Galaxy S4: Samsung zeigt sein neues Flaggschiff

Aus New York berichtet

Der Nachfolger ist da: In New York hat Samsung das Galaxy S4 vorgestellt. Spekulationen über das neue Top-Smartphone der Koreaner gab es im Vorfeld reichlich. Einige Vermutungen wurden bestätigt, andere nicht. Die Gerüchteköche hatten offenbar manches falsch verstanden.

Neues Handy: Samsung zeigt das Galaxy S4 Fotos
AP

Samsung hat sich nicht lumpen lassen. Zur Vorstellung des neuen Android-Smartphones Galaxy S4 lud der Konzern nach New York in die Radio City Music Hall ein. Rund 3000 Journalisten, Blogger und Firmenkunden waren anwesend, warteten ungeduldig in der Kälte auf Einlass. Sie wollten den Nachfolger des erfolgreichen Galaxy S3 sehen, wollten wissen, ob die Gerüchte stimmten, die seit Wochen im Netz kursierten. Viele waren am Ende enttäuscht.

Das neue Galaxy sieht fast genau so aus wie sein Vorgänger Galaxy S3. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, das Display ist moderat von 4,8 auf fünf Zoll angewachsen, bietet nun Full-HD-Auflösung. Von der stromsparenden Pholed-Technik im Bildschirm, über die zuletzt spekuliert wurde, war allerdings keine Rede mehr. Im Galaxy S4 steckt wie schon beim Vorgänger ein ganz normales Amoled-Display. Längere Akkulaufzeiten, die man sich von der Pholed-Technik erhofft hat, lassen weiter auf sich warten.

Dafür gibt es den neuen Achtkern-Prozessor Exynos 5 Octa. Der verfügt über doppelt so viele voneinander unabhängige Recheneinheiten wie andere Highend-Handys oder Desktop-PC und ist mit 1,6 GHz getaktet. Achtkern-Technik ist bisher nur in Servern gängig. Allerdings wird der Prozessor nicht in jedem S4 stecken. Je nach Auslieferungsland wird entweder der Achtkern-Chip oder ein 1,9 GHz schneller Quadcore-Prozessor von Qualcomm eingebaut, erklärte ein Samsung-Manager. Welche der beiden Typen zum Einsatz komme, sei abhängig von den lokalen Anforderungen. Um welche Anforderungen es sich dabei handelt und welcher Prozessor in Deutschland im S4 stecken wird, sagte er leider nicht.

Bewegte und unbewegte Bilder

Der Arbeitsspeicher des S4 ist mit zwei Gigabyte bestückt, der Massenspeicher wird wahlweise mit 16, 32 oder 63 Gigabyte ausgeliefert und kann per microSD-Karte um bis zu 64 Gigabyte erweitert werden. Als Kamera kommt an der Frontseite ein Zwei-Megapixel-Modell und auf der Rückseite eine Variante mit 13-Megapixel-Auflösung zum Einsatz. Ganz ähnliche Werte weisen auch die aktuellen Top-Modelle von HTC, Sony und LG auf.

Allerdings hat sich der Hersteller bemüht, die Kamera mit Softwarefunktionen zu verbessern. Die Benutzeroberfläche ist identisch mit der von Samsungs Android-Kameras. Unter anderem gibt es eine "Eraser" genannte Funktion, die bei Momentaufnahmen bewegte Objekte erkennt und aus dem Bild löscht. Neu ist auch die Möglichkeit, mit beiden Kameras gleichzeitig Fotos oder Videos aufzuzeichnen, also Motiv und Fotografen zusammen abzulichten.

Interessant erscheint die Cinema-Photo-Funktion. Mit ihr nimmt man kurze Videos auf, bei denen man mit dem Finger Bereiche definieren kann, die statisch erscheinen sollen. Das Handy berechnet daraus ein Animated Gif, auf dem zum Beispiel eine Person vor einem scheinbar unbewegten Hintergrund gezeigt wird.

Scrollende Augen, schwebende Finger

Vor der Präsentation gab es Gerüchte über eine Steuerung per Auge. Fehlanzeige. Dafür hat das S4 eine Smart-Scroll-Funktion. Mit der kann der Nutzer durch Webseiten scrollen, indem er das Handy nur leicht nach vorne oder hinten neigt. Weil diese Funktion nur aktiv ist, wenn man auf den Bildschirm blickt, hatte sie wohl jemand als Augensteuerung interpretiert. Tatsächlich aber nutzt sie die Neigungssensoren des Handys. Ebenfalls vom Blickkontakt abhängig ist Smart Pause, das ein laufendes Video automatisch anhält, wenn man nicht mehr auf den Bildschirm schaut. Beide Funktionen laufen also, wenn man die Augen auf das Gerät richtet. Eine echte Steuerung aber ist das noch nicht

Air View wiederum ermöglicht es, einige Funktionen auszulösen, ohne den Bildschirm zu berühren - einfach indem man den Finger maximal zwei Zentimeter über dem Display schweben lässt. So kann man sich beispielsweise die Vorschau des Inhalts einer E-Mail, eines Videos oder eines Telefonbucheintrags anzeigen lassen. Das funktioniert aber nur in Apps, die dafür angepasst sind.

