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07. April 2018, 09:00 Uhr

Sony Xperia XZ2 im Test

Dieses Smartphone dreht durch

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Das neue Xperia XZ2 ist so rund und glatt wie zuvor kein anderes Highend-Smartphone von Sony. Im Test musste es Fotos knipsen, Zeitlupen filmen - und zeigte überraschende Qualitäten.

Auf den ersten Blick ist das Xperia XZ2 nicht als Sony-Smartphone zu erkennen. Die Designer des japanischen Konzerns haben sich offensichtlich viel Mühe gegeben, ihrem neuen Top-Modell einen frischen, modernen Look zu geben. Früher haben sich Sonys Smartphones durch ein vergleichsweise kantiges Äußeres von der Masse abgehoben. Beim XZ2 ist damit Schluss, hier wurde abgerundet, was abgerundet werden konnte.

Das sieht gut aus und fühlt sich auch so an, ist aber manchmal etwas unpraktisch. Zum kabellosen Aufladen etwa muss man es schon sehr genau auf einem Lade-Pad platzieren und sollte dann nicht am Tisch rütteln, da es sonst herunterrutschen könnte. Es ist so stark abgerundet, dass man es problemlos beim Flaschendrehen als Ersatz für eine Flasche nehmen kann.

Ein Problem des neuen Designs offenbarte sich mir während der Einrichtung des XZ2. Als ich aufgefordert wurde, zum Entsperren des Geräts meinen Fingerabdruck zu registrieren, tapste mein Finger zielstrebig auf der Kameralinse herum, statt auf dem Sensor, der sich ebenfalls auf der Geräterückseite befindet. Der Grund: Während der Sensor fast nahtlos in das Gehäuse eingelassen worden ist, ragt um das Objektiv ein kleiner Metallring hervor, der sich gut ertasten lässt. Das Wissen um diesen Umstand hat nicht verhindert, dass ich trotzdem immer wieder auf die Kamera tippte statt auf den Sensor.

Mit Geduld zur Edel-Zeitlupe

Das ist, frei heraus, blöd. Denn die Kamera lädt eigentlich zum Fotografieren und Filmen ein. Ein verschmiertes Objektiv kann da nur stören. Ist es aber sauber, macht Sonys Knipse sehr gute Aufnahmen, die sich zum einen durch eine akkurate Farbwiedergabe, zum anderen durch gute Kontraste auszeichnen. Mangels einer zweiten Kamera gibt es zwar keine optische Zoomfunktion, aber der Software-Zoom ist nicht schlecht, hinterlässt bei starker Vergrößerung allerdings sichtbare Artefakte.

Interessanter sind dagegen die Videofunktionen. So kann Sonys Kamera, so wie schon die des Xperia XZ Premium und des Samsung Galaxy S9, extreme Zeitlupenaufnahmen mit bis 960 Bildern pro Sekunde machen. Das XZ2 ist derzeit allerdings das einzige Smartphone, das solche Aufnahmen nicht nur in HD, sondern in Full HD beherrscht. Da die Aufnahmedauer auf 0,2 Sekunden (Echtzeit) begrenzt ist, muss man freilich viel herumprobieren, bis man eine gute Aufnahme des richtigen Moments im Kasten hat.

Ähnlich bemerkenswert ist die Möglichkeit, 4K-Videos in HDR aufzunehmen. Das sieht wegen des erweiterten Kontrastumfangs vor allem auf Fernsehern mit entsprechendem Bildschirm sehr gut aus. Meine Testaufnahmen zeigten aber immer wieder kurze Ruckler. Das erstaunt, da das Xperia XZ2 von einem starken Achtkernprozessor angetrieben wird und mit 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB Massenspeicher eigentlich gut bestückt ist. Das Betriebssystem ist Android 8.0, also nicht die neueste Version 8.1.

Good Vibrations?

Ich gebe zu, ich bin kein großer Freund von Handy-Lautsprechern. Sony verspricht nun, das XZ2 sei bis zu 20 Prozent lauter als seine Vorgänger, und könne im Nahbereich, also direkt vor dem Handy, eine Art virtuellen Surroundsound erzeugen.

Laut kann es wirklich werden, klingt dabei aber immer noch nach Handy. Die kleinen Lautsprecher können eben keine richtigen Bässe erzeugen, Stimmen klingen oft pappig. Das ist freilich kein Sony-Problem, sondern eines, mit dem alle Smartphones zu kämpfen haben. Immerhin: Wenn man es beim Filmegucken dicht vor sich hält, ist der Stereoeffekt gut ausgeprägt.

Eine Funktion, die Sony dynamische Vibration nennt, soll helfen, Musik und Filme beim XZ2 intensiver zu erleben, indem sie die Inhalte mit zum Sound passenden Vibrationen untermalt. Das Konzept erinnert an das Basslet-Armband des Berliner Start-ups Lofelt. Ich habe das Gebrumme allerdings eher als störend empfunden, vor allem bei Filmen. Bei manchen wurde die Vibrationsfunktion gar nicht aktiv, bei anderen rüttelte sie das Gerät auch in ruhigen Szenen ständig durch.

Fazit

Die Zutaten stimmen: Das Xperia XZ2 hat einen schnellen Antrieb, eine gute Kamera und moderne Funktionen, wie etwa jene zum kabellosen Aufladen. Der Bildschirm liefert eine sehr gute Bildqualität und gegen Wasser und Staub ist es auch abgedichtet. Der Akku hält immerhin lange genug, um einen normalen Arbeitstag zu bestehen. Keine Frage also, wer sich mit dem superrunden Design anfreunden kann, bekommt hier ein Android-Smartphone der Oberklasse. Allerdings auch zu einem Oberklassepreis von 800 Euro.

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