Steve Wozniak und Steve Jobs Als Apples Gründer noch Hacker waren

In New York wird kommende Woche eine "Blue Box" versteigert. Sie war das erste Gerät, mit dem die beiden Apple-Gründer Geld verdienten. Die Inspiration dazu kam aus einer Cornflakes-Packung.

Steve Wozniak und Steve Jobs
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Steve Wozniak und Steve Jobs


Eine Zufallsbegegnung hat den Lauf der Computergeschichte entscheidend geprägt: Über einen gemeinsamen Freund lernten sich 1971 der 15 Jahre alte Highschool-Schüler Steve Jobs und der fünf Jahre ältere College-Student Steve Wozniak kennen. Die beiden "Steves" waren von Elektronik begeistert, liebten derbe Späße und scheuten auch illegale Aktivitäten nicht.

Eine Auktion in New York erinnert nun an die frühen dubiosen Hacker-Aktivitäten der beiden Apple-Gründer. Beim Auktionshaus Bonhams kommt am Nikolaustag eine sogenannte Blue Box von Steve Wozniak unter den Hammer, mit der man in den Siebzigerjahren das Telefonsystem manipulieren und kostenlos Ferngespräche führen konnte.

Wozniak, den alle nur "Woz" nannten, war damals ein Einzelgänger und leidenschaftlicher Tüftler, der unter den vielen anderen jungen Computer-Bastlern im Silicon Valley herausragte. Jobs fehlte dieses technische Talent, aber im Gegensatz zu Wozniak hatte er schon als junger Mann eine konkrete Vorstellung davon, wie man mit Technologie Geld verdienen kann.

Eine erste prägende Erfahrung, wie man mit neuer Technik alte Strukturen überlisten kann, machten die beiden Steves beim "Blueboxing". In einem Artikel der Zeitschrift "Esquire" las Wozniak, wie Hacker eine Methode gefunden hatten, kostenlos Ferngespräche zu führen. Held des Artikels war der Bastler John T. Draper, der unter dem Hacker-Namen "Captain Crunch" berühmt wurde. Er hatte mit Hilfe einer Plastikpfeife aus einer Packung "Cap'n Crunch"- Cornflakes herausgefunden, wie man mit bestimmten Tönen die Systeme des Telefongiganten AT&T manipulieren konnte, um kostenlose Telefonate zu ermöglichen. Die beiden Steves waren wie elektrisiert.

Wozniak konstruierte aus billigen Elektroniteilen ein kleines Kästchen, Blue Box genannt, mit dem man die Tonfolgen viel präziser und zuverlässiger erzeugen konnte als mit der Spielzeugpfeife. "Mit einer Blue Box konnten wir dem System vorgaukeln, wir seien ein Telefon-Computer", erinnerte sich Steve Jobs später.

"Du konntest aus einer Telefonzelle White Planes, New York, anrufen, dann eine Satellitenverbindung nach Europa aufbauen, eine Kabelstrecke in die Türkei legen, nach Los Angeles zurückverbinden. Man konnte eine Verbindung drei, vier Mal um den Globus herum aufbauen und ein Telefon in der Nachbarschaft anrufen. Wenn man etwas in den Hörer rief, kam es 30 Sekunden später auf dem anderen Hörer an." "Woz" erzählt noch heute gerne die Geschichte, wie er auf diesem Weg beim Papst angerufen hatte - indem er sich als US-Außenminister Henry Kissinger ausgab.

Von Steve Wozniak entwickelte Blue Box
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Von Steve Wozniak entwickelte Blue Box

Die Manipulation des Telefonsystems war natürlich illegal. Das hinderte Wozniak und Jobs aber nicht daran, Blue Boxes zu bauen und im Bekanntenkreis zu verkaufen. "Zwei Teenager konnten damals für hundert Dollar eine Box bauen und damit eine Infrastruktur kontrollieren, die mehrere hundert Milliarden Dollar wert war, nämlich das gesamte Telefonsystem der Welt. Das war magisch". schwärmte Jobs später.

Bei der Blue-Box-Episode blitzte zum ersten Mal der Geschäftssinn von Steve Jobs auf. Während Wozniak vor allem seine Kumpel im Homebrew Computer Club beeindrucken wollte, ging es seinem Freund auch ums Geldverdienen und die Erkenntnis, dass man mit einem kleinen Einsatz große Wetten gewinnen kann.

