Samsung Galaxy Camera: Diese Kamera zoomt und skypt

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Großer Touchscreen, Mobilfunk-Modul und ein Riesen-Zoom: Samsungs Galaxy Camera ist ein Online-Fotoapparat, mit dem man unterwegs aufnehmen, Bilder bearbeiten und gleich veröffentlichen kann. Der Test zeigt, ob die funkende Kamera tatsächlich gut fotografiert.

Samsung Galaxy Camera: So sieht Samsungs Android-Kamera aus Fotos
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Mehr als zwölf Zentimeter Bildschirmdiagonale - Samsungs Galaxy Camera hat ein größeres Display als die meisten Smartphones. Dieses Gerät ist ein Experiment, neben Nikons S800c und dem Nokia Pureview 808 ist die Galaxy Camera einer der ersten Online-Fotoapparate. Samsungs Kamera hat viel mehr Ähnlichkeit mit einem modernen Smartphone als die Nikon-Kameras: Ein Sim-Karten-Steckplatz ist eingebaut, eine aktuelle Android-Version installiert und dazu ein Zoom-Objektiv mit enormer Brennweite.

Browsen, Fotografieren, Bloggen - wie gut ist die Galaxy Camera als Smartphone, wie gut als Kamera?

Das gefällt: gute Steuerung, aktuelles Android, viel Funktechnik

Bedienung: Die Galaxy Camera ist schnell. Die Kamera ist so fix einsatzbereit wie ein Smartphone, einmal den Einschaltknopf drücken und in einem Augenblick kann man fotografieren, indem man den Auslöser drückt. Das Android-System und auch rechenintensive Apps wie das Bildbearbeitungsprogramm Snapseed laufen flüssig ohne störende Wartezeit.

Das Android-Betriebssystem hat Samsung um eine eigene Kamera-Software ergänzt. Man steuert die Kamera per Bildschirm. Das hat Samsung besser gelöst als Nikon bei der S800c. Man kann Motivprogramme auswählen, in Voll- und Halbautomatik fotografieren, ISO-Empfindlichkeit, Belichtungskorrektur, Blendenöffnung und Verschlusszeit selbst einstellen. All diese Details reguliert man per Touchscreen über eine Bildschirmansicht, in der die verschiedenen Werte in Drehrädchen angezeigt sind. Dabei sieht man immer noch genug vom Motiv, dank des großen Bildschirms mit der hohen Auflösung. Nur gezoomt wird mit einem kleinen Hebel am Auslöser.

Fotostrecke

15  Bilder
Nikon S800c: Das kann die Android-Kamera
Aktuelles Android-System: Anders als Nikon bei seiner Online-Kamera hat Samsung eine recht aktuelle Android-Version installiert (4.1.1. aus dem Juli 2012). Viele gute Foto-Programme laufen auf der Galaxy-Kamera, Snapseed, Instagram, Photoshop Express, Flickr (auf unserem Testgerät allerdings nur nach Direktinstallation der APK). Mit Programmen wie Wordpress und Tumblr kann man Fotos direkt im eigenen Blog veröffentlichen und per Touchscreen betexten. Über den Sinn von Bildbearbeitung auf einem Zwölf-Zentimeter-Bildschirm kann man streiten. Aber wer unbedingt unterwegs fotografieren, die Aufnahmen veredeln und publizieren will, findet in der Galaxy Camera ein gutes Werkzeug.

Ausstattung: Samsung hat in der Galaxy Camera viel Standard-Technik aktueller Smartphones verbaut: Dank des Steckplatzes für die Mini-Sim-Karte kann man überall online sein, auch ohne Smartphone. Per Bluetooth kann man zum Beispiel ein Headset anschließen und per Skype telefonieren. Dank GPS-Chip kann man Fotos mit Koordinaten versehen oder Karten aufrufen. Nettes Extra: Käufer der Galaxy Camera erhalten für zwei Jahre 50 Gigabyte kostenlosen Speicherplatz beim US-Anbieter Dropbox. Wer will, kann mit dieser Kompaktkamera E-Mail schreiben, Nachrichten lesen, navigieren, skypen und spielen - nur telefonieren kann man nicht.

