Serverausfall Blackberry kämpft mit dem Nachrichten-Stau

Ein defekter Netzwerk-Verteiler soll Schuld sein: Blackberry-Nutzer weltweit beklagten Ausfälle, nun will das kanadische Unternehmen Research In Motion die Probleme in den Griff bekommen. Nachrichten fließen schon wieder - zum Teil sind sie mehrere Tage alt.

Blackberry (Symbolbild): Netzwerkprobleme sollen so gut wie behoben sein
AFP

Blackberry (Symbolbild): Netzwerkprobleme sollen so gut wie behoben sein


Hamburg - "Hallo Welt! (Gesendet von meinem Blackberry)": Bei Twitter häuften sich am frühen Donnerstag erfreute Meldungen wie diese. Bei vielen schien am Morgen die mobile Internetnutzung auf ihrem Blackberry wieder zu funktionieren - nach zum Teil tagelangen Ausfällen.

Nicht nur Deutschland und andere europäischer Länder waren oder sind von den technischen Schwierigkeiten des kanadischen Herstellers Research In Motion (RIM) betroffen. Störungen beim Versenden von E-Mails, im Blackberry-Chat und ein generell langsames Netz wurden in den vergangen Tagen auch aus Indien, Südamerika, dem Nahen Osten und Afrika berichtet sowie zuletzt am Mittwochnachmittag auch aus den USA.

Nach Herstellerangaben hat ein ausgefallenes Element an einer zentralen Stelle im Rechner-Netzwerk die Probleme verursacht. Durch den Defekt hätten sich Datenmengen gestaut, was auf Seiten der Nutzer dazu führte, dass die Smartphone in vielen Fällen gerade noch SMS verschicken und Anrufe durchstellen konnten. Einen Hackerangriff schloss RIM laut der Nachrichtenagentur Reuters aus.

Jetzt soll es nach Firmenangaben wieder bergauf gehen. In der Nacht zum Donnerstag veröffentlichte RIM eine Mitteilung, wonach die Empfangsprobleme in Europa, dem Nahen Osten, Indien und in Afrika deutlich abgenommen haben. Fortschritte seien auch aus den USA, Kanada und Lateinamerika zu vermelden. Die meisten Dienste würden wieder funktionieren, angestaute Nachrichten ihre Empfänger erreichen. Es gebe jedoch noch immer Verzögerungen, und der Datendurchsatz könne noch von Nutzer zu Nutzer variieren.

"Blackberry stirbt. Jetzt gerade."

Viele sehen in dem Kommunikations-Blackout den Anfang vom Ende des ohnehin gebeutelten Smartphone-Pioniers. So resümiert etwa der deutsche Blogger Thomas Knüwer harsch: "Blackberry stirbt. Jetzt gerade."

Manch einer bemüht sich unterdessen, die Klagen über RIMs schlechtes Krisenmanagement und die möglichen Folgen zu relativieren: "Ähm, wann hat sich das letzte Mal eine große Firma im großen Stil für einen solchen Ausfall oder Fehler entschuldigt? Hat Apple sich jemals für die iPhone-4-Antenne entschuldigt? Hat Google sich jemals entschuldigt für die verseuchten Apps im Android App Store?", schreibt etwa ein Nutzer des Onlineforums "Crackberry".

RIM-Vorstandsmitglied Robin Bienfait hatte sich am Mittwoch persönlich auf der Service-Seite von RIM für die Schwierigkeiten entschuldigt. Über mögliche Entschädigungen, wie viele sie fordern, haben sich die Kanadier laut dem britischen "Telegraph" bislang nicht geäußert.

insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Bre-Men, 13.10.2011
1. Was wird dabei herauskommen?
Viele werden feststellen, dass man ohne Blackberry auch leben kann und sogar besser.
paulstock 13.10.2011
2. Schlange Stehen für Mails
Schön, dass bei vielen der Mailstrom wieder fließt. Wäre schon wenn ihr mal Platz machen könntet da vorne ;o), wir sehen nämlich NIX hier hinten in der Schlange, noch immer Funkstille. Klare LOOSE LOOSE Situation für BB
Paul Kessler, 13.10.2011
3. Titel
Zitat von Bre-MenViele werden feststellen, dass man ohne Blackberry auch leben kann und sogar besser.
Unbestritten. Aber irgendeiner fängt den Käse wieder an und wer nicht mitmacht ist raus aus dem Business. Die aktuellen Probleme waren mal wieder Anlass, längst vergangenen Zeiten ohne Nachrichtenterror und unkontrollierbaren Gebühren nachzutrauern.
fragende_welche 13.10.2011
4. ......
Zitat von Bre-MenViele werden feststellen, dass man ohne Blackberry auch leben kann und sogar besser.
Na ja, da haben Sie sicher recht...aber ich mag mein Blackberry nunmal sehr gerne und die letzten Tage waren schon eigenartig. Komisch, wie schnell man sich abhängig macht von einem so kleinen Gerät, ja, dumm ist es sicherlich auch, aber irgendwie macht ein Blackberry einfach Spass :-)
Bobby Shaftoe, 13.10.2011
5. titel stinken
Blackberries sind ohnehin datenschutzrechtlich sehr fragwürdig, weil sämtliche Mails in die USA exportiert werden, ohne dass auch nur ein Absender dem zugestimmt hätte. Bei Ausfuhr von personenbezogenen Daten in Drittstaaten außerhalb der EU gelten besondere datenschutzrechtliche Aspekte, die das Blackberry-Konzept aushebeln. Großunternehmen betreiben zwar eigene Blackberry-Server, bei denen dies nicht der Fall ist, bei Gros der deutschen KMU dürfte das aber nicht zutreffen. Dasselbe gilt übrigens auch für die auf dem iPhone beliebte Anwendung WhatsApp: Dort wird das gesamte Telefonbuch an den WhatsApp-Server übertragen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.