Software-Test: Die besten Fotoverwalter für Linux

Von Robert Seetzen

3. Teil: Darktable - komfortable Bedienung, ausgefallene Ideen

Der Umgang mit den Bearbeitungswerkzeugen des kostenlosen Programms Darktable macht auch wegen ihrer gelungenen Gestaltung und der oft cleveren Bedienmethoden Spaß. Darktable zählt zu den jüngeren Projekten der Linux-Fotoszene, hat aber dennoch einen für semiprofessionelle Zwecke größtenteils brauchbaren Reifegrad erreicht. Die Entwicklung geht zudem in hohem Tempo voran. Darktable wartet mit einer eigenständigen, an keine üblichen Standards angelehnten Oberfläche auf. Optisch dürfte das Design vielen Anwendern gut gefallen, der Bedienbarkeit kommen die teils sehr ungewohnten Konzepte nicht immer entgegen.

Neue Bilder importiert Darktable in weitgehend frei definierbare Verzeichnisstrukturen, auch unter Verwendung eines jeweils beliebig benennbaren Jobcodes. Eine sofortige Zuweisung von Metadaten ist dabei allerdings nicht möglich. Positiv fällt das optionale Sichern aller neuen Bilder in einem Backup-Verzeichnis auf. Bereits auf der Festplatte vorhandene Bildverzeichnisse öffnet Darktable als "Filmrolle", einen Bildbrowser im Stil von Dateimanagern bietet das Programm nicht.

Die Inhalte der ausgewählten Filmrolle zeigt Darktable wahlweise als vertikal scrollbare Thumbnail-Übersicht üblichen Aufbaus oder als zoom- und navigierbaren Leuchttisch. Letzterer zeigt sämtliche Thumbnails der aktuellen Filmrolle in einer Matrix an, deren Größe man einstellen kann. Sie lässt sich mit hoher Geschwindigkeit bewegen, vergrößern und verkleinern. Ein eigenwilliger, aber durchaus gelungener Ansatz.

Bildkorrekturen führt Darktable verlustfrei aus. Korrekturvarianten können als Schnappschuss, Bearbeitungsparameter als später erneut nutzbare Voreinstellung gespeichert werden. Der nach dem ersten Start von Darktable sichtbare Werkzeugvorrat bildet nur einen kleinen Teil der tatsächlich verfügbaren Funktionen ab, die rechts unten im Programmfenster platzierte Schaltfläche "weitere Module" hält eine beachtliche Sammlung zusätzlicher Tools bereit.

Die dauerhafte Fixierung der verlustfrei angewendeten Bearbeitungsschritte erfolgt über eine im Leuchttisch-Modus erreichbare Exportfunktion. Hier werden zugleich Farbprofile ausgewählt und Rendering Intents bestimmt. Online-Präsentationen unterstützt Darktable durch eine Schnittstelle zu Flickr und Picasa, darüber hinaus kann das Programm auf der lokalen Festplatte eine statische HTML-Galerie erzeugen. Druckfunktionen oder Werkzeuge für Diashows sind nicht vorhanden.

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insgesamt 20 Beiträge
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1. (°_*)
floydpink 19.11.2011
Na, ich weiss nicht, so'n Vergleich ohne GIMP??
2. Wirtschaftsschädlich..
Alternator 19.11.2011
Klar fehlt Gimp da. Dafür dass er kostenlos ist kann er zu viel. Open Source.. Wer würde denn?
3. Was
Dschey 19.11.2011
genau an : "Fotoverwalter" für Linux ist da unklar. Gimp mag ja ne Menge sein aber sicher nicht ein Tool das zum Verwalten und bearbeiten der RAW-Dateien besonders gut geeignet ist.
4. Fotoverwaltung vs. Fotobearbeitung
Berti 19.11.2011
Zitat von floydpinkNa, ich weiss nicht, so'n Vergleich ohne GIMP??
Mit GIMP lassen sich ja auch wunderbar Fotos VERWALTEN...
5. Auswahl gibt's genug
umbhaki 19.11.2011
Zitat von sysopDas Fachmagazin "c't kompakt Linux" hat acht Programme getestet.
Schön, dass so etwas überhaupt einmal gemacht wird. Die getroffene Programmauswahl ist ja immer bis zu einem gewissen Anteil von Zufall abhängig. Dass GIMP nicht unbedingt dabei ist halte ich jedoch für nachvollziehbar. GIMP ist wirklich mehr als ein Fotobearbeitungstool. Darf ich noch ein Programm in die Debatte bringen? XNviewMP (http://newsgroup.xnview.com/viewtopic.php?f=60&t=24056) ist zwar erst eine Betaversion, aber bei mir funktioniert die (auf Ubuntu 10.04 und Lubuntu 11.10) recht zufriedenstellend. Kommt halt auch immer darauf an, was man machen will – und wie viel Ahnung man von der Materie hat. Ich zum Beispiel habe gar keine, und ich komme damit klar.
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