Chromebook 303C Wer billig will, muss Google in Kauf nehmen

Die Mixtur ist ungewöhnlich: Samsungs Chromebook 303C sieht gut aus, ist leicht - und kostet trotzdem nur 300 Euro. Im Gegenzug muss sich der Nutzer mit Googles Chrome-Betriebssystem arrangieren, was vor allem Windows-Gewöhnten viel abverlangt.

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SPIEGEL ONLINE

Beim Chromebook 303C macht Samsung vieles richtig - und das auch noch zu einem ungewöhnlich niedrigen Preis. 300 Euro kostet das Notebook in der Grundversion mit W-Lan, für 50 Euro Aufpreis erhält der Nutzer ein Exemplar mit integriertem HSPA+-Mobilfunkmodul, um fast überall online zu sein.

Internetanbindung ist wichtig für das Chromebook 303C. Denn es läuft nicht mit Windows oder Linux, sondern mit Googles Betriebssystem Chrome OS. Das ist ganz auf die Zusammenarbeit mit Googles Online-Diensten zugeschnitten.

Bei den ersten Chromebooks führte das dazu, dass man sie offline bestenfalls als Buchstütze benutzen konnte. Mittlerweile hat Google die Software aber so verbessert, dass man beispielsweise Texte in Google Docs auch offline schreiben kann. Änderungen werden mit der Cloud synchronisiert, sobald das Chromebook wieder eine Verbindung zum Web hat. Solche Offline-Modi haben aber nicht alle Chrome-OS-Anwendungen.

16 Gigabyte müssen reichen

Passend zur konsequenten Online-Ausrichtung wird das neue Chromebook mit sehr wenig Speicherplatz bestückt. Magere 16 Gigabyte sind als Massenspeicher eingebaut. Anwender sollten ihre Daten deshalb in der Cloud ablegen, also beispielsweise Fotos bei Picasa und Texte bei Google Drive speichern. Programme werden ohnehin als Web-Apps aus dem Chrome Webstore geladen und nicht dauerhaft gespeichert.

Geschwindigkeitsprobleme sind uns bei keiner der ausprobierten Apps aufgefallen. Das ist bemerkenswert, denn im Chromebook 303C ist kein Notebook-Prozessor eingebaut, sondern der Samsung-Chip Exynos 5250, der sonst in Tablets genutzt wird. Dieser 1,7-GHz-Chip treibt auch das Google-Tablet Nexus 10 an. Wie der Flachrechner ist das 303C mit zwei Gigabyte Arbeitsspeicher bestückt.

Viel Ausdauer und wenig Spiegelungen

Der Mobilprozessor dürfte einer der Gründe dafür sein, weshalb das 303C so gut mit seinem Akkustrom haushält. Im Test hielt es beim Abspielen eines YouTube-Videos in Dauerschleife viereinhalb Stunden durch. Bei normaler Benutzung - lesen, schreiben und surfen - sind sieben bis acht Stunden Laufzeit möglich. Einen durchschnittlichen Arbeitstag kann man damit also auch ohne Steckdose bestreiten. Wer sichergehen will, wird sich über das kleine und leichte Netzteil freuen.

Damit bietet sich das 303C als mobiles Arbeitsgerät an, sofern der Nutzer seine Aufgabe mit den von Google bereitgestellten oder anderen Web-Apps erledigen kann. Das optional integrierte Mobilfunkmodul macht das Gerät dabei von fremden W-Lan-Netzen unabhängig. Die Tastatur eignet sich für Vielschreiber, bietet ein angenehmes Schreibgefühl und einen recht gut definierten Druckpunkt.

Der HD-Bildschirm (1366 x 768 Bildpunkte) hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Dank Entspiegelung lässt sich vor diesem Display ohne störende Lichtreflexe arbeiten. Aber man sollte möglichst direkt davor sitzen, denn schon bei leichten Blickwinkeländerungen erscheinen auf dem Bildschirm die Farben stark verändert.

