Als das iPhone 4 S vorgestellt wurde, das fast exakt so aussieht wie das iPhone 4, waren die Reaktionen verhalten. Gut, neuer, schnellerer Prozessor, bessere Kamera, und diese etwas unheimlich wirkende Sprachsteuerung namens Siri. Die Börsen waren enttäuscht, Apples Aktienkurs fiel von 380 auf rund 357 Dollar. Den Kunden war das egal, sie kauften neue iPhones wie die Verrückten. Schwupps hatte sich Apples Quartalsgewinn im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, genauso wie die Anzahl der verkauften iPhones.
Auch das iPad 2 unterschied sich nicht fundamental vom Vorgänger, auch dieses Tablet galt als langweilig. Aber es verkaufte sich erheblich besser als das Vorgängermodell: Ende 2011 hatte Apple insgesamt 55 Millionen iPads verkauft, davon allein 15 Millionen im letzten Quartal 2011.
Jetzt also das "neue iPad". Schnellerer Prozessor, besserer Bildschirm, ein neuer Datenfunk-Standard - von dem allerdings unklar ist, ob er in Deutschland überhaupt funktionieren wird. Laaangweilig. Sagen manche. Wobei die Kommentatoren inzwischen vorsichtiger geworden sind.
Eins ist allen Kommentatoren mittlerweile klar: Nur auf Basis der bei einer Präsentation weitergereichten Information lässt sich der Verkaufserfolg eines neuen Apple-Produktes nicht vorhersagen. Die Vorsicht ist gewachsen.
Klar ist aber auch: Ein iPad funktioniert primär als ästhetisches Objekt, als neuer, sehr bequemer Zugangsweg zu digitaler Unterhaltung und Information. Das wichtigste Element dieses extrem reduzierten Objektes ist der Bildschirm - und wenn der überzeugt, werden die Ästheten und Tech-Fanatiker bedenkenlos zugreifen. Im PC-Bereich schien das Rennen um eine immer höhere Auflösung gerade ein bisschen an Hektik verloren zu haben - bei tragbaren Internetgeräten hat es gerade erst angefangen.
Dem Autor auf Twitter folgen:
lis/cis
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Gadgets | RSS |
| alles zum Thema Apple | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH