Samsung Galaxy Beam Das Mini-Kino-Handy

So stellt man sich mobiles Multimedia vor: Filme hat man auf dem Handy dabei, der eingebaute Projektor wirft sie auf die Leinwand. Aber bringt das wirklichen Seh-Spaß? Mit Samsungs neuem Beamer-Handy haben wir ausprobiert, ob der Traum schon wahr geworden ist.

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Selten konnte ich Freunde und Bekannte so schnell für ein Smartphone begeistern wie für das Galaxy Beam. Die übliche Reaktion auf meine Erklärung dessen, was das schwarzgelbe Testgerät von der Konkurrenz abhebt: "Das hat einen Beamer eingebaut? Krass!" Wenn ich dann noch per Knopfdruck den integrierten DLP-Projektor anwarf, den Android-Desktop und vielleicht ein YouTube-Video auf der nächsten Wand erstrahlen ließ, kamen die ersten Bekundungen: Haben wollen.

Mich selbst zu überzeugen, war für das neue Samsung-Handy da schon schwieriger. Seine reguläre Ausstattung jedenfalls kann den Listenpreis von 539 Euro nicht rechtfertigen. Ein Vier-Zoll-Bildschirm mit 800x480 Pixeln prangt vorne auf einem 12,6 Millimeter dicken Gehäuse. Darin arbeitet ein Dualcore-Prozessor mit 1 GHz Taktfrequenz. Acht Gigabyte Massenspeicher stehen zur Verfügung. Die Kamera knipst fünf Megapixel, Bluetooth 3.0, W-Lan 802.11n und HSPA+ sorgen für schnelle drahtlose Verbindungen. Als Betriebssystem ist das in die Jahre gekommene Android 2.3 installiert.

Nichts davon ist herausragend, nichts davon kann begeistern, wäre da nicht der eingebaute Beamer. Der wird von Samsung als "Lichtstarker Mobiler Projektor" bezeichnet und soll bei einem Abstand von bis zu zwei Metern Bilder im 50-Zoll-Format (127 Zentimeter) auf Wände werfen können. Er kann Filme abspielen, den Android-Desktop wiedergeben, Präsentationen vorführen und in einer Art Bildschirmschoner-Modus auch als psychedelische Raumbeleuchtug verwendet werden. Sogar als Overhead-Projektor kann man ihn nutzen, Live-Bilder der Kamera werden auf Wand oder Leinwand projiziert.

Ein Neuntel HD

Auf Wunder sollte man allerdings nicht hoffen. Samsung bezeichnet die Auflösung als nHD, was mit echter HD nichts gemein hat, sondern "ein Neuntel HD" bezeichnet und 640x360 Bildpunkten entspricht. Feine Details können bei dieser Auflösung nicht erwartet werden.

Ähnlicher Minimalismus gilt für die Lichtstärke, die Samsung mit 15 Lumen angibt. Zum Vergleich: Gute Heimkino-Beamer leisten etwa 2000 Lumen. Selbst solche Geräte haben es schwer, bei Tage gegen Streulicht anzukommen. Das Galaxy Beam ist da vollkommen chancenlos. In einem normal beleuchteten Raum, einem Warteraum am Flughafen womöglich, bekommt es kein brauchbares Bild an die Wand geworfen. Erst wenn man sich eine dunkle Ecke sucht, lässt sich das Bild erkennen. Im Test haben sich leere Regalfächer als brauchbar erwiesen.

Deutlich besser ist man dran, wenn man das Handy in einem abgedunkelten Raum verwendet. Dort kann man auch locker die versprochenen 50 Zoll Bilddiagonale und mehr erreichen. Wir haben problemlos auch doppelt so große Wiedergabeflächen hinbekommen. Dann ist das Bild zwar riesengroß, aber auch sehr flau. Für einen Filmabend mit Freunden ist das Galaxy Beam deshalb kaum geeignet, reicht aber, um einen YouTube-Film oder ein paar eigene Videoclips anzusehen.

