Thorsten Heins, der CEO von Research in Motion (RIM), hat viel vor: Mit dem neuen Betriebssystem Blackberry 10 will der deutsche Manager sein Unternehmen auf den dritten Platz im weltweiten Smartphone-Markt platzieren, hinter Android und iOS. Der Plan scheint ambitioniert, gab es 2012 bisher kaum positives über den kanadischen Handy-Pionier zu berichten. Rekordverluste zwangen ihn dazu, ein Drittel seiner Mitarbeiter zu entlasse, die Umsätze brachen ein, der Blackberry-Marktanteil schwand zusehends.
Doch jetzt hatte das Unternehmen Zahlen zu berichten, die verwundern. In den letzten drei Monaten habe man zwei Millionen neue Kunden geworben, teilte der Konzern mit. Damit habe man nunmehr 80 Millionen Anwender, die Blackberrys Dienste nutzen. Das Tech-Blog "Boy Genius Report" berichtet, die Meldung habe den Aktienkurs des Unternehmens sofort anziehen lassen. Ob dieser Trend anhalten wird, ist unklar.
Sicher ist hingegen, dass RIM offenbar Fortschritte mit seinem neuen Betriebsystem Blackberry 10 macht. Auf der Entwicklerkonferenz Blackberry Jam im kalifornischen San Jose gab Heins einen neuerlichen Ausblick darauf, wie sich die Blackberry-Smartphones mit dem Update verändern werden. Zuerst war die Software im Juni dieses Jahres gezeigt worden.
In der nun enthüllten Version, die als Beta 3 SDK bezeichnet wird, ist vor allem einiges von der neuen Benutzeroberfläche zu sehen. Die zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sie aktive Anwendungen als Widgets in Form vom großen Kacheln auf dem Display anzeigt, was an Windows Phone 8 und Meego erinnert. Per Fingerwisch gelangt man zu einer Übersicht installierter Apps, die mit Hilfe von Ordnern strukturiert werden kann.
Test-Handy im Erlkönig-Look
Ein besonderes Detail ist die Peek-Funktion, die man ebenfalls mit einer Fingergeste aktiviert. Sie ermöglicht es, von jeder App aus in die neue universelle Eingangsbox zu wechseln, in der Mails, IM-Nachrichten, Facebook-Statusmeldungen und ähnliches zusammengefasst werden.
Auf der Konferenz wurde außerdem ein neues Smartphone gezeigt, mit dem Software-Entwickler ihre Apps testen sollen, das Blackberry 10 Dev Alpha B. Genau wie das im Juni verteilte Modell Dev Alpha soll es nicht in den freien Handel gelangen. Gerüchten zufolge könnte es sich bei dem klobigen Gerät allerdings bereits um die finale Hardware in einem zur Tarnung grob verunstalteten Gehäuse handeln, berichtet heise.de. Ein Vergleich mit den ähnlich getarnten Erlkönigen der Automobilindustrie, liegt nahe.
Weniger offensichtlich ist dagegen, wie RIMs Manager versuchen, möglichst viele Entwickler auf ihre Seite zu locken und zu motivieren, Apps für das künftige System zu entwickeln. Die RIM-Manager Alec Saunders, Christopher Smith, and Martyn Mallick haben sich dazu den 80er-Jahre-Hit "Keep On Loving You" von REO Speedwagon vorgenommen und mit einem eigenen Text neu eingespielt. Ihr "Devs, BlackBerry Is Going To Keep On Loving You" genanntes Musikvideo, dass sie dazu gedreht haben, kann sich sehen lassen.
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