Software-Laden: Apple eröffnet App Store für Macs

Alter Wein in neuen Schläuchen: Software heißt bei Apple künftig auch dann App, wenn sie für einen Schreibtischrechner oder ein Notebook gedacht ist. Im App Store für den Mac können Apple-Nutzer nun große und kleine Programme via iTunes bekommen. Manche sind sogar kostenlos.

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Mac App Store: Wozu noch ein Zwischenhandel, wenn man auch selbst kassieren kann?

Der große Mac lernt von seinen kleinen Geschwistern: Apple hat am Donnerstag den erfolgreichen App Store der mobilen Geräte iPhone und iPad auf seine Arbeitsplatzrechner und Notebooks übertragen. Die Software-Vertriebsplattform Mac App Store ist nun Teil des Betriebssystems Mac OS X.

Apple hat damit ein längst etabliertes Geschäftsmodell - Download-Shops für Software - direkt in seine diversen Betriebssysteme integriert. Für den Konzern ist das nicht zuletzt eine Frage der Kontrolle: Nun muss jeder, der Programme für Macs möglichst sichtbar anbieten will, den Weg über die offizielle Verkaufsplattform nehmen - und an den Betreiber, Apple, eine Marge von 30 Prozent abführen. Die Apple-Welt wird mit dem neuen Download-Laden noch ein Stückchen geschlossener.

Zum Start werden dort nach Angaben des Unternehmens mehr als tausend Programme angeboten, ein Teil von ihnen auch kostenlos. Wie bei den Geräten mit dem mobilen Betriebssystem iOS können Mac-Anwender in dem neuen Online-Shop Software suchen, mit den in iTunes hinterlegten Kontodaten kaufen, herunterladen und installieren.

Der Erfolg des App Stores liegt zum einen in der Möglichkeit begründet, Software möglichst unkompliziert von einer zentralen Plattform zu beziehen. Zum anderen darin, dass unabhängigen Entwicklern dort eine Vertriebsmöglichkeit geboten wird, die ihnen eine weit größere Reichweite verschafft als auf herkömmlichen Wegen. Die Entwickler erhalten 70 Prozent des Umsatzes, sobald ihre Anwendung von Apple gebilligt und im App Store aufgenommen worden ist. 30 Prozent kassiert Apple.

Der Mac App Store kann als Software-Update für die aktuelle Version des Apple-Betriebssystems mit der Bezeichnung "Snow Leopard" eingerichtet werden. Die für dieses Jahr angekündigte neue Version "Lion" hat den Online-Shop dann bereits integriert.

Der Software-Shop für den Mac umfasst Apps aus unterschiedlichen Bereichen wie Bildung, Spiele, Bildbearbeitung oder Büroanwendungen. Darunter sind sowohl neue als auch bereits bisher verfügbare Programme. Bislang nur im Paket vertriebene Apple-Programme wie iPhoto oder Pages können jetzt einzeln gekauft werden.

Das Unternehmen Apple nimmt auch in diesem Jahr nicht an der weltgrößten Messe für Unterhaltungselektronik, der CES in Las Vegas teil. Der Starttermin für den neuen App Store für richtige Rechner dürfte auch ein Versuch sein, den dort vorgestellten Produktneuheiten ein wenig Aufmerksamkeit abzunehmen.

cis/dpa

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Forum - Wie verändert Apple die Welt?
insgesamt 2530 Beiträge
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1. Finanzabteilung
multi_io 24.04.2010
Ich glaube, der "Finanzabteilungs-Zerg" bei Apple heißt Tim Cook, und um den kümmert sich Jobs mit gutem Grund. Die letzte Bonuszahlung für ihn betrug iirc 20 Millionen Dollar, und der Mann ist es offenbar wert.
2. fauler Apfel
Beno 24.04.2010
... wie Apple die Welt verführt und die Titelstory verführt kräftig mit? Werbung in Form eines Aufreissers? Ich finds lauwarm.
3.
Wolf_68 24.04.2010
Zitat von sysopMit seinen Innovationen in Sachen Kommunikation revolutionierte der Unterhaltungskonzern Apple unser Leben. Mac, iPhone & Co. sind Symbole des digitalen Zeitalters geworden. Jetzt schickt Apple das iPad ins Rennen. Wie verändert Apple die Welt?
Apple war seit seiner Gründung gegenüber Microsoft die wirklich innovative Firma und hat jetzt endlich den Erfolg, den die Firma auch verdient. Das ist eigentlich schon alles.
4. und es läuft und läuft und läuft
rainer24 24.04.2010
Nachem ich 15 Jahre lang mit PCs rumgärgert habe, bin ich auf Mac umgestiegen. Das Verhältnis Nutzung zur Administration liegt ungefähr bei 99:1. Beim PC wahrscheinlich 75:25.... Wer kauft sich ein Auto, das zwei Tage pro Woche in der Werkstatt ist?
5. Lifestyle
Dogg 24.04.2010
Apple lebt weniger von Innovationen sondern mehr von dem genial aufgebautem Image eines edel Lifestyle-Produkts. Ein iPod, iPhone oder Macbook gilt doch schon als eine Art Statussymbol. Klar, Apple ist innovativ und hat auch einen guten Riecher wie man Trends kreiert - siehe z.B. Apps - aber seitdem der iPod zum Kultobjekt geworden ist und damit auch die Marke Apple, ist doch alles andere ein Selbstläufer.
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