Samsung Galaxy Note 4 im Test Handy mit dem Turbo-Lader

Samsungs neues Galaxy Note 4 strotzt vor Technik und Funktionen. Es soll sogar abfotografierte Tafelbilder in Text umwandeln. Ob das sinnvoll ist und wie der Akku die Last verträgt, zeigt der Test.

Matthias Kremp

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Da hat man ordentlich was in der Hand: Das Galaxy Note 4 ist fast genauso hoch und breit wie ein iPhone 6 Plus, aber deutlich dicker. Dafür steckt in dem neuen Samsung-Phablet - so nennt man diese Mischung aus Smartphone und Tablet - ziemlich alles, was es derzeit an Smartphone-Technik gibt: ein hochauflösender Bildschirm, eine Kamera mit Bildstabilisator, ein Fingerabdruckscanner, ein Pulsmesser und noch etliches mehr. Das hat seinen Preis: Mit 769 Euro steht das Note 4 in Samsungs Preisliste, im Handel ist es für knapp 700 Euro zu bekommen.

Der Gegenwert ist allerdings beachtlich. Der Bildschirm etwa gehört zu den besten, die es derzeit auf Smartphones zu sehen gibt. Nicht nur wegen seiner hohen Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln, sondern vor allem wegen der kräftigen Kontraste und des tiefen Schwarz.

Etwas ungewöhnliche Werte liefen dagegen Leistungstests des 2,7 GHz schnelle Quadcore-Prozessors. Mit 900 Punkten im Single-Core-Test und 2360 Punkten im Multi-Core-Test liegt er deutlich hinter Apples iPhone 6 Plus (1600 und 2900 Punkte). Sogar Sonys viel kleineres Xperia Z3 Compact erreicht höhere Werte als das Note 4. Schwächen waren dem Samsung-Gerät dennoch nicht nachzuweisen. Webbrowser, Spiele, Zusatzfunktionen: Alles lief im Test geschmeidig und ruckelfrei.

Auch die Kameras leisten sich kaum Schwächen. Die Rückkamera knipst mit 16 Megapixeln bei gutem Licht sehr scharfe und kontrastreiche Bilder. Nett ist die Gruppen-Selfie-Funktion der Frontkamera, die im Grunde nichts anders tut als ein Panoramafoto zu errechnen. Weil man dafür die Kamera schwenken muss, sind Bildverzerrungen allerdings kaum zu verhindern.

Handschrift per Stift

Die eigentliche Besonderheit der Note-Serie ist aber der sogenannte S-Pen - ein im Gehäuse verborgener Stift, mit dem man auf dem Bildschirm Notizen machen und zeichnen kann. In der neuen Version ist dieser Stift empfindlicher geworden und hat etliche Funktionen hinzugelernt. So kann man ihn beispielsweise benutzen, um Ausschnitte aus Webseiten oder Apps zu markieren und wie in einem Notizbuch abzuspeichern. Dabei hilft er auf Wunsch, passgenaue Ausschnitte von Bildern und Texten zu definieren.

Für Studenten dürfte die Fotonotiz-Funktion reizvoll sein. Sie ermöglicht es, ein abfotografiertes Tafelbild zu strukturieren und zu bearbeiten. Sogar handschriftliche Textpassagen sollen sich damit in editierbaren Text umwandeln lassen, was im Test allerdings nicht immer zufriedenstellend funktionierte.

Fitnessfunktionen mit Sauerstoffmessung

Auch der Fingerabdruckscanner, der in die Home-Taste integriert ist, bereitete im Test Probleme. Eigentlich könnte es sehr bequem sein, seinen Fingerabdruck zu benutzen, um das Handy zu entsperren. Leider erkannte das Gerät im Test den Abdruck oft erst nach diversen Versuchen, sodass die Funktion bald wieder abgeschaltet wurde.

