Sim Lock Samsung liefert aktuelle Handys mit Regionalsperre aus

Populäre Smartphones wie das Galaxy S4 oder das neue Galaxy Note 3 sind künftig nur noch in der Region aktivierbar, in der sie gekauft wurden. Die Nutzung ausländischer Sim-Karten soll nur noch mit erheblichem Aufwand möglich sein.

Samsung Galaxy Note 3: Nur mit Sim-Karten der Verkaufsregion nutzbar
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Samsung Galaxy Note 3: Nur mit Sim-Karten der Verkaufsregion nutzbar

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Eigentlich ist das neue Samsung Galaxy Note 3 ein Handy, das man auf der ganzen Welt nutzen kann. Vom einfachen GSM-Standard bis zur neuesten LTE-Version mit 150 Mbit/s Datendurchsatz stehen auf dem Datenblatt Standards, wie sie in Mobilfunknetzen rund um den Globus genutzt werden. Wer mit Samsungs neuem Top-Smartphone ins Ausland reist, kann dort tatsächlich telefonieren und online gehen - aber nur gegen entsprechenden Aufpreis. Denn die Möglichkeit, auf Reisen schnell die Sim-Karte eines lokalen Anbieters ins Gerät zu stecken, um hohe Roaming-Gebühren zu umgehen, hat das koreanische Unternehmen mit einer sogenannten Sim-Lock Sperre blockiert.

Aufgefallen war die wunderliche Eigenschaft des neuen Samsung-Handys zuerst in England, als die ersten Exemplare ausgeliefert wurden. Ein Aufkleber auf der Schachtel macht dort darauf aufmerksam, dass es sich bei dem Gerät um eine "Europäisches Modell" handelt und das sei "nur mit Sim-Karten kompatibel, die von europäischen Mobilfunkanbietern ausgestellt worden sind". Es folgt eine Auflistung von Ländern, die Samsung als europäisch definiert.

Was das für die Anwender solcher Handys bedeutet, erklärt der britische Online-Händler Clove Technology auf der Bestellseite für das Note 3: "Wenn Sie international reisen (außerhalb Europas) und normalerweise eine lokale Sim-Karte ins Handy stecken, wird das Note 3 das jeweilige Mobilfunknetz nicht nutzen können. Es wird jegliche mobile Netzanbindung verlieren und nur noch Notrufe absetzen können."

Mit einer Fremd-Sim wäre Telefon nutzlos

Auch was das in der Praxis bedeutet, erklärt der Händler: "Wenn Sie zum Beispiel in die USA reisen und eine amerikanische Sim-Karte einsetzen, werden sie mit dem Note 3 weder Telefongespräche führen, noch Kurznachrichten empfangen oder im Web surfen können. Es würde nur in W-Lan-Netzen funktionieren". Allerdings, dieses Detail hat Clove ausgelassen, lassen sich per W-Lan nur Datenverbindungen nutzen, und keine regulären Telefonate führen.

Kurz gesagt: Das Telefon wäre nutzlos.

Die Einschränkungen erinnern an jene künstlichen Grenzen, die mit den Regionalcodes auf DVDs gezogen wurden: Indem Filmfirmen und Hardware-Hersteller festlegten, dass sich bestimmte DVDs nur auf Playern abspielen lassen, die in bestimmten Regionen verkauft wurden, wollte die Industrie verhindern, dass Grauimporte etwa von den USA nach Europa schwappen. Für europäische Nutzer bedeutete dass, dass sie auf neue Filme warten mussten, bis sie von den Studios für Europa freigegeben wurden, meist lange nach dem Start in den USA. Entsperrcodes, mit denen sich die Player für alle Regionen freischalten lassen, wurden zur beliebten Tauschware im Internet.

