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08. September 2017, 07:03 Uhr

Galaxy Note 8 im Test

Tolles Smartphone, fürchterlicher Preis

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Samsung versucht den Neustart: Das neue Note 8 soll die Pannen des Vorgängers vergessen machen. Im Test hat das Gerät Spaß gemacht. Ein paar Baustellen gibt es aber noch.

Dieses Mal darf nichts schiefgehen. Das dürfte Samsungs Motto bei der Entwicklung des Galaxy Note 8 gewesen sein. Nach dem Desaster mit dem Galaxy Note 7 sind die Entwickler beim neuen Modell auf Nummer sicher gegangen. Die Note-7-Akkus überhitzten reihenweise und zwangen Samsung, das Gerät mit Milliardenverlusten vom Markt zu nehmen.

Das fängt beim Design an. Das Galaxy Note 8 sieht dem Galaxy S8 sehr ähnlich, nur dass es noch einen Tick schicker, einen Hauch edler wirkt. Zumindest ist das bei meinem hochglanzschwarzen Testgerät so. Nur die Rückseite sollte man nicht zu oft anschauen, denn die ist von Fingerschmutz schnell verschmiert.

Darüber tröstet der famose Bildschirm hinweg. Mit einer eleganten Rundung schmiegt er sich fast randlos in den Rahmen ein. So passt das gewaltige 6,3 Zoll große Display in ein Gehäuse, das kaum größer ist als das eines iPhone 7 Plus. Die Auflösung von 2960 x 1440 Pixeln macht feine Details sichtbar, Farbwiedergabe und Kontrast sind hervorragend.

Das alles erinnert frappierend an das Galaxy S8. Dessen Bildschirm ist bloß 0,1 Zoll kleiner und fast 30 Gramm leichter. Mit fast 200 Gramm ist das Note 8 ein Schwergewicht.

Die Kameras

Samsung verbaut im Note 8 insgesamt drei Kameras, ein 8-Megapixel-Modell für Selfies und zwei 12-Megapixel-Kameras auf der Rückseite. Genau wie bei Apples iPhone 7 Plus ist eine davon als Weitwinkel-, die andere als zweifach vergrößerndes Teleobjektiv ausgelegt. Zwischen beiden kann man die Bildvergrößerung stufenlos regeln.

Die Kombination der beiden Objektive ermöglicht, genau wie beim iPhone, sogenannte Bokeh-Effekte, also die scharfe Darstellung eines Motivs im Vordergrund vor einen unscharfen Hintergrund. Anders als bei Apple lässt sich die Stärke dieses Effekts beim Note 8 stufenlos regeln. Das ist auch gut so, weil die Bildqualität ab etwa 50 Prozent Intensität deutlich nachlässt, weil dann auch Teile des Motivs unscharf dargestellt werden.

Abgesehen von dieser leichten Schwäche bietet Samsungs Kameraduo eine hervorragende Bildqualität, auch bei mäßiger Beleuchtung. Das neue Teleobjektiv erweitert die fotografischen Möglichkeiten gegenüber dem Galaxy S8 deutlich.

Die Leistung

Die Frage nach der Leistung beantwortet Samsung mit demselben Achtkern-Prozessor wie im Galaxy S8. Der feine Unterschied: Statt vier Gigabyte Arbeitsspeicher stecken im Note 8 sechs Gigabyte. Das ist vor allem für Multitasking schön und bietet langfristig Reserven, praktisch ist kaum ein Unterschied zum S8 festzustellen. Schnell genug für alle aktuellen Apps sind beide Smartphones.

Der Akku

Im Ausdauertest - Abspielen eines Full-HD-Videos in Dauerschleife bei voller Bildschirmhelligkeit - kam das Note 8 auf gute achteinhalb Stunden, bevor es sich selbst abschaltete. Ein guter Wert, den unsere Alltagserfahrungen bestätigen: Der große Akku, den das langgestreckte Gehäuse ermöglicht, liefert genug Energie, um gut über den Tag zu kommen. Aufgeladen wird er entweder per Kabel mit einer Schnelladetechnologie oder drahtlos, sofern man eine passende Ladestation hat.

Der Stift

Das Element, das die Note-Smartphones schon immer vom Rest der Meute abgehoben hat, ist der Stift. Für das Note 8 hat Samsung ein verbessertes Modell entwickelt, in dem Technik von Wacom steckt, einer Firma, die sich auf Grafiktabletts und digitale Stifte spezialisiert hat.

Sobald man den Stift aus seiner Garage unten am Handy zieht, legt sich ein Menü über den Bildschirm, auf dem man die gewünschte Funktion auswählen kann. So kann man den Stift für handschriftliche Notizen, animierte Nachrichten und Screenshots benutzen. Oder um eine Textpassage auszuwählen, die von einer Sprache in eine andere übersetzt werden soll.

Zieht man den Stift im Ruhemodus aus dem Handy, wird der schwarze Bildschirm zu einer digitalen Kreidetafel für Notizen und Skizzen. Der Stift funktioniert dabei immer sehr feinfühlig, das Gefühl von echtem Papier kann das Bildschirmglas aber nicht reproduzieren.

Bixby

Mit dem Note 8 liefert Samsung auch seinen virtuellen digitalen Assistenten Bixby aus. Der kann derzeit allerdings nur Englisch und Koreanisch. Trotzdem lässt er sich ausprobieren. Wischt man von der Startseite des Handys nach links, gelangt man zu einer Übersicht aktueller Nachrichten, E-Mails und Termine, deren Zusammenstellung man selbst konfigurieren kann. Das ist nett, aber nichts besonderes.

Wie Apples Siri und den Google Assistant kann man auch Bixby per Sprache steuern, etwa um Erinnerungen oder Termine einzugeben. Interessant ist aber vor allem Bixby Vision. Diese Funktion ermöglicht es beispielsweise, Gegenstände anhand eines Fotos zu identifizieren oder im Netz nach ähnlichen Fotos zu suchen. Sehr nett ist auch die Möglichkeit, Weinetiketten zu fotografieren, woraufhin Bixby Bewertungen jenes Weines aus dem Netz sucht.

Fehlerlos funktioniert all das nicht, aber in vielen Fällen kamen wir beim Test mit Bixby zu den gewünschten Antworten.

Fazit

Das Galaxy Note 8 ist ein Galaxy S8 auf Steroiden. Vom Rückendeckel bis zum Display-Glas ist es mit Technik vollgestopft, die dann auch noch von etlichen Software-Extras genutzt und ergänzt wird. Ob man das alles braucht, ist fraglich. Das alles zu haben, ist beruhigend. Und ganz nebenbei sieht es auch noch cool aus. Wer das Schwarz meines Testgeräts nicht mag, kann das Note 8 auch goldfarben bekommen.

Ein Wermutstropfen ist, dass Samsung sein neues Top-Modell nicht mit der neuesten Android-Version 8.0 Oreo, sondern mit Android 7.1 ausliefert. Zudem ist der Listenpreis von 1000 Euro für ein Smartphone mit 64 Gigabyte Speicher sehr hoch - auch, wenn man die vielen Extras in die Rechnung einbezieht, die Samsung mitliefert.

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