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Rezepte-Apps: Handys helfen Hobbyköchen

Wer ein Smartphone hat, kann sich beim Kochen helfen lassen. Etliche Rezepte-Apps sollen traditionelle Kochbücher zu ersetzen - mit Zigtausenden Rezepten, Community-Funktionen und interaktiven Einkaufslisten.

Rezepte-Apps: Lecker kochen mit dem Handy Fotos
TMN

Die schlechte Nachricht für Schnäppchenjäger vorab: Die meisten Koch-Apps für Smartphones und Tablets kosten Geld. Allerdings sind selbst die teuersten immer noch günstiger als die meisten Kochbücher. Und sie haben einen großen Vorteil: Eine solche Rezeptesammlung kann man immer dabei haben. Etwa, wenn man im Supermarkt nach einer zündenden Idee fürs Abendessen sucht. Oder unterwegs das Menü für den nächsten Besuch zusammenstellen will. Die Einkaufslisten hat man dann auch gleich parat und kann sie direkt am Bildschirm abhaken. Da erscheinen die Preise zwischen 79 Cent und einigen Euro vielen Nutzern akzeptabel.

Die App der Community " Kochmeister" (iOS, 1,59 EUR) verspricht den Zugriff auf mehr als 60.000 Rezepte von Hobby-Köchen. Wie auch andere Web-Communities bietet sie als entscheidenden Vorteil eine Orientierungshilfe - die Bewertungen der Nutzer, die das Rezept schon ausprobiert haben. Die Lieblingsgerichte können als Favoriten gespeichert werden, per Klick wird eine Einkaufsliste erstellt. Eine kostenlose Lite-Variante von "Kochmeister" kann man in einer Testphase zunächst voll nutzen, danach werden nur die ersten fünf Treffer angezeigt, bis zum Upgrade auf eine Vollversion.

Die Koch-Gemeinschaft Allrecipes.de setzt mit ihrem kostenlosen Angebot aufs Stöbern. Herzstück der App " Dinner Spinner" (iOS) sind drei Drehregler, bei denen man die Art des Gerichts (Suppe, Hauptgericht, Dessert etc.), die Hauptzutaten und die angepeilte Kochzeit auswählen kann. Angezeigt wird dann eine Liste der passenden Rezepte, ebenfalls von Nutzern erstellt und getestet. Die deutsche Version des "Dinner Spinners" ist kostenlos, auf Englisch gibt es für 2,39 Euro eine "Pro"-Variante mit mehr Funktionen. Sowohl für iOS als auch für Android-Geräte gibt es eine App mit dem schlichten Namen " Rezepte" (2,39 Euro), die Kochanleitungen aus dem "Rezeptewiki" aufbereitet.

Vermarktungsplattform für Lebensmittel-Konzerne und TV-Köche

Hinter kostenlosen Rezepte-Apps, die nicht die Erweiterung einer Web-Plattform sind, stehen oft einzelne Handelsunternehmen oder Lebensmittel-Hersteller. So gibt es etwa das digitale Kochbuch " Das Gute essen" vom Metro-Konzern. Die Einkaufslisten sind dann auf das Sortiment der hauseigenen Supermarkt-Kette Real abgestimmt, zudem muss man sich online anmelden, um sie zu erstellen. Ganz kostenlos bleibt es aber auch bei der Metro nicht: Die Gratis-App enthält nur 50 Rezepte, für alle 500 Kochanleitungen aus dem gleichnamigen Buch soll es bald eine kostenpflichtige Variante geben. Aus der Lebensmittelindustrie gibt es Apps etwa von Pfanni (natürlich mit Klößchen oder Nocken) oder von Philadelphia mit Frischkäse-Ideen von Torte bis zum Kartoffelauflauf.

Ansonsten ähnelt die Landschaft der kulinarischen Apps den Kochbuch-Regalen: Bekannte Namen von Fernsehköchen sollen die Kunden ansprechen. Der britische Jungstar Jamie Oliver war einer der ersten, der sich mit einem Extra-Angebot an Smartphone-Nutzer wandte. Anfänglich kostete die App mehrere Euro. Inzwischen ist das Modell flexibler: Die Grund-App gibt es kostenlos, dafür muss man für die einzelnen Mini-Kochbücher bezahlen, aktuell 1,59 Euro. Auch bekannte Gesichter aus deutschen Kochsendungen - zum Beispiel Cornelia Poletto (iOS, 0,79 Euro) oder Alfons Schuhbeck - haben eigene Mobil-Angebote für Hobbyköche. Dahinter steckt auch ein cleveres Geschäftsmodell: So kann man direkt aus Schuhbecks App (iOS, 1,59 Euro) seltene Gewürze im Online-Shop des Sternekochs bestellen.

Gehört ein iPad in die Küche?

Ein weiterer Vorteil der digitalen Bücher ist die Möglichkeit, in die Rezepte nicht nur Bilder, sondern auch Videoanleitungen einzubinden. Hier sind Tablet-Computer wie Apples iPad mit ihren größeren Bildschirmen klar im Vorteil. Allerdings können für Tablets angepasste Apps wie zum Beispiel "Kochen!", die mit ausführlichen Bildgalerien locker, mehr als zehn Euro kosten.

Und dann bleibt da noch die Frage, ob man wirklich das Risiko eingehen will, das mehrere hundert Euro teure Gerät mit Fett oder Teig zu bekleckern. Für Mutige jedenfalls gibt es Hilfen: Einige Apps blättern um, wenn man auf die Tischplatte klopft, und die neue US-Rezeptesammlung iCookbook soll sich komplett mit Sprachbefehlen steuern lassen.