Nicht so schön: groß, schwer, rauschend

Bildqualität: So gut die Galaxy Camera als Smartphone ist, so durchschnittlich ist sie als Kamera. Die Bildqualität ist den meisten Smartphones weit überlegen, aber nicht viel höher als bei Kompaktkameras, die im Handel weniger als 200 Euro kosten. Schon bei einer niedrigen ISO-Empfindlichkeit von 100 sind Details verschmiert und Störungen zu sehen, das Objektiv ist mit der größtmöglichen Blendenöffnung von f/2,8 nicht besonders hell, im Zoom-Bereich wird es noch dunkler.

Galaxy Camera: ISO-Reihe von 100 über 400, 800 bis ISO 1600 Zur Großansicht
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Galaxy Camera: ISO-Reihe von 100 über 400, 800 bis ISO 1600

Die Galaxy Camera speichert Aufnahmen nur im JPG-Format, Raw-Dateien sind bei Kameras in dieser Preisklasse eigentlich Standard, sie geben Freiraum bei der nachträglichen Bearbeitung, davon profitiert bei manchen Aufnahmen die Bildqualität. In der Preisklasse von 450 Euro gibt es kleinere Kameras, die erheblich bessere Fotos machen - man zahlt also einen Aufpreis für Touchscreen, Android und Funkchips. Auch das Nokia Pureview 808 liefert höhere Bildqualität, hat aber keinen optischen Zoom.

Fotostrecke

15  Bilder
Nokia 808 Pureview: So fotografiert das 38-Megapixel-Kamerahandy
Größe: Wegen des großen Bildschirm und des Zoom-Objektivs ist die Galaxy Camera vergleichsweise groß und schwer. Kameras wie die Canon S90, die Sony RX100, die Panasonic LX7 sind leichter, kleiner und machen bessere Fotos. Die Galaxy Camera hat mit diesem Modellen wenig gemeinsam, sie ist eher ein Smartphone mit angesteckter Kompaktkamera.

Allerdings ersetzt sie ein Smartphone nicht - man kann ja nicht mit ihr telefonieren. Es ist also fraglich, ob das Gewicht der Kamera wirklich sinnvoll genutzt wird. Wenn man die Galaxy Camera zusätzlich zum Smartphone mit ähnlichen Komponenten (GPS, Mobilfunkmodul, Touchscreen) bei sich trägt, ist das wenig effizient.

Vorteile, Nachteile, Fazit

großer Bildschirm mit hoher Auflösung

gute Kamera-Software

aktuelles Android-System

große App-Auswahl

Steckplatz für Sim-Karte

Bildqualität auf dem Niveau halb so teurer Kompaktkameras

keine Raw-Dateien

mangels Telefoniefunktion kein Smartphone-Ersatz

Fazit: Die Galaxy Camera ist die erste richtig gut funktionierende Umsetzung des Konzepts Online-Kamera. Dank aktuellem Android-System laufen viele interessante Programme zum Bearbeiten und Publizieren von Fotos auf dieser Kamera - kein Vergleich mit den dürftigen Online-Funktionen der Sony-Nex-Kameras. Dank des guten, großen Bildschirms lassen sich all die Programme gut per Touchscreen steuern. Die Kamera ist allerdings nicht so gut wie die restliche Technik - mit einer 200-Euro-Kompaktkamera gelingen ähnliche Aufnahmen. Für wen also ist die Samsung Galaxy Camera gemacht? Menschen, die ein altes Nokia-Tastentelefon und eine uralte Kompaktkamera haben, werden letztere durch die Galaxy Camera ersetzen und begeistert sein. Alle anderen mailen, surfen und spielen wohl längst mit ihrem Smartphone.

Das sagen die anderen: The Verge ist beeindruckt von den "phantastischen" Funktionen zum Bearbeiten und Teilen von Fotos, bleibt aber skeptisch - 300 Dollar Aufpreis seien die Extras nicht wert, wenn man ein gutes Smartphone besitze. Cnet nennt die Galaxy Camera die "beste Android-Kamera" bislang, Engadget ist angetan von dem Konzept, bewertet die Kamera aber als zu schwer und zu groß.

