Sony Xperia XZ2 ausprobiert Dieses Smartphone chattet mit seinem Nutzer

Manchmal brummt das neue Smartphone-Flaggschiff von Sony Mobile, manchmal fängt es mit seinem Besitzer ein Gespräch an. Und wenn er das gern möchte, digitalisiert es ihn auch.

SPIEGEL ONLINE

Aus Barcelona berichtet


Bei Sony Mobile geht es auf dem diesjährigen Mobile World Congress rund, zumindest beim Design: Nachdem der Konzern seine Technik in den vergangenen Jahren oft in sehr kantige Smartphone-Gehäuse gepackt hat, kommt das neue Spitzenmodell der japanischen Firma in einem neuen, stark abgerundeten Look daher. "Ambient Flow" nennt der Konzern den neuen Stil, bei dem die Rückseite von einem stark gebogenen Glasrücken geprägt wird. Das erinnert sehr an das HTC U11.

Beim Bildschirm folgt Sony dem aktuellen Trend zum breiten 2:1-Format, allerdings ohne dabei auch eine ultrahohe Auflösung zu verwenden, wie es etwa Samsung bei seinem Galaxy Note 8 getan hat. Sony setzt stattdessen auf Full-HD+, mit 2160 x 1080 Pixeln auf 5,7 Zoll Diagonale.

Ein Handy für 4K-HDR-Videoaufnahmen

Anders als bei der Konkurrenz sind beim Xperia XZ2 ober- und unterhalb des Bildschirms noch vergleichsweise breite Ränder vorhanden. Die seien nötig, um Sensoren, Kameras und Lautsprecher unterzubringen, heißt es von Sony. Und auf diese Elemente setzt der Konzern offenbar große Hoffnungen.

Die Kamera bietet bei derselben 19-Megapixel-Auflösung wie beim Vorgänger nun die Möglichkeit, 4K-HDR-Videos aufzuzeichnen. Laut Sony ist das Xperia XZ2 das erste Smartphone mit dieser Fähigkeit. Ein in den Fotosensor integrierter Speicher ermöglicht zudem extreme Zeitlupenaufnahmen mit bis zu 960 Bildern pro Sekunde in Full-HD. Das sieht gut aus, ist aber nur für sehr kurze Aufnahmen von maximal 0,18 Sekunden brauchbar, weil dann der Speicher voll ist.

Verbessert wurde der sogenannte 3D-Creator. Die Software ermöglicht es schon beim Xperia XZ1, mit der Kamera 3D-Modelle von Gesichtern, ganzen Köpfen, aber auch Gegenständen zu machen. Beim Xperia XZ2 kommt nun die Möglichkeit hinzu, 3D-Selfies damit aufzunehmen. Dafür muss zwar die Beleuchtung stimmen und man braucht ein paar Minuten Zeit, aber das Ergebnis der Selbstdigitalisierung kann sich sehen lassen.

Mehr fühlen

Hören lassen können sich laut Sony die Lautsprecher, die bei Dynamikspitzen jetzt bis zu 20 Prozent lauter sein sollen als zuvor. Im Nahbereich, also direkt vor dem Handy, sollen sie zudem eine Art virtuellen Surroundsound erzeugen können.

Spannender aber ist eine Funktion, die Sony als dynamische Vibration bezeichnet. Im Grunde ist das ein verbesserter Vibrationsalarm, der darauf optimiert wurde, besonders langsame Vibrationen zu erzeugen. So soll man etwa beim Tippen besser in den Finger spüren, was man tut. Außerdem soll das System Spezialeffekte in Filmen und tiefe Töne in Musik durch entsprechende Vibrationen als eine Art unhörbarer Subwoofer unterstützen. Diese Idee erinnert an das Basslet-Armband des Berliner Start-ups Lofelt.

Von den technischen und optischen Veränderungen abgesehen, gibt es noch eine neue Assistenzfunktion, die das Xperia XZ2 interessant macht. Sony hat seinem digitalen Assistenten eine Chat-Oberfläche verpasst. Stellt das System fest, dass man mit einer Funktion nicht weiterkommt oder eine Möglichkeit nicht nutzt, wird die Software per Chat mit dem Anwender aktiv, sie agiert dann wie ein Support-Mitarbeiter (siehe Fotostrecke).

Beim ersten Ausprobieren erinnerte das Ganze ein wenig an Text-Adventures. Die Software stellt Fragen, auf die man mit vorgegebenen Antworten reagieren kann, manchmal lassen sich auch selbst Texte eintippen. Geht es darum, konkrete Funktionen zu aktivieren, öffnet der Assistent die entsprechenden Menüs.

Unterschiede zur Compact-Version

Neben dem Xperia XZ2, das im zweiten Quartal für 800 Euro in den Handel kommen soll, will Sony auch ein Xperia XZ2 Compact anbieten, das mit 600 Euro etwas weniger kosten wird. Die grundlegenden technischen Daten beider Geräte sind identisch.

Beide haben denselben Octacore-Prozessor, dieselbe Kamera und dieselbe Speicherausstattung mit 64 GB Massenspeicher und vier GB Arbeitsspeicher. Außerdem werden beide mit Android 8 Oreo geliefert und sind wasser- und staubdicht nach IP65/68. Der größte Unterschied ist die Bildschirmgröße, das Compact hat nur ein 5-Zoll-Display. Zudem muss man bei der kleineren Version auf das Dynamic-Vibration-System verzichten.

Fotostrecke

19  Bilder
Nicht nur für iPhones: Drahtlose Ladegeräte für Smartphones

Ein weiterer Nachteil des Xperia XZ2 Compact besteht darin, dass es nur mit einem Standard-Ladegerät geliefert wird. Dem Xperia XZ2 hingegen liegt nicht nur ein Schnellladegerät bei, sondern es lässt sich außerdem - das ist neu bei Sony - kabellos aufladen. Sony hält sich dabei an den weit verbreiteten Qi-Standard, sodass man dafür viele Drittanbieter-Ladegeräte verwenden kann.



insgesamt 6 Beiträge
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kiwi.pro 26.02.2018
1. Kleiner Android
Gibt es eigentlich irgendeinen aktuellen Androiden der wirklich kompakt, also unter 5 Zoll ist?
josifi 26.02.2018
2.
Zitat von kiwi.proGibt es eigentlich irgendeinen aktuellen Androiden der wirklich kompakt, also unter 5 Zoll ist?
Kurzer Blick in inside-handy: Aktuell 65 Modelle. Bisschen viel, um alle aufzuzählen. Bei Amazon noch viel mehr.
kiwi.pro 26.02.2018
3. Aktuell
Sorry, ich meinte mit Aktuell Android 7.0 und mit Kompakt nicht 4,9 Zoll eher zwischen 4,0 und 4,5.
tom2001 26.02.2018
4. Dick
Zitat von kiwi.proSorry, ich meinte mit Aktuell Android 7.0 und mit Kompakt nicht 4,9 Zoll eher zwischen 4,0 und 4,5.
Die Größe ist ja nun das eine. Aber die Dicke von 12 mm geht ja nun überhaupt nicht. Bin völlig entsetzt wie man sowas im Jahr 2018 auf den Markt bringen kann.
Oberleerer 26.02.2018
5.
Rundliche Telefone gibt es doch zur Genüge. Ich finde es schade, daß die von dem eckigen Design weggehen. Das xz1 ließ sich gut in der Hand halten. Und es zieht die Blicke auf sich. Von mir aus kann es dick sein, es läßt sich dann noch besser halten und der Akku kann dann auch viel größer sein.
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