"In der Natur gibt es kein Stereo." So argumentiert die Schweizer Firma Stereolith, weshalb man mit ihrer Lautsprecherbox M 232 einen besseren Raumklang erzeugen könne als mit den für Stereosysteme üblichen zwei Boxen. Der Trick wie das funktionieren soll: Bei der Stereolith-Box strahlen zwei Lautsprechen jeweils nach links und rechts, ein dritter gibt seinen Klang nach vorne ab. Das Ergebnis soll ein entspannterer Klang sein, der an jeder Stelle im Zimmer räumlich wirkt. Bei Stereoklang hingegen gibt s nur eine einzige optimale Hörposition.
In der Praxis muss man sich ziemlich umgewöhnen, wenn man Musik mit dem Stereolith M 232 hört. Wer sich über Jahre daran gewöhnt hat, zum Musikhören auf einem Sofa Platz zu nehmen, das genau im sogenannten Sweet Spot des Stereoklangbilds positioniert wurde, vermisst vor allem die starken Stereoeffekte, mit denen auf machen Stereoaufnahmen die Ortbarkeit einzelner Instrumente optimiert wird. Der Raumeindruck, den die vergleichsweise kleine Box erzeugt, ist ein ganz anderer. Er ist eher mit dem vergleichbar, der sich ergibt, wenn man sich mit den Musikern im selben Raum befindet. Angeschlossen wird der Stereolith dabei an einen herkömmlichen Stereoverstärker.
Erstaunlich ist dabei, wie sehr sich der Sound verändert, wenn man die Box an unterschiedlichen Stellen im Raum platziert. Viel intensiver als bei Stereosystemen haben die Geometrie und Materialbeschaffenheit des Raumes einen Einfluss auf den Klang.
Im Testraum mit vielen verschiedenen Oberflächen (Fenster, Wände, Bücherregale) ergab sich der beste Sound, wenn der M 232 mehr oder weniger mittig im Raum aufgestellt war. Der Versuch, die Box als Ersatz für ein Surround-System am TV zu betreiben, brachte ein erstaunliches Ergebnis. Vor und unter dem Fernseher plaziert schaffte der Stereolith es, ein sehr angenehm rundes Klangbild zu erschaffen. Nur im Bassbereich hätte er etwas mehr Wumms vertragen können.
Lieber erstmal Probehören
Dasselbe gilt auch für Musik. Klassik, vor allem Kammerkonzerte und Ähnliches, reproduzierte die Box ausgesprochen angenehm und realistisch. Epische Rockmusik oder bassstarker Hiphop sind dagegen nicht ganz ihr Revier. Ein Subwoofer zur Basserweiterung dürfte hier gute Dienste leisten. Der Stereolith-Subwoofer wird auf der Website des Herstellers aber als ausverkauft gelistet, so dass man sich nach alternativen Tieftonhilfen umschauen müsste.
Billig ist der Stereolith M 232 mit knapp 1000 Euro nicht. Verglichen mit einem Paar ähnlich hochwertiger Stereolautsprecher kann man ihn aber auch nicht als teuer bezeichnen. Definitiv ist er ein Klangerzeuger für Menschen, die sich nicht scheuen, gelernte Hörgewohnheiten über Bord zu werfen. Ob man selbst dazu gehört kann man glücklicherweise zu Hause ausprobieren. Für Bestellungen im Stereolith-Onlineshop gewährt der Hersteller eine Frist von vier Wochen zum Probehören. Dem Unternehmen zufolge vom Rückgaberecht aber nur ein Prozent der Käufer Gebrauch.
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