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Komapktkameras und Smartphones im Überblick
Kamera Samsung Galaxy Camera Nikon S800C Nokia Pureview 808 Olympus XZ-2 iPhone 4s
günstigster Preis * 449 325 427,97 541 399
Maße (Gehäuse) 12,9 x 7,1 x 1,9 11,1 x 6 x 2,7 12,4 x 6 x 1,4 11,3 x 6,5 x 4,8 11,5 x 5,86 x 0,93
Volumen (Gehäuse-maße), cm³ 188,727 179,82 104,16 352,56 62,6727
Gewicht 305 184 169 346 137
Objektiv f/2,8- f/5,9 f/3,2 - f/ 5,8 f/2,4 f/1,8 - f/2,5 f/2,4
Objektiv (Brennweite kb.-äquivalent, mm) 23 - 483 25-250 28 28-112 -
Mindest-abstand (cm) 10 - 15 cm 1 -
Auflösung (Megapixel) 16 16 3 / 5 / 8 / 38,4 12 8
Sensorgröße (cm²) 0,28 0,28 0,85 0,43 0,155
Megapixel pro cm² 58,2 57,14 3,53 / 5,87 / 9,40 / 45,18 27,91 51,61
Display (Diagonale Zoll / cm) 4,8 / 12,19 3,5 / 8,89 4 / 10,16 3 / 7,6 3,5 / 8,89
Display Auflösung (Pixel / Subpixel) 921.600 / 2.764.800 273.000 / 819.000 230400 / 691.200 306.666 / 920.000 614.400 / 1.843.200
Dateiformat JPG JPG JPG JPG / RAW JPG
Besonderheiten Android 4.1, GPS, Glosnass, 8 Gb interner Speicher, microSD-Card, SIM-Slot, W-Lan Touchscreen, Android 2.3.3, GPS, W-Lan Touchscreen, Symbian Touchscreen, Bildschirm neigbar Touchscreen, iOS, 3G
Sunspider Standardbrowser (Javascript Benchmark, weniger ist besser) ** 1802,4 - 4341,8 - 1816,2
An3DBenchXL (Grafikleistung, mehr ist besser) 29612 - - - -
* günstigster Preis im deutschen Online-Handel (laut geizhals.at, Stand 7.12.2012 / ** 808 Pureview laut Harrdwareluxx.com

