Galaxy S7 und S7 edge im Test Samsung macht schneller scharf

Eine bessere Kamera, ein erweiterbarer Speicher: Ist das schon alles, was Samsungs neue Smartphones von ihren Vorgängern unterscheidet? Wir haben den Test gemacht.

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Von und (Video)


Aus der Vorstellung seiner neuen Vorzeige-Smartphones hat Samsung eine Riesenshow gemacht. Mehrere Tausend Gäste hatte der Konzern zur Präsentation von Galaxy S7 und Galaxy S7 edge in London eingeladen. Jedem wurde eine Virtual-Reality-Brille für Videoeinspielungen auf den Stuhl gelegt, Facebook-Chef Marc Zuckerberg kam als Überraschungsgast.

Seither läuft die Marketingmaschinerie für die neuen Handys auf vollen Touren: Gefühlt gibt es keine Straße, auf der kein S7-Plakat hängt, keine Fernsehsendung, die nicht von Werbung für die beiden Geräte unterbrochen wird.

Dabei schienen die Neuerungen der S7- im Vergleich zu den S6-Modellen aus dem Vorjahr auf den ersten Blick marginal: Die neuen Handys haben eine etwas verbesserte Kamera, außerdem wurde der Speicherkarten-Steckplatz wieder eingeführt (mehr Eindrücke bietet unsere Bildergalerie). Doch reicht das, um Samsungs bisheriges Flaggschiff, das Galaxy S6 edge+, vom Thron zu stoßen? Wir haben es ausprobiert.

Fotostrecke

17  Bilder
Galaxy S7 und S7 edge im Test: Samsungs neue Top-Smartphones
Die bringen die Neuerungen:

  • Die Kamera hat jetzt weniger Pixel. Statt 16 Megapixel wie beim Galaxy S6 zeichnet sie nur noch 12 Megapixel auf, dafür aber bessere. Denn auf dem neuen Fotochip sind die einzelnen Pixel jetzt größer. Deshalb können sie mehr Licht einfangen und beispielsweise bei schlechter Beleuchtung bessere Bilder machen (siehe Fotostrecke).
    Außerdem werden alle Pixel auch für den Autofokus benutzt, was zur Folge hat, dass die Kamera sehr schnell auf neue Motive fokussiert. Das funktionierte im Test auch bei Videos sehr gut, so dass man beim Filmen sehr schöne Schärfeverlagerungen machen kann.

Die Kamera-App des Galaxy S7 edge
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Die Kamera-App des Galaxy S7 edge

  • Die Kamera hat einige neue Funktionen. Interessant ist das "Bewegungspanorama". Im Grunde macht man damit eine Panoramaaufnahme, nur mit bewegten Bildern. Dass sich das durchsetzt, bezweifle ich, ein Hingucker sind solche Panoramavideos trotzdem.

  • Beide Modelle haben jetzt einen Steckplatz für Speicherkarten. Samsung verkauft das als große Neuerung, dabei hatten Samsung-Handys so etwas früher grundsätzlich. Positiv könnte man sagen, das Unternehmen hat auf die Kritik seiner Kunden reagiert. Im Test funktionierte eine 200-GB-Speicherkarte von Sandisk problemlos in den S7-Geräten.

  • Die Bildschirm hat eine Always-On-Funktion und kann so beispielsweise die Uhrzeit oder einen Kalender auch im Ruhezustand anzeigen. Wenn man keine Uhr hat, mag das ganz nützlich sein. Der zusätzliche Stromverbrauch machte sich im Test nicht bemerkbar.
    Der Bildschirm im Always-On-Modus
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    Der Bildschirm im Always-On-Modus

  • Apropos Stromverbrauch: Im Dauertest lief das S7 edge beim Abspielen eines Full-HD-Videos fast zwölf Stunden mit einer Akkuladung, ein sehr guter Wert. Das normale S7 hielt eine Stunde weniger durch, was am kleineren Akku liegt.

  • Das sogenannte Edge-Benutzerinterface, ein auf dem gebogenen Rand des Bildschirms platzierter Funktionsbereich beim S7 edge, kann jetzt mehr App-Symbole für den Schnellzugriff anzeigen. Viel bringt das nicht, denn genauso gut kann man diese Apps auf dem Homescreen platzieren.

  • Die neue App Game Launcher funktionierte im Test mit allen getesteten Spielen. Man kann über sie festlegen, wie viel Prozessorleistung für ein Spiel bereitgestellt werden soll und ob man während des Spielens von neuen Nachrichten unterbrochen werden möchte. Mir gefiel vor allem die Möglichkeit, Screenshots vom Spiel zu machen und Videos vom Spielgeschehen aufzuzeichnen.

  • Die S7-Geräte beherrschen alle modernen Mobilfunkstandards, bis hin zum schnellen LTE CAT 9, das Downloadraten von bis zu 450 Mbit/s ermöglicht - wenn das Netz das denn hergibt.

