Siebdruck: So macht man sich sein eigenes Geek-Shirt

Von Elke Schick

Schritt für Schritt: Anleitung für ein selbstbedrucktes T-Shirt Fotos
Heise

Die einen nutzen lieber einen Online-Anbieter für das Bedrucken ihrer T-Shirts. Andere machen sich gerne die Hände schmutzig und lieben ihr selbstbedrucktes Hemd - vor allem dann, wenn es etwas Mühe macht. Die Fachzeitschrift c't Hardware Hacks erklärt, wie es geht.

Siebdruck hat zugleich den Charme des Selbermachens im Positiven wie im Negativen: Die Erstellung der Schablone ist zum Großteil Fleißarbeit - das Drucken selbst hingegen macht großen Spaß. Eingesetzt wird das Verfahren daher auch meist da, wo immer wieder die gleiche Schablone verwendet werden kann und wo Menschen gerne mit Farbe matschen. Auf den Sommerfesten von Kindergärten zum Beispiel ist das Bedrucken von T-Shirts ein Highlight. Aber auch Erwachsene, die gerne basteln, in Farbe rühren und "selbstgemacht" am allerschönsten finden, werden hiermit Freude haben. Setzen Sie sich hin, basteln Sie eine hübsche Schablone und schnappen Sie sich ein paar Leute zum gemeinsamen Siebdrucken.

Zeitaufwand: 1 Stunde

Kosten: ab 65 Euro

Zutaten:

  • Siebdrucksieb
  • Rakel
  • Textilfarbe für Siebdruck
  • Din-A4-Papier oder bedruckbare Folie
  • Cutter
  • Schneideunterlage
  • Klebeband
  • Schwamm
  • zu bedruckendes Gewebe, also T-Shirt, Jutetasche, Strumpfhose, Vorhang oder Ähnliches

Feinwerkzeug: Cutter, Papierschneider

Voraussetzung für den Siebdruck sind die entsprechenden Werkzeuge. Wir haben uns mit einem Siebdrucksieb, einer Rakel und einer Schablone begnügt (siehe Fotostrecke). Möglich sind auch wesentlich kompliziertere fotomechanische Verfahren, bei denen man auf das Gewebe eine lichtempfindliche Schicht aufträgt und diese dann belichtet.

Siebdrucksiebe gibt es in verschiedenen Formen. Die Rahmen sind entweder aus Holz oder aus Aluminium gefertigt. Da sie mit der Farbe in Berührung kommen und man sie mit viel Wasser nach dem Druck reinigen muss, sollten sie wasserfest sein. Die Aluminium-Rahmen sind etwas teurer, leichter, und die Community lobt sie, weil sie einfach zu handhaben sind. Holzrahmen sind günstiger zu haben, weshalb wir uns für ein solches Modell entschieden haben. Einen Rahmen selbst herzustellen ist nur etwas für Menschen, die sich mit Holzarbeiten wirklich auskennen und lohnt sich nur, wenn man ganz individuelle Maße haben möchte.

Beim Sieb kann man sich zwischen verschiedenen Fadenzahlen entscheiden. Bei den meisten Online-Shops gibt es Übersichten darüber, welche Fadenzahl für welchen Zweck geeignet ist. Hier sei nur so viel gesagt: Für das Bedrucken eines T-Shirts benötigt man einen Rahmen mit den Mindestmaßen 23 x 30 cm und ein Sieb mit der Fadenzahl 43T. Wir haben einen A3-Rahmen für 30 Euro gewählt, um noch mit anderen Größen experimentieren zu können. Entscheidend ist, dass das Druckmotiv an den Rändern zwei Zentimeter kleiner sein muss als der Rahmen. Die Fadenzahl des Siebs gibt an, wie fein oder groß das Sieb ist. Je mehr Fäden ein Sieb hat, desto feinere Konturen kann man mit ihm drucken. Die Rakel für knapp 25 Euro ist ein Holzgriff mit einer dicken Gummilippe. Man benutzt es, um die Farbe durch das Sieb und die Schablone auf das Gewebe zu drücken. Die Breite der Rakel sollte man passend zum Rahmen wählen.

Die Siebdruck-Textilfarbe ist dickflüssig - so gelangt sie nur auf das Gewebe, wenn sie mit der Rakel durch das Sieb gedrückt wird. Da sie auf Acrylbasis hergestellt wird, ist sie gut wasserlöslich, solange sie nicht getrocknet ist. Den Druck auf dem Gewebe kann man ganz simpel durch einmal Bügeln vor dem ersten Waschen fixieren. Der Druck hält recht lange. Damit soll nicht gesagt sein, dass sich die Farbe nicht nach und nach auswäscht - das tun alle Färbemittel außer Autolack - aber Sie können Ihr Kunstwerk bestimmt ein paar Jahre tragen.


Dieser Beitrag ist aus c't Hardware Hacks, Ausgabe 02/2013

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insgesamt 15 Beiträge
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    Seite 1    
1. Sieb und Rakel sind gar nicht nötig -
cektop 02.06.2013
die Schablone aus stabilerem Karton und ein Schwamm zum Auftupfen der Farbe tuns auch.
2.
rulamann 02.06.2013
Zitat von sysopDie einen nutzen lieber einen Online-Anbieter für das Bedrucken ihrer T-Shirts. Andere machen sich gerne die Hände schmutzig und lieben ihr selbstbedrucktes Hemd - vor allem dann, wenn es etwas Mühe macht. Die Fachzeitschrift c't Hardware Hacks erklärt, wie es geht. Siebdruck: So macht man sich ein eigenes Geek-Shirt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/siebdruck-so-macht-man-sich-ein-eigenes-geek-shirt-a-901739.html)
Oh nur 65€ für einen blöden Spruch, das ist ja mal günstig. Die ganze Kleckserei ist natürlich auch schön.
3. DIY - do it yourself
alex_d 02.06.2013
ohne rahmen, mit fester pappe und ner spraydose gehts auch. braucht länger zum aushärten.
4.
physikus_alt 02.06.2013
Zitat von sysopDie einen nutzen lieber einen Online-Anbieter für das Bedrucken ihrer T-Shirts. Andere machen sich gerne die Hände schmutzig und lieben ihr selbstbedrucktes Hemd - vor allem dann, wenn es etwas Mühe macht.
Würde mir gerne die Hände schmutzig machen, habe aber bis jetzt noch keine Firma gefunden, welche mir photoempfindliches Siebdruckmaterial verkaufen will. Wenn mir jemand hier einen Link (ulr oder Firmenname etc.) angeben kann, bin ich sehr dankbar.
5.
tbxi 02.06.2013
Zitat von sysopDie einen nutzen lieber einen Online-Anbieter für das Bedrucken ihrer T-Shirts. Andere machen sich gerne die Hände schmutzig und lieben ihr selbstbedrucktes Hemd
€65, Mühe und ein aufwendiges Printverfahren? Ne danke, dann doch lieber €15 und ein _gutes Bild_ per Direktdruck. Da gibt es dann auch keine lästigen "Farbbuckel" die beim Waschen sich dann nach der Zeit auflösen.
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