Neue Details über Google Glass: Dokumente der US-Regulierungsbehörde FCC enthüllen, wie sich die Datenbrille vernetzen soll und dass sie Tonsignale auf ungewöhnliche Weise zu Gehör bringt - ganz ohne Lautsprecher.
Mit der Entwicklung der Glass genannten Google-Datenbrille scheint es voran zu gehen. Bei der US-Regulierungsbehörde FCC sind jetzt Dokumente aufgetaucht, die nahelegen, dass das vernetzte Gerät kurz vor seiner Fertigstellung steht. Unter anderem enthüllen die Dokumente die Netzwerktechniken, derer sich die Brille bedient, sowie ihr ungewöhnliches Soundsystem.
Anders als Cyberbrillen wie sie beispielsweise Sony für Computerspiele und zum Filme schauen anbietet, wird die Google Glass ihren Sound nicht über herkömmliche Kopfhörer transportieren. Stattdessen ist in den Dokumenten von einem "vibrierenden Element" die Rede, dass Audiosignale "über Kontakt mit dem Kopf des Anwenders" überträgt.
Was das im Detail bedeutet, erklärt das Dokument nicht. Die Formulierung deutet aber darauf hin, dass der Konzern sich einer Technik bedient, bei der Töne über Schwingungen auf die Schädelknochen übertragen und so zum Innenohr geleitet werden. Neu ist diese sogenannte Knochenschall-Technik keineswegs. So werden beispielsweise unter der Marke Aftershokz Sportkopfhörer, die nach diesem Prinzip arbeiten, vertrieben. Ein Vorteil solcher Geräte ist, dass der Träger damit zwar Musik hören kann, aber trotzdem noch alle Außengeräusche wahrnimmt. Im Straßenverkehr ist das sehr nützlich.
Darüber hinaus ist den FCC-Papieren zu entnehmen, dass die Google-Brille sich per W-Lan nach dem Standard IEEE 802.11 b/g mit W-Lan-Netzwerken verbinden kann, die im 2,4 GHz-Frequenzband funken. Für unterwegs ist eine Bluetooth-Anbindung ans Handy mit dem stromsparenden Bluetooth-Standard 4.0 vorgesehen.
Viel mehr ist den Dokumenten nicht zu entnehmen, obwohl Google der FCC noch weit mehr Daten übermittelt hat. Denn mit dem Genehmigungsantrag hat der Konzern auch einen Geheimhaltungsantrag (PDF) gestellt, der die Herausgabe weiterer technischer Informationen "auf unbestimmte Zeit" untersagt.
Was es wirklich mit den FCC-Daten auf sich hat, wird man aber wohl erst in einigen Monaten erfahren. Zum einen, weil Entwickler, die 2012 ein Vorserienmodell für 1500 Dollar vorbestellt haben, ihre Geräte "Anfang 2013" erhalten sollen. Zum anderen, weil das Unternehmen Software-Entwickler und Presse im Mai auf seiner jährlichen Entwicklerkonferenz Google I/O über neue Produkte und neue Projekte informieren will. Dass es auf dieser Veranstaltung auch Neues zur Datenbrille geben wird, gilt als sicher.
Bis man das Gerät tatsächlich kaufen kann, dürfte es aber noch etwas länger dauern. Bislang peilt Google das Jahr 2014 für die Veröffentlichung an. Bis dahin können sich Technik und Design noch drastisch ändern.
mak
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