Samsung Galaxy Note7 im Test Das soll ins Auge gehen

Mit dem Galaxy Note7 will Samsung den Smartphone-Thron erobern - und greift tief in die Taschen seiner Kunden. Ob sich die Investition in das Edel-Handy mit Iris-Erkennung lohnt, klärt unser Test.

Matthias Kremp

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Nachdem die Smartphones Galaxy S7 und S7 edge Samsung einen fetten Gewinnsprung eingebracht haben, ist es schwierig, da noch einen draufzusetzen. Doch genau das soll das Galaxy Note7 tun. Und das muss es auch, denn mit einem Listenpreis von 849 Euro ist es sogar noch teurer als das S7 edge.

Dafür bekommt man auch in Deutschland mal wieder ein aktuelles Gerät der Note-Serie. Das 2015 vorgestellte Note5 brachte Samsung hierzulande gar nicht erst auf den Markt. Die Modellnummer 6 hat der Konzern übersprungen. Wohl, um die Betitelung von Galaxy-S- und Galaxy-Note-Serie zu vereinheitlichen.

Wie bei Samsung üblich sind es zwei Dinge, die das neue Note7 von anderen Oberklasse-Smartphones des Unternehmens unterscheiden. Zum einen ist es etwas größer als das Galaxy S7 edge, wenn auch nur ein paar Millimeter: Der Bildschirm des S7 edge misst 5,5 Zoll, der des Note7 5,7. Selbst wenn man die Geräte nebeneinander legt, sind diese fünf Millimeter kaum zu erkennen.

Ein digitaler Schieferblock

Das zweite, was das Note7 vom S7 abhebt, ist der Stift, von Samsung S Pen genannt. Mit ihm kann man auf dem Bildschirm schreiben, Notizen machen, Textpassagen oder Bilder markieren, ausschneiden und bearbeiten. Sogar als Übersetzer taugt er: Wenn man ihn bei aktivierter Dolmetscherfunktion über ein fremdsprachiges Wort hält, wird dessen deutsche Übersetzung eingeblendet. Da das aber wirklich nur wortweise geht, ist der Nutzen eingeschränkt.

Notizblockfunktion im Galaxy Note7
Matthias Kremp

Notizblockfunktion im Galaxy Note7

Die Empfindlichkeit soll beim neuen S Pen zudem einmal mehr erhöht worden sein, sodass der Stift auch feine Nuancen im Andruck und der Stifthaltung erkennen und auf das Schriftbild oder die Zeichnung übertragen kann. Zieht man den Stift aus seinem Schacht in der Seite des Smartphones, während es sich im Ruhemodus befindet, verwandelt sich der Bildschirm in eine schwarze Schreibfläche, auf der man wie auf einem Schieferblock schreiben und zeichnen kann.

Die Sicherheit geht ins Auge

Darüber hinaus hat Samsung dem Note7 eine neue Funktion verpasst, die die Sicherheit verbessern und den Komfort erhöhen soll - einen Iris-Scanner. Der soll das Gerät erst zur Nutzung freigeben, wenn er das charakteristische Muster der Irishaut seines Besitzers per Kamera erfasst.

Die Idee ist nachvollziehbar. Iris-Scans haftet der Mythos absoluter Sicherheit an. In Hollywoodfilmen sieht man Iris-Scanner als Kontrollmechanismus an den Türen ganz besonders geheimer Geheimanlagen. Die Technologie verströmt den Duft von Hightech und Unüberwindbarkeit.

Iris-Erkennung
AP

Iris-Erkennung

In der Anwendung auf dem Note7 funktioniert sie ganz einfach. Bei der Einrichtung des Geräts schaut man einmal mit weit geöffneten Augen in die Kamera, so wird das Muster der Irishaut aufgezeichnet. Zum Entsperren des Handys schaut man, nach einem Druck auf die Einschalttaste, in die Kamera, um sich zu identifizieren.

Hört sich einfach an und ist es auch. Zumindest wenn man das Samsung nah genug an sein Gesicht hält, keine Kontaktlinsen oder keine Brille trägt. Denn auf eine Armlänge Entfernung, durch eine Lesebrille hindurch und bei starkem Sonnenschein versagt das System. Während des Tests nutzte ich die Iris-Erkennnung bald nur noch, um Freunden oder Kollegen zu zeigen, wie das geht. Im Alltag viel praktischer, weil schneller, entsperrt man das Note7 mit dem Fingerabdrucksensor.

Leistung satt

Abgesehen von diesen Eigenheiten könnte man meinen, ein Galaxy S7 vor sich zu haben. Der Amoled-Bildschirm strahlt ebenso brillant und kontrastreich, die Kamera macht für ein Smartphone hervorragende Aufnahmen. Im Akku-Dauertest hielt das Note7 elf Stunden durch. Das ist zwar eine Stunde weniger als es das S7 edge in unserem Test geschafft hat, aber immer noch ein sehr guter Wert. Zudem lässt es sich mit dem mitgelieferten Ladegerät sehr schnell und mit einer drahtlosen Ladestation sehr bequem aufladen.