  • Sie sind nach dem IP68 zertifiziert, also wasser- und staubdicht, sie halten es 30 Minuten in 1,5 Metern Wassertiefe aus.
    Die Galaxy S7 kann man auch mal abspülen
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    Die Galaxy S7 kann man auch mal abspülen

Von diesen Veränderungen abgesehen, sind die beiden S7-Modelle aktualisierte Versionen der S6-Serie und beherrschen alles, was die Vorgänger konnten:

  • Die Bildschirme beider S7-Modelle sind sehr kontrastreich, haben eine extrem hohe Auflösung und zeigen auch feine Details an.

  • Sie haben Fingerabdrucksensoren, die schnell und zuverlässig arbeiten.

  • Ihre Akkus lassen sich besonders schnell aufladen. Im Test dauerte es nur rund 30 Minuten, um das vollkommen entladene Gerät bis auf 50 Prozent aufzuladen. Nach etwa 80 Minuten war der Akku voll - wenn man das mitgelieferte Ladegerät benutzt.

  • Die S7 lassen sich auch drahtlos aufladen. Die notwendige Technik ist eingebaut, ein entsprechendes Ladegerät muss man aber separat kaufen.
    Komfortabel aufladen ohne Kabel
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    Komfortabel aufladen ohne Kabel

Fazit

Was die beiden S7-Modelle ihren direkten Vorgängern voraushaben, ist die Möglichkeit, den Speicher mit Steckkarten zu erweitern. Das ist auch dringend nötig, denn in Deutschland werden beide Geräte mit nur 32 GB Speicher angeboten.

Ansonsten macht es Samsung einem wirklich schwer, an den neuen Galaxys Schwachpunkte zu finden. Die Kamera ist exzellent, Leistung im Überfluss vorhanden, der Bildschirm hervorragend, die Akkulaufzeit überdurchschnittlich. Zudem sind die Handys wasserdicht. Bessere Android-Smartphones gibt es derzeit nicht.

Vorteile und Nachteile

Sehr gute Kamera

Sehr gute Akkulaufzeit beim S7 edge

Sehr hohe Leistung

Schneller Fingerabdrucksensor

Wasser- und staubdicht nach IP68

Sehr guter Bildschirm

Alle aktuellen Funkstandards integriert

Kabellose Ladefunktion

Nur mir 32 GB lieferbar

Kein USB-C

Technische Daten

Hersteller Samsung Samsung
Modell Galaxy S7 Galaxy S7 edge
Maße (Millimeter) 145,2 x 70 x 7,9 151 x 73 x 7,7
Gewicht (Gramm) 152 157
Sprechzeit k.A. k.A.
Standby k.A. k.A.
Display-Diagonale 5,1 Zoll 5,5 Zoll
Display-Auflösung 2560 x 1440 2560 x 1440
Prozessor 2,3 GHz Octacore 2,3 GHz Octacore
Arbeitsspeicher 4 GB 4 GB
Massenspeicher 32 GB 32 GB
Speichererweiterung ja ja
Kamera (hinten/vorne) 12 MPx / 5 MPx 12 MPx / 5 MPx
Mobilfunktechnik LTE LTE
W-Lan 802.11 a/b/g/n/ac 802.11 a/b/g/n/ac
Bluetooth 4.2.LE 4.2.LE
Betriebssystem Android 6.0 Android 6.0
Besonderheiten Wasser- und staubdicht, Fingerabdruckscanner Wasser- und staubdicht, Fingerabdruckscanner
Preis (Euro) 699 799

Alle Daten sind Herstellerangaben



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insgesamt 49 Beiträge
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Seite 1
der_bulldozer 08.03.2016
1. Wieder das unvermeidliche Gesicht von Herrn Kremp am Anfang...
... aber diesmal mit Selfie-Kussmaul. Bravo!
tpg0079 08.03.2016
2. Werbung über Eilmitteilungen
Ist es inzwischen schon so weit, dass Sie die Eilmeldungen verwenden, um Werbung für Samsung zu machen? Das ist schäbig! Gerade in der heutigen Zeit, sollte diese Funktion wirklich nur für wichtige Nachrichten verwendet werden, nicht als Profilierungsplattform für Ihre Sponsoren!
outwiper 08.03.2016
3. Akku austauschbar
oder teure Reparaturkosten nach zwei Jahren normaler Nutzung??
elmard 08.03.2016
4. Wenn nur die Software nicht wäre...
...hätte man auch mehr Speicher (von 32 GB) frei. Leider gängelt Samsung seine Kunden mit zwangsweise installierter Software, welche sich nicht deinstallieren läßt. Manchmal lassen sich Anwendungen deaktivieren, der Speicherplatz ist dennoch dafür in Gebrauch. Das war bereits vor 2 Jahren für mich Anlass, mein S5 nach drei Tagen wieder abzugeben und auf ein Lumia 830 umzusteigen. Unter Windows 8.1 Phone lassen sich die mitgelieferten Wohltaten an Software problemlos entfernen, falls man diese nicht mag oder nicht nutzen will.
joe_ 08.03.2016
5. Schöner, schneller, weiter...
Die Müllberge wachsen und wachsen und SPON fragt sich: ist das alles? Mit jedem neuen Smartphone fliegt ein altes, noch voll funktionsfähiges, in die Schublade. Was verlangt Otto Normalverbraucher doch noch alles, was die Geräte nicht bereits können?
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