligkeit von 415 cd/m² gelesen, das ist 50% mehr wie ein Lenovo X1 oder HP EliteBook x360 1030 G2 das glaube ich 255.6cd/m² hat. Ist der Bildschirm wirklich zu dunkel. Wäre sehr schade. Was wirklich fehlt, bei so einem Utramobilen Gerät ist für mich LTE. Halte es persönlich aber für das besere Surface Book und denke über einen Kauf nach, darum würde mich die Bildschirmhelligkeit sehr interessieren.
ericstrip 03.07.2017
5. Beim...
...Betriebsystem hört es dann mit dem edlen Design schlagartig auf ;-)
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