Nicht nur das Galaxy Note 3 ist betroffen

Doch ob ein einfacher Code ausreichen wird, um eines der per Sim-Lock gesperrten Handys für regionsfremde Sim-Karten zu öffnen, ist unklar. In einer Stellungnahme zum Thema führt Samsung aus, man könne ein Gerät aus einer anderen Region "bei lokalen Samsung-Servicepartnern" für die Region "kostenlos freischalten lassen". Wie aufwendig dieser Vorgang sein wird und wie oft man ihn durchführen kann, wird nicht erläutert. Ohnehin ist fraglich, wer sich, zumal auf kurzen Geschäftsreisen, mit einer solchen Prozedur herumplagen will. Natürlich muss man nach der Rückreise das Gerät daheim wieder umschalten lassen, sonst bleibt es nutzlos.

Samsung klärt außerdem darüber auf, dass beileibe nicht nur das Galaxy Note 3 mit einem Sim-Lock ausgeliefert wird. Vielmehr habe man die Technik auch bei folgenden Samsung-Modellen, "die ab Ende Juli 2013 hergestellt und mit einem entsprechenden Aufkleber versehen sind", eingebaut: Galaxy S3, Galaxy Note 2, Galaxy S4, Galaxy S4 mini.

Als Einschränkung will Samsung die technische Änderung aber offenbar nicht verstanden wissen und erklärt:

"Nutzer dieser Samsung Geräte können diese gemeinsam mit ihrer Sim-Karte eines Mobilfunkanbieters aus der Region Europa auch weiterhin Via Roaming-Dienst gegen entsprechende Roaming-Gebühren ihres Mobilfunkanbieters auf der ganzen Welt verwenden."

Eine Begründung, weshalb die Sim-Lock-Sperre eingeführt wurde, liefert das Unternehmen nicht.

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insgesamt 175 Beiträge
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Seite 1
Bernhard65 26.09.2013
1. Wird bestraft durch den Kunde
Frechheit, so etwas ohne Wissen der Käufer durchzuführen. Mein nächstes Handy wird wohl dann von einem Anbieter kommen wo ich als Vielreisender auch problemlos die Simkarte ändern kann. Vielleicht LG?
romaval 26.09.2013
2. Ein normal denkender
eventuell noch viel reisender User, wird sich dann eben ein anderes Handy kaufen.So einfach ist das.Ausserdem werden gebrauchte Geräte die diesen Regional Lock nicht haben ab heute bessere Preise erzielen. Für mich ist das ein Versuchsballon.Gehen die Verkäufe deshalb zurück rudert man in die Gegenrichtung.
bluemetal 26.09.2013
3. Warum ?
Die Frage welchen Sinn das macht, außer dem eigenen Ruf zu schädigen stellt sich zwangsläufig. Sicherlich gibt es Grauimporte, aber da kommt dann Zoll und Mehrwertsteuer drauf. Oft gehen die Geräte wg. fehlender Frequenzen eh nicht und ein passendes Netzteil muss auch noch geordert werden. Man spart also kaum ein paar Euro mit Grauimporten, so gravierend kann das also nicht sein dass es diese Maßnahmen rechtfertigt.
dasbertl 26.09.2013
4. Schade, hatte an das S4 schon gedacht...
Auch wenn ich eigentlich nicht wirklich viel Reise, das ist ein NoGo und wird meine Überlegung mir ein S4 zuzulegen wohl verändern. Möglicherweise nehm ich dann halt ein HTC One oder ein Sony Xperia Z
folmian 26.09.2013
5. Nur gut...
dass ich den geplanten Kauf aufgrund der Gerüchte doch noch verschoben habe. Eigentlich ein nettes Gerät, aber mit dieser Spinnerei ein no go. Come on, selbst Apple hat es eingesehen und fährt seine Restriktionen zurück. Noch gibt es ja andere Firmen, die ihre Kunden nicht gängeln müssen. Und es gibt eine Sprache, die die Möchtegernmarktführer in aller Welt bestimmt verstehen...
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