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30. April 2012, 13:02 Uhr

Speedport W921V

Bundesnetzagentur ermittelt wegen Telekom-Routern

Bestimmte Telekom-Anschlüsse wurden angeblich nur im Paket mit Telekom-Routern verkauft, die Bundesnetzagentur ermittelt. Ausgerechnet die fraglichen Geräte weisen einen fatalen Softwarefehler auf, der Hackern die Tür öffnet. Ein Software-Update soll die Sicherheitslücke jetzt schließen.

Über Telekom-Router des Typs Speedport W921V gab es in letzter Zeit nichts Gutes zu berichten. Eine Sicherheitslücke in ihrer W-Lan-Software ermöglichte jedermann das unbemerkte Eindringen in die Netzwerke von Anwendern dieses Routertyps. Jetzt ermittelt sogar die Bundesnetzagentur wegen dieser Router. Wie die "Wirtschaftswoche" berichtet, prüft die Behörde mögliche "Verstöße gegen das Gesetz über Funkanlagen und Telekommunikationseinrichtungen".

Demnach habe der Vertrieb der Telekom seinen Mitarbeitern vorgeschrieben, sie dürften die Telekom-Anschlüsse "Call&Surf IP" und "Entertain IP" nur dann anbieten, "wenn der Kunde den passenden Router bestellt oder bereits im Bestand hat". Gemeint sind die Speedport-Router W723V und W921V. Sollte der fragliche Kunde nicht über eines dieser Modelle verfügen, dürfe "nur ein Standard- oder Universal-Anschluss angeboten werden", heißt es in einem internen Schreiben, das der "Wirtschaftwoche" vorliegt.

Eine solche Kopplung eines Leistungsangebots an bestimmte Hardware sei nach der Liberalisierung des Endgerätemarkts nicht erlaubt, sagte der Sprecher der Netzagentur der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Telekom bestreitet die Vorwürfe und erklärt, man könne den vollen Leistungsumfang der fraglichen IP-Anschlüsse nur dann garantieren, wenn alle Komponenten optimal zusammenpassten. Würden die Nutzer Geräte anderer Hersteller verwenden, könne man eine solche Garantie nicht geben.

Update in Arbeit

Auf den Informationsseiten zu ihren IP-basierten Anschlüssen weist die Telekom Interessenten tatsächlich explizit darauf hin, man solle beachten, "dass Sie ohne geeignete Hardware den Anschluss nicht nutzen können." Als geeignet für Entertain IP beispielsweise verweist das Unternehmen auf seinen Hilfeseiten ausschließlich auf die beiden Speedport-Router W723V und W921V. "Mit anderen Routern der Telekom oder Geräten anderer Hersteller" sei "die einwandfreie Funktion nicht gewährleistet."

Immerhin aber soll die einwandfreie Funktion der Telekom-Router nun wieder hergestellt werden. Nach Bekanntwerden der Sicherheitslücke in den Systemen mehrerer Speedport-Router hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) am 25. April eine Warnung ausgegeben und Anwender geraten, bei den Modellen Speedport W504V, Speedport W723 Typ B die sogenannte WPS-Funktion zu deaktivieren und beim Speedport W921V das W-Lan ganz abzuschalten.

Nun hat der Konzern zumindest für den Speedport W921V die Beta-Version eines Firmware-Updates bereitgestellt, das den Fehler beheben soll. Eine finale Fassung soll im Laufe dieser Woche erscheinen. Updates für die beiden anderen betroffenen Router sind noch nicht verfügbar, sollen aber ebenfalls in den kommenden Tagen bereitgestellt werden.

mak

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