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insgesamt 27 Beiträge
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1. Wie gut ist der Autofocus beim Zoomen?
zoon.politicon 09.12.2012
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEGroßer Touchscreen, Mobilfunk-Modul und ein Riesen-Zoom: Samsungs Galaxy Camera ist ein Online-Fotoapparat, mit dem man unterwegs aufnehmen, Bilder bearbeiten gleich veröffentlichen kann. Der Test zeigt, ob die funkende Kamera tatsächlich gut fotografiert. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/samsung-galaxy-camera-a-871582.html
In diesem Artikel fehlt mir ein Hinweis, wie gut - oder schlecht - bei dieser Kamera bei maximalem Zoom der Autofocus arbeitet, ein häufiger Problembereich bei diesen Kameras.
2. Im 1. Moment denkt man: Super...
astrobyte 09.12.2012
... aber spätestens, wenn man den Preis hört, fragt man sich, wie zweckmäßig die Features eigentlich sind! Mir wäre ein größerer Sensor (z.B. APS-C) wesentlich wichtiger und ein 10-fach Zoom würde vollkommen reichen. Auch Android 4.1 ist Edel-Schnickschnack und trägt kaum zu besserer Bildqualität bei. Ich bearbeite meine Fotos lieber auf dem heimischen PS nach, als mit irgendwelchen Bildverschlimmerungs-Apps unter Adroid.
3. Ja, was denn nun?
hdudeck 09.12.2012
"Per Bluetooth kann man zum Beispiel ein Headset anschließen und per Skype telefonieren. ......E-Mail schreiben, Nachrichten lesen, navigieren, skypen und spielen - nur telefonieren kann man nicht." Kann man oder kann man nun nicht telefonieren . Ganz scheint sich der Autor selbst nicht ganz im klaren zu sein.
4. Bin ich blind, oder
HappyPrimateIdiot 09.12.2012
Die Objektivoeffnungzeigt, dass es sich um ein Filmkameraobjektiv handelt... nicht so toll. Die Qualitaet solcher Objektive ist bestimmungsgemaes nachrangig... UNTER GARANTIE ist Fokussieren bei dem Geraet ein staendiges Problem und mancher wird sich wuenschen, er haette lieber ohne Zoom, mit Fixfokus und grossem Chip gearbeitet. Andererseits ist es eben ein Kompromiss und VielGelegenheitsKnipser brauchen nun kein Telefon mehr mitzunehmen.
5. Au weia
axcoatl 09.12.2012
Das kommt also dabei heraus, wenn Samsung 'innovativ' ist ? Eine übergroße Kompakt Kamera, die kein Mensch tragen will, dafür aber alles halbwegs schlecht kann, und unnützerwise zum skypen in der Lage ist ? Das Ding will kein Mensch. Wenn Samsung nicht von Apple (oder anderen) kopiert, dann kommt wohl nur Mist heraus. Meister der Innovation. Ich lache mich tot. ;-) Damit kriegt man eine Ahnung, wie Samsung Smartphones noch heute aussehen würden, hätte es das iPhone nicht gegeben: schwer, unnütze Funktionen, und man könnte damit skypen, aber nicht telefonieren ? ;-)
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Fototechnik-Fachbegriffe
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Brennweite
Konrad Lischka
Die Brennweite gibt eine Entfernung innerhalb des Objektivs einer Kamera an. Genauer: Die Brennweite ist der in Millimetern angegebene Abstand zwischen der Mittelachse der Linse und der Stelle, wo das einfallende Licht auf Sensor oder Film trifft. Relevant ist das für die Bildgestaltung so: Je höher die Brennweite, desto näher wird das abgebildete Objekt herangezoomt.

Die Brennweite verändert auch die Bildwinkel der Aufnahme. Hier spielen aber auch die verschiedenen Aufnahmeformate (sprich: Wie groß ist das auf den Sensor der Kamera einfallende Bild?) eine Rolle. Deshalb geben Hersteller meistens die sogenannte kleinbildäquivalente Brennweite (Equiv.135) an.

Kleinbildbrennweiten werden mit Werten wie zum Beispiel 24-60 mm bei digitalen Kompaktkameras angeben. Wenn ein solches Objekt den Bereich zwischen 17 und 35 mm umfasst (siehe Foto: links 35 mm, rechts 28 mm), sind Weitwinkelaufnahmen möglich (hilfreich, um zum Beispiel Menschengruppen oder Bauwerke aus nicht allzu großer Entfernung aufzunehmen), ab 50 mm ist man schon im leichten Telebereich.
Blendenöffnung
Für eine Kamera ist die Blende, was die Iris für das Auge ist: Diese Öffnung hat eine veränderbare Größe, und je größer sie ist, desto mehr Licht fällt ein. Bei kompakten Digitalkameras kann die Blende manchmal, bei Spiegelreflexkameras meistens auf Wunsch manuell eingestellt werden. Angegeben wird sie dabei mit der sogenannten Blendenzahl (wie um Beispiel 8, 5,6 oder 2,8).

Je größer die Blendenzahl (oft angegeben mit f/Blendenzahl), umso kleiner ist die Blendenöffnung. Konkret: Bei der Blendenzahl 4 ist die Blendenöffnung doppelt so groß wie bei der nächst höheren Blendenzahl 5,6. Die Blendenzahlen beruhen auf einer mathematischen Formel, nach der sich die sogenannte Blendenreihe berechnet. Hier verkleinert sich von Stufe zu Stufe die Blendenöffnung (0,5 / 0,7 / 1 / 1,4 / 2,8 / 4 usw.