Air Gesture wiederum ermöglicht es, einige Funktionen durch Handgesten vor dem Display auszulösen. So kann der Nutzer etwa durch ein Fotoalbum blättern, indem er mit der Hand über dem Display hin und her wischt. Und man kann Anrufe entgegennehmen, indem man mit der Hand über das Display wischt, was etwa beim Autofahren praktisch sein dürfte.

Das Handy mit dem Babelfisch

Außerdem hat Samsung mit S Health einen automatischen Schrittzähler eingebaut, der alle täglichen Aktivitäten des Anwenders aufzeichnen kann, wenn er es denn will. Passendes Zubehör wie Pulsmesser und digitale Waagen will Samsung selbst anbieten.

Spannend hört sich die Integration einer Übersetzungsfunktion namens S Translator an, die Texte, E-Mails und Chats automatisch in verschiedene Sprachen übersetzen soll. Das soll sogar mit gesprochenen Texten funktionieren. Ob das aber wirklich ein universeller Übersetzer wie Douglas Adams Babelfisch ist, muss sich erst zeigen.

Die Ausstattung mit Netzwerktechnologien erscheint mit Bluetooth 4.0 und diversen W-Lan- und Mobilfunk-Standards mehr als üppig, wobei Donnerstagnacht noch unklar war, welche Standards in welchen Ländern unterstützt werden. Die Auslieferung soll Ende April beginnen, Preise wurden bislang nicht genannt.

Samsung setzt große Hoffnungen auf das S4. Der Konzern ist innerhalb weniger Jahre vom Nischenanbieter zum Marktführer im Bereich Smartphones aufgestiegen. Den Marktforschern von IDC zufolge lag der Marktanteil Samsungs im Jahr 2012 bei 39,6 Prozent, dahinter folgten Apple mit 25,1 Prozent, Nokia mit 6,4 Prozent und HTC und Research in Motion (heute Blackberry) mit je sechs Prozent. Der Durchmarsch an die Spitze erfolgte schnell: Samsungs erstes Smartphone mit Android-Betriebssystem kam erst im Frühjahr 2009 auf den Markt. Android hat Apples iOS als am weitesten verbreitetes Smartphone-Betriebssystem längst verdrängt, nicht nur dank Samsung. Auch Hersteller wie HTC, LG und Sony bauen beispielsweise Android-Handys.

Samsungs bisheriges Flaggschiff, das im Mai 2012 herausgekommene Galaxy S3, hat einen Quadcore-Prozessor, einen HD-Bildschirm flexible Funktechnik an Bord. 4,8 Zoll misst der Bildschirm, mit der kleinen HD-Auflösung 720p (1280 x 720). Der Akku hält einen typischen Arbeitstag lang.


Samsung Galaxy S III
Listenpreis: 699 Euro
Straßenpreis: ab 599 Euro

Mitarbeit: Christian Stöcker

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insgesamt 88 Beiträge
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    Seite 1    
1. EierlegendeWollMilchSaeue
Doc Holliday 15.03.2013
Zitat von sysopDer Nachfolger ist da: In New York hat Samsung das Galaxy S4 vorgestellt. Viel war im Vorfeld über das neue Top-Smartphone der Koreaner spekuliert worden. Einige Vermutungen wurden bestätigt, andere nicht. Die Gerüchteköche haben offenbar manches falsch verstanden. Samsung stellt Smartphone Galaxy S4 vor - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/samsung-stellt-smartphone-galaxy-s4-vor-a-888844.html)
Ich habe mein Galaxy S3 vor einigen Tagen verkauft und ein Nokia fuer 18EUR gekauft. Ich vermisse nichts und mein Akku haelt jetzt locker 10 Tage. Smartphones sind EierlegendeWollMilchSaeue, die nichts richtig koennen. 1. Zum telephonieren mein Billig-Nokia 2. Fuers Internet mein Netbook 3. Fuer Fotos meine Nikon Aber viel Spass noch mit dem S4
2. Etwas enttäuscht
dannyinabox 15.03.2013
Ich habe zwar nicht alles was im Vorfeld gesagt wurde geglaubt, bin aber letztlich doch enttäuscht. Es bleibt einfach der Eindruck das die Koreaner nun über ein Jahr Zeit hatten das Gerät weiter zu entwickeln. Gerade was Hardware betrifft hatte ich mehr erhofft. So muss ich sagen das ich mit dem Nexus 4 zufrieden bin wobei ich mit der Kamera nicht zufrieden bin. Manchmal träume ich davon das Nokia Android Phones macht. Das wäre schlicht grandios!
3. Ein
ErkanGecici 15.03.2013
echter "Kremp-Artikel". :)
4. S3 Preise, weil's fuer's S4 noch keine gibt?
Altesocke 15.03.2013
" Samsung Galaxy S III Listenpreis: 699 Euro Straßenpreis: ab 599 Euro " Und dann die vom letzten Jahr? Der 'Strassenpreis' liegt derzeit zwischen 420-450 Teuro
5. zu gross
ein-dummer-junge 15.03.2013
wird wohl wieder nicht in meine Hosentasche passen. Werde deshalb mir kein neues Handy kaufen und es weiter mit meinen Samsung Plus huashalten. Lieber ein altes Samsung als ein IPHONE.
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