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"Erfahrungen wie diese zeigten uns, welche Macht eine Idee haben kann", sagte Jobs viele Jahre später der Santa Clara Valley Historical Association. "Wenn wir keine Blue Boxes gebaut hätten, dann hätten wir auch nie Apple gründet." Doch bevor die Firma Apple sich von den vielen anderen Bastelbuden im Silicon Valley absetzen konnte, bedurfte es einer zweiten, eher zufälligen Begegnung: 1977 traf der Wagniskapitalgeber Mike Markkula die beiden langhaarigen Jungs, die damals in der Garage von Jobs' Eltern in Los Altos ihre ersten Computer zusammenschraubten.

Mit der Finanzspritze und dem Management-Know-how von Markkula entwickelte sich Apple Ende der Siebzigerjahre zum heißesten Start-up im Silicon Valley. Den Aufstieg zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt verdankte Apple viele Jahre später erneut der Kombination aus Telefonie und Innovation. 2007 stellte Steve Jobs das erste iPhone vor, mit dem die Machtverhältnisse in der Telekommunikationsindustrie auf den Kopf gestellt wurden. Der vom iPhone getriebene Erfolg der Smartphones sorgte dafür, dass nicht mehr die Telekom-Riesen das Sagen hatten, sondern Hardwareanbieter wie Apple und Samsung .

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Für die Blue Box in New York, die im Rahmen einer größer angelegten Auktion mit Raritäten aus der Wissenschafts- und Technikgeschichte angeboten wird, erwarten Experten einen Kaufpreis von 30.000 bis 50.000 Dollar. Einen deutlich höheren Preis dürfte ein Apple I in der Auktion erzielen, angeblich das erste Exemplar, das von Wozniak persönlich zusammengelötet wurde. Weil es nur noch wenige Exemplare dieses Rechners gibt, gehört der Apple I zu den gefragtesten Sammlerstücken im Computerbereich. Auf Auktionen wurden bereits zweimal Preise von über einer halben Million Dollar für solche Rechner erzielt. Dagegen wirkt die Blue Box fast wie ein Schnäppchen.

Von Christoph Dernbach, dpa



insgesamt 29 Beiträge
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Seite 1
krtoledo77 01.12.2017
1. Die ersten Smartphones
gab es schon vor dem iPhone. Das das iPhone so ein Erfolg wurde, liegt eher daran das zu diesen Zeitpunkt Hardware und Software Möglichkeiten eröffneten die es zuvor nicht gab, und natürlich an den Sektenjüngern von Apple.
jtrch 01.12.2017
2. Apple II Kopie von PET2001
Beim Apple II haben sie sich wohl eher vom PET2001 von Commodore inspirieren lassen als von Alto. Das Ding war zur etwa gleichen Zeit wie der Holzbaukasten Apple I auf dem Markt und Apple ist ziemlich erschrocken wie viel weiter Commodore war als sie. Waren sie aber längere Zeit, nur ihr Marketing war nicht so gut wie das von Apple. Ausser dem Clickwheel fällt mir keine eigene Erfindung von Apple ein.
titoandres 01.12.2017
3. @krtoledo77
Haben Sie den Artikel gelesen oder worauf beziehen Sie sich genau mit Ihrem Kommentar, der auch noch in der Sache falsch ist? Denn jene Smartphones, die es vor dem iPhone gab, waren ganz anderer Bau-und Funktionsart. Man muss damals mit einem Eingabestift, das Windowsmenü auf einem grünen und dunklen Plastikbildschirm öffnen und mit Ordnern "arbeiten". Das iPhone war definitiv ein Quantensprung. Um das zu erkennen, muss man kein Apple-Jünger sein.
mairhanss 01.12.2017
4.
Das erste Smartphone kam tatsächlich erst ein Jahr nach dem Iphone auf den Markt: Das HTC Dream
Nonvaio01 01.12.2017
5. Nein
Zitat von titoandresHaben Sie den Artikel gelesen oder worauf beziehen Sie sich genau mit Ihrem Kommentar, der auch noch in der Sache falsch ist? Denn jene Smartphones, die es vor dem iPhone gab, waren ganz anderer Bau-und Funktionsart. Man muss damals mit einem Eingabestift, das Windowsmenü auf einem grünen und dunklen Plastikbildschirm öffnen und mit Ordnern "arbeiten". Das iPhone war definitiv ein Quantensprung. Um das zu erkennen, muss man kein Apple-Jünger sein.
ich hatte das Samsung Taco, und da gab es keinen stift, das war touchscreen, Internetexplorer...etc Apps gab es aber zu der zeit nicht, die kamen glaube ich erst mit Apple und dann spaeter mit Andoid.
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