Andrej Sokolow, dpa

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1. Hmm
Sapere aude 26.03.2011
Nur weil der Autor des Artikels ein iPhone heißt das nicht das das auch bei den Lesern so ist. Angesichts der Tatsache das das iPhone nicht mehr markbeherrschend ist würde man sich wünschen das wenigstens auch ein paar Android-Apps erwähnt würden.
2. Also ich habe...
lensenpensen 26.03.2011
den Artikel extra gelesen, um mich darüber lustig zu machen. Was für ein Blödsinn, nötig wie ein Kropf. Zitat: "Und sie haben einen großen Vorteil: Eine solche Rezeptesammlung kann man immer dabei haben. Etwa, wenn man im Supermarkt nach einer zündenden Idee fürs Abendessen sucht. Oder unterwegs das Menü für den nächsten Besuch zusammenstellen will. Die Einkaufslisten hat man dann auch gleich parat und kann sie direkt am Bildschirm abhaken." Wer plant bitte so sein Abendessen? Und ich finde es deutlich praktikabler einfach 'nen Zettel zum Einkaufen mitzunehmen. Weniger Fumelei, er kann runterfallen und v.a. kann man ihn unbeaufsichtigt im Einkaufswagen liegen lassen, wenn man schnell noch in einen anderen Gang muss. Und im "normalen Internet" gibt es zu genüge Free-Content rund ums Kochen, von Supercommunities auch schön bebildert. Wer braucht da bitte sein Handy. Wenigstens in der Küche sollte der "moderne Mensch" ohne Handy überlebensfähig sein. Wäre schön blöd, wenn nicht. Ist übrigens eine super Alliteration "Handys helfen Hobbyköchen". Klingt auch netter als "Neue Geschäftsidee um Küchenlegastenikern Geld aus den Rippen zu leiern".
3. Apps für jeden Mist
wayniac 26.03.2011
Viel besser als diese unnützen Apps sind freie Rezeptsammlungen im Internet. Auch dort sind mittlerweile Angebote dabei, die optimierte Ansichten für mobile Browser anbieten und so immer dabei sind. Sei es im Supermarkt oder in der Küche (es besitzt ja nicht jeder einen Laptop). Ein schönes Beispiel ist chefkoch punkt de. Solche Angebote halte ich für sinnvoller, als irgendwelche Apps. Immerhin erreichen solche Webseiten wenigstens alle mobilen Plattformen. Wenn der Verfasser seinen Lesern eine ernsthafte Hilfe sein möchte, sollte er vielleicht erst einmal auf solche Angebote eingehen, anstatt gleich Werbeplatform für Apfelliebhaber zu spielen.
4. Titel
EmmetBrown 26.03.2011
Zitat von wayniacViel besser als diese unnützen Apps sind freie Rezeptsammlungen im Internet. Auch dort sind mittlerweile Angebote dabei, die optimierte Ansichten für mobile Browser anbieten und so immer dabei sind. Sei es im Supermarkt oder in der Küche (es besitzt ja nicht jeder einen Laptop). Ein schönes Beispiel ist chefkoch punkt de. Solche Angebote halte ich für sinnvoller, als irgendwelche Apps. Immerhin erreichen solche Webseiten wenigstens alle mobilen Plattformen. Wenn der Verfasser seinen Lesern eine ernsthafte Hilfe sein möchte, sollte er vielleicht erst einmal auf solche Angebote eingehen, anstatt gleich Werbeplatform für Apfelliebhaber zu spielen.
Stimmt. Ich verwende auch chefkoch.de ..... auf meinem iPad in der Küche. Apps benötigt man eher nicht. Viele sind zwar kostenlos aber bieten nicht die Fülle an Rezepten. Aber vielleicht gibt es ja irgendwann die chefkoch-App, die auf die Daten der Webseite zugreift.
5. Das Thema gibt mehr her...
Mariadiana 26.03.2011
"Das Gute essen" unterscheidet sich ja nun wirklich von anderen Kochbuchapps: Ich erfahre sehr viel über die Nachhaltigkeitsstrategie von einigen Unternehmen unter dem Dach der Metro und es wird angekündigt, dass 1 Euro pro App an die TAFELN gespendet wird - auch das ist mal was Gutes. Ich hoffe, der appstore verzichtet in dem Fall auf die 30% Beteiligung und spendet auch mal... das hätten die TAFELN und die App verdient. ich bin jedenfalls gespannt auf die 500 Rezepte, denn die kostenlose Auswahl hat schonmal einen großen Spaß gemacht....und diskutieren kann man das Thema auch: http://on.fb.me/eqdgnI
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Handy-Anwendungen
Apps
Sogenannte Apps (Applications) sind Software-Anwendungen, die zusätzlich gekauft und dann auf entsprechend ausgestatteten Handys installiert werden können. Sie reichen von der Wasserwaage über Spiele bis hin zu Navigationssystemen fürs Mobiltelefon.
Apple App-Store
Der App-Store der Apple Inc. ist ein Portal, auf dem Programme und Spiele aus dem iTunes-Store für das iPhone heruntergeladen werden können. Der Mac-Konzern war bei diesem Thema Vorreiter. Apple gibt an, dass im April 2010 bereits rund 4 Milliarden Programme aus dem App-Store heruntergeladen worden seien. Aktuell sind rund 185.000 Anwendungen verfügbar, mehr als hunderttausend Entwickler haben sich registriert, um Anwendungen für den App Store entwerfen zu dürfen.
Nokias Ovi-Store
REUTERS
Seit Ende Mai 2009 gibt es auch von Nokia ein Portal, das eine Vielzahl von Programmen für Handys bietet. Im Nokia Ovi-Store können Kunden sich Spiele, Navigationskarten und Nachschlagewerke auf ihre Handys laden. Auch für den Ovi Store können sich externe Entwickler registrieren und versuchen, dort Software anzubieten. Rund 1,6 Millionen Anwendungen sollen dort täglich heruntergeladen werden.
Blackberry App World
Die Blackberry App World ist ebenfalls ein Pendant zum App-Store von Apple. Es ist ein vom Hersteller RIM betriebenes Softwareportal, in dem sich jeder Blackberry Nutzer Software kaufen kann. Die soll dann auf jedem Blackberry-Smartphone mit OS-Version 4.2 oder höher, sowie auf allen Geräte mit Trackball oder Touchscreen laufen. Ähnlich wie beim App-Store kann auch bei Blackberry jeder, der sich dort als solcher anmeldet, theoretisch Entwickler einer Handy-Anwendung werden. Man spricht von rund einer Million Downloads am Tag.
Android Market
AP
Android ist ein Handy-Betriebssystem von Google. Aktuell gibt es im Android Market genannten Downloadshop ungefähr 50.000 verschiedene Anwendungen. Auch hier kann theoretisch jeder eigene Programme entwerfen und anderen Nutzern kostenlos oder zum Kauf zur Verfügung stellen - vorausgesetzt, er registriert sich zunächst als Entwickler.


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