Bessere Kamera, neue Farbe Samsungs Galaxy S9 bringt Licht ins Lila

Beim neuen Galaxy S9 lässt Samsung die Kamera genauer hinschauen, wenn es schummrig wird. Ansonsten gibt es vor allem verbesserte Details. Und eine Richtigstellung.

SPIEGEL ONLINE

Aus Barcelona berichtet


Die Richtigstellung betrifft den Fingerabdruckscanner. Nachdem der beim Galaxy S8 und dem Galaxy Note 8 neben der Kamera platziert war, liegt er jetzt wieder unterhalb der Linse. Beim Entsperren versehentlich mit dem Finger auf das Objektiv zu tippen, wird damit zumindest weniger wahrscheinlich.

Aber am S9 und seinem größeren Gegenstück, dem S9+, kann man sich auch ohne Fingerabdruck identifizieren, per "Intelligent Scan". Mit diesem Begriff bezeichnet Samsung eine neue Technologie, die Gesichts- und Iriserkennung zusammenfasst. Wie gut, schnell und sicher das in der Praxis ist, ist noch unklar.

Die für Samsung offenbar zweitwichtigste Neuerung: In Deutschland werden die neuen Galaxy-Smartphones außer in Schwarz und Blau auch in einem Lilac-Purple genannten Farbton auf den Markt kommen. Ich nenne ihn mal einfach: Lila. Das sieht zugegeben ziemlich schick aus und orientiert sich an der von der Firma Pantone festgelegten Pantone-Farbe des Jahres.

Samsung hatte sich beim Galaxy S6 schon einmal an Pantone orientiert und einen grünen Farbton angeboten. Zumindest ich habe den aber nie bei Irgendjemandem gesehen. Die in anderen Ländern angebotene Galaxy-S9-Farbe Titangrau ist für Deutschland nicht vorgesehen.

Die Bildschirme sind laut Samsung minimal größer als die der Vorgänger, weil der Rahmen oben und unten etwas schmaler geworden ist. Die Auflösung hat sich aber nicht verändert und bleibt bei 2960 x 1440 Pixeln. Wie ihre Vorgänger sind auch die beiden neuen Modelle wasser- und staubdicht nach der Norm IP68. Auch an der kabellosen Ladefunktion hat Samsung erfreulicherweise festgehalten.

Mehr Licht und mehr Bilder für die Kamera

Beide Modelle sind mit einer 8-Megapixel-Frontkamera für Selfies bestückt. Auf der Rückseite hingegen zwei Kameraausführungen: Zum einen haben sowohl das S9 als auch das S9+ eine Weitwinkelkamera mit zwölf Megapixeln. Beim Plus-Modell ist die jedoch zusätzlich mit einer variablen Blende bestückt und wird von einer Zusatzkamera mit Teleobjektiv ergänzt.

Ist es beim Fotografieren hell, arbeitet die Hauptkamera mit dem Blendenwert F2.4. Geht die Helligkeit auf einen Wert von unter 100 Lux zurück, weitet sich die Objektivblende automatisch auf den Wert F1.5. So sollen 28 Prozent mehr Licht zum Fotochip durchkommen als beim Galaxy S8, dessen Kamera noch F1,7 hatte. Das Teleobjektiv arbeitet immer mit F2.4.

Neu ist auch, dass der Fotochip des S9 und S9+ mit einem eigenem Speicher bestückt ist. Sony hat das im vergangenen Jahr beim Xperia XZ Premium vorgemacht. Der Vorteil des integrierten Speichers: Man kann sehr viele Bilder sehr schnell nacheinander aufnehmen. Wie Sony nutzt Samsung das, um extreme Zeitlupen mit bis zu 960 Bildern pro Sekunde zu ermöglichen. Der Speicher reicht allerdings nur für 0,2 Sekunden Echtzeit, die bei 960 Bildern pro Sekunde auf sechs Sekunden ausgedehnt werden.

