Galaxy S7 und Gear 360 Das können Samsungs neue Topgeräte

Auf dem Mobile World Congress hat Samsung sein neues Smartphone Galaxy S7 vorgestellt - und gleich noch eine Rundumkamera, die Gear 360. Lesen Sie hier das erste Urteil.

SPIEGEL ONLINE

Aus Barcelona berichtet


Von außen betrachtet hat sich beim Galaxy S7 gegenüber den Vorjahresmodellen Galaxy S6 und S6 edge plus nicht viel verändert. Am ehesten fällt noch auf, dass die Hauptkamera jetzt nicht mehr so stark aus dem Gehäuse herausragt. Ein paar Millimeter steht das Objektiv zwar noch hervor, aber das ist kaum der Rede wert und auf jeden Fall eine spürbare Verbesserung gegenüber dem Kameraknubbel der S6-Modelle.

Technisch sind bei der Kamera deutliche Verbesserungen sichtbar. Samsung verwendet einen neuen Fotosensor, der ein schnelleres Scharfstellen ermöglichen soll. Beim kurzen Ausprobieren schien es tatsächlich so, als würde der Autofokus quasi in Echtzeit arbeiten und angepeilte Motive verzögerungsfrei fokussieren.

In einem extra dafür angefertigten Versuchsaufbau war zu sehen, dass Aufnahmen bei schlechter Beleuchtung deutlich weniger Rauschen aufweisen, als die eines zum Vergleich aufgebauten Galaxy S6. Möglich soll das sein, weil die Sensoren auf dem 12-Megapixel-Fotochip 56 Prozent größer sind als beim Vorgänger.

30 Prozent mehr Prozessorleistung

Neben der Kamera hat Samsung auch Prozessor und Grafikchip erneuert. Firmenangaben zufolge soll der neue Prozessor 30 Prozent mehr Leistung bringen als das alte Modell. Je nach Region wird das S7 allerdings mit unterschiedlichen Chips ausgeliefert. In den USA soll ein Qualcomm-Quadcore-Prozessor eingebaut werden, während in Europa ein 2,3 GHZ schneller Achtkern-Chip aus Samsung Exynos-Baureihe eingesetzt wird.

Die neuen S7-Modelle wird es in vier Farben geben
SPIEGEL ONLINE

Die neuen S7-Modelle wird es in vier Farben geben

Für den neuen Grafikchip gibt Samsung eine Leistungssteigerung von 64 Prozent an, die vor allem Spielen zugutekommen soll. Dafür, dass das Gerät dabei nicht zu heiß wird, soll eine Wasserkühlung sorgen.

Darüber hinaus liefert Samsung das Galaxy S7 und S7 edge mit einer App namens Game Tool aus. Über sie lässt sich beispielsweise einstellen, dass man während des Spielens nicht durch Nachrichten gestört werden will. Ebenso kann man festlegen, wie viel Prozessorleistung dem jeweiligen Spiel zur Verfügung stehen soll. Und man kann mit der Software beispielsweise Screenshots zu machen oder das Spielgeschehen samt Selfievideo aufzeichnen.

Wasserdicht nach innen und außen

Ansonsten können die Galaxy-S7-Modelle viel von dem, was auch die S6-Geräte konnten, teilweise in etwas verbesserten Varianten. So zeigen die Smartphones auf 5,1 Zoll (Galaxy S7) beziehungsweise 5,5 Zoll (Galaxy S7 edge) die Quad-HD-Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln an.

Beide Geräte sind wasser- und staubdicht nach dem Militärstandard IP68. Der wird auch als einer der Gründe genannt, weshalb statt einer neuen USB-C-Buchse ein altmodischer Micro-USB-Port eingebaut ist. Eine Schnellladefunktion gibt es trotzdem, ebenso wie eine drahtlose Ladefunktion.

Immer an: Der Bildschirm kann auch im Ruhemodus Informationen anzeigen
SPIEGEL ONLINE

Immer an: Der Bildschirm kann auch im Ruhemodus Informationen anzeigen

Erfreulich ist, dass Samsung wieder die Möglichkeit bietet, den Speicher mit microSD-Karten zu erweitern, derzeit um bis zu 200 GB.

Regelrecht bemüht wirken die Versuche, der abschrägten Bildschirmkante einen Sinn zu geben. Das sogenannte Edge UX, die Benutzeroberfläche für Apps, die diesen Bildschirmbereich nutzen, wurde stark erweitert (siehe Bilderstrecke). So lassen sich nun mehrere Spalten mit Icons nebeneinander platzieren. Sie bilden auf diese Weise so etwas wie einen zweiten Homescreen - mit fraglichem Zusatznutzen.

Gear 360

Neben den beiden Galaxy-Smartphones ist die Rundumkamera Gear 360 Samsungs neuer Star. Der koreanische Konzern versucht damit weiter, sich als Vorreiter in Sachen Virtuelle Realität zu profilieren. Mit dem neuen Gerät soll jedermann 360-Grad-Fotos und -Videos machen können. Die Voraussetzung: Man braucht ein aktuelles High-End-Smartphone von Samsung.

Der große Vorteil gegenüber vergleichbaren Geräten ist, dass die Gear 360 mit nur zwei Kameras auskommt, während beispielsweise Googles Project Jump 16 benötigt. Dieses Sparprogramm könnte sich aber auf die Qualität der Gear-360-Aufnahmen auswirken. Die beiden 15-Megapixel-Kameras sind mit Fischaugenlinsen bestückt, die jeweils einen Sichtbereich von 195 Grad abdecken. Zumindest beim ersten Ausprobieren schienen die Aufnahmen dadurch verzerrt.

Mit dem Neuzugang wird Samsungs VR-Angebot komplett: Der Konzern bietet neben VR-fähigen Handys und der VR-Brille Gear VR nun auch eine VR-Kamera an.

Die Samsung Gear 360 ist nahezu rund und wird mit einem kleinen Dreibein-Stativ geliefert.

Zwei Kameras reichen bei der Gear 360 aus, um einen Vollkreis abzubilden. Seitlich sind die Einschalt- und die Menütaste angebracht. Rote LED informieren, ob nur eine oder beide Kameras aktiv sind.

Neben dem Aufnahmeknopf befindet sich an der Oberseite ein winziges Display mit 72 x 32 Pixeln.

Hinter einer Klappe findet man den Steckplatz für einen Speicherkarte sowie den USB-Anschluss.

Gesteuert wird die Gear 360 via App mit einem per Bluetooth verbundenen Smartphone. Hier wird gerade ein 360-Grad-Foto angezeigt.

Die App zur Gear 360 beherrscht mehrere Foto- und Videomodi und knipst Fotos mit bis zu 30 Megapixeln (7776 x 3888 Pixel).

Fazit

"Evolution satt Revolution" ist die Binsenweisheit, die einem bei den neuen Samsung-Smartphones zuerst einfällt. Sie sehen genau so gut aus wie die Vorgängermodelle, spannende Neuerungen oder gar ein Killerfeature fehlen aber. Wer schon ein Galaxy S6 hat, kann das S7 auslassen.

Ob sich die Investition in eine Gear 360 lohnt, kann nur ein ausführlicher Test klären. Bisher erinnert das Konzept ein wenig an Sonys "Bloggie"-Kamera, die 2010 mithilfe eines runden Spiegelaufsatzes Rundumaufnahmen erzeugte.



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 78 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
klausbacker 21.02.2016
1. Killerfeature
Doch, für mich hat das S7 ein Killerfeature: es hat keinen Wechselakku. Damit hat es sich automatisch gekillt.
cdn 21.02.2016
2. schön zu lesen
das Samsung lernfähig ist. Ohne Speichererweiterung ist ein Galaxy uninteressant.
kalu1512 21.02.2016
3. Schwarz, weiß, gold und silber?
Schwarz, weiß, gold und silber? Na, ich wette mal, da wird rosé-gold bald folgen.
dbeck90 21.02.2016
4. hat der das echt gesagt?
ne wasserkühlung bei einem smartphone? Ist das jetzt ernst gemeint? Wie soll denn sowas aussehen? ?
neejah 21.02.2016
5.
Möglich soll das sein, weil die Sensoren auf dem 12-Megapixel-Fotochip 56 Prozent größer sind als beim Vorgänger. Äh, ja?! Eher die Pixel als die Sensoren, die dürften für den Autofokus verantwortlich sein.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.