Speedport W921V Bundesnetzagentur ermittelt wegen Telekom-Routern

Bestimmte Telekom-Anschlüsse wurden angeblich nur im Paket mit Telekom-Routern verkauft, die Bundesnetzagentur ermittelt. Ausgerechnet die fraglichen Geräte weisen einen fatalen Softwarefehler auf, der Hackern die Tür öffnet. Ein Software-Update soll die Sicherheitslücke jetzt schließen.

Telekom-Router Speedport W921V: Sicherheitslücke soll bald gestopft werden

Telekom-Router Speedport W921V: Sicherheitslücke soll bald gestopft werden


Über Telekom-Router des Typs Speedport W921V gab es in letzter Zeit nichts Gutes zu berichten. Eine Sicherheitslücke in ihrer W-Lan-Software ermöglichte jedermann das unbemerkte Eindringen in die Netzwerke von Anwendern dieses Routertyps. Jetzt ermittelt sogar die Bundesnetzagentur wegen dieser Router. Wie die "Wirtschaftswoche" berichtet, prüft die Behörde mögliche "Verstöße gegen das Gesetz über Funkanlagen und Telekommunikationseinrichtungen".

Demnach habe der Vertrieb der Telekom seinen Mitarbeitern vorgeschrieben, sie dürften die Telekom-Anschlüsse "Call&Surf IP" und "Entertain IP" nur dann anbieten, "wenn der Kunde den passenden Router bestellt oder bereits im Bestand hat". Gemeint sind die Speedport-Router W723V und W921V. Sollte der fragliche Kunde nicht über eines dieser Modelle verfügen, dürfe "nur ein Standard- oder Universal-Anschluss angeboten werden", heißt es in einem internen Schreiben, das der "Wirtschaftwoche" vorliegt.

Eine solche Kopplung eines Leistungsangebots an bestimmte Hardware sei nach der Liberalisierung des Endgerätemarkts nicht erlaubt, sagte der Sprecher der Netzagentur der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Telekom bestreitet die Vorwürfe und erklärt, man könne den vollen Leistungsumfang der fraglichen IP-Anschlüsse nur dann garantieren, wenn alle Komponenten optimal zusammenpassten. Würden die Nutzer Geräte anderer Hersteller verwenden, könne man eine solche Garantie nicht geben.

Update in Arbeit

Auf den Informationsseiten zu ihren IP-basierten Anschlüssen weist die Telekom Interessenten tatsächlich explizit darauf hin, man solle beachten, "dass Sie ohne geeignete Hardware den Anschluss nicht nutzen können." Als geeignet für Entertain IP beispielsweise verweist das Unternehmen auf seinen Hilfeseiten ausschließlich auf die beiden Speedport-Router W723V und W921V. "Mit anderen Routern der Telekom oder Geräten anderer Hersteller" sei "die einwandfreie Funktion nicht gewährleistet."

Immerhin aber soll die einwandfreie Funktion der Telekom-Router nun wieder hergestellt werden. Nach Bekanntwerden der Sicherheitslücke in den Systemen mehrerer Speedport-Router hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) am 25. April eine Warnung ausgegeben und Anwender geraten, bei den Modellen Speedport W504V, Speedport W723 Typ B die sogenannte WPS-Funktion zu deaktivieren und beim Speedport W921V das W-Lan ganz abzuschalten.

Nun hat der Konzern zumindest für den Speedport W921V die Beta-Version eines Firmware-Updates bereitgestellt, das den Fehler beheben soll. Eine finale Fassung soll im Laufe dieser Woche erscheinen. Updates für die beiden anderen betroffenen Router sind noch nicht verfügbar, sollen aber ebenfalls in den kommenden Tagen bereitgestellt werden.

mak

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
hohlzahn 30.04.2012
1.
also, mir wurde eben bei der Technik-Hotline gesagt, dass eben nicht klar ist, wann das richtige Update kommt...
hohlzahn 30.04.2012
2.
also, mir wurde eben bei der Technik-Hotline gesagt, dass eben nicht klar ist, wann das richtige Update kommt...
Wofgang 30.04.2012
3.
Ja mei, die Telekom! Mit ein bisschen Glück bekommt man einen kompetenten Mitarbeiter ans Telefon. Wenn man Pech hat, kann man warten bis man schwarz wird. Seit einem Jahr warte ich auf den Versprochenen VDSL50 Anschluss. Bin schon froh, dass DSL2000 mit ISDN und 3 Rufnummern funkitoniert. Nachdem die Telefonanlage des Speedport nur mit Rauschen geglänzt hat, habe ich auf FritzBox und Fritzfon umgestellt. Seitdem läuft alles prima. Ach ja, der Speedport wurde innerhalb von ein paar Monaten 3 Mal ausgetauscht. So eine schlechte Qualität ist einfach nur unglaublich. Es war sogar ein Austauschgerät bei der Lieferung direkt kaput.
Garibaldi_wz 30.04.2012
4.
das Unternehmen z.B. den Support verweigerten, wenn man nicht die unternehmenseigenen Router verwendete. Die Schulung der Mitarbeiter in den Supportlevels war denen wohl zu teuer, bzw. wurden spezielle Funktionen in die Router implementiert. Hier könnte der Fall aber anderst liegen: Die Router werden dazuverkauft, um noch ein wenig Beigeschäft zu machen, zumal in vielen Routern der Telekom die Billiggeräte eines erliner Herstellers stecken und nur das Branding und die Firmware anderst sind, als bei den Originalgeräten dieses Herstellers. Damit meinte ich aber nicht, dass der Hersteller grundsätzlich schlechte Ware verkauft, im Gegenteil, sondern, dass die Telekom eigentlich sehr selten auf Qualität im Routerbereich gesetzt hat. So ist die Ausfallquote für meine Begriffe gegenüber den Geräten anderer Hersteller deutlichhöher, ich versuche da mal eine Statistik aufzutreiben, irgendwo hatte ich die im Netz gesehen.
anders_denker 30.04.2012
5. Mal so, mal so...
Zitat von sysopBestimmte Telekom-Anschlüsse wurden angeblich nur im Paket mit Telekom-Routern verkauft, die Bundesnetzagentur ermittelt. Ausgerechnet die fraglichen Geräte weisen einen fatalen Softwarefehler auf, der Hackern die Tür öffnet. Ein Software-Update soll die Sicherheitslücke jetzt schließen. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,830593,00.html
Die T-Com liefert nur modifizierte Geräte anderer Hersteller. Oft steckt was von AVM drin, auch als Fritz-Box bekannt. Es gab aber auch noch andere Router, z.B. die technisch mit den TARGA-Geräten von Lidl identisch waren.
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