SMS Audio BioSport Diese Kopfhörer schauen aufs Herz

Zusammen mit der Firma des Rappers 50 Cent hat Chiphersteller Intel ein In-Ear-Headset entwickelt, das Musik spielt, Fitnessdaten misst und sich auf originelle Weise mit Energie versorgt. Hört sich gut an, doch eine deutsche Firma kann es noch besser.

SMS Audio

Der US-Konzern Intel hat einen Etappensieg erreicht. Am Donnerstag kündigte das Unternehmen eine Kooperation mit dem Kopfhörerhersteller SMS Audio an. Natürlich geht es dabei nicht um normale neue Kopfhörer, sondern um ganz besondere. Die BioSport In-Ear Headphones powered by Intel genannten In-Ohr-Kopfhörer sind mit Sensoren ausgestattet, die man sonst nur in Fitness-Armbändern und Smartwatches findet.

Während sie Musik wiedergeben, können die BioSport-Kopfhörer gleichzeitig mit einem optischen Sensor den Puls ihres Trägers messen. Außerdem zeichnen sie die zurückgelegte Distanz, Geschwindigkeit, Höhe und Schrittzahl auf und berechnen den Kalorienverbrauch. Mit der App "Runkeeper" können diese Daten am Smartphone ausgelesen werden.

Intel hatte diese Technik bereits im Januar auf der Unterhaltungselektronikmesse CES vorgestellt. Ein typisches Verfahren für das Unternehmen, das regelmäßig neue Technik entwickelt aber daraus selbst keine Produkte herstellt. Das überlässt der Konzern anderen Unternehmen, die mit Vorführungen wie auf der CES motiviert werden sollen. Geld verdient Intel dann mit dem Verkauf von Chips und Sensoren an die Hersteller - und wohl auch mit Lizenzgebühren.

Strom aus dem Smartphone

Allzu viele Hersteller konnten sich für Intels Konzept von Fitness-Kopfhörern bisher aber nicht begeistern, sodass SMS Audio der erste Hersteller ist, der Intels Technik verwendet. Die Firma gehört zum Großteil dem Rapper 50 Cent. Andere Unternehmen, wie beispielsweise LG Electronics, bieten längst eigene Kopfhörer mit integriertem Pulsmesser an, die aber auf anderer Technologie basieren.

Gegenüber solchen Produkten haben die BioSport-Modelle mit Intel inside allerdings einen großen Vorteil: Sie brauchen keinen Akku und kein Ladegerät. Stattdessen versorgen sie sich über die Kopfhörerbuchse des Smartphones, an das sie angeschlossen sind, mit Strom. Außerdem sind sie gemäß der Schutzklasse IPX4 gegen Spritzwasser geschützt und sollen sich auch von eine paar Schweißtropfen nicht beschädigen lassen.

Welchen Preis man für diese neuartigen In-Ohr-Kopfhörer zahlen muss, nennen Intel und SMS Audio nicht und kündigen bloß vage an, dass die Geräte im vierten Quartal des Jahres, also rechtzeitig vor Weihnachten, auf den Markt kommen sollen.

Die Dash können noch mehr

Doch so faszinierend sich Intels neue Technik anhört, ein deutsches Start-up ist offenbar schon ein paar Schritte weiter: die Münchener Firma Bragi. Für ihre kabellosen In-Ohr-Kopfhörer mit Fitness-Funktionen absolvierte die Firma im Januar einen enorm erfolgreiche Kickstarter-Kampagne, bei der statt der erhofften 260.000 Dollar mehr als drei Millionen Dollar zusammenkamen.

Der Grund für das riesige Interesse sind die Fähigkeiten, die Bragi für sein Dash genanntes Headset verspricht. Dazu gehört wie bei den BioSport die Vermessung etlicher Bewegungsparameter, darunter Puls und Sauerstoffsättigung. Außerdem dient es nicht nur als Kopfhörer, sondern kann als Headset auch zum Telefonieren genutzt werden und verfügt zudem über einen integrierten MP3-Player mit vier Gigabyte Speicher. Anders als die Intel-basierten Kopfhörer sollen die Dash zudem bis zu einem Meter Tiefe wasserdicht sein.

Auslieferung erst 2015

Ob die Bragi-Headsets all diese Versprechen einlösen, wird sich erst überprüfen lassen, wenn die ersten Exemplare fertig sind. Noch gibt es keine unabhängigen Tests. Wer dieses Risiko nicht scheut, kann sie, anders als die BioSport, schon bestellen. Der Preis liegt inklusive Mehrwertsteuer allerdings bei knapp 366 Dollar plus Versandkosten, die Wartezeit bei mehreren Monaten. Für aktuelle Bestellungen wird eine Auslieferung "ab Januar 2015" in Aussicht gestellt.

mak

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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
tylerdurdenvolland 16.08.2014
1. Also ich finds wunderbar.....
Ist es nicht toll? Was für ein Leben muss ein Mensch haben, der für sowas einen noch dazu völlig unangemessenen Preis bezahlt? Man kann das alles sehr, sehr positiv sehen. Es ist wohlprinzipiell reine Zeitverschwendung eine UNterhaltung mit jemanden zu wünschen, der so was auf dem Kopf hat. Da er aber ohnedies damit beschäftigt ist, sich zB dem lauschen der eigenen Herztöne zu widmen, entsteht die Gefahr aber nicht. Was mir aufgefallen ist ist, dass es nur männliche Wesen zu sein scheinen, die sowas besitzen und auf der Strasse herum tragen. Ist die Beobachtung richtig?
hinterfozig 16.08.2014
2. Ja sowas
allen Herzschrittmacher Traeger zu empfehlen, dann koennen sie mit ihrem lieblings Song schneller in die Grube fallen.
fridolinfunke 16.08.2014
3.
Zitat von tylerdurdenvollandIst es nicht toll? Was für ein Leben muss ein Mensch haben, der für sowas einen noch dazu völlig unangemessenen Preis bezahlt? Man kann das alles sehr, sehr positiv sehen. Es ist wohlprinzipiell reine Zeitverschwendung eine UNterhaltung mit jemanden zu wünschen, der so was auf dem Kopf hat. Da er aber ohnedies damit beschäftigt ist, sich zB dem lauschen der eigenen Herztöne zu widmen, entsteht die Gefahr aber nicht. Was mir aufgefallen ist ist, dass es nur männliche Wesen zu sein scheinen, die sowas besitzen und auf der Strasse herum tragen. Ist die Beobachtung richtig?
Hätten Sie den Artikel aufmerksam gelesen, wüssten Sie, das Ihre "Beobachtung" falsch war. Es gibt diese Produkte noch gar nicht. Grundsätzlich halte ich das für eine gute Idee. Es gibt ja schon mehrere Möglichkeiten, diese Werte aufzuzeichnen (Armbänder, Manschetten). Dies nun in den Kopfhörer zu integrieren, finde ich klasse.
XRay23 16.08.2014
4.
Zitat von tylerdurdenvollandIst es nicht toll? Was für ein Leben muss ein Mensch haben, der für sowas einen noch dazu völlig unangemessenen Preis bezahlt? Man kann das alles sehr, sehr positiv sehen. Es ist wohlprinzipiell reine Zeitverschwendung eine UNterhaltung mit jemanden zu wünschen, der so was auf dem Kopf hat. Da er aber ohnedies damit beschäftigt ist, sich zB dem lauschen der eigenen Herztöne zu widmen, entsteht die Gefahr aber nicht. Was mir aufgefallen ist ist, dass es nur männliche Wesen zu sein scheinen, die sowas besitzen und auf der Strasse herum tragen. Ist die Beobachtung richtig?
Na hoffentlich ein Gutes, denn die meisten Besitzer derartiger Fitnesstracker sind ja offenbar sportlich aktiv. Das kann ja nicht so schlecht sein. Woher haben sie denn den Preis? Falls sie den in der Zusammenfassung angesprochenen von 50 Cent meinen - nun ja. Dies ist genaugenommen kein Preis, sndern der Name eines US-Rappers. Der Das klingt zwar erstmal absurd hoch, aber somit sind auch Dollar-Cents gemeint.Das sind dann nach aktuellem Kurs nur noch 37 Cent "unseres" Geldes und das geht ja dann doch schon wieder, nicht wahr? [QUOTE=tylerdurdenvolland;16409463] Man kann das alles sehr, sehr positiv sehen. Es ist wohlprinzipiell reine Zeitverschwendung eine UNterhaltung mit jemanden zu wünschen, der so was auf dem Kopf hat. [QUOTE] Richtig, sehen sie es positiv und hören sie einfach auf die läufer im Park vollzuquatschen. Die meisten brauchen auch ihre Puste um Ihre geplanten Strecken zu laufen. Nebenbei reden ist da eher kontraproduktiv. [QUOTE=tylerdurdenvolland;16409463] Da er aber ohnedies damit beschäftigt ist, sich zB dem lauschen der eigenen Herztöne zu widmen, entsteht die Gefahr aber nicht. [QUOTE] Das sehen sie etwas falsch. Es handelt sich bei derartiger Technik nicht um Stethoskope. die Teile wurden in erster Linie dazu entwickelt Musik wiederzugeben. Na das ist ja mal eine Erkenntnis. Obwohl Ihren Worten scheinbar eine gehörige Portion femininen Aktivismus (oder gar emanzipiertem Patriotismus?) mitschwingt, beleidigen Sie hiermit das weibliche Geschlecht. Sie unterstellen den Frauen das sie sich weder für Musik noch für Sport interessieren. Das kann ich in keinster Weise bestätigen. Ich kenne da viele Gegenbeispiele. ...so, an dieser Stelle kann ich nun nur noch hoffen, dass der Admin meinen Humor teilt. ;-)
hannac. 17.08.2014
5. Vielleicht geht noch mehr
Vor ein paar Jahren habe ich noch Witze gemacht als man mein knochiges Outdorhandy bestaunte. Damit kann ich sogar alle Vitalzeichen messen einschließlich die Sauerstoffsättigung. Manche wollten es gern glauben. Bald wird es tatsächlich möglich sein. Für viele Patienten eine günstigere Alternative als die überteuerten Medizinprofukte. Könnte man nicht auch noch gleich den Blutzucker messen und die Insulingabe auch noch gleich berechnen?
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