Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Blitzreaktion: Roboter-Hand mogelt bei  Schere, Stein, Papier

Gestenerkennung: Der Roboter gewinnt immer. Zur Großansicht
Ishikawa Oku Laboratory

Gestenerkennung: Der Roboter gewinnt immer.

Gegen diesen Gegner hat kein Mensch eine Chance: Japanische Forscher haben eine Roboter-Hand entwickelt, die jede Runde Schere, Stein, Papier gewinnt - weil sie meisterhaft schummelt.

Ein paar Mal sollte ein Spieler von "Schere, Stein, Papier" in einem Dutzend Runden des Zufallsspiels gewinnen können - zumindest ist das sehr wahrscheinlich. Doch ein Video, das im japanischen Ishikawa Oku Laboratory entstanden ist, zeigt, wie chancenlos ein Mensch ist, der gegen eine dort entwickelte Roboterhand antritt. Sie gewinnt in allen Versuchen und hat immer die richtige Figur parat.

Informatiker der University of Tokyo haben den "Janken Robot" entwickelt, um zu mogeln. Wirklich Spaß macht es daher nicht, mit ihm zu spielen. Denn er wird über besonders schnelle Sensoren und eine leistungsfähige Software gesteuert, die erkennt, was der Mitspieler für eine Figur mit der Hand formt. Die Roboterhand braucht für Analyse und Reaktion nur 20 Millisekunden - und ist damit deutlich schneller als jeder Mensch. (siehe Video unten).

Die erste Version der Hand war nur in der Lage, die fertigen Figuren zu erkennen und dann blitzschnell zu reagieren. Das verbesserte Modell hat eine überarbeitete Gestenerkennung. Deshalb kann der Roboter schon berechnen, welche Form der Mitspieler mit seiner Hand bildet, bevor der damit fertig ist. Roboter und Spieler beenden den Vorgang gleichzeitig, und nur in Zeitlupen-Aufnahmen ist sichtbar, dass die mechanische Hand den Bruchteil einer Sekunde später mit der Scheren-, Stein- oder Papier-Geste beginnt.

Als möglichen Anwendungsbereich nennen die Forscher die schnelle Steuerung von Robotersystemen, beispielsweise zur Bewegungsunterstützung des menschlichen Körpers. "Die Kooperation von Mensch und Roboter könnte so ohne Zeitverzögerung stattfinden", schreiben sie auf ihrer Projekt-Webseite.

kpg

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 19 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Mehr Schein als Sein
mwinter 11.11.2013
Man würde sich wünschen, dass die Japaner die gleiche Ingenuität bei der Lösung ihres Strahlungsproblems in Fukushima zeigen würden, aber da scheinen sie ja mittlerweile sogar auf ausländische Hilfe angewiesen. So erscheinen diese ganzen japanischen Robotertricks mittlerweile eher als Zeichen einer Gesellschaft, die mehr Schein als Sein ist und sich ihr Image einer hochtechnisierten Fortschrittsgemeinschaft ebenfalls ermogelt hat.
2. Erstaunt und ernuechtert...
laamkuti 11.11.2013
...wie gering entwickelt die 'neuesten' Roboter wirklich sind. Von AI sind wir noch weit entfernt. Was ist an einer Schnick-schnack-schnuck-Maschine so besonders? Geht's noch simpler? Also ich bin ziemlich enttaeuscht. Wenn dieser Roboter wenigstens Humor haette und ein paar Delays einstreut um den menschlichen Spieler zu verwirren, oder Loesungen, die ueberhaupt keinen Sinn machen, oder Endlos-Loops... Stattdessen mechanisches Vorausberechnen menschlicher Bewegungen. Gaehhhn. Und 20 Millisekunden? Ist das wirklich schnell? Wie lange brauchte Commander Data nochmal um zu entscheiden, ob er die Borg-Queen heiraten will oder nicht?
3.
Tamaji 11.11.2013
Schummeln, um bei einem Wettbewerb besser auszusehen? Mir scheint es, dieser Roboter sagt mehr über das moderne Japan aus, als von seinen Machern beabsichtigt.
4. schummeln kann man nur beim Spiel
Schäfer 11.11.2013
Zitat von sysopIshikawa Oku Laboratory Gegen diesen Gegner hat kein Mensch eine Chance: Japanische Forscher haben eine Roboter-Hand entwickelt, die jede Runde Stein, Schere, Papier gewinnt - weil sie meisterhaft schummelt. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/stein-schere-papier-roboterhand-schlaegt-menschlichen-gegenspieler-a-932541.html
Kybernetische Systeme, die in Echtzeit reagieren, gibt es schon lange. Die wirkliche Qualität des Roboters kann man nur messen, wenn er gegen eine andere Roboterhand spielt. Die beschriebene Konstellation ist kein Glücksspiel, weil der Zufall ausgeschaltet wird.
5.
Crossi71 11.11.2013
Wie oft soll diese MiniNews denn noch gebracht werden. Ist doch schon alt!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Bruder Android: Die Obsession mit dem künstlichen Menschen


Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: