Galaxy Note 10.1: Samsungs teures Kritzel-Tablet

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Auf diesem Tablet kann man mit einem Spezial-Stift malen und schreiben: Mit dem Galaxy Note 10.1 bringt Samsung einen Flachrechner, den man nicht nur betatschen, sondern auch bekritzeln kann. Das kommt nicht billig. Ob es ordentlich funktioniert, verrät der Test.

Samsung Galaxy Note 10.1: Ein Tablet zum Malen und Zeichnen Fotos
SPIEGEL ONLINE

Was hat denn da so lange gedauert? Fast ein halbes Jahr ist es her, da zeigte mir Samsung auf dem Mobile World Congress in Barcelona das Galaxy Note 10.1, ein Android-Tablet mit Touchscreen und Stiftbedienung. Zwar durfte ich das Gerät damals nur im Hinterzimmer ausprobieren, aber ein Geheimnis hat der koreanische Konzern nicht darum gemacht, dass er eine XL-Version des erfolgreichen Galaxy-Note-Smartphones entwickelt. Nur ein Starttermin wurde nicht genannt.

Der wurde erst jetzt festgelegt: Ab dem 8. August wird das neue Tablet in Europa ausgeliefert, die USA müssen eine Woche länger warten. Eines der ersten Serienmodelle konnte ich vorab testen. Gegenüber dem Prototyp von Barcelona hat sich nicht viel verändert. Von außen sieht das neue Stift-Tablet aus wie das Galaxy Tab 10.1N. Es hat dieselben nach vorne verlegten Lautsprecher, denselben weißen Plastikrumpf mit silberfarben lackierten Rahmenelementen. Allerdings hat es auf der Rückseite auch einen Schlitz, in dem ein Stift untergebracht ist, den man anstelle seiner Finger nutzen kann, um den Bildschirm zu bedienen.

Ansonsten findet man nicht viele Anschlüsse an dem Gerät: Ein Kopfhöreranschluss und eine Multifunktionsbuchse sind vorhanden, außerdem gibt es einen Steckplatz für microSD-Karten und beim 3G-Modell noch einen für Sim-Karten. Für den Anschluss an Fernseher gibt es im Zubehörshop einen HDMI-Adapter; um Kameras anzuschließen, muss man einen USB-Adapter kaufen.

Massive Rechenleistung

Wichtiger ist, was sich im Inneren getan hat. Wie beim Prototyp in Barcelona ist auf dem Gerät Android 4.0.4 (Ice Cream Sandwich) installiert. Während es damals allerdings noch auf einem Dualcore-Prozessor lief, ist im jetzt ausgelieferten Modell ein Quadcore-Chip eingebaut, dem zwei Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Das ist, verglichen mit anderen Tablets oder Smartphones, eine massive Rechenleistung.

Die Aufrüstung hat sich gelohnt. Wo es beim Prototyp noch ordentlich ruckelte, funktionieren die Stiftfunktionen, die das Galaxy Note auszeichnen, jetzt weitgehend verzögerungsfrei. Eine halbes Dutzend Stift-Apps liefert Samsung mit.

Mit der S-Note-App beispielsweise kann man freihändig auf dem Bildschirm zeichnen oder handschriftliche Notizen anfertigen. Man kann sich aber auch von der Maschine helfen lassen, Handgeschriebenes in digitale Texte umzuwandeln, geometrische Formen zu begradigen oder mathematische Formeln sauber aufzuschreiben. Im Test funktionierte das allerdings nicht immer. Trotzdem ist es faszinierend, dem Gerät zuzusehen, wie es aus einer dahingekritzelten Skizze eine ansehnliche Zeichnung macht. Umso mehr, als dass dies auch in Fotos funktioniert. Für mobile Bildbearbeitung ist das vorinstallierte Photoshop Touch allerdings besser geeignet.

Da kommt noch was

Aber das Galaxy Note 10.1 ist nicht nur ein Kritzel-Tablet, sondern auch ein ganz normales Android-Tablet mit W-Lan, HSPA+ (bei der 3G-Version), Bluetooth, GPS und sogar einem Infrarotsender an Bord. In Kombination mit Samsungs Smart-Remote-App taugt es deshalb als Universalfernbedienung für Fernseher und Stereoanlage. Ordentliche, aber nicht überragende Qualität bieten die beiden Kameras, ein Fünf-Megapixel-Modell auf der Rückseite und eine 1,9-Megapixel-Kamera für Videochats. Per DLNA (Digital Living Network Alliance) kann es Filme und Fotos drahtlos auf kompatiblen Fernsehern anzeigen.

Für diese Fähigkeiten verlangt Samsung allerdings eine Menge Geld. Das günstigste Galaxy Note 10.1 mit 16 GB Speicher und W-Lan kostet 599 Euro, das Modell mit Mobilfunktechnik 689 Euro. Ähnlich ausgestattete Versionen des iPad 3 sind 120 beziehungsweise 90 Euro billiger. Den Stift lässt sich Samsung also teuer bezahlen und sieht dabei nicht einmal besonders gut aus. Im direkten Vergleich mit dem iPad 3 fällt zum einen die vergleichsweise billige Anmutung auf - Plastik statt Aluminium.

Rätsel gibt der Termin auf, zu dem das Stift-Tablet eingeführt wird. Würde es von Samsung als Highlight betrachtet, hätte man sich dafür sicher bis zur Ifa, Anfang September, Zeit gelassen. Dass das Gerät wenige Wochen vor dieser wichtigen Messe in den Handel gebracht wird, kann nur eines heißen: Die richtigen Knaller kommen erst noch.

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insgesamt 99 Beiträge
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1. Geschrieben auf meinem 170€ China Tablet
abunto.de 08.08.2012
Zitat von sysopAuf diesem Tablet kann man mit einem Spezial-Stift malen und schreiben: Mit dem Galaxy Note 10.1 bringt Samsung einen Flachrechner, den man nicht nur betatschen, sondern auch bekritzeln kann. Das kommt nicht billig. Ob es ordentlich funktioniert, verrät der Test. Samsung Galaxy Note 10.1 im Test - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,848821,00.html)
So so, einen Kopfhöreranschluss und eine Multifunktionsbuchse sind vorhanden und die richten Knaller kommen erst noch. Da bin ich ja gespannt.
2. Eine Quiz-Frage:
olaf_olafson 08.08.2012
Zitat von sysopAuf diesem Tablet kann man mit einem Spezial-Stift malen und schreiben: Mit dem Galaxy Note 10.1 bringt Samsung einen Flachrechner, den man nicht nur betatschen, sondern auch bekritzeln kann. Das kommt nicht billig. Ob es ordentlich funktioniert, verrät der Test. Samsung Galaxy Note 10.1 im Test - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,848821,00.html)
Was macht man, wenn die Stifteingabe ruckelt? Mal nach der Software schauen? Falsch! Einfach 1,4 GHz Quadcore CPU und 2GB RAM reinknallen, dann klappt das schon. Der Akku freut sich :) Merkwürdig das flüssige Stifteingabe beim iPad 2 mit einem 1 GHz Dualcore und einem Viertel Arbeitsspeicher flüssig läuft. So flüssig wie fast alles andere (Highendspiele wie Infinite Blade 2 hab ich nicht getestet). Noch was: Ist es mittlerweile eigentlich ok für die Samsung-User, dass man auf Flash und USB verzichtet? Sonst hieß es doch immer: kein USB? Apple-Boykott !
3. Vielleicht hat der Autor halt
hdudeck 08.08.2012
Zitat von olaf_olafsonWas macht man, wenn die Stifteingabe ruckelt? Mal nach der Software schauen? Falsch! Einfach 1,4 GHz Quadcore CPU und 2GB RAM reinknallen, dann klappt das schon. Der Akku freut sich :) Merkwürdig das.....
nicht alles erwaehnt: Das Tablet kommt mit Micro USB und Adobe Flash. Kann man ueberall lesen, halt nur nicht im Spiegel. Koennte ja einer auf die Idee kommen, ein nicht Apple Geraet zu kaufen. Speziell fuer Sie: Galaxy Note 10.1: Das Stylus-Tablet ausprobiert - News - CHIP Online (http://www.chip.de/news/Galaxy-Note-10.1-Das-Stylus-Tablet-ausprobiert_55944934.html)
4. @#2: olaf_olafson
jObserver 08.08.2012
---Zitat--- Merkwürdig das flüssige Stifteingabe beim iPad 2 mit einem 1 GHz Dualcore und einem Viertel Arbeitsspeicher flüssig läuft. ---Zitatende--- Stifteingabe beim iPad? Was haben Sie sich denn da andrehen lassen....
5. Und noch etwas,
hdudeck 08.08.2012
Zitat von olaf_olafsonWas macht man, wenn die Stifteingabe ruckelt? Mal nach der Software schauen? Falsch! Einfach 1,4 GHz Quadcore CPU und 2GB RAM reinknallen, dann klappt das schon. Der Akku freut sich :) Merkwürdig das flüssige Stifteingabe beim iPad 2 mit einem 1 GHz Dualcore und einem Viertel Arbeitsspeicher flüssig läuft. So flüssig wie fast alles andere (Highendspiele wie Infinite Blade 2 hab ich nicht getestet). Noch was: Ist es mittlerweile eigentlich ok für die Samsung-User, dass man auf Flash und USB verzichtet? Sonst hieß es doch immer: kein USB? Apple-Boykott !
das beschriebene Ruckeln trat in einem Vorserienmodel auf! Wer sagt Ihnen, das dieses nicht schon durch Software Optimierung eleminiert wurde? Auch das man das endgueltige Model etwas anders ausstattet als das Vorserien-Model ist ueblich, schliesslich steht die Welt nicht still und die Konkurenz schlaeft auch nicht. Typisch Appleaner Kommentar.
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