Sehr viel erfreulicher waren dagegen meine Erfahrungen mit den Fitnessfunktionen, die Samsung mit seiner Health-App beisteuert. So kann der optische Pulsmesser auf der Rückseite jetzt auch den Sauerstoffgehalt des Blutes und mit seinem Lichtsensor die aktuelle Stärke der Sonnenstrahlung bestimmen.

Akku mit Turbo-Lader

Sehr überraschend ist, dass das Galaxy Note 4 all diese Funktionen bietet, ohne bei der Akkulaufzeit zu schwächeln. Selbst im Video-Dauerbetrieb hat es über 14 Stunden mit einer Akkuladung durchgehalten. Mit etwas reduzierter Bildschirmhelligkeit kann man es damit fast zwei Tage lang benutzen, bevor es wieder an die Steckdose muss.

Und selbst wenn der Akku mal schlapp macht, ist das kein großes Drama. Samsung verspricht, dass man den Akku mit dem mitgelieferten Ladegerät binnen 30 Minuten auf 50 Prozent seiner Kapazität bringen kann. Im Test bestätigte sich dieser Wert. Apples iPhone 6 Plus brauchte zum Erreichen derselben Kapazität gut eine Viertelstunde länger. Bis das Note 4 den Akku als voll aufgeladen meldet, vergehen rund 90 Minuten.

Fazit

Vorteile und Nachteile

Sehr guter Bildschirm

Lange Akkulaufzeit

Akku wird schnell aufgeladen

Viele Fitnessfunktionen

Umfangreiche drahtlose Netzwerkfunktionen

Relativ groß

Unzuverlässiger Fingerabdruckscanner

Das Galaxy Note 4 ist eine gelungenes Gerät mit kleinen Schwächen: Der Bildschirm ist klasse, die Leistung mehr als ausreichend, die Kameras gut. Ob man mit den Stiftfunktionen etwas anfangen kann, ist Geschmackssache, wer gerne mit Stift und Papier umgeht, wird das lieben. Vor allem aber schafft das neue Note etwas, das heute selten ist: trotz gesteigerter Leistung und zusätzlicher Funktion hält es länger auf Akkustrom durch als sein Vorgänger.

Matthias Kremp

Samsung Galaxy Note 4:
Die vierte Version des Samsung-Phablets ist in vielerlei Hinsicht gegenüber seinen Vorgängern verfeinert worden.

Matthias Kremp

Kunstprodukt:
Wie es für Samsung-Handys typisch ist, wird die Rückseite des 769 Euro teuren Phablets von einem Plastikdeckel im Kunstleder-Look bedeckt.

Matthias Kremp

Doppelfunktion:
Unter der 16-Megapixel-Kamera befindet sich nicht nur der Blitz, sondern auch das optische System, das den Puls messen und den Sauerstoffgehalt des Blutes bestimmen kann.

Matthias Kremp

Testfoto:
Aufnahmen bei Tageslicht meistert die Kamera des Note 4 sehr gut.

Matthias Kremp

Innenleben:
Unter dem Plastikdeckel findet man den vergleichsweise klein erscheinenden Akku, der dem Gerät aber zu sehr guten netzunabhängigen Laufzeiten verhilft.

Matthias Kremp

Aufrüsten:
Der microSD-Steckplatz nimmt Speicherkarten mit bis zu 128 GB auf, in den Sim-Karten-Steckplatz passen Micro-Sim-Karten.

Matthias Kremp

Samsung-Zubehör:
Der S-Pen genannte Zeigestift steckt so stabil im Handy, dass er unterwegs kaum verloren gehen kann.

Matthias Kremp

Nutzwert:
Sobald man den Stift herauszieht, öffnet sich ein Auswahlmenü, in dem man verschiedene sogenannte S-Pen-Befehle auswählen kann.

Vorlesungshelfer:
Mit der Funktion Fotonotizen lassen sich beispielsweise Tafelbilder abspeichern und teilweise sogar in bearbeitbaren Text umwandeln.

