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22. Februar 2013, 12:43 Uhr

Smartphone-Uhr

Apple meldet Patent auf iWatch an

Apple hat das Patent auf ein Gerät mit biegsamem Display angemeldet, das am Handgelenk getragen werden kann. Damit erhärten sich die Gerüchte, dass der Konzern an einer iWatch arbeitet.

"Bistabile Feder mit flexiblem Display" - diese fünf Worte in einem gerade veröffentlichten Patentantrag beim US-Patent- und Markenamt bestätigen möglicherweise, dass Apple an einer Smartphone-Uhr namens iWatch arbeitet. In dem Antrag, der schon 2011 eingereicht wurde, ist von einem "Videogerät" die Rede, "das von einem Endnutzer getragen werden kann". Wie eine Uhr.

Schon Mitte Februar steckten Firmen-Insider dem "Wall Street Journal" und der "New York Times", dass Apple mit einer Armbanduhr experimentiere. Auch damals war schon von einem biegsamen Display die Rede, durch das die iWatch sich deutlich von anderen Smartwatches abheben würde. Konkurrenzgeräte wie Pebble oder I'm Watch setzen auf eher konventionelles Design. Auch Samsung, einer von Apples schärfsten Konkurrenten auf dem Handy-Markt, entwickelt angeblich eine Smartphone-Uhr.

Der Patentantrag enthält nur wenige, sehr minimalistische Zeichnungen, gibt aber trotzdem Aufschluss darüber, wie die iWatch aussehen und funktionieren könnte: Die Apple-Uhr soll auf zwei Arten benutzbar sein, im flachen Zustand oder aufgerollt ums Handgelenk. Damit erinnert sie an die so genannten "Slap Bracelets", wie sie Anfang der neunziger Jahre bei Kindern und Jugendlichen beliebt waren. Diese konnte man im flachen Zustand gegen den Arm schlagen, wodurch sie sich um diesen schmiegten.

Das Display der iWatch soll ein Touchscreen sein, der sich der Situation anpasst: Ist die Uhr flach ausgerollt, geht er wie bei einem Smartphone fast über die gesamte Länge. Am Handgelenk verkleinert sich die Anzeigefläche hingegen auf den Bereich, der tatsächlich zu sehen ist - je nach Armdicke.

iPhone-Fernbedienung fürs Handgelenk

Laut Patentantrag hat die Uhr eine W-Lan-Antenne, eine Batterie, einen Speicherchip und einen Anschluss für Strom- und Datenkabel. Statt einem eigenen Prozessor wird jedoch nur ein "Kommunikations-Link" zu einem "tragbaren elektronischen Gerät" erwähnt. Das heißt: Die iWatch wird kein Smartphone fürs Handgelenk sein, sondern vielmehr eine Fernbedienung mit Bildschirm für iPhone, iPad oder iPhone, mit denen sie ständig verbunden ist, etwa über Bluetooth.

Der Akku der iWatch soll sich laut Apple selbst aufladen können: Entweder mit Hilfe einer kleinen Solarzelle am Ende des Armbands oder durch ein kinetisches Ladegerät, das automatisch Strom erzeugt, wenn der Träger seinen Arm bewegt. "Extremitäten", schreibt Apple, seien "die ideale Stelle, um kinetische Energie zu gewinnen".

Wann die iWatch auf den Markt kommt und wie viel sie kosten wird, verrät der Patentantrag nicht. Die Hardware soll laut "Wall Street Journal" wie schon beim iPhone Foxconn liefern.

tib

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