Galaxy Note 7 Samsung stoppt Verkauf seines neuen Vorzeigemodells

Samsung plagen Probleme mit dem Galaxy Note 7: Der Handyhersteller stoppt den Verkauf seines neuen Top-Modells, zudem ruft er Geräte zurück. Nutzer klagten über Akku-Explosionen.

Matthias Kremp

Das Galaxy Note 7 sollte Samsungs Top-Smartphone für den Herbst werden - jetzt bringt es dem Konzern eine Menge Ärger. Nachdem es bereits Berichte über Verzögerungen beim Marktstart gab, stoppt der Konzern nun vorläufig den Verkauf des Geräts.

Die bereits verkauften Smartphones würden durch neue Geräte ersetzt, teilte der südkoreanische Konzern am Freitag mit. Es werde etwa zwei Wochen dauern, um diese bereitzustellen. Mit dem Umtausch werde in Südkorea am 19. September begonnen. Dass eine Rückrufaktion geplant sei, hatte zuvor bereits die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap News mit Bezug auf einen Insider gemeldet.

Einige Besitzer des Geräts hatten zuvor von explodierenden Akkus berichtet. Yonhap News meldete nun, bei seiner Untersuchung der Beschwerden habe Samsung festgestellt, dass tatsächlich ein Akkufehler schuld daran sei, dass manche Telefone Feuer fingen. Als potenziell betroffen schätze Samsung 0,1 Prozent aller verkauften Geräte ein, wird der Insider zitiert. Samsung wollte die Meldung der Nachrichtenagentur zunächst nicht kommentieren.

Am Freitagvormittag hieß es, laut Samsung seien bereits eine Million Note-7-Geräte verkauft worden. Der Konzern wisse von 35 Fällen, in denen es durch fehlerhafte Akkus zu Zwischenfällen kam.

Verzögerungen auch in Deutschland

Samsung hatte schon am Mittwoch erklärt, dass es wegen zusätzlicher Qualitätskontrollen zu weiteren Verzögerungen bei der Auslieferung komme. Das Galaxy Note 7 ist seit Mitte August beispielsweise in Südkorea und in den USA erhältlich.

Eine Note-7-Käuferin aus Busan, der zweitgrößten Stadt Südkoreas, berichtete der Nachrichtenagentur AP, ihr Smartphone sei in Flammen aufgegangen: In ihrem Schlafzimmer sei Rauch aufgestiegen, der nach Chemikalien roch. Sie habe nun Bedenken, neue Tech-Gadgets zu kaufen, vor allem, weil ihre persönlichen Daten verloren gegangen seien, die auf dem Gerät gespeichert waren.

Die Frau schrieb in einem Onlineforum, hätte sich das Telefon in der Nähe ihres Kopfs befunden, hätte sie diesen Post wohl nicht mehr schreiben können. Samsung soll nach dem Vorfall angeboten haben, ihr den Kaufpreis zu erstatten und umgerechnet 240 Euro Entschädigung zu zahlen.

In Deutschland sollte das Note 7 ursprünglich am 2. September erscheinen, mittlerweile nennt Samsung kein Erscheinungsdatum mehr. Das Gerät wird 849 Euro kosten. Unseren Test des Smartphones, bei dem es zu keinen Problemen kam, lesen Sie hier.

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mbö/Reuters/AP



insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
chjuma 02.09.2016
1. schnell schnell und neu
Das ist der Preis dafür wenn die Geräte am Kunden getestet werden. Genau wie bei Autos. Neue Modelle mit einer Entwicklungszeit von weniger als einem Jahr, da muss was auf der Strecke bleiben. Da explodiert eben schon mal so ein Ding am Kopfkissen. Nun kann man schnell nachbessern. Billiger als aufwendige Tests bei der Entwicklung. So kann man schon paar Millionen Geräte zu horrenden Preisen verkaufen.
tonyhawks 02.09.2016
2. Immerhin reagiert und die Konkurrenz
musste da schon deutlich öfter man was nachträglich austauschen...
herjemine 02.09.2016
3. Analog zure-Zigarette
Da die Taschentelefone sichtlich hin und wieder explodieren und Giftsstoffe unbekannter Art enthalten, sollten sie in einem ersten Schritt nurmehr an Personen ab 18 Jahren verkauft werden, danach sollte der Gesetzgeber dafür sorgen dass diese gefährlichen Geräte nach und nach durch weitere Einschränkungen vom Markt verschwinden. Jeder Tote durch ein Taschentelefon ist einer zu viel! Denkt an die Kinder! Kabelgebundene Wählscheibenfernsprecher sind zwar auch nicht unbedenklich aber bei weitem sicherer!
taylor26 02.09.2016
4.
@chjuma: Da gebe ich ihnen recht das es ja mal so kommen muss,bei der geschwindigkeit wie neue geräte vorgestellt werden. obwohl ich denke das die pläne dafür schon lange voher in denn schubladen liegen. ich hoffe samsung bekommt es in denn griff damit sowas such zukunft nicht mehr passiert.
ColynCF 02.09.2016
5. Wechselakku
Tja, mit Wechselakku wäre der Schaden für Samsung gering. So einen könnte jeder Verkäufer/Kunde in Sekunden selber vornehmen. So hat Samsung jetzt einen Millionenschaden plus Imageverlust für das Spitzenmodell.
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