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Microsoft Surface: Warum Microsoft nun Tablet-Computer verkauft

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Ein mutiger Zug, Verzweiflung, perfektes Timing: Microsofts Ankündigung eines eigenen Tablet-Computers hat in den Tech-Blogs eine Diskussion um Sinn und Unsinn von Surface entfacht. Offenbar zählt vor allem ein innerer Wert.

Microsoft: Zwei Surface-Tablets gegen Apple Fotos
AP

So richtig überraschend war die Ankündigung eines Microsoft-Tablets nicht. Schon lange wartete die Tech-Welt, dass Microsoft endlich einen iPad-Konkurrenten ankündigt - zumal die Veröffentlichung von Windows 8, einem Betriebsystem für Desktop- und Mobilrechner, immer näher rückte.

Überraschend war vielmehr, dass sich erst jetzt so viele Tech-Blogger mit Sinn und Unsinn einer neuen Hardware aus Redmond auseinandersetzten. Wird Microsofts Surface-Tablet ein Flop wie der iPod-Konkurrent Zune und das Kin-Smartphone? Oder wird es ein Erfolg wie die Spielkonsole Xbox mit einem Marktanteil von angeblich 47 Prozent?

Und so entwickelte sich die Diskussion um Microsofts Tablet-Ankündigung auch schnell von einer reinen Feature-Liste hin zu einer tieferen Analyse der verborgenen Ziele des Konzerns. Ein internes Dokument gelangte gerade erst ins Netz und zeichnete das Bild einer voll vernetzten Windows-Welt, von der Konsole über das Windows-Phone bis hin zum neuen Tablet.

Wie fühlt sich das neue Surface denn nun an? "Readwriteweb"-Autor Mark Hackmann hat das Tablet angefasst - und ist überrascht. "Wenn es ein Wort gibt, das Surface beschreibt", erklärt er, "dann ist das solide." Während Apples iPad sich luxuriös und die Android-Tablets sich schnell und effizient anfühlten, sei das Surface "mächtig, luxuriös und solide wie ein Cadillac". Allerdings auch ein wenig sperrig und schwer.

Ein wichtiges Verkaufsargument könnte die Extra-Tastatur in der Schutzhülle sein, findet das "Wall Street Journal" und zitiert den IDC-Analysten Al Hilwa, laut dem Surface ein "wirklich vereinheitlichtes" Gerät sei, ein "Schweizer Taschenmesser eines Tablets". Die Tastatur zeige am ehesten, was das verborgene Potential des Microsoft-Tablets sein könnte: nicht nur Marktführer Apple in Bedrängnis zu bringen, sondern den Markt für Desktop-Computer aufzumischen. Das gehe auf Kosten des guten Verhältnisses zwischen PC-Industrie und Microsoft, schreibt Forrester-Research-Analystin Sarah Rotman Epps in dem Blog-Eintrag "Warum Windows der größte eigene Feind ist".

Mary Jo Foley von "Cnet" ist aufgrund ähnlicher Erwägungen auch nicht sicher, ob Microsofts Schachzug "das Ende einer Ära oder der Anfang einer neuen" sei. Microsoft breche mit der Tradition, also mit dem vergangenen Erfolg, um ein neues Geschäftsmodell auszuprobieren: eigene Hardware neben der Xbox.

Denn darum geht es wirklich, glaubt ein paar Blog-Meter weiter Dan Farber. Mit der Xbox mache Microsoft schon seit über einem Jahrzehnt klar, dass man in Redmond sehr wohl weiß, wie das Apple-Prinzip der "vertikalen Integration" funktioniert: Alles aus eigener Hand. Spannend sei, wie es nun mit den womöglich gedemütigten Hardware-Herstellern weitergeht. Wird Microsoft sie zur Tablet-Produktion einladen - und wenn ja, zu welchen Bedingungen?

Auch für John Phillips von "Wired" ist das Surface ein "tollkühner Schritt". Aber er zitiert den Gartner-Analysten Michael Gartenberg, der meint: "Microsoft will Apple sein. Aber die einzige Firma, die erfolgreich wie Apple war, ist Apple." Dazu passt dann auch, das Microsoft zwei Jahre an seinem Tablet gewerkelt hat - und währenddessen drei iPad-Versionen auf den Markt gekommen sind.

