Konkurrenz fürs iPhone X Samsungs Galaxy S9 kommt am 25. Februar

Noch macht Samsung ein großes Geheimnis aus seinem nächsten Vorzeige-Smartphone. Ende Februar soll es in Barcelona enthüllt werden. Was das Galaxy S9 technisch bietet, lässt sich aber schon jetzt erahnen.

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In der Nacht zum Donnerstag bekamen viele Journalisten weltweit per E-Mail eine Einladung geschickt. "Samsung präsentiert auf dem Mobile World Congress 2018 die neuesten mobilen Produkte", heißt es darin und, dass man sich für eine Veranstaltung am 25. Februar in Barcelona anmelden soll. Geschmückt wird die Nachricht von einer lilafarbenen 9 und dem Spruch: "Die Kamera. Weiter gedacht".

Auch wenn es nicht konkret gesagt wird, ist damit klar: Auf der Veranstaltung wird der Hightech-Konzern das Galaxy S9 vorstellen, ein neues Top-Smartphone, mit dem die Koreaner dem iPhone X von Apple Paroli bieten wollen.

Direkt von Samsung erfährt man natürlich noch nichts über das Gerät. Die Vorbereitung für die Präsentation läuft unter strenger Geheimhaltung, man möchte sich den großen Knalleffekt für den Tag der Enthüllung aufsparen. Der Hinweis auf eine neue Kameratechnik soll offenbar Spannung aufbauen.

Das Highlight ist die Kamera

So richtig gelingen will das jedoch nicht. Samsung ist ein gigantischer Mischkonzern, der fast eine halbe Million Menschen beschäftigt. Manche davon bauen Containerschiffe, andere verkaufen Lebensversicherungen und wieder andere entwickeln elektronische Bauteile, darunter auch jene Kameras, die in Samsung-Smartphones eingebaut werden.

Und vor nur wenigen Tagen kündigte die Halbleitersparte des Konzerns genau so eine Kamera an, die einige interessante Eigenschaften aufweist. So soll der Isocell genannte Fotosensor bei schlechter Beleuchtung bessere Bilder machen, indem er jeweils vier nebeneinander liegende Pixel zu einem großen, lichtempfindlichen Pixel zusammenfasst. Mehrfachbelichtungen einer einzigen Aufnahme sollen zudem mehr Details in dunklen Bereichen hervorbringen.

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Darüber hinaus biete der neue Fotochip einen schnelleren Autofokus, heißt es. Und er sei so gebaut, dass er extrem dünne Smartphone-Designs ermöglicht. Vor allem aber ermöglicht die Isocell-Technik den Bau von Doppelkameras, wie sie auch in die größeren iPhones eingebaut werden. Eine solches Kameradoppel könnte nicht nur einen optischen Zoom mitbringen, sondern auch Tiefensensoren, die man etwa braucht, um bei Porträtaufnahmen den Hintergrund unscharf erscheinen zu lassen.

Es ist zumindest naheliegend, dass Samsung genau diese Kamera in sein neues Oberklasse-Smartphone einbauen wird: als Solokamera im Galaxy S9 und als Dualkamera im größeren Galaxy S9+.

Der Fingerabdrucksensor wird zurechtgerückt

Als Antrieb des S9 könnten, wie bei früheren Galaxy-S-Modellen, unterschiedliche Prozessoren dienen, vermutet das Blog "Sammobile" in einer Zusammenfassung der bisherigen Gerüchte. Demnach würden die Geräte in den USA und China wieder von einem aktuellen Qualcomm-Prozessor angetrieben, das wäre der Snapdragon 845. Im Rest der Welt käme ein Achtkern-Chip aus Samsungs Exynos-Baureihe zum Einsatz. Beide würden von 6 GB Arbeitsspeicher, 64 GB Flashspeicher und einem Speicherkartensteckplatz begleitet.

Am Design dagegen, da ist man sich in den Tech-Blogs einig, soll sich gegenüber dem Galaxy S8 kaum etwas ändern. Allerdings, so liest man, sei das Gemecker von Testern und Kunden nicht ungehört verhallt: Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite wandere deshalb von seitlich der Kamera unter die Kamera.

Mögliche Preissteigerung

Darüber hinaus wird das Galaxy S9 aller Voraussicht nach wieder mit allem bestückt sein, was bei Smartphones derzeit hip und teuer ist: drahtlose Ladefunktion, USB-C-Buchse, Android 8. Als sicher annehmen kann man, dass auch Samsungs Sprachassistent Bixby wieder ins Gerät integriert wird. Dass er bis dahin auch in einer deutschen Version verfügbar sein wird, ist dagegen zu bezweifeln.

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Samsungs üblichen Zyklen zufolge dürfte das Galaxy S9 etwa drei Wochen nach der Präsentation in Barcelona in den Handel kommen. Vorbestellungen wird der Konzern sicherlich aber schon früher annehmen.

Über die Preise kann man derzeit nur orakeln. Nachdem sich Apple getraut hat, für das iPhone X bis zu 1319 Euro zu verlangen, ist es nicht ausgeschlossen, dass auch Samsung etwas kräftiger zulangen wird. Das Galaxy S8 und das S8+ wurden 2017 für 800 Euro beziehungsweise 900 Euro auf den Markt gebracht. Wenige Monate später wurden für das Galaxy Note 8 rund 1000 Euro verlangt.



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