Fummelige Fokussierung

Bis man damit loslegen kann, sind einige Vorbereitungen zu treffen. Das fängt damit an, eine stabile Unterlage zu finden, auf der man das Handy im richtigen Winkel positionieren kann. Der mitgelieferte Standfuß taugt dafür leider gar nicht, weil das Beam auf ihm stets schief steht. Dafür hat er eine Doppelfunktion als Ladekasten für den mitgelieferten Zweitakku. Den braucht man, weil dem Handy fast spürbar die Energie entzogen wird, sobald man den Beamer aktiviert. Normal als Smartphone genutzt hält der Stromspeicher des Samsung-Handys bei mäßigem Gebrauch dagegen locker mehrere Tage durch.

Ist das Projektor-Handy richtig positioniert, muss noch der Fokus eingestellt werden. Automatisch geht das leider nicht. Stattdessen muss man einen kleinen virtuellen Schieberegler auf dem Display justieren, bis das projizierte Bild scharf erscheint. Alternativ lässt sich dazu auch die Lautstärkewippe am Gehäuse verwenden. Ist das erledigt, sollte man das Galaxy Beam lieber nicht mehr berühren, denn jede Änderung des Abstands zur Projektionsfläche verändert die Bildschärfe und macht eine erneute Einstellung nötig.

Eine nette Spielerei für Nischenanwendungen, vielleicht sogar ein professionelles Hilfsmittel für Präsentationen, mehr ist der Projektor im Galaxy Beam nicht. Samsung zeigt mit seinem neuen Beamer-Handy, was derzeit technisch möglich ist - und wo die Grenzen des Machbaren liegen. Es macht Spaß, damit Freunde zu beeindrucken und taugt sogar dazu, mal eine Folge der Lieblingsserie auf der Zimmerdecke anzuschauen. Ein Ersatz für einen richtigen Beamer oder einen Fernseher ist es nicht.

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Seite 1
franko_potente 07.08.2012
1.
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINESo stellt man sich mobiles Multimedia vor: Filme hat man auf dem Handy dabei, der eingebaute Projektor wirft sie auf die Leinwand. Aber bringt das wirklichen Seh-Spaß? Mit Samsungs neuem Beamer-Handy haben wir ausprobiert, ob der Traum schon wahr geworden ist. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,847886,00.html
8 Megapixel Massespeicher..hut ab .-)
Pumuggl 07.08.2012
2.
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINESo stellt man sich mobiles Multimedia vor: Filme hat man auf dem Handy dabei, der eingebaute Projektor wirft sie auf die Leinwand. Aber bringt das wirklichen Seh-Spaß? Mit Samsungs neuem Beamer-Handy haben wir ausprobiert, ob der Traum schon wahr geworden ist. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,847886,00.html
Völlig neue Technologie... It's cool, man! :-)
Kosmopolit08 07.08.2012
3.
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINESo stellt man sich mobiles Multimedia vor: Filme hat man auf dem Handy dabei, der eingebaute Projektor wirft sie auf die Leinwand. Aber bringt das wirklichen Seh-Spaß? Mit Samsungs neuem Beamer-Handy haben wir ausprobiert, ob der Traum schon wahr geworden ist. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,847886,00.html
Wow endlich der iPhone-Killer schlechthin. Hat es denn schon Android 2.3 und gibt es eine Information, ob Android 4 darauf laufen wird, wenn Geräte mit Android 7 im Laden stehen?
Kosmopolit08 07.08.2012
4.
Zitat von franko_potente8 Megapixel Massespeicher..hut ab .-)
Da ist genug Platz für Bilder die man mit der 5 Megabyte Kamera machen kann
Layer_8 07.08.2012
5. will wohl heißen:
Zitat von franko_potente8 Megapixel Massespeicher..hut ab .-)
CCD: 8.000.000 x 4 x 8 Bit pro Bild. Macht n Viertel Gig pro Bild (256 MBit).
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