Dass Gartenberg auch weniger aphoristisch kann, zeigt er auf Twitter, wo er handfestere Kritik und Twitter-Analysen sammelt - oft zur Frage, ob Surface "eher ein Zune, ein Kin oder doch eine Xbox" werde. Der interessanteste Kommentar kommt allerdings von einem Charlie Kindel. Er sieht in Microsofts Ankündigung, Surface nur über Microsoft-Shops zu verkaufen, einen "weiteren Hinweis, warum Microsoft es nur halbernst mit Surface meint". Zumal Microsoft-Chef Steve Ballmer im "The Verge"-Gespräch auch noch klar sagt, dass man mit Surface "den Verkauf von Windows 8 ankurbeln" wolle.

Letztlich, vermuten einige Kommentatoren, müsse Microsoft vielleicht doch eben jenen Hardware-Herstellern etwas bieten, das sie davon abhalten könnte, auf alternative Tablet-Betriebssysteme umzusteigen. Surface wäre demnach nur ein Symbol: "Schaut, was Windows 8/RT kann, wenn man nur will", wie Matt Burns von "Techcrunch" glaubt. Bisher habe es Microsoft auch ohne den Verkauf von Hardware geschafft, so erfolgreich wie kein anderer mit Software zu sein.

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1. Die Frage ist doch am Ende...
sappelkopp 19.06.2012
Zitat von sysopAPEin mutiger Zug, Verzweiflung, perfektes Timing: Microsofts Ankündigung eines eigenen Tablet-Computers hat in den Tech-Blogs eine Diskussion um Sinn und Unsinn von Surface entfacht. Offenbar zählt vor allem ein innerer Wert. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,839689,00.html
...was kostet der Spaß. Da Microsoft keine Fanboys wie Apple hat, wird das Ding über den Preis verkauft. Wenn der Preis ähnlich hoch wie bei Apple ist, sehe ich wenig Chancen. Dann kaufen die Leute gleich das Ding mit dem Appel.
2. Monopolist.
RRoger 19.06.2012
Der Monopolist Microsoft macht auch ohne "Fanboys" mit der Masse kräftig Kasse.
3.
miauwww 19.06.2012
Zitat von RRogerDer Monopolist Microsoft macht auch ohne "Fanboys" mit der Masse kräftig Kasse.
Naja, so sehr Monopolist nicht, zumindest was Pads angeht. Und Apple hat in den letzten Jahren weit mehr Kasse gemacht.
4. erst der Anfang?
dieter_huber 19.06.2012
interessant auch die Schicksalsfrage nach dem Kumpel Nokia. Wird denen das Windows-Phone demnächst auch aus der Hand genommen? Mir ist keine Produktankündigung für ein WP8-Phone bekannt. Das wäre das endgültige Aus für die Finnen.
5. Na Wahnsinn
Interessierter0815 19.06.2012
Zitat von sysopAPEin mutiger Zug, Verzweiflung, perfektes Timing: Microsofts Ankündigung eines eigenen Tablet-Computers hat in den Tech-Blogs eine Diskussion um Sinn und Unsinn von Surface entfacht. Offenbar zählt vor allem ein innerer Wert. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,839689,00.html
Es wird bald leichte Pads geben, auf der vernünftig Excel läuft so mit allen Schnickschnacks. Und das schon im Jahr 2012 - unglaublich...
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Zum Autor
  • Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.


Marktanteile der Tech-Riesen
Suchmaschinen (Desktop)
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Bing 4,24%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Suchmaschinen (Mobil)
Google 88,35%
Yahoo 6,63%
Baidu 3,34%
Bing 1,08%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
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Firefox 23,72%
Chrome (Google) 11,50%
Safari (Apple) 4,15%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Mobil)
Safari (Apple) 54,03%
Opera Mini 21,42%
Android Browser 12,74%
Symbian 6,89%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Desktop)
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Linux 1,16%
*weltweit, erhoben auf der Webbrowser-Angabe zum user-agent Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Mobil)
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iOS (Apple) 30,1
Symbian 6,9
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Nokia 1,8
andere 9,4
Marktanteil an Smartphone-Betriebsystemen im März 2011 in Deutschland (%). Quelle: InMob Mobile Insights, Basis der Auswertung sind 518,7 Millionen inMobi-Werbeeinblendungen auf Mobilgeräten in Deutschland im März 2011 und 470,3 Millionen Werbeeinblendungen im Januar
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Umsatz gesamt* Umsatz Google* Anteil Google (in %)
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TV 184,29 0
Zeitungen 91,495 0
gesamt 458,385 36,531 7,97
*Werbeumsätze 2011, weltweit in Mrd. Dollar, veröffentlicht von ZenithOptimedia 15. März 2012, Googles Werbeumsatz im Jahr 2011
Webnutzer
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Facebook 240,0 5,43
Wikimedia 161,3 0,22
Yahoo 141,0 1,23
eBay 107,6 0,99
Amazon 91,4 0,27
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