Mehr Licht durch eine große Blendenöffnung ermöglicht eine kürzere Verschlusszeit. Eine möglichst kurze Verschlusszeit ist nötig, um sich schnell bewegende Objekte möglichst scharf aufzunehmen. Wer zum Beispiel einzelne Szenen eines Basketballspiels einer nicht allzu hell beleuchteten Sporthalle aufnehmen will, kann eine kleinere Blendenzahl (also eine größere Blendenöffnung) wählen und dafür die Verschlusszeit verkürzen. Als Richtwert gilt dabei: Ein Stufe abwärts in der Blendenreihe erlaubt eine gleichzeitige Halbierung der Belichtungszeit.

Gleichzeitig beeinflusst die Größe der Blendenöffnung die sogenannte Schärfentiefe. Grundregel: Je kleiner die Blendenzahl (und je größer somit die Blendenöffnung), desto geringer die Schärfentiefe. Geringe Schärfentiefe bedeutet: Das Motiv im Vordergrund ist scharf, der Hintergrund ist unscharf. Große Schärfentiefe bedeutet, dass die Partien im Vorder- und Hintergrund scharf auf dem Bild erscheinen.
Verschluss-/ Belichtungszeit
Wie lange die Blende geöffnet ist, wie lange also Licht auf den Sensor der Kamera fällt, gibt die Belichtungszeit an. Je länger diese Verschlusszeit ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor.

Diese Verschlusszeit wird meistens in Sekundenbruchteilen angegeben. 1/1000 ist zum Beispiel eine tausendstel Sekunde. Bei Kompaktkameras kann die Verschlusszeit manchmal, bei Spiegelreflexkameras immer auch manuell eingestellt werden. Angeben wird sie in Zeitstufen (wie 0,5"; 1/4; 1/8; 1/15; 1/30; 1/60; 1/125 usw.). Je größer die Zeitstufe, umso länger ist der Verschluss geöffnet.

Bei einer kurzen Verschlusszeit erscheinen auf dem Bild sich schnell bewegende Objekte scharf, bei längeren Verschlusszeiten wirken sie verwischt, das ist die sogenannte Bewegungsunschärfe. Verwendet man bei solchen Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten kein Stativ oder zumindest eine feste Unterlage für die Kamera, verwackeln die Aufnahmen oft durch die Bewegung der Hand. Ruht die Kamera auf einer festen Unterlage, kann man mit längeren Belichtungszeiten zum Beispiel Autos auf Fotos verwischt erscheinen lassen, während alle statischen Objekte in der Umgebung scharf erscheinen.

Bei sehr kurzen Belichtungszeiten ist eine starke Beleuchtung oder eine entsprechend große Blendenöffnung nötig, um ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Grundregel: Stellt man eine Zeitstufe größer ein, kann man eine Blendenzahl weniger einstellen.
Schärfentiefe
Konrad Lischka
Schärfentiefe meint den Bereich in einer bestimmten Entfernung der Kamera, der auf dem Foto als scharf erscheint - je größten dieser Entfernungsbereich ist, umso größer ist die Schärfentiefe.

Konkret: Geringe Schärfentiefe bedeutet, dass das Motiv im Vordergrund scharf, der Hintergrund aber unscharf ist. Große Schärfentiefe bedeutet: Die Partien im Vorder- und Hintergrund erscheinen auf dem Bild scharf. Die Schärfentiefe eines Bildes hängt unter anderem von der Größe der Blendenöffnung ab, aber auch von der Brennweite des Objektivs und dem Bildformat beziehungsweise der Sensorgröße.
Sensorgröße
Die Größe des Fotosensors einer Digitalkamera beeinflusst neben anderen Faktoren die Qualität der Fotos. Angegeben wird die Größe oft in Standardgrößen wie 1/2,3 Zoll oder 1/1,7 Zoll. Diese Größen sind von einem Format für TV-Kameras aus den fünfziger Jahren übernommen, haben keinen direkten Zusammenhang mit der Oberfläche des Sensors.