Emojis zum Selbermachen

Ebenfalls neu ist eine Funktion, die mit dem Handy anvisierte Texte von einer Sprache in eine andere übersetzt. Wenn das in der Praxis genauso gut funktioniert wie in Samsungs Demonstration, kann man damit etwa im Urlaub Speisekarten übersetzen. Überdies gibt es die Möglichkeit, Ortsinformationen ins Kamerabild einblenden zu lassen, wie es einige Augmented-Reality-Apps schon seit Jahren tun.

Populär könnten aber die sogenannten AR-Emojis werden, mit denen Samsung die Animojis von Apples iPhone X adaptiert und erweitert. So kann man etwa sein Gesicht digitalisieren und daraus einen Satz persönlicher Emojis erstellen lassen. Oder man steuert mit der eigenen Mimik eine der vorgegebenen Kunstfiguren und lässt sie einem Freund per Chat eine Nachricht als animierten Kurzfilm überbringen. Weil Samsungs AR-Emojis als GIF gespeichert werden, lassen sie sich mit jeder beliebigen Chat-App verschicken, egal ob WhatsApp oder Allo.

Das Handy als PC

Angetrieben werden die Galaxy S9 und S9+ von einem neuen Octacore-Prozessor von Samsung. Vier seiner Rechnerkerne laufen mit bis zu 2,7 GHz, die übrigen vier mit bis zu 1,7 GHz. Der Arbeitsspeicher wurde zugunsten vieler parallel laufender Apps auf sechs GB aufgestockt. Der Massenspeicher ist wahlweise mit 64 GB oder 256 GB bestückt und kann per microSD-Karte um bis zu 400 GB erweitert werden.

Das wird man zumindest bei einem von Samsung beworbenen Anwendungsszenario auch brauchen: der prinzipiell schon vom S8 bekannten Nutzung des Smartphones als PC-Ersatz. Mithilfe einer neu gestalteten optionalen Dockingstation können Galaxy S9 und S9+ an einen Bildschirm oder Beamer angeschlossen und wie ein PC genutzt werden.

Dabei kann man wahlweise den Handybildschirm als Touchpad benutzen oder Maus und Tastatur anschließen. Ein vollwertiger PC-Ersatz ist das sicher nicht, aber für ein wenig Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder eine Präsentation dürfte es ausreichen.

Interessenten können die beiden neuen Galaxy-Smartphones ab sofort bestellen, vom 16. März an sollen sie im Handel erhältlich sein. Das S9 wird 849 Euro kosten, das S9+ sogar 949 Euro.



insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
echoanswer 25.02.2018
1. Tabellenkalkulation ...
auf einem Smartphone ist ein Traum. Absolut. Und seit wann existiert im Universum der Smartphoner noch eine Mouse? Bis vor kurzem wurde man noch als old school beschimpft, wenn man nur das Wort benutzte.
hegoat 25.02.2018
2.
Kann man den Speicherplatz mit SD-Karten erweitern? Ist der Akku auswechselbar? Ein ziemlich armseliges Review, SPON.
Ben Dover 25.02.2018
3. SD Karte steht im Artikel
Erst lesen, dann meckern.
phrasenmaeher 25.02.2018
4. @hegoat
Wenn sich am (Glas-) Design vorne wie hinten nichts großartig geändert hat, wie wahrscheinlich ist dann wohl die plötzliche Auferstehung des Wechsel-Akkus, hm? Wieviele aktuelle sogenannte "flagships" bieten das überhaupt noch an? Sie plustern sich demzufolge wegen nichts auf. Danke für das Gespräch.
harryhorst 25.02.2018
5. Technisch wahrscheinlich gut,
aber offensichtlich wieder mit fest verklebtem Akku. Diese Unsitte und Vergeudung von Ressourcen wird gar nicht moniert. Schade, dass von vielen "Testern" kein Wort dazu geäußert wird. Für mich zumindest kommt kein Smartphone in Frage, bei dem ich nicht einfach und ohne Werkzeug den Akku wechseln kann.
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