Billig ohne Billig-Look

Doch eines ist klar: Chrome OS hat Schwächen. Die Software kann mit vielen gängigen Dateiformaten nichts anfangen, fordert etwa beim Anklicken einer Tiff-Bilddatei dazu auf, im Chrome Webstore nach einer passenden App zu suchen, ohne dabei Hilfe anzubieten.

Windows-User müssen zudem auf gewohnte Anwendungen verzichten, weil Windows-Programme nun einmal nicht unter Chrome OS laufen. Wer also seine Digitalfotos mit Adobes Lightroom bearbeiten möchte, kommt mit dem Chromebook 303C nicht weiter.

Beim Design hat Samsung ganze Arbeit geleistet. Zwar steckt das Chromebook 303C in einem Plastikgehäuse, doch das ist gut verarbeitet. Es weist keine großen Spaltmaße auf und sieht teurer aus als es ist. Der Kunststoff dürfte mitverantwortlich für das geringe Gewicht sein.

Ein paar Kleinigkeiten gibt es aber doch zu bemängeln. Vor allem, dass die beiden USB-Anschlüsse (einer davon mit USB 3.0) und der HDMI-Anschluss hinten am Gerät stecken. So kann man es nicht nah an eine Wand oder den Sitz vor sich stellen, wenn etwas eingestöpselt ist. Außerdem ist das Display-Scharnier so konstruiert, dass der Anstellwinkel des Bildschirms auf etwa 120 Grad beschränkt ist.

Vorteile und Nachteile

Günstiger Preis

Entspiegelter Bildschirm

Gute Tastatur

Optional mit Mobilfunkmodul

Schnelle W-Lan-Technik

Lange Akkulaufzeit

Ungünstig platzierte Schnittstellen

Geringes Software-Angebot

Fazit

Wer mit den Einschränkungen von Chrome OS leben kann, bekommt mit Samsungs Chromebook 303C für wenig Geld einen schicken und ausdauernden Mobilrechner, der gegen geringen Aufpreis sogar per Mobilfunk online geht. Mit einem Notebook sollte man es aber nicht gleichsetzen. Denn Ausstattung und Technik entsprechen eher der eines Tablet-PC - nur ohne Touchscreen, dafür mit Tastatur.



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insgesamt 157 Beiträge
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Seite 1
earl grey 19.03.2013
1. Das wird nichts....
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEDie Mixtur ist ungewöhnlich: Samsungs Chromebook 303C sieht gut aus, ist leicht und kostet trotzdem nur 300 Euro. Dafür muss der Nutzer sich mit Googles Chrome-Betreibsystem arrangieren, was vor allem Windows-Gewöhnten viel abverlangt. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/samsungs-chromebook-im-test-a-889711.html
Hm, könnte Ärger mit Apple geben... das Gehäuse ist schon mal eine ziemlich schamlose Kopie des MacBookAir. Und das Betriebssystem verdient den Namen nicht. Das wird nichts.... Daten in einer Cloud bei Google, wer ist denn so bescheuert? Da kann ich meine Daten ja gleich ausgedruckt an die nächste Reklamewand tackern...
sting111 19.03.2013
2. Mein Netbook von Acer
hat 150 Euro gekostet. Mit 250 GB Festplatte. Ich senke den Daumen fuer die Cloud und Chrome OS.
yast2000 19.03.2013
3. Sorry, aber das ist Folter!
" Im Test hielt es beim Abspielen eines YouTube-Videos in Dauerschleife viereinhalb Stunden durch."
sim4000 19.03.2013
4. Ich will ja nicht klugscheißen...
...tue es aber dennoch ;) Matthias schreibt: Denn es läuft nicht mit Windows oder Linux, sondern mit Googles Betriebssystem Chrome OS. Wikipedia ist der Meinung: Google Chrome OS [...] ist eine von Google entwickelte Linux-Distribution... Andere Linux Distributionen (zB Ubuntu) sind natürlich um einiges mächtiger. http://de.wikipedia.org/wiki/Google_Chrome_OS
n1ce2know 19.03.2013
5. Inhaltsleer
Dieser Artikel ist wirklich sehr dünne. Im Prinzip ohne Informationsgehalt. Displaydiagonale? Austattungsvarianten? mfg
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