Einige Beispiele für Sensorgrößen:

- 1/2,3", z.B. Pentax Q: 0,28 cm²
- 1/1,7", z.B. Canon G12, Canon S100: 0,43 cm²
- 2/3", z.B. Fujifilm X10:0,58 cm²
- 1", z.B. Nikon J1, Sony RX100: 1,16 cm²
- 4/3", z.B. Panasonic GF3: 2,25 cm²
- Canon G1X: 2,62 cm²
- Canon APS-C, z.B. 7D: 3,32 cm²
- Nikon DX, z.B. Nikon D90: 3,72 cm²
- Sony APS-C, z.B. Nex-5n: 3,81 cm²
- Kleinbild-Vollformat, z.B. Canon 5D Mark II, Nikon D700, Sony A900: 8,64 cm²
- Mittelformat, z.B. Pentax 645D: 17,28 cm²

Ein Problem bei der Sensorgröße entsteht, wenn auf der gleichen Fläche immer mehr Fotodioden untergebracht werden. Sprich: Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung (gemessen in Megapixel) wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Fotodioden auf einer kleineren Oberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jede einzelne der Fotodioden, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen, das sogenannte Bildrauschen, mit sich bringt.
Lichtempfindlichkeit / ISO-Wert
Konrad Lischka
Wie lichtempfindlich Filmmaterial ist, wird unter anderem mit den sogenannten ISO-Werten angegeben. Ein Film mit ISO 200 ist doppelt so lichtempfindlich wie ein ISO-100-Film, bei ISO 400 verdoppelt sich die Lichtempfindlichkeit gegenüber ISO 200 und so weiter.

Bei Digitalkameras haben die Hersteller diese Skala übernommen, um die Empfindlichkeit anzugeben. Wenn in einem dämmrigen Umfeld die Verschlusszeit wegen Verwacklungsgefahr nicht stark genug erhöht werden kann und eine allzu große Blendenöffnung wegen des Verlusts an Schärfentiefe nicht erwünscht ist, kann die Empfindlichkeit erhöht werden, um eine ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Hebt man die ISO-Stufe um einen Schritt an, kann die Verschlusszeit zum Beispiel um einen Schritt vermindert werden.

Bei Digitalkameras verstärkt die Software das auf dem Sensor eingehende Signal. Dabei verstärkt die auch die Störungen, das sogenannte Bildrauschen nimmt zu.
Megapixel
Der Megapixel-Wert gibt die Auflösung einer Digitalkamera an, also wie viele Bildpunkte der Sensor erfasst. Ein Megapixel entspricht einer Million Bildpunkte. Aus der Pixelmenge resultiert die Rasterung beim Druck der Fotos - je höher die Auflösung, desto größer können die Fotos gedruckt werden, ohne dass die Pixel sichtbar werden.

Laut Kodak genügt für einen Ausdruck in A4-Format (20x30 cm) in guter Qualität eine Auflösung von 1920 x 1280 Pixeln (2,4 Megapixel), für optimale Qualität ist eine Auflösung von 2160 x 1440 Pixeln (3,1 Megapixel) nötig.

Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Bildpunkten auf einer kleineren Sensoroberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jeden einzelnen der Bildpunkte, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen durch das sogenannte Bildrauschen mit sich bringt.
Bildrauschen
Konrad Lischka
Die Ursache für das Bildrauschen sind physikalische Effekte auf dem Bildsensor und den dort untergebrachten Fotodioden, vor allem den sogenannten Dunkelstrom. Wie stark diese Effekte im Foto sichtbar (siehe Foto mit 1600 ISO) sind, hängt von mehren Faktoren ab:

- Bei gleicher Auflösung rauschen Sensoren mit kleinerer Oberfläche stärker als größere.

- Je stärker die Lichtempfindlichkeit der Kamera eingestellt ist, umso stärker ist das Rauschen, da das vom Sensor eingehende Signal verstärkt wird - einschließlich der Störungen.

- Je wärmer der Sensor ist, umso stärker ist das Bildrauschen.

Digitalkameras nutzen diverse Software-Routinen, um das Bildrauschen schon beim Abspeichern einer Aufnahme herauszurechnen. Die Hersteller nutzen verschiedene Verfahren mit unterschiedlichen Ergebnissen. Manchmal beeinträchtigt die Rauschunterdrückung wiederum die Schärfe eines Bildes sichtbar.

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