Matthias Kremp

Sensoren:
Oberhalb des Bildschirms findet man nicht nur den Telefon-Lautsprecher und die Selfie-Kamera, sondern auch Sensoren, die beispielsweise die Lichtstärke messen und Gesten auswerten.

Matthias Kremp

Maßvoll nützlich:
Der in die Home-Taste integrierte Fingerabdruckscanner soll beispielsweise dazu dienen, das Telefon im Ruhezustand zu entsperren. Leider ...

Matthias Kremp

... funktionierte er im Test nicht fehlerfrei.

Matthias Kremp

Nahezu gleich groß:
Samsung Galaxy Note 4 (l.) und Apple iPhone 6 Plus haben fast identische Maße für Höhe und Breite. Allerdings ...

Matthias Kremp

... ist das Samsung-Phablet spürbar dicker als Apples XXL-Smartphone.

Multitasking:
Samsung brüstet sich damit, die Fähigkeit des Note 4, mehrere Apps gleichzeitig laufen zu lassen, optimiert zu haben. Wie sinnvoll es aber beispielsweise ist, ein Video über Homescreen oder Apps ablaufen zu lassen, ist eine andere Frage.

Matthias Kremp

Was läuft denn gerade?
Ein Fingerdruck auf die Sensorfläche links neben der Home-Taste bringt eine Übersicht der zuletzt verwendeten Apps hervor. So kann man schnell zwischen oft benutzten Apps wechseln.

Meeting-Aufnahme:
Der Sprachrekorder des Samsung-Phablets verfügt über mehrere Aufnahme-Modi. Eine davon kann die Stimmen von bis zu acht verschiedenen Personen unterscheiden und auf Wunsch einzeln ein- und ausblenden.

Ein Fingerdruck auf die Sensorfläche links neben der Home-Taste bringt eine Übersicht der zuletzt verwendeten Apps hervor. So kann man schnell zwischen oft benutzten Apps wechseln.
Matthias Kremp

Darauf kommt es an:
Das Netzteil des Galaxy Note 4 liefert einen höheren Ladestrom als übliche Handynetzteile. Nur so ist es möglich, den Akku binnen 90 Minuten voll aufzuladen.



insgesamt 67 Beiträge
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Leser161 04.11.2014
1. Wie? Ein Stift?
Ich dachte das ist der Trick bei den Dingern, dass man da einfach nur mit der Hand so drüber wedeln muss und das Smartphone genau das macht was man will weil alles ja so intuitiv ist. Ein Stift ist ganz klar ein Rückschritt. Was kommt als nächstes? Etwa Tasten?! (Sind zwar praktisch, so Tasten, aber nicht intuitiv *rofl*)
henrikw 04.11.2014
2. Negativ?
Wie kann man bei einem Review des Note "relativ groß" als negativ bewerten? Absurder geht es nicht!
Danielos 04.11.2014
3. Herr Kremp,
wenn Sie "relativ groß" für ein Phablet als Nachteil anführen, dann kann man Ihnen wirklich nicht mehr helfen. Übrigens, wenn Sie im ersten Absatz schon den Vergleich mit dem iPhone (bzgl. der Dicke) machen müssen, sollten Sie zumindest erwähnen, dass das iPhone *noch* teurer ist...
neovegeta 04.11.2014
4. akku schwäche
laut einem anderen technikmagazin c... soll gerade der akku schwächer sein als beim vorgänger. und zu meinem vorredner: die galaxy note reihe hatte schon immer einen stift(s pen)
Donald Knapp 04.11.2014
5. Also bei meinem Windows Phone....
...funktioniert das Umwandeln von Schrift auf Fotos in Text schon seit Jahren und das sogar recht zuverlässig. Wenn man die Eigenschaften von dem gemachten Foto aufruft steht da auch ein eventueller Text von dem Bild.
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