Technik für unterwegs Dieses Zubehör hilft Smartphone-Fotografen

Mit dem passenden Zubehör haben Smartphone-Fotografen ganz neue Möglichkeiten. Wer seine Zusatztechnik intelligent einsetzt, kann auch mal die Spiegelreflexkamera zu Hause lassen.

Markus Schelhorn

Von Markus Schelhorn


Es ist so herrlich unkompliziert, mit einem Smartphone zu fotografieren. Viele Handy-Kameras bieten heute bei guten Lichtbedingungen eine Bildqualität, die sich nicht hinter der großer Kameras zu verstecken braucht. Denn die meisten Smartphones ermöglichen es, Bilder auch im Raw-Format .DNG aufzunehmen, das deutlich mehr Bildinformationen als ein JPEG-Foto speichert.

Und mit vielen Apps lassen sich die Raw-Bilder gleich auf dem Gerät bearbeiten. So ist es kein Wunder, dass mittlerweile auch Profi-Fotografen mitunter per Smartphone fotografieren.

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Fotografie: Zehn geniale Foto-Apps für Smartphones

Doch irgendwann stößt man an die technischen Grenzen der Mobilkamera, an den Punkt, an dem man mehr will, als nur das, was das Smartphone in seiner Standardausstattung bietet. Die erste gute Nachricht: Für alle erdenklichen Szenarien gibt es praktisches Zubehör für Smartphone-Fotografen. Und die zweite: Das Zubehör ist meistens vergleichsweise günstig.

Hier stellen wir empfehlenswerte Zusatzkäufe für Smartphone-Fotografen vor:

  • Powerbanks: immer volle Akkus

Was nützt das technisch beste Smartphone, wenn es leer ist? Hier kann eine sogenannte Powerbank helfen, also ein externer Akku, der das Smartphone mit frischer Energie versorgt. Solche Akkus mit USB-Anschluss zum Handy-Laden gibt es bereits sehr günstig.

Ein guter Kompromiss aus ausreichender Akku-Ladung, Größe und Preis sind Powerbanks mit einer Kapazität von rund 10.000 mAh. Eine solche Powerbank reicht selbst beim energiehungrigsten Smartphone für eine Komplettladung, je nach Modell ist sogar zwei- bis dreimaliges Betanken möglich.

  • Externe Speicher: Mehr Platz für Fotos

Mit dem Speicherplatz auf einem Smartphone verhält es sich bei vielen wie mit dem Keller: Egal wie groß er ist, er ist immer voll. Hier hilft vor allem Selbstdisziplin. Löschen Sie wenn möglich schlechte Bilder sofort und sorgen Sie dafür, dass auch sonstige nicht mehr gebrauchte Dateien und Apps zeitnah vom Gerät verschwinden. Gerade Fotos und Filme beanspruchen viel Speicherplatz. Haben Sie ein Android-Smartphone, können Sie bei den meisten Modellen immerhin den Speicher mit einer Micro-SD-Karte erweitern.

Ansonsten helfen externe Speicher: So können Sie den Speicher eines iPhones zum Beispiel mit der I-Flash Drive Max von Photofast entlasten. Ein passendes Gegenstück für Android-Geräte bietet beispielsweise SanDisk mit dem Ultra Dual Drive m3.0 an. Beide Speicher bieten einen USB-Anschluss für einen Desktop-Rechner und auf der anderen Seite einen Anschluss für das Smartphone.

Eine Alternative sind externe Speicher, die mit eigenem Akku und WLAN ausgestattet sind. Diese Geräte machen es möglich, dass man per WLAN-Verbindung Daten vom Smartphone auf den Speicher kopiert. Ein Vertreter dieser Kategorie ist die WD My Passport Wireless Pro, mit der man zudem sein Smartphone laden kann.

  • Selfiesticks: für außergewöhnliche Perspektiven

Selfiestick-Benutzer haben nicht gerade den besten Ruf. Denn mitunter übertreiben es Touristen beim Einsatz dieser Arm-Verlängerungen derart, dass die Sticks an einigen Orten sogar verboten sind. Doch Selfiesticks eignen sich auch hervorragend dazu, Fotografien aus außergewöhnlichen Perspektiven aufzunehmen.

Meist werden Selfiesticks mit einem Bluetooth-Auslöser geliefert, so lässt sich die Smartphone-Kamera auch aus einigen Metern Entfernung auslösen. Praktisch sind allgemein Selfiesticks mit einem zusätzlichen Dreibein-Stativ, das Sie auch separat einsetzen können. Ein Extra-Tipp, falls Ihr Stick keinen Bluetooth-Fernauslöser an Bord hat: Mit den Lautstärke-Reglern der Kabelfernbedienung eines Ohrhörers lässt sich meist ebenfalls die Kamera auslösen.

  • Reisestativ: praktisch nicht nur für Smartphones

Möchten Sie neben einer großen DSLR- oder Systemkamera auch mit dem Smartphone ambitioniert fotografieren, ist ein kompaktes Reisestativ ein guter Allrounder. Ein solches Stativ lohnt sich - wie auch für normale Kameras - vor allem für Langzeitbelichtungen. Achten Sie auf das Gewicht und ein geringes Packmaß. Für den Einsatz mit einem Smartphone ist die Stabilität des Stativs weniger wichtig als bei großen Kameras.

Einige Modelle bieten zudem die Möglichkeit, eins der drei Beine als Einbeinstativ zu verwenden. Mit einem Einbeinstativ sind Sie noch mobiler und flexibler. Wie einen Selfiestick können Sie es auch für Aufnahmen aus ungewöhnlichen Blickwinkeln verwenden. Nutzen Sie dabei die Kabelfernbedienung ihres Ohrhörers als Auslöser oder besorgen Sie sich einen Bluetooth-Auslöser.

Ein sehr kompaktes und durchaus praktisches Dreibein-Tischstativ ist das sogenannte Gorillapod. Dank seiner flexiblen Beine können Sie es beispielsweise an Geländern, Bäumen oder anderen Gegenständen befestigen.

  • Taschenlampe: das Motiv ins richtige Licht setzen

Eine zusätzliche Lichtquelle lässt das Motiv, das Sie fotografieren möchten, oft erst richtig zur Geltung kommen - sei es ein dramatisch beleuchtetes Porträt, Pilze im Wald oder Blumen, die Sie durch mehr Licht gegenüber dem Hintergrund betonen möchten.

Als zusätzliche Lichtquelle eignet sich wunderbar eine ganz normale LED-Taschenlampe. Wachsen die Ansprüche, ist ein Gorillapod mit einem Mikrofonhalter ein geeignetes Stativ für die Lampe. Und zur Not bitten Sie Freunde, mit der Smartphone-Taschenlampe das Motiv auszuleuchten.

  • Aufsteck-Linsen: gut fürs Experimentieren

Die größte Einschränkung einer Smartphone-Kamera ist, dass ihr Objektiv keinen optischen Zoom bietet und sich nicht austauschen lässt. Der digitale Zoom ist keine gute Alternative zum optischen Zoom, da es lediglich einen Ausschnitt vergrößert. Die Bildqualität leidet darunter merklich. Dem Nachteil des Objektivs mit nur einer Brennweite begegnen einige Smartphones wie das iPhone 8 Plus, OnePlus A5000 oder LG G6 mit einer zweiten Kamera, die ein leichtes Teleobjektiv bietet.

Für Smartphones gibt es zudem eine ganze Reihe von Aufsteck-Linsen, die vom Makro übers Fisheye bis zum Tele alle Brennweiten abdecken. Solche Plastik-Objektive sind zum Teil schon für wenige Euro erhältlich, und sie eignen sich zum Experimentieren.

Wachsen die Ansprüche, können Sie Aufsteck-Objektive mit Glaslinsen verwenden. Recht günstig sind beispielsweise die Aufsteck-Linsen der Smartphone-Optics-Serie von Inline. Das obere Qualitätsende bilden die Objektive von Oloclip und die von Zeiss ExoLens Pro, die es allerdings nur fürs iPhone gibt. Achten Sie vor dem Kauf einer Aufsteck-Linse darauf, ob diese zu Ihrem Smartphone-Modell passt - vor allem dann, wenn sich die Kamera nicht am Gehäuserand befindet.

  • Aufsatz für Spektiv und Teleskop: professioneller ablichten

Wer gerne mit einem Spektiv Wildtiere und Vögel beobachtet oder mit einem Teleskop die Sterne, kann diese Motive leicht mit einem Smartphone aufnehmen. Dazu reicht es aus, die Smartphone-Kamera vor das Okular zu halten und ein Foto zu machen. Auf Dauer ist das aber eine fummelige Angelegenheit. Besser ist es, eine Halterung fürs Smartphone zu verwenden.

Es gibt einige Universal-Halterungen, die Sie auf die Maße des Fernrohrs und des Smartphones anpassen können. Einige Hersteller von Spektiven haben zudem eigene Smartphone-Adapter im Programm. Der einzige Wermutstropfen: Sie erhalten nur einen kreisrunden Ausschnitt des Motivs, den Sie später freistellen müssen.

  • Schutzhüllen: auf Nummer sicher

Viele hochwertige Smartphones sind bereits staub- und wasserdicht. Aber wer nimmt sie wirklich ungeschützt mit an den Strand oder zum Schnorcheln?

Mit Schutzbeuteln können Sie ihr Smartphone sicher verpacken und es vor äußeren Einflüssen schonen. Solche Beutel, die auch wasserdicht sind, gibt es schon für wenige Euro, etwa in Form der auf Amazon sehr beliebten Smartphone-Beutel von Yosh.

Manchmal findet man Handy-Schutzbeutel sogar im Wühlregal bei großen Lebensmittel-Discountern. Doch zum einen eignen sich diese Hüllen meist nicht, um das Smartphone zum Fotografieren zu verwenden. Zum anderen mag die Verarbeitungsqualität nicht immer vertrauenserweckend sein.

Wirklich hochwertige wasserdichte Schutzbeutel für Smartphones, die dank passendem Sichtfenster auch das Fotografieren erlauben, sind dagegen selten. Achten Sie vor dem Kauf unbedingt auf die Maße Ihres Smartphones. In den Schutzbeutel iWP von ewa-marine zum Beispiel passt kein iPhone X und kein iPhone in Plus-Größe.



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seikor 16.07.2018
1. Nette Gimmicks
Zubehör, das jeder Smartphonefotograf (also 99% der Bevölkerung) längst kennt oder schon gesehen hat. Wie damit ein Smartphone zur Spiegelreflex werden soll, bleibt mir allerdings völlig unklar...
sotraluz 16.07.2018
2. Dieser Artikel bietet Produktplatzierungen!
Je kleiner der Sensor, dest schlechter die Abbildungsqualität. Dieser physikalische Fakt läßt sich weder mit Megapixel kompensieren, noch mit Software. Die Bearbeitung am Smartphone beschränkt sich meist auf das drüberlegen irgendwelcher modischer Filter. Eine echte Bearbeitung ist auf diesen kleinen Bildschirmen gar nicht möglich.
mirrorman3 16.07.2018
3. nur Image zaehlt...
Zitat von sotraluzJe kleiner der Sensor, dest schlechter die Abbildungsqualität. Dieser physikalische Fakt läßt sich weder mit Megapixel kompensieren, noch mit Software. Die Bearbeitung am Smartphone beschränkt sich meist auf das drüberlegen irgendwelcher modischer Filter. Eine echte Bearbeitung ist auf diesen kleinen Bildschirmen gar nicht möglich.
Dieses technische/physikalische Grundgesetz ist nur zu wahr! !! doch die Konsumenten wollen und können ja nicht fotografieren. Sie glauben ja auch jeden Quatsch (nicht zuletzt dank der Spiegel-Fachleute)....
winterlied 16.07.2018
4. Alles andere als Quatsch
Lange Zeit waren die Ergebnisse aus Smartphones wirklich kaum brauchbar. Inzwischen sind aber die Ergebnisse so gut, dass das Smartphone in vielen Fällen eine herkömmliche Kamera ersetzen kann. Freilich schränkt die Technik ein. Blenden lassen sich beispielsweise so gut wie gar nicht einstellen und meist ist auch nur ein Weitwinkelobjektiv verbaut. Auf der anderen Seite sind die Geräte immer zur Hand und schnell einsatzbereit. Gerade auch deshalb, weil kaum Einstellungen außer Fokus und Belichtung vorzunehmen sind, kann man sich ganz auf das Motiv konzentrieren. Die technische Qualität der Bilder ist trotz der kleinen Sensoren inzwischen vollkommen ausreichend für Prints bis Din A4. Eine alte Fotografenweisheit sagt, dass alles was man auf Din A4 hochwertig ausgelichtet kann, auch auf jedes andere Format vergrößert werden kann. Da die meisten Leute ihre Fotos überhaupt nicht mehr ausbelichten, sondern sie nur auf Monitoren betrachten reicht die Qualität mehr als aus. Richtig ist, dass die Bilder weniger Reserven haben, als diejenigen professioneller Kameras. sowohl was die Auflösung als auch die Farbdifferenzierung betrifft. Allerdings wird dieser Nachteil durch die hervorragenden Belichtungen wieder wettgemacht. Die Reserven benötigt man halt nur, wenn die Aufnahmen nicht perfekt war. Und dabei helfen die Kamera-Apps durchaus. Und man sollte mit Betracht ziehen, dass technisch weitaus schlechtere Bilder in der Vergangenheit Preise gewonnen haben. Denn nach wie vor macht der Fotograf das Bild und nicht die Kamera.
barlog 16.07.2018
5.
@4. (winterlied): Dem ist nichts hinzuzufügen. Natürlich sehen das die Technikfreaks, die mit Equipment im Wert von Tausenden von Euros in Zoos herumtappen, um einen Adlerkopf mit ultrascharfer Flaumfederdarstellung abzulichten, anders, aber wen interessiert das? Ich denke, daß Henri Cartier-Bresson damals von einem Gerät, das Möglichkeiten wie ein aktuelles Smartphone bietet, begeistert gewesen wäre und finde die Möglichkeit, damit schnell auf Situationen reagieren zu können, wesentlich spannender als umständlich so ein DSLR-Rohr auf die, meist daraufhin erstarrende Umgebung zu richten. Und natürlich haben Sie Recht, daß für die meist recht trivialen Motive der meistenBBenutzer die Qualität von Smartphonebildern völlig ausreichend ist. Nur die div. Verschlimmbesserungapps finde ich persönlich sehr entbehrlich.
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