Smartphone-Markt: Android an der Spitze, Microsoft abgeschlagen

Es ist soweit: Zumindest auf dem US-Markt haben Handys mit Googles Android-Betriebssystem den einstigen Platzhirsch Blackberry abgelöst. Microsofts Marktanteil fällt weiter - trotz des neuen Betriebssystems.

Android-Handy, iPhone: Verschiebungen im US-Smartphone-Markt Zur Großansicht
AFP

Android-Handy, iPhone: Verschiebungen im US-Smartphone-Markt

New York - Insgesamt besitzen den Marktforschern des Unternehmens Comscore zufolge 65,8 Millionen US-Amerikaner ein Smartphone. Googles Mobil-Betriebssystem Android hat dort im Zeitraum von November bis Januar die Marktführerschaft errungen. Der kanadische Hersteller RIM verlor demnach erstmals mit seine Blackberry-Handys den Spitzenplatz. Über 31 Prozent der Smartphone-Käufer nutzten in dem untersuchten Quartal ein Android-Handy, wie Comscore berichtet. Diese Entwicklung zeichnet sich schon seit einiger Zeit ab - wie die Tabelle unten zeigt, wurden schon im 4. Quartal 2010 weltweit vor allem Handys mit dem Google-Betriebssystem Android verkauft.

Der Blackberry-Marktanteil fiel demnach um über fünf Prozentpunkte auf zuletzt 30,4 Prozent. Apples iPhone gewann ganz leicht und liegt nun bei 24,7 Prozent, Microsofts Marktanteil fiel von 9,7 auf 8 Prozent - und das trotz der Markteinführung des neuen Handy-Betriebssystems Windows Phone 7 im Oktober 2010.

Auf dem fünften Platz bleibt Palm mit 3,2 Prozent. Insgesamt wurden in den drei Monaten in den USA rund acht Millionen Smartphones verkauft.

Die meisten US-Handys stammen derzeit demnach von Samsung mit einem Anteil von fast einem Viertel. Dabei sind sowohl Smartphones als auch gewöhnliche Mobiltelefone berücksichtigt. Die Südkoreaner führen damit im US-Markt vor ihren Landsleuten, dem Unternehmen LG, danach folgen Motorola, RIM und Apple. Nokia spielt im US-Markt eine wesentlich kleinere Rolle als in anderen Teilen der Welt, etwa Europa.

Schätzung der Marktanteile von Smartphone-Plattformen weltweit 2009-2010
Marktanteil 4. Quartal 2010 Marktanteil 4. Quartal 2009 Ausgelieferte Geräte (Mio., 4. Quartal 2010) Ausgelieferte Geräte (Mio., 4. Quartal 2009) Veränderung
Google 32,90% 8,70% 33,3 4,7 708,51%
Nokia 30,60% 44,40% 31 23,9 129,71%
Apple 16,00% 16,30% 16,2 8,7 186,21%
RIM 14,40% 20% 14,6 10,7 136,45%
Microsoft 3,10% 7,20% 3,1 3,9 -79,49%
Andere 2,90% 3,40% 3 1,8 166,67%
Gesamt 100% 100% 101,2 53,7 188,45%
Quelle: Canalys

cis/dapd

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Handy-Anwendungen
Apps
Sogenannte Apps (Applications) sind Software-Anwendungen, die zusätzlich gekauft und dann auf entsprechend ausgestatteten Handys installiert werden können. Sie reichen von der Wasserwaage über Spiele bis hin zu Navigationssystemen fürs Mobiltelefon.
Apple App-Store
Der App-Store der Apple Inc. ist ein Portal, auf dem Programme und Spiele aus dem iTunes-Store für das iPhone heruntergeladen werden können. Der Mac-Bauer war bei diesem Thema Vorreiter. Nach Konzernangaben wurden bereits mehrere Milliarden Programme aus dem App-Store heruntergeladen.
Nokias Ovi-Store
REUTERS
Seit Ende Mai 2009 gibt es auch von Nokia ein Portal, das eine Vielzahl von Programmen für Handys bietet. Im Nokia Ovi-Store können Kunden sich Spiele, Navigationskarten und Nachschlagewerke auf ihre Handys laden. Auch für den Ovi Store können sich externe Entwickler registrieren und versuchen, dort Software anzubieten.
Blackberry App World
Die Blackberry App World ist ebenfalls ein Pendant zum App-Store von Apple. Es ist ein vom Hersteller RIM betriebenes Software-Portal, in dem sich jeder Blackberry Nutzer Software kaufen kann. Die soll dann auf jedem Blackberry-Smartphone mit OS-Version 4.2 und allen folgenden sowie auf allen Geräte mit Trackball oder Touchscreen laufen. Ähnlich wie beim App-Store kann auch bei Blackberry jeder, der sich dort als solcher anmeldet, theoretisch Entwickler einer Handy-Anwendung werden.
Android Market
AP
Android ist ein Handy-Betriebssystem von Google. Aktuell gibt es im Android Market genannten Downloadshop Zehntausende Anwendungen. Auch hier kann theoretisch jeder eigene Programme entwerfen und anderen Nutzern kostenlos oder zum Kauf zur Verfügung stellen - vorausgesetzt, er registriert sich zunächst als Entwickler.

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Grafik: Diese Rohstoffe sind in Ihrem Handy drin

Wie die Handy-Rechnung auch im Urlaub überschaubar bleibt
Kann ich im Ausland einfach mit meinem Handy telefonieren?
Die meisten Handys sind von Anfang an für Roaming, also das Telefonieren in ausländischen Mobilfunknetzen, freigeschaltet. Einige Anbieter verlangen aber eine ausdrückliche Aktivierung - die kostet zwar meist nichts, kann aber etwas Zeit in Anspruch nehmen. Gerade bei exotischeren Reisezielen ist eine Nachfrage angebracht.
Wie viel kostet das Telefonieren im Ausland?
Nach der neuen EU-Verordnung dürfen abgehende Gespräche innerhalb der EU ab 1. Juli 2009 für Besitzer deutscher Handys maximal 51 Cent kosten, ankommende Gespräche nicht mehr als 22,6 Cent. In Ländern außerhalb der EU - und damit zum Beispiel auch in der Schweiz, in Kroatien und der Türkei - gelten je nach Land und Netz oft sehr unterschiedliche Tarife, die jeweils beim Anbieter zu erfragen sind.
Lohnt sich ein spezieller Auslandstarif meines Mobilfunkers?
Besonders für Vertragskunden bieten viele Mobilfunkgesellschaften besondere Auslandstarife an. Diese bieten häufig günstigere Minutenpreise, es kommen meist aber Verbindungsgebühren pro Gespräch hinzu. Damit lohnen sie sich erst bei längeren Gesprächen. Besonders interessant können die Optionstarife aber bei Aufenthalten außerhalb der EU sein, wo die Minutenpreise sonst häufig hoch sind.
Was muss ich bei SMS und MMS beachten?
Die Preise für Kurznachrichten innerhalb der EU sind deutlich gesunken, mit maximal 13 Cent sind die SMS damit teils billiger als in Deutschland. Der SMS-Empfang ist kostenlos. Teuer werden können MMS - mit denen sich etwa Urlaubsfotos per Handy verschicken lassen. Die Preise sind hierfür teilweise sehr unübersichtlich - abhängig von der Größe der MMS, dem Land und Netz fallen oft unterschiedliche Kosten an. Auch der MMS-Empfang im Ausland ist teils kostenpflichtig.
Kann ich im Ausland mit dem Handy auch ins Internet gehen?
Wer im Urlaub schnell seine E-Mails, Fußballergebnisse oder das Wetter im Internet checken möchte, kann dies auch mit seinem Handy tun. Das kann aber teuer werden. Die EU hat für das Datenroaming nur die Großhandelspreise festgelegt - also die Gebühren der Netzbetreiber untereinander. Dadurch dürften zwar auch die Endpreise sinken, wirklich günstig wird es dadurch aber nicht. Günstigere Datentarife der Anbieter müssen außerdem oft zugebucht werden - und können dann auch andere Preise fürs Telefonieren mit sich ziehen.
Wie kann ich noch Geld sparen?
Im Ausland kann die Mailbox zu einer wahren Kostenfalle werden - daher besser vor dem Abflug ausschalten! Eine Alternative ist die vollständige Umleitung aller Anrufe auf die Mailbox - dann ist der Kunde nur noch per SMS zu erreichen oder kann selber anrufen. Wer lange Zeit in einem Land verbringt, sollte sich unter Umständen dort eine Prepaid-Karte zulegen, also eine Karte, bei der für die Gespräche im Voraus gezahlt wird. Empfehlenswert ist es, diese in einem Laden zu kaufen, der mehrere Mobilfunkanbieter vertritt - um nicht ausgerechnet an den teuersten Tarif zu geraten.


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