Leistung ist ebenfalls im Überfluss vorhanden. Im Note7 arbeitet derselbe Samsung-Prozessor wie im S7 edge, ein Achtkern-Chip mit bis zu 2,3 GHz. In Leistungsmessprogrammen erzielt dieser Chip deshalb erwartbar ähnliche Ergebnisse. Bei der alltäglichen Nutzung ist kein Unterschied zu spüren, das Note7 kommt ebenso selten ins Stocken wie das S7 edge.

Fazit

Abgesehen vom S Pen ist es schwierig, signifikante Unterschiede zwischen dem Galaxy Note7 und dem Galaxy S7 edge zu finden. Sogar den an den Seiten gebogenen Bildschirm haben die Ingenieure vom edge auf das Note übertragen. Schlecht ist das nicht, schließlich sind das S7 und S7 edge ausgesprochen gute Smartphones. Da der Preis des S7 edge mittlerweile auf rund 720 Euro gefallen ist, zahlt man also circa 130 Euro Aufpreis für den Stift und die Spielerei mit der Iris-Erkennung.

Vorteile und Nachteile

Sehr gute Kamera

Gute Akkulaufzeit

Sehr hohe Leistung

Schneller Fingerabdrucksensor

Wasser- und staubdicht nach IP68

Sehr guter Bildschirm

Alle aktuellen Funkstandards integriert

Kabellose Ladefunktion

Hoher Preis

Samsung Galaxy Note7

Hersteller Samsung
Modell Galaxy Note7
Maße (Millimeter) 154 x 74 x 7,9
Gewicht (Gramm) 169
Sprechzeit k.A.
Standby k.A.
Display-Diagonale 5,7 Zoll
Display-Auflösung 2560 x 1440
Prozessor 2,3 GHz Octacore
Arbeitsspeicher 4 GB
Massenspeicher 64 GB
Speichererweiterung ja
Kamera (hinten/vorne) 12 MPx / 5 MPx
Mobilfunktechnik LTE (CAT 9)
W-Lan 802.11 a/b/g/n/ac
Bluetooth 4.2
Betriebssystem Android 6.0
Besonderheiten Wasser- und staubdicht (IP68), Fingerabdruckscanner, Irisscanner, Zeichenstift
Preis (Euro) 849

Alle Daten sind Herstellerangaben

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insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
globalundnichtanders 29.08.2016
1. So macht man das!
Was macht man so? Das. Diese freundliche Nachhilfe in Grundlagen der Rechtschreibung vermittelt Ihnen herzlichst
pax 29.08.2016
2. ungenügend
Nicht nur die Rechtschreibung ist ungenügend, auch der Test lässt so einiges unberücksichtigt. Im Vergleich zum Edge liegt das Note wesentlich besser in der Hand. Dazu kommen noch der auf 64 GB verdoppelte Speicher und eine überarbeitete Benutzeroberfläche.
astrolenni 29.08.2016
3. Stift klasse!
Die Note-Stifte sind echt klasse, vor allem auf nem 10''-Tablet sind mit Xodo-App z.B. Mitschriften für die Uni wie per Hand zu erstellen. Leere Tabellen in Skripten ausfüllen etc...
gable 29.08.2016
4. Herr Kremp: Schlecht recherchiert
1. Die Schutzklassifizierung nach IP-Einstufung hat nichts mit dem amerikanischen Militär zu tun und soll hier wahrscheinlich nur etwas Mystik reinbringen, so wie Sie es dem Iris-Scan andichten. IP-68 bedeutet: staubdicht und Wasserdicht bei anhaltendem Untertauchen (Bild 3) 2. Wenn mehrere Hinweise angezeigt werden, wird nur die erste Zeile angezeigt, damit mehr Hinweise auf den Bildschirm passen. Bereits die Punkte am Ende deuten an, dass der Satz weitergeht. Werden die Hinweise durch zur Seite schieben gelöscht oder durch anklicken abgearbeitet, werden die restlichen, wenn genug Platz vorhanden ist, auch mehrzeilig angezeigt(Bild 4)
trebis 29.08.2016
5. Abgerundete Glaskanten ...
... sind das Unpraktischste, was die Smartphone-Ära bislang hervorgebracht hat. Nicht nur, weil man bei einem sicheren Griff gerne ungewollt das Display auslöst, sondern weil ein solches Handy unweigerlich auf's Glas fällt - wenn es fällt. Und früher oder später tut es das. Hat man das Glück, dass es tatsächlich nur auf den Rahmen fällt, so hat man bei den aktuellen Samsung-Modellen auch hier Pech: Denn dieser überträgt den Schlag schonungslos auf das Glas. Da mittlerweile auch die Rückseite der aktuellen Samsung-Modelle aus Glas besteht, kann es dann passieren, dass nach einem einzigen Sturz gleich beide Seiten kaputt sind. Zumal die Rückseite jetzt genauso glatt und rutschig ist, wie die Front des Gerätes. Und zwar dermaßen glatt, dass diese Smartphones schon bei einer Schräglage von unter 5° zu rutschen beginnen. Diese Handys sind schick. Ohne Frage. Fühlen sich absolut gut an. Sind aber leider nicht alltagstauglich. Ich kenne mittlerweile 7 Leute (mich eingeschlossen), die mit kaputten Front- und Rückseitengläsern rumlaufen. Und aus Protest werden wir das tun, bis auch der Rest des Gerätes versagt... So einfach machen wir es der Wirtschaft dann doch nicht. :D
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