Sony Xperia XZ1 Das erste Smartphone mit Android 8.0 Oreo im Test

Bisher haben nur wenige Smartphones ein Update auf die neue Android-Version bekommen. Doch Sonys Xperia XZ1 wird schon damit ausgeliefert. Wirklich stark ist aber eine andere Funktion.

SPIEGEL ONLINE

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Zwanzig Minuten lang plätscherte Sonys Pressekonferenz auf der Ifa mit maßvoll aufregenden Neuheiten dahin, bis die Mobilsparte des Konzerns mit ihren Neuheiten an die Reihe kam. Mit Xperia XZ1 und XZ1 Compact kamen zwar keine Highend-Modelle aufs Tableau, dafür aber die wohl ersten Smartphones, die mit Android 8.0 Oreo ausgeliefert werden. Dafür gab es donnernden Applaus. Schließlich ist es sehr selten, dass Handys so bald nach der Veröffentlichung einer neuen Android-Version schon damit bestückt werden. Chapeau!

Das größere der beiden Modelle, das Xperia XZ1, habe ich jetzt eine Woche im Einsatz. Und ich muss sagen, die Bezeichnung passt. Das neue Modell sieht wirklich aus wie eine geschrumpfte Version des Xperia XZ Premium, ist aber viel handlicher, leichter und mit seinem matten Finish auch weniger empfindlich, zumindest was Schmutz und Fingerabdrücke angeht.

Die Software allerdings reagiert ein paar Mal etwas zickig. Mehrmals fror das Gerät bei der Benutzung ein, stürzte ab und startete neu. Schuld daran scheint die Kamera-App zu sein, bei der die Probleme mehrmals auftraten. Reproduzieren ließen sich die Abstürze nicht, und sie waren auch nicht so häufig, dass sie wirklich stören würden. Möglicherweise handelt es sich um ein Problem, das nur mein Vorseriengerät betrifft, denn in den Handel kommt das XZ1 erst im Oktober und lief während des Tests ansonsten vollkommen geschmeidig.

Die Kamera

Sony baut einen 19-Megapixel Sensor ein, Fotos schießt das Xperia XZ1 wahlweise im 4:3- oder im 16:9-Format. Videos können maximal in 4K-Auflösung gedreht werden. Will man allerdings die extreme Zeitlupenfunktion nutzen, bei der 960 Bilder pro Sekunde aufgezeichnet werden, ist die Videoauflösung auf HD, also 1280 x 720 Pixel, begrenzt.

Die Fotoqualität war bei unseren Testaufnahmen gut bis sehr gut (siehe Fotostrecke). Allerdings werden Farben oft etwas zu kräftig wiedergegeben, was vor allem bei Rottönen auffällt.

Die Leistung

Wie so oft bei aktuellen Smartphones der Mittel- und Oberklasse, bietet auch das Xperia XZ1 mehr als genug Leistung für alle aktuellen Apps und das Web. Da ruckelt und da wackelt nichts, Messprogramme attestieren dem Gerät Performancewerte im oberen Bereich.

Der Bildschirm

Mit 5,2 Zoll ist das Display groß, aber gerade noch handlich. Einhändig lässt es sich aber nur mit langen Fingern bedienen: Man muss sich schon ordentlich strecken. Der Bildschirm ist hell und kontrastreich und zeigt im sogenannten "professionellen Modus" sehr realistische Farben. Die Auflösung ist mit 1920 x 1080 vergleichsweise gering, reicht aber aus. Eine Besonderheit ist die HDR-Fähigkeit. So können etwa manche Netflix-Filme mit besonders großem Dynamikumfang wiedergegeben werden.

Fotostrecke

7  Bilder
Die Edelversion: Das Xperia XZ Premium

Der Akku

Bei normaler Nutzung reicht die Kapazität des Akkus für einen Tag. Beim Abspielen eines Full-HD-Films in Dauerschleife strich er aber schon nach 5 Stunden und 40 Minuten die Segel. Über die Schnellladefunktion kann man ihn recht flink wieder aufladen. Eine halbe Stunde an der Steckdose reicht in etwa für eine halbe Akkuladung.

Der 3D-Scanner

Mit dem XZ1 liefert Sony eine vorinstallierte App für 3D-Scans aus, die es in sich hat. Die Software ermöglicht es, beispielsweise 3D-Modelle von Gesichtern, ganzen Köpfen, aber auch Gegenständen zu machen. Das ist zwar etwas aufwendig und funktioniert nur unter idealen Beleuchtungsbedingungen gut, aber die Ergebnisse sind beeindruckend. Zum Test habe ich die Köpfe mehrerer Kollegen in der Redaktion digitalisiert.

Die resultierenden Dateien kann man beispielsweise an einen 3D-Drucker oder einen Dienstleister senden, um sie als greifbare Objekte ausdrucken zu lassen. Wichtiger dürfte aber in Zukunft die Nutzung solcher 3D-Selbstbildnisse für digitale Avatare sein. Die wird man etwa in sozialen Netzwerken brauchen, in denen man sich per Virtual Reality mit Freunden trifft. Noch ist das weitgehend Zukunftsmusik, aber manchmal kommt die Zukunft schneller als man denkt.

Fazit

Vorteile und Nachteile

Robustes Aluminiumgehäuse

Gute Kamera

Guter Bildschirm

3D-Scanfunktion

Android 8.0 Oreo

Akkulaufzeit

Das Xperia XZ1 ist ein sehr interessantes Smartphone. Wenn es Anfang Oktober in den Handel kommt, wird es eines der ersten, wenn nicht sogar das erste sein, auf dem schon Android 8.0 Oreo läuft. Bildschirm und Kamera können überzeugen, die 3D-Scan-Funktion ist etwas Besonderes. Das Design ist typisch Sony, nicht sonderlich schlank, trotzdem edel und robust. Der Listenpreis von 699 Euro scheint für ein Gerät mit 64 GB Speicher etwas hoch gegriffen.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort
Über welche Produkte wird im Ressort Netzwelt berichtet?
Über welche Produkte wir in der Netzwelt berichten und welche wir testen oder nicht, entscheiden wir selbst. Für keinen der Testberichte bekommen wir Geld oder andere Gegenleistungen vom Hersteller. Es kann aus verschiedenen Gründen vorkommen, dass wir über Produkte nicht berichten, obwohl uns entsprechende Testprodukte vorliegen.
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Testgeräte und Rezensionsexemplare von Spielen bekommen wir in der Regel kostenlos für einen bestimmten Zeitraum vom Hersteller zur Verfügung gestellt, zum Teil auch vor der offiziellen Veröffentlichung. So können unsere Testberichte rechtzeitig oder zeitnah zur Veröffentlichung des Produkts erscheinen.

Vorabversionen oder Geräte aus Vorserienproduktionen testen wir nur in Sonderfällen. In der Regel warten wir ab, bis wir Testgeräte oder Spielversionen bekommen können, die mit den Verkaufsversionen identisch sind. In einigen Fällen kaufen wir Produkte auch auf eigene Kosten selbst, wenn sie bereits im Handel oder online verfügbar sind.
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piep00 07.09.2017
1. Von denen bin ich geheilt!
So schick und toll das neue Smartphone ist, bleibt bei dem Firmenlogo immer ein fader Beigeschmack. An meinem Xperia Z3 war nach fünf Monaten die Ladebuchse kaputt. Nach dem Einschicken diagnostizierte der Hersteller ein defektes Display. Ich versuchte den Mitarbeitern schriftlich und telefonisch mitzuteilen, dass diese Diagnose nur ein Fehler seien könne, worauf sich alle höflich entschuldigten, aber mir mitteilten, dass an diesem Urteil nicht mehr gerüttelt werden kann und ich 250 Euro für ein neues Display zahlen soll, das übrigens noch immer einwandfrei funktioniert. So ein Schwachsinn. Strafgebühr für das Zurücksenden des Telefons gezahlt und dann zum Handyladen um die Ecke geschafft. Die haben mir für 15 Euro die Buchse getauscht. Updates sollte man auch nicht erwarten. Selbst das Z5 (nicht mal zwei Jahre alt) erhält ein Update auf Android 8.
DieHappy 07.09.2017
2.
Gerät friert ein... na dann kann ich mich ja schon auf Android 8 für mein S8 freuen. Scheint ja ein riesen Wurf zu sein.
tpk 07.09.2017
3. Dicker Rand
besonders oben und unten. Empfinde ich optisch nicht mehr ganz zeitgemäß.
piep00 07.09.2017
4. @ #1 Edit
Änderung des letzten Satz: Das Z5 erhält KEIN Update auf Android 8. Ebensowenig wie das Z3 nach eineinhalb Jahren ein Update auf Android 7 gesehen hat. Von den Sicherheitspacks reden wir lieber gar nicht erst!
realistico 07.09.2017
5. Ebenfalls schlechte Erfahrung mit SONY-Handy
war zwar seinerzeit nur ein Mittelklasse-Zweithandy aber dennoch sollte auch hier ein Mindeststandard gewährleistet sein. Irgendwann konnte man keine Fotos mehr machen, weil angeblich der Speicher voll war. Man konnte aber machen, was man wollte, der Fehler war irreversibel, trotz kompletten Reset, etc. Im Internet waren zahlreiche Leidensgenossen mit demselben Problem. Das hilft zwar, dass man sich nicht alleine fühlt, aber ansonsten in der Sache wenig weiter. Zu den aktuellen Sony-Handys: Ich war vor zwei Tagen auf der IFA am SONY-Stand und habe mich sehr, sehr gewundert, wen Sony denn mit diesen klobigen Geräten adressieren will, in Zeiten, in denen normalerweise die Geräte zwar immer größer, aber auch immer dünner werden? Sony wird schon seine Gründe haben, ich hatte das Gefühl, einen Backstein und kein Top-modernes Handy in